Boot
Boot

Ein Boot ist ein Fahrzeug, das nach dem Archimedischen Prinzip auf dem Wasser, oder als U-Boot exakt ausbalanciert, ebenfalls nach dem Archimedischen Prinzip, in einer von der Besatzung exakt definierbaren Tiefe im Wasser schwimmt.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Schilfboot

Boote und Schiffe unterscheiden sich von Flößen durch ihre Bauweise. Im Gegensatz zu den meisten Flößen verfügen Boote und Schiffe über einen Rumpf und können sich, angetrieben von Motoren, Segeln oder Muskelkraft, selbstständig bewegen.

Der Rumpf (Schiffskörper) eines Bootes kann aus Holz, Stahl, Kunststoff, GFK oder gar Beton angefertigt sein, manchmal auch aus Kombinationen der Materialien.

Boote können nach ihrer Bauweise (Holzboot, Schlauchboot), ihrem Antrieb (Motorboot, Paddelboot, Ruderboot, Segelboot), nach ihrem Verwendungszweck (Fischerboot, Hausboot, Rettungsboot, Sportboot, Rennboot, Sumpfboot, Amphibienfahrzeug), nach ihren hydrodynamischen Eigenschaften (Gleiter, Halbgleiter, Verdränger) oder nach der Zahl der Rümpfe (ein Rumpf = Monohull, zwei Rümpfe = Katamaran, drei Rümpfe = Trimaran) unterschieden werden.

Eine andere Sonderform sind Luftkissenboote, da sie das Wasser während der Fahrt weder verdrängen, noch auf ihm gleiten. Stattdessen nutzen sie den Bodeneffekt. Surfboats sind Boote mit hoher Bordwand, die aufgrund ihres speziellen Unterwasserschiffes starke Meeresbrandungen überwinden können.

Eine weitere Sonderform sind Sumpfboote, die nicht nur auf dem Wasser, sondern in den Sümpfen auch auf den Gräsern gleiten können.

Ergänzend sei noch erwähnt, dass auch der Beiwagen an einem Motorrad als Boot bezeichnet wird. Vor allem in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts waren die Formen dieser Boote den Schiffsrümpfen der damaligen Zeit nachempfunden. Auch abnehmbare und schwimmfähige Beiwagen (als Paddel- oder Motorboot) wurden gefertigt.

Unterscheidung zwischen Boot und Schiff

In der deutschen Sprache gibt es drei Abgrenzungen zwischen Boot und Schiff:

  • Segelboot/Segelschiff: Heute werden kleine Seefahrzeuge als „Boot“ bezeichnet (Badeboot, Paddelboot, Schlauchboot, Banana-Boot, Beiboot, Jolle). Größere Segler, die zur Bedienung meist eine angestellte Mannschaft benötigen, werden als „Segelschiff“ bezeichnet.
Segelboote vor Sizilien

Früher galten als Segelboot solche mit höchstens zwei segelführenden Masten. Segelschiffe verfügten über drei und mehr segelführende Masten. Die Segelboot/-schiffabgrenzung war eine „klassische“, die weltweit in allen Sprachen und Nationen galt. In der Seemannssprache wurde (in Europa) unter einem Segel-„Schiff“ bis hinein in das 20. Jahrhundert grundsätzlich das Vollschiff mit mindestens drei Masten verstanden, die alle rahgetakelt sein mussten. Wegen der nicht unbedingt geringeren Abmessungen bei deutlich überlegenen Segelleistungen von schratbesegelten Fahrzeugen wurde der Begriff „Schiff“ im Verlauf des 20. Jahrhunderts jedoch auch auf Segelfahrzeuge ausgedehnt, die weniger als drei (oder überhaupt keinen) rahgetakelte Masten besaßen, solange die Zahl der segelführenden Masten (egal ob rah- oder schratgetakelt) mindestens drei war. Zudem gibt es Gegenden in der Welt, in denen die Entwicklung auf dem Weg vom Segelboot zum Segelschiff nicht den Gang über Rahsegel nahm.

  • In der deutschen Marine werden Schiffe und Boote gemäß der Disziplinargewalt des Kommandanten und des Ersten Offiziers unterschieden. Auf Schiffen hat der Kommandant die Disziplinargewalt eines Bataillonskommandeurs, der Erste Offizier die eines Kompaniechefs. Auf Booten hat der Kommandant die Disziplinargewalt eines Kompaniechefs, sein Vertreter hat keine Disziplinargewalt. Er wird nicht als Erster Offizier (IO) sondern als Erster Wachoffizier (I WO) bezeichnet.
  • Boote und Schiffe in ziviler Nutzung: Die Grenze zwischen Booten und Schiffen (Nicht-Seglern) wird in verschiedenen Ländern und Sprachen unterschiedlich gezogen.

In der (europäischen oder US-amerikanischen) Praxis hat die Unterscheidung in Boot versus Schiff keinerlei Auswirkungen, da die (europäischen und US-amerikanischen) Behörden Wasserfahrzeuge nach ihren Verwendungen (militärisch oder zivil, gewerblich oder privat) oder nach ihren absoluten Größen (Längen, Breiten, Tiefgänge, Tonnagen) unterscheiden.

zwei sehr verschiedene Motorboote (Thailand)

Es gibt lediglich noch einen Unterschied im Sprachgebrauch, da ein Seemann traditionell lieber auf einem Schiff, als (in seinem Wortsinn) auf einer Nussschale arbeitet.

Und es gibt einen nicht unbedeutenden finanziellen Unterschied, da die gleiche Arbeit auf einem Schiff vom selben Reeder/Betreiber über Rangeinstufungen nicht selten besser bezahlt wurde (und wird), als die auf einem Boot.

