Adolf Erbslöh

Adolf Erbslöh (* 27. Mai 1881 in New York; † 2. Mai 1947 in Irschenhausen) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Künstlerische Anfänge

Erbslöh entstammte einer Kaufmannsfamilie aus Barmen. Sein Großvater war Mitbegründer der Firma Julius und August Erbslöh in Barmen, sein Vater war Mitinhaber der Exportfirma Dieckerhoff und war für diese 15 Jahre in New York tätig, bis er 1887 mit seiner Familie nach Barmen zurückkehrte. Erbslöh besuchte das Realgymnasium in Barmen. Während dieser Zeit zeichnete er „Köpfe [...] nach Gyps“, Pflanzen „nach der Natur“ oder „Bismarck (nach Lenbach)“. [1] Aus seiner Schulzeit datiert seine Freundschaft mit Oscar Wittenstein (1879-1918). Nach dem Abschluss des Realgymnasiums begann er in Barmen eine kaufmännische Ausbildung.

Studium an der Akademie in Karlsruhe

1901 nahm er sein Studium an der Karlsruher Akademie auf. Seine Lehrer waren Ernst Schurth (1848-1910) und Ludwig Schmid-Reutte (1862-1909). Seit der Karlsruher Studienzeit war er mit Alexander Kanoldt und Georg Tappert [2] befreundet.

Studium an der Akademie in München

1904 bezog er zusammen mit Wittenstein in München eine gemeinsame Wohnung und setzte sein Kunststudium 1905 an der dortigen Akademie bei Ludwig von Herterich [3] fort. Seine Zeichnungen sind bis 1906, dem Zeitpunkt eines Aufenthaltes in Harburg an der Wörnitz noch „vom realistischen Stil des 19. Jahrhunderts geprägt.“ [4] Bemerkenswert ist im Zusammenhang dieser Disziplin, dass Erbslöh neben der stilistisch geprägten Zeichnung, zeitlebens auch die gegenständlich realistische Zeichnung pflegte, die durch Beschriftung und Datierung Tagebuchcharakter hat.[5] Courbet, Marées und Leibl werden Anreger zur Weiterentwicklung in der Kunst von Erbslöh gesehen. [6] Erbslöh heiratete 1907 Adeline Schuchard auf der von seinem Schwiegervater erworbenen und ausgebauten Burg Calenberg bei Warburg. [7]

Neue Künstlervereinigung München

Seit Herbst 1908 hatte Erbslöh Kontakt zum „rosafarbenen Salon“ [8] der Marianne von Werefkin. Gemeinsam mit ihr und Alexej Jawlensky entwickelte er vor Weihnachten 1908 [9] die Idee, „die neue Künstlervereinigung“ [10] (N.K.V.M.) zu gründen. Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und Kanoldt [11] waren an dem Unternehmen zunächst nicht beteiligt. Am 22. Januar 1909 wurde die Gründungsurkunde zur N.K.V.M. verfasst. In der N.K.V.M., die sich das Ziel gesetzt hatte, „Kunstausstellungen in Deutschland, wie im Ausland zu veranstalten“, fungierte Erbslöh zunächst als Schriftführer. Sein Studienfreund Kanoldt, der sich mittlerweile auch in München niedergelassen hatte, trat im Laufe des Jahres der N.K.V.M. bei. Ebenso sein Freund Wittenstein, der inzwischen „Musik [...] Literatur [...] und Philosophie an der Münchner Universität“ studiert hatte. [12]

1909 wurde Erbslöh in seiner Heimatstadt Barmen eine erste von Richart Reiche organisierte Einzelausstellung im Kunstverein Barmen ausgerichtet. Die Barmer Zeitung berichtete darüber sehr aufgeschlossen am 12. Juni 1909 über eines seiner weiblichen Porträts: „Sein Urheber hat sich im Voraus darauf gefreut, seinen Landsleuten in der Heimat diese für sie ungewöhnliche Überraschung zu bereiten, denn ein Gesicht mit gelben Backen, grünen Nasenschatten, grünen Pupillen und einem gewellten Haar, das alle Regenbogenfarben in breiten Tupfen wiedergibt, dürfte auch in der alten Färberstadt Barmen recht ungewöhnlich sein.“ [13] Aus der Ausstellungsbesprechung ist eindeutig herauszulesen, dass Erbslöh damals die Malweise der Neoimppressionisten beziehungsweise der Pointillisten praktizierte.

