Basilica di San Domenico (Siena)
Luftbild der Kirche San Domenico in Siena

Die Basilica di San Domenico (auch Basilica Cateriniana San Domenico genannt) ist eine Basilika in Siena, die dem heiligen Dominikus gewidmet ist.

Inhaltsverzeichnis

Lage

San Domenico vom Terzo di Città gesehen

Die Basilika befindet sich im historischen Stadtkern innerhalb der Stadtmauer von Siena in der Via Camporegio. Die auf dem Colle di San Domenico (Hügel des hl. Dominikus) liegende Basilika liegt im Stadtdrittel Terzo di Camollia in der Contrada Drago (Drache), deren Hauptkirche sie neben der Chiesa Santa Caterina ist. Die Weihung des Paliopferdes der Contrada findet hier statt. Zum Gebäudekomplex gehören neben der Kirche noch das Capitolo, die Sakristei, das Refektorium, das Dormitorium und der Kreuzgang mit dem Grab von Andrea di Bartolo. Die Fassade zeigt auf die Piazza Madre Teresa di Calcutta und den Viale dei Mille, das Kirchenschiff erstreckt sich über dem Fontebranda-Tal und die Krypta ist mit der Via Camporegio verbunden. An der nördlichen Seite der Basilika liegt das Stadio Artemio Franchi, dessen Südkurve bis zum Januar 2010 Curva San Domenico hieß.

Geschichte

San Domenico mit Apsis und Querschiff von Fontebranda gesehen

Die Kirche wurde von 1226 bis 1265 von den Dominikanern im Auftrag der Seneser Familie Malavolti erbaut, kurz nachdem der heilige Domingo de Guzmán die Stadt besucht hatte (um 1215). Im 14. Jahrhundert wurde sie erweitert. Die Bezeichnung Basilica Cateriniana entstammt dem Wirken der heiligen Katharina von Siena bei den Dominikanern der Kirche. Nach dem Tod der Santa Caterina in Rom 1380 brachte Raimund von Capua 1383 den Kopf und einen Finger der Heiligen zurück nach Siena, der nun in San Domenico zu besichtigen ist. 1443 und 1531 zogen Brände die Kirche in Mitleidenschaft. Die Besetzung der Basilika durch die spanischen Milizen um Mendoza 1548–1552 führte ebenfalls zu Beschädigungen. 1798 richtete ein Erdbeben erhebliche Schäden an der Kirche an. Durch diese musste der Campanile erheblich verkürzt werden. Von 1941 bis 1962 wurde die Kirche grundsaniert und renoviert.

Architektur

Im gotischen Stil erbaut, besteht sie hauptsächlich aus Ziegelstein. Die Kirchenfassade entspricht dem Stil des Bettelorden. Der Eingang liegt links der Fassade, das Innere bietet ein besonders großes Kirchenschiff, dessen Querschiff mit Fachwerk ausgestattet ist.

Innenraum

Innenraum von San Domenico

Rechte Seite des Kirchenschiffs

Die rechte Wand des Kirchenschiffs enthält die Werke Apparizione della Vergine al Beato Gallerani von Stefano Volpi (1640), Madonna col Bambino und San Giovanni Battista e un cavaliere von Pietro Lorenzetti, Adorazione dei pastori von Francesco di Giorgio, die Marmorfigur Gesù benedicente von Gano di Fazio sowie eine Lünette von Matteo di Giovanni und die Natività della Vergine di Alessandro Casolani (1585). Zudem befindet sich im Zentrum die Cappella di Santa Caterina.

Linke Seite des Kirchenschiffs

Die Altäre der linken Seite des Kirchenschiffs enthalten die Werke Madonna col Bambino von Francesco di Vannuccio, Sant'Antonio Abate che libera una indemoniata von Rutilio Manetti (1628), Sposalizio mistico di Santa Caterina d’Alessandria von Sebastiano Folli sowie San Giacinto che salva da un incendio una statua della Vergine e un ostensorio von Francesco Vanni (1600).

Monasterium und Fassade von San Prospero gesehen (Im Hintergrund der Dom von Siena)

Querschiff mit Hauptaltar und Apsis

Der Hauptaltar verfügt über ein Ziborium sowie zwei Engel von Benedetto da Maiano. Die Apsis wurde von Arcangelo Salimbeni (Morte di San Pietro Martire, 1579) und Galgano Perpignani (San Tommaso di fronte al papa) gestaltet. Die rechte Seite des Querschiffs beinhaltet einen Beato Ambrogio Sansedoni gewidmeten Altar, der von Francesco Rustici zwischen 1611 und 1612 erstellt wurde. Das linke Querschiff wird vom Altar des San Domenico ausgefüllt, der im 19. Jahrhundert von Enea Becheroni und Tito Sarrocchi errichtet wurde. Zudem befinden sich vier Kapellen im Querschiff.