Wie gleichzeitig wichtig aber auch schwierig es vor allem für die Besatzung und die Betreiber eines Fahrzeuges ist, die Grenze zwischen Boot und Schiff zu ziehen, kann schon am Beispiel der Bounty erkannt werden, die, je nach Bewaffnung (ein inzwischen ausgestorbenes Kriterium), Besatzung oder nach Takelage von den Zeitgenossen bei der Königlich Britischen Admiralität mal als Boot (weil nur schwach bewaffnet und mit zu kleiner Besatzung) und mal als Schiff (weil mit Vollschifftakelung) klassifiziert wurde und deren Besatzung (vom Kommandanten Bligh, bis runter zum Schiffsjunge) Dienstgrade führte und Besoldungen hinnehmen musste, wie sie auf einem Boot, nicht auf einem Schiff üblich waren. In der Tat wurde Bligh erst nach seiner Rückkehr vom Leutnant zum Captain befördert, also im Dienstrang (und in der Besoldung) von jemandem, der ein Boot kommandierte, zu jemandem, der ein Schiff kommandieren durfte.

Bootsfahrt auf dem Bodensee (1494)

Yacht

Seenotrettungsboot Baltrum, 2005

Yacht, Segel- oder Motoryacht ist eine Bezeichnung für ein größeres und bewohnbares Segel- oder Motorschiff. Segelyachten werden meistens als gewichtstabile Kielschiffe konstruiert. Die Stabilität von Jollen beruht dagegen stets auf der Formstabilität des Bootsrumpfes.

Früher war „Yacht“ gleichbedeutend mit dem älteren Wort „Lustboot“. Später ging man dazu über, unter einer Yacht vor allem größere und luxuriöser ausgestattete Privatboote und -schiffe zu verstehen, die mindestens ein durchgehendes geschlossenes Deck besitzen, welches volle Stehhöhe (knapp 6 Fuß oder rund 1,80 m) gewährt.

Kreuzer

In der Seenotrettung (beispielsweise DGzRS oder US Coast Guard) wird zwischen Seenotrettungsbooten, die meist in küstennahen Gewässern eingesetzt werden, und Seenotkreuzern (auch Seenotrettungskreuzer oder Rettungskreuzer) unterschieden. Der Zusatz Seenot(rettung) ist erforderlich, um diese Typen von den international einheitlich definierten Rettungsbooten zu unterscheiden.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Boote – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Boot – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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Synonyme:

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  • boot — boot·er; boot·ery; boot·heel; boot; boot·hose; boot·leg·ger; boot·less; boot·lick·er; boot·man; free·boot; free·boot·er; gum·boot·ed; boot·lick; boot·strap; boot·a·ble; boot·less·ly; boot·less·ness; fire·boot; …   English syllables

  • Boot — Boot, kleine Fahrzeuge mit geringem Tiefgang für den Kleinverkehr, unter sich in Größe, Form und Bauart sehr verschieden; sie werden durch Riemen (Ruder), häufig auch durch Segel und Dampfkraft, durch Petroleummotoren oder elektrisch bewegt… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • boot — n [obsolete or dialect boot compensation, from Old English bōt advantage, compensation]: additional money or property received to make up the difference in an exchange of business or investment property that is of like kind but unequal in value ◇ …   Law dictionary

  • boot — Ⅰ. boot [1] ► NOUN 1) a sturdy item of footwear covering the foot and ankle, and sometimes the lower leg. 2) informal a hard kick. 3) Brit. a space at the back of a car for carrying luggage. ► VERB 1) kick hard. 2) …   English terms dictionary

  • Boot — (b[=oo]t), n. [OE. bot, bote, advantage, amends, cure, AS. b[=o]t; akin to Icel. b[=o]t, Sw. bot, Dan. bod, Goth. b[=o]ta, D. boete, G. busse; prop., a making good or better, from the root of E. better, adj. [root]255.] 1. Remedy; relief; amends; …   The Collaborative International Dictionary of English

  • boot — [buːt] also boot up verb COMPUTING 1. [intransitive] if a computer boots, it starts working and is ready to use: • The machine takes a long time to boot up. 2. [transitive] to make a computer ready to be used by getting all the programs it nee …   Financial and business terms

  • Boot — Boot, n. [OE. bote, OF. bote, F. botte, LL. botta; of uncertain origin.] 1. A covering for the foot and lower part of the leg, ordinarily made of leather. [1913 Webster] 2. An instrument of torture for the leg, formerly used to extort confessions …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Boot — Boot: Das im 16. Jh. aus der niederd. Seemannssprache übernommene Wort geht zurück auf mnd. bōt, das – wie auch niederl. boot – aus mengl. bot entlehnt ist (vgl. engl. boat). Voraus liegt aengl. bāt »Boot, Schiff«, dem die gleichbedeutenden… …   Das Herkunftswörterbuch

  • boot — boot1 [bo͞ot] n. [ME & OFr bote] 1. a) a protective covering of leather, rubber, cloth, etc., for the foot and part or all of the leg [riding boot] b) an overshoe c) a man s shoe reaching at least to the ankle 2. a boot shaped instrum …   English World dictionary

  • Boot — Sn std. (15. Jh.) Stammwort. Ein Boot ist vor allem das Beiboot zu einem größeren Schiff. Das Wort ist aus der niederdeutschen Seemannssprache übernommen, mndd. bōt, mndl. boot, diese aus me. bōt, ae. bāt m./f. Neben diesem anord. bátr m., mit… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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