1909, Beteiligung an der 1. Ausstellung der N.K.V.M.

Die 1. Ausstellung der N.K.V.M. fand vom 1. bis zum 15. Dezember in der Modernen Galerie Heinrich Thannhauser in München statt. An ihr nahm Erbslöh mit drei Arbeiten teil. [14] Das Gemälde mit dem Titel „Märzsonne“ ist im Ausstellungskatalog abgebildet und hat sich erhalten. [15] Stilistisch zeigt es, dass Erbslöhs Malerei im Umbruch ist. Gegenüber den früheren Pünktchen und Häkchen gewinnen flächen- und linienhafte Elemente an Bedeutung. Sehr deutlich ist seinen damaligen Interieurs, Aktdarstellungen oder Stillleben, anzusehen, dass er unter dem stilistischen Einfluss von Jawlensky stand. Er selbst „nannte 1931 Jawlensky neben van Gogh und Cézanne als einen der drei Künstler, die für sein Schaffen richtungsweisend geworden seien.“ [16] Etliche seiner Bilder baute er systematisch auf den Gesetzlichkeiten der Grund- und Komplementärfarben auf, denen er mitunter das Nichtfarbenpaar Schwarz und Weiß hinzugesellte.

Seiner Vermittlung war zu verdanken, dass die N.K.V.M. im April 1910 im Museum in Elberfeld ihre erste Museumsausstellung erhielt, die anschließend auch im Kunstverein Barmen fortgesetzt wurde. [17]

1910, Beteiligung an der 2. Ausstellung der N.K.V.M.

Im Mai 1910 reiste Erbslöh nach Paris, um in Begleitung von Pierre Girieud, einem Freund von Werefkin und Jawlensky, Georges Braque, André Derain, Kees van Dongen, Francisco Durrio (1868-1940), Henri Le Fauconnier, Pablo Picasso, Georges Rouault, Henri Rousseau, Maurice de Vlaminck, Seraphim Soudbinine (1870–1944) zur zweiten Ausstellung der N.K.V.M. einzuladen. [18] Zum Zeitpunkt als Franz Marc noch darum rang, „aus der Beliebigkeit der Farbe herauszukommen“, fand er am 2. Dezember bewundernde Worte für Erbslöhs Malerei: „Erbslöh’s neue Sachen sind glänzend.“ [19] Die 2. Ausstellung der N.K.V.M. fand vom 1. bis zum 14. September ebenfalls in der Galerie Thannhauser statt. An ihr nahm Erbslöh mit fünf Arbeiten teil. [20] Das Gemälde mit dem Titel „Tennisplatz“ ist im Ausstellungskatalog abgebildet und hat sich erhalten. [21]

Organisator zur Teilnahme der N.K.V.M. bei der Neuen Secession

Eine viel zu wenig in der Kunstgeschichte beachtete Ausstellungskonstellation hat man Erbslöh zu verdanken. Von seinem Studienfreund aus der Karlsruher Zeit, Georg Tappert, dem ersten Vorsitzenden der Neuen Secession in Berlin, war Erbslöh persönlich zu dritten Ausstellung der Neuen Secession eingeladen worden. Das Wohl der N.K.V.M. im Auge habend, verzichtete er auf eine Teilnahme, sorgte jedoch dafür, dass die gesamte N.K.N.M. an deren vierter Ausstellung vom 18. November 1911 bis 31. Januar 1912 in Berlin auftreten konnte. [22] Schon im März hatte Erblsöh die Teilnahme mit Tappert abgesprochen. Am 1. April verbürgte er sich für hochrangige Exponate: „Im Interesse unserer beidseitigen Bestrebungen um die neue Kunst werden wir unsere besten Arbeiten zu Ihrer Ausstellung nach Berlin senden.“ [23] Wie vereinbart kam es auch zur gemeinsamen Präsentation der Werke der beiden wichtigsten progressiven deutschen Künstlergruppierungen, denen der Brücke-Maler und denen der N.K.V.M., von denen einige Künstler delikaterweise im Dezember in München zur Ausstellung der Redaktion Der Blaue Reiter konvertiert waren.

„Das Jüngste Gericht/Komposition V“

Als es in der N.K.V.M. zu diversen Unstimmigkeiten kam, legte Kandinsky den Vorsitz am 10. Januar 1911 nieder, trat aber aus dem Verein nicht aus. Erbslöh wurde darauf zum 1. Vorsitzenden gewählt, Wittenstein zu dessen Stellvertreter, Kanoldt erhielt den Posten des Sekretärs. [24] Von langer Hand planten Kandinsky und Franz Marc eine Intrige, um die N.K.V.M. verlassen- und den ahnungslosen Mitgliedern die Schuld zuschieben zu können. Dies sollte möglich werden, indem Kandinsky zur Jury im Dezember ein abstraktes Bild einzureichen gedachte. Es sollte mit dem Titel „Das Jüngste Gericht/Komposition V“ in die Geschichte eingehen. Dieses würde schon wegen seiner Größe von über vier Quadratmetern gegen Statuten der N.K.V.M. verstoßen und deshalb von der Jury zurückgewiesen werden. Bereits für den 6. August lässt sich nachweisen, dass Kandinsky an der Verwirklichung seines Planes arbeitete, denn an Münter schrieb er an diesem Tag: „Ich male und male jetzt. Lauter Skizzen zum Jüngsten Gericht.“ [25] Am 10. August zeigte sich Marc gegenüber seinem Freund August Macke überzeugt, dass das Vorhaben klappen würde. Denn er schrieb ihm, er und Kandinsky sähen „eine schauderhafte Auseinandersetzung“ voraus, die zu einer „Spaltung“ der N.K.V.M. führe. [26] Somit zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine Secession ab. Am 8. September bekräftigte Marc die böswillige Absicht, indem er von einer „schnellen Beerdigung der Vereinigung“ [27] sprach. Am 30. Oktober war Kandinskys und Marcs Gegenausstellung längst beschlossene Sache und terminiert. Ihrer Korrespondenz ist nämlich zu entnehmen, dass Heinrich Campendonk bei der ersten Blaue Reiter-Ausstellung mit von der Partie sein wird: „Campendonk macht fabelhaft gute Sachen. Ich [möchte] gerne etwas von ihm im bl.[aue] Reiter [Katalog] abbilden [28]] und ausstellen im Dezember!“ [29]

Am 2. Dezember 1911 trat die Jury der N.K.V.M. unter dem Vorsitz von Adolf Erbslöh zusammen. Als Kandinsky juryfrei „Das Jüngste Gericht/Komposition V“ einreichte, „taucht die Frage auf: wie groß?? Über 4 Quadratmeter!!! Ist gegen die von Kandinsky selbst aufgestellten Statuten, fällt infolgedessen unter die Jury [...] und ..... fällt durch“ [30], schilderte Maria Franck, Marcs damalige Lebensgefährtin. Bechtejeff begründete seine Ablehnung: „Ich verstöhe [sic] es nicht“, so zitierte Maria Franck Bechtejeff in ihrem Brief vom 3. Dezember 1911 an August Macke.[31] Weder Kandinsky noch Marc machten einen Versuch, ihm das Bild zu erklären, auch nicht Werefkin, die es als „wundervolles Werk“ [32] bezeichnete. Durch Täuschung ihrer Kollegen hatten Kandinsky, Marc und Münter erreicht, dass sie sich ohne Gesichtsverlust von der N.K.V.M. trennen- und die erste Blaue Reiter-Ausstellung ausrichten konnten. Mit Häme brüstete sich Kandinsky noch 1938 vor Galka Scheyer über den Coup. [33]

1911, Organisation der 3. Ausstellung der N.K.V.M.