Kapellen

Die sechs Kapellen des Querschiffs

Die erste Kapelle liegt rechts des Hauptaltars und beinhaltet das Familiengrab der Borghesi. Die zweite Kapelle der rechten Seite ist den Verstorbenen der deutschen Nation gewidmet, hierbei handelt es sich um deutsche Studenten, die während ihres Studienaufenthaltes in Siena um das 16. Jahrhundert verstarben. Die dritte Kapelle rechts ist den Verstorbenen beider Weltkriege gewidmet. Die vierte (links) beherbergt Matteo di Giovannis Werk Madonna col Bambino ed i Santi Girolamo e Giovanni Battista. Die fünfte Kapelle besitzt den größten Altar sowie Werke von Raffaello Vanni (Crocifissione con i Santi Eugenio e Benedetto, 1649) und Francesco di Valdambrinos und Martino di Bartolomeo Sant’Antonio Abate (1426). Die sechste Kapelle enthält eine Maestà von Guido da Siena, eine Madonna col Bambino e i Santi Gregorio, Giacomo, Girolamo e Sebastiano von Benvenuto di Giovanni, die Santa Barbara con le Sante Maria Maddalena e Caterina d’Alessandria von Matteo di Giovanni (1479) sowie das Fresko Storie di San Giacinto e del Beato Sansedoni von Giuseppe Nicola Nasini.

Cappella di Santa Caterina

Cappella di Santa Caterina mit Fresken von Sodoma

Die Kapelle der Santa Caterina wurde 1466 von Niccolò Bensi gestaltet, der Altar von Giovanni di Stefano. Dort befindet sich seit 1711 (mit kurzer Unterbrechung aufgrund des Erdbebens 1798) als Reliquie der Kopf und ein Finger der Heiligen in einem Reliquiario von David Menetti und Angelo Giorgi (1931, das Vorgängerwerk von Giovanni di Stefano und Francesco d’Antonio von 1466 ging verloren, das Nachfolgewerk von Giovanni Piamontini ist dort selbst als Kunstwerk ausgestellt), eingebunden von zwei Fresken von Sodoma (Svenimento und Estasi della Santa) sowie sein Werk Morte di Niccolò di Tuldo. Weitere Werke der Kapelle der Santa Caterina sind Santa che libera un’ossessa von Francesco Vanni (1593–1596) sowie der Marmorboden von Francesco di Giorgio.

Cappella delle Volte

Die Kapelle, auch Capella dei Miracoli (Kapelle der Wunder) genannt, liegt direkt hinter der Fassade und war früher durch eine Mauer vom Hauptschiff getrennt. Diese wurde bei Restaurierungsarbeiten abgetragen. Erstmals erwähnt wurde die Kapelle im Jahr 1368. Sie soll die von Santa Caterina bevorzugte Kapelle gewesen sein. Sie enthält die Canonizzazione di Santa Caterina (1672/73) von Mattia Preti sowie Werke von Crescenzio Gambarelli (Santa dona l’abito a Gesù pellegrino e riceve da Cristo la crocetta , Morte della Santa e della Santa che recita l’uffizio con Cristo, Gloria della Vergine, alle 1602), Deifebo Burbarinis Apparizione di Caterina a Santa Rosa da Lima und Andrea Vannis Caterina e una devota (um 1380).

Krypta, linkes Querschiff und Campanile vom Bastone del Pappagallo am Camporegio gesehen

Krypta

Die Krypta liegt unterhalb des linken Querschiffes der Kirche und ist von der Via Camporegio bzw. dem Camporegio (Königsfeld) zugänglich. In den Wintermonaten findet die Heilige Messe dort statt, da die Krypta an die Größe einer 'normalen' Kirche herankommt, sie aber aufgrund der Lage im Kellergewölbe nicht so stark geheizt werden muss. Als Kunstwerke sind das Crocifisso von Sano di Pietro und die Crocifissione von Ventura Salimbeni (1600) erwähnenswert.

Weblinks

Quellen

  • Civai, Mauro/Toti, Enrico: Der gotische Traum, Edizioni Alsaba, Siena 1997, ISBN 88-85331-43-2
  • Torriti, Piero: Tutta Siena. Contrada per Contrada, Edizioni Bonechi, Florenz 2004, ISBN 88-7204-456-1
43.32004182522811.326839923859

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