Abu l-Chattab al-Maafiri

Abu l-Chattab Abd al-A'la ibn as-Samah al-Ma'afiri (arabisch ‏أبو الخطاب عبد الأعلى بن السمح المعافري‎, DMG Abū l-Ḫaṭṭāb ʿAbd al-Aʿlā b. as-Samaḥ al-Maʿāfirī; * vor 758; † 761 bei Tripolis) war ein Imam der Ibaditen im Maghreb.

Abu l-Chattab lebte zunächst in Basra, wurde aber von den Ibaditen zur Mission in den Maghreb entsandt. Vor allem in der Gegend von Tripolis im Dschabal Nafusa gewann er unter den Berbern viele Anhänger für die Lehre der Ibaditen. Von diesen wurde er auch zum Imam erwählt. Nachdem sich ihm weitere Stämme in Tripolitanien angeschlossen hatten, eroberte Abu l-Chattab 758 Kairuan und errang die Herrschaft über Ifriqiya. In Kairuan setzte er den Perser Ibn Rustam als Statthalter ein (758-761).

Allerdings entsandten die Abbasiden bald Truppen aus Ägypten um Ifriqiya wieder unter ihre Kontrolle zu bekommen. Abu l-Chattab konnte diesen Truppen zwei Jahre Widerstand leisten, bevor er 761 bei Tripolis vernichtend geschlagen wurde und im Kampf den Tod fand. In der Schlacht sollen angeblich 14.000 seiner Anhänger gefallen sein. Nach dieser Niederlage konnte sich auch Ibn Rustam nicht mehr als Statthalter in Kairuan behaupten und zog sich ins westliche Algerien zurück, wo er das Reich der Rustamiden von Tahert gründete (776-908).

Literatur

  • Stephan und Nandy Ronart: Lexikon der Arabischen Welt. Artemis Verlag, 1972 ISBN 3760801382

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Abu l-Hattab al-Maafiri — Abu l Chattab al Maafiri ( † 761); Imam der Ibaditen im Maghreb Abu l Chattab lebte zunächst in Basra, wurde aber von den Ibaditen zur Mission in den Maghreb entsandt. Vor allem in der Gegend von Tripolis im Dschabal Nafusa gewann er unter den… …   Deutsch Wikipedia

  • al-Maafiri — (arabisch ‏المعافري‎, DMG al Maʿāfirī) ist der Name von: Abu l Chattab al Maafiri († 761), Imam der Ibaditen im Maghreb Ibn al ʿArabī al Maʿāfirī (1076–1148), islamischer Theologe und Rechtsgelehrter …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Al- — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Militärs/A — Militärpersonen   A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Rustamiden-Herrscher von Tahert — Die Rustamiden (arabisch ‏رستميون‎, DMG Rustamiyūn) waren eine Dynastie im westlichen Algerien in der Zeit von 778 bis 909. Auch nachdem der Aufstand des Maysara 742 von den Arabern niedergeschlagen worden war, blieb die Opposition der nun… …   Deutsch Wikipedia

  • Ifrikia — Ifriqiya arabisch ‏إفريقية , إفريقيا‎, DMG Ifrīqīya , Ifrīqīyā ist die mittelalterliche arabische Bezeichnung für die Gebiete von Tunesien, Ost Algerien und Tripolitanien. Es umfasst damit das gleiche Gebiet wie die Römische Provinz Africa, wovon …   Deutsch Wikipedia

  • Ibadit — Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung. Die charidschitischen Ibaditen (arabisch ‏الإباضية‎ al ibādiyya)… …   Deutsch Wikipedia

  • 761 — Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender ◄ | 7. Jahrhundert | 8. Jahrhundert | 9. Jahrhundert | ► ◄ | 730er | 740er | 750er | 760er | 770er | 780er | 790er | ► ◄◄ | ◄ | 757 | 758 | 759 | …   Deutsch Wikipedia

  • Rustamiden — Die Rustamiden (arabisch ‏رستميون‎, DMG Rustamiyūn) waren eine ibaditische Dynastie in Tahert im westlichen Algerien in der Zeit von 778 bis 909. Größte Ausdehn …   Deutsch Wikipedia

  • Ibaditen — Die Ibaditen (arabisch ‏الإباضية‎, DMG al ibāḍīya) sind der einzig übrig gebliebene Zweig der Charidschiten, einer frühen Glaubensrichtung des Islams, und folgen einer eigenen, von Dschabir ibn Zaid gegründeten Rechtsschule (madhhab). Einer… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”