Bruno Louis Schaefer
Bruno Schäfer 1905

Bruno Louis (Ludwig) Schaefer (* 25. Mai 1860 in Celle; † 24. November 1945) war Jurist, Senator der Freien und Hansestadt Hamburg sowie erster Präsident des Landesfinanzamts Unterelbe in Hamburg.

Beruflicher Werdegang

Schaefer absolvierte ein rechtswissenschaftliches Studium in Kiel und Heidelberg, das er 1886 mit dem Prädikat „gut“ abschloss. Bereits 1881 promovierte Schaefer in Jena im Alter von nur 21 Jahren.

Ab 1889 war Schaefer zunächst als Amtsrichter in Kattowitz und Kellinghusen tätig.

1893 trat Schaefer als Landrichter in den hamburgischen Staatsdienst ein. Während dieser Tätigkeit wurde er, neben einigen anderen Juristen, zu der Aufgabe berufen, die hamburgischen Ausführungsbestimmungen des neu verabschiedeten Bürgerlichen Gesetzbuches und neuen Handelsgesetzbuches zu erlassen. In Anerkennung seiner diesbezüglichen Leistung wurde Schaefer ab 1. Januar 1900 für kurze Zeit Landgerichtsdirektor.

Im Oktober 1900 wurde Schaefer Senatssyndikus, als Nachfolger des zum Senator gewählten Dr. Werner von Melle.

Am 11. Oktober 1907 wurde Schaefer selbst, als Nachfolger des Senators Dr. Friedrich Alfred Lappenberg, Mitglied des Hamburger Senats. Bei seiner Erstwahl erhielt er 111 von 112 der abgegebenen Stimmen; wiedergewählt am 28. März 1919. Zeitweise stand Schaefer zwei bedeutenden Behörden vor: Justiz und Steuern.

Im Oktober 1919 übernahm Schaefer die Geschäfte des neu gegründeten Finanzamts Unterelbe und wurde am 8. November desselben Jahres zu dessen ersten Präsidenten gewählt. Schaefer hatte dieses Amt bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1925 inne. Nach seinem Ausscheiden als Präsident war Schaefer fortan als Rechtsanwalt tätig und wurde 1929 zum Honorarprofessor der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg berufen.

Öffentliche Ämter

  • Landgerichtsdirektor in Hamburg (1900)
  • Senatssyndikus in Hamburg (Oktober 1900 bis Oktober 1907)
  • Senator der Freien und Hansestadt Hamburg (Oktober 1907 bis September 1919) Siehe auch: Hamburger Senat 1861–1919. Als Senator stand Schaefer den Behörden Justiz und Steuern vor und leitete folgende Ressorts (Auswahl):
    • Justizkommission (1905–1919),
    • Steuerdeputation (1901–1919),
    • Gefängnisdeputation (1909–1913),
    • Zentralwahlkommission (1902–1919),
    • Kommissariat für das Seeamt (1909–1913)
    • Sektion für Gewerberekurssachen und für Beschwerden in Baupolizeisachen und in Vereinsangelegenheiten (1914–1919)
    • Kommissariat für das Seeamt (1909–1913)
    • Deputation für das Beleuchtungswesen (1908)
  • Erster Präsident des Landesfinanzamts Unterelbe in Hamburg (November 1919 bis Juni 1925)
  • Honorarprofessor der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Hamburg (ab 1929)

Ehrung

Anlässlich Schaefers Eintritt in den Ruhestand 1925, wurde zu seinen Ehren ein gerade neu erbautes Zollboot der Oberfinanzdirektion unter seinem Namen in Dienst gestellt: „PRÄSIDENT SCHAEFER“. Das Zollboot versah bis 1985 seinen Dienst im Hamburger Freihafen und ist im Jahre 2006 noch als fahrbereites Museumsschiff, im Museumshafen Oevelgönnein Hamburg zu besichtigen. Dieses kleine Hafenfahrzeug hat, von unterschiedlichen Schreibweisen einmal abgesehen, durchgängig den Namen seines Namensgebers behalten (zwischenzeitlich ca. 1945–1985 „SCHAEFER“ und „SCHÄFER“, 1985–2006 „PRÄS. SCHÄFER“, seit 2006 wieder „PRÄSIDENT SCHAEFER“).


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