Erbslöh nahm 1911 an der dritten Sonderbund-Ausstellung in Düsseldorf teil, die auch von der Barmer Ruhmeshalle übernommen wurde. Die 3. Ausstellung der N.K.V.M. fand vom 18. Dezember bis zum 1. Januar 1912 ebenfalls in der Galerie Thannhauser statt. Erbslöh war deren Organisator und beteiligte sich an ihr mit sieben Arbeiten. [34] Das Gemälde mit dem Titel „Landschaft“ ist im Ausstellungskatalog abgebildet. [35] Es handelte sich um eine Gebirgsdarstellung bei Brannenburg, die möglicherweise verschollen ist. Stilistisch machte sich in dieser Zeit eine Neuerung bemerkbar: „Erbslöh hat sich die Formen des Kubismus dienstbar gemacht. Geometrie durchdringt die Fülle, bringt sie zerlegend und auffächernd hervor und bändigt sie per Kontur.“ [36]

Um 1911 gründete Erbslöh zusammen mit Wittenstein das Flugzeugwerk Deutschland in München und die Luftschiffbau-Gesellschaft Veeh m.b.H.. Aus finanziellen Gründen mussten sie das Unternehmen bald wieder aufgeben. [37]

Das Neue Bild

1912 nahm Erbslöh an der großen Sonderbund -Ausstellung Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler in Köln teil. In der Publikation der N.K.V.M. Das Neue Bild, verfasst von dem Kunsthistoriker Otto Fischer, wurde Erbslöh mit zwei Abbildungen und vier Tafeln aufgenommen. [38] Über den Stand seiner damaligen Malerei schrieb Fischer: „Einheitlich und verheißungsvoll ist der Eindruck, den ein Überblick über das gesamte Werk heute macht. Es ist der Eindruck einer ungewollt logischen und schönen Entfaltung. Hier sind Akte von Gehalt und Großheit, hier sind Landschaften von klarem Aufbau und starkem Gefühl. Die Natur ist nirgends verlassen, doch überall ins Mächtige gesteigert.“[39]

Im Ersten Weltkrieg

1915 wurde Erbslöh zum Militär einberufen. Er war Soldat in Flandern und in Frankreich. Am 5. August 1916 schrieb er: „Ich komme in den nächsten 14 Tagen zum 95. Inf.Regt. (liegt bei Verdun), wo ich beim Regimentsstab als Kriegsmaler Verwendung finden soll.“ [40] Am 23. September ergänzte er in einem Brief: „Da es für einen beschränkt kriegsverwendungsfähigen Unteroffizier eine offizielle Stelle als Kriegsmaler nicht gibt, so bin ich hier so quasi als Hilfsschreiber angestellt (das Kind muß einen Namen haben).“[41] Seine Zeichnungen aus dem Feld zeigen Porträts seiner Kriegskameraden, zerschossene Wälder und Häuser. Die Farben seiner damaligen Ölgemälde haben ihre frühere Buntheit verloren, sie sind auffallend matt und fahl. 1916 wurde er Mitglied der Künstlergruppe Neue Münchner Secession, der u.a. auch Jawlensky, Bechtejeff, Paul Klee, Kanoldt und Karl Caspar angehörten. [42]

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Krieg kehrte Erbslöh 1919 nach München zurück. 1920 ließ er den Eintrag der N.K.V.M. im Münchner Vereinsregister löschen. Im September 1919 unternahm er eine Reise mit seiner Frau durch Westfalen, wo er in Kirchen und in Museen Heilige, Kruzifixe und Madonnen zeichnete, die „dokumentarischen Wert“ haben. Anfang der 1920er Jahre wendete er sich der Neuen Sachlichkeit zu, die als Reaktion auf die emotionsgeladene Malerei des Expressionismus verstanden werden kann. Das „Beleuchtungslicht“, das bei den Expressionisten so verpönt war [