Aachener Friedenspreis

Der Aachener Friedenspreis wurde 1988 von 46 Einzelpersonen als Verein gegründet, um Frauen, Männer oder Gruppen zu würdigen und vorzustellen, die von „unten her“ dazu beigetragen haben, der Verständigung der Völker und der Menschen untereinander zu dienen sowie Feindbilder ab- und Vertrauen aufzubauen. Der Preis wird unabhängig von ideologischen, religiösen oder parteipolitischen Kriterien und unabhängig von sozialer oder nationaler Zugehörigkeit der Preisträgerinnen und Preisträger verliehen.

Die Verleihung des Aachener Friedenspreises findet jährlich zum Antikriegstag am 1. September statt.

Heute gehören dem Aachener Friedenspreis e.V. 400 Mitglieder an, darunter rund 350 Einzelpersonen, sowie etwa 50 Organisationen. Unter diesen Organisationen finden sich unter anderem die Stadt Aachen, der regionale DGB, die katholischen Organisationen Misereor und Missio, die in Aachen ihren Hauptsitz haben, der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, der evangelische Kirchenkreis, zahlreiche weitere kirchliche Organisationen, der SPD-Unterbezirk, der Kreisvorstand der Grünen, Die Linke in der Städteregion Aachen.

1996 beschloss der Rat der Stadt Aachen den Beitritt zum Aachener Friedenspreis e.V. 1999 trat die Stadt mit den Stimmen der damaligen CDU- und FDP-Mehrheit, aus dem Verein aus. 2004 beschloss der Rat der Stadt Aachen einstimmig den Wiedereintritt in den Aachener Friedenspreis e.V..

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

Jahr Nationaler Preis Internationaler Preis
1988

Werner Sanß
Jutta Dahl

1989

Joseph Rossaint

Danuta Brosko-Medryk (Polen)

1990

Neusser Medizin-Forschungsteam
Vera Wollenberger

1991

Herbert Kaefer

Women in Black (Israel)

1992

Kerstin und Thomas Meinhardt für die Projektgruppe Rüstungsexport, Idstein

Menschenrechtsinitiative COPADEBA (Lateinamerika)

1993

Netzwerk Friedenssteuer, Günter Lott und Reinhard Egel

Jean Bertrand Aristide (Haiti)

1994

Emmaus-Gemeinschaft in Köln

Kailash Satyarthi und SACCS (Indien)

1995

Ludwig Baumann

Leyla Zana (Türkei)

1996

Connection e.V.

Olisa Agbakoba (Nigeria)

1997

Gemeinschaftshauptschulen Eschweiler-Dürwiß und Aretzstraße - Aachen

Gush Shalom mit Uri Avnery (Israel)

1998

Walter Herrmann und Unterstützer der Kölner Klagemauer

IFCO / Pastors for Peace (Lateinamerika)

1999

Wanderkirchenasyl in Nordrhein-Westfalen

Peace Brigades International

2000

Aktion Noteingang

Reconstruindo a Esperança (Mosambik)

2001

Pro Asyl e.V.

Kazuo Soda (Japan)

2002

Bernhard Nolz

Barbara Lee (USA)

2003

Initiative Ordensleute für den Frieden

Reuven Moskovitz und Nabila Espanioly (Israel)

2004

Eren Keskin (Türkei) und Komitee der Soldatenmütter in Sankt Petersburg (Russland)

2005

Hanne Hiob

Roy Bourgeois (USA)

2006

Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.

2007

Josef Steinbusch, Gründer Kinderzirkus „Pinocchio“

Friedensgemeinde San José de Apartadó (Kolumbien)

2008

Andreas Buro, Mentor der deutschen Friedensbewegung

Machsom Watch, eine israelisch/palästinensische Menschenrechtsgruppe sowie Mitri Raheb (Palästina)

2009

Berliner Compagnie, Alternatives Tourneetheater

Zdravko Marjanović, bosnisch-serbischer Friedensaktivist

2010 Phoenix e.V., nachhaltige Verringerung des Rassismus Marco Arana (Peru)
2011 Informationsstelle Militarisierung und Jürgen Grässlin

Weitere Aktionen

Über die Preisverleihungen hinaus wird der Verein im Sinne seiner Mitglieder auch politisch aktiv. So erstattete der Verein im Dezember 2006 gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Franz Josef Jung Strafanzeige wegen „Vorbereitung eines Angriffskrieges“. Der Verein initiierte damit eine breite Berichterstattung. Die Generalstaatsanwaltschaft lehnte eine Verfolgung der in der Strafanzeige erhobenen Vorwürfe jedoch ab.

Weblinks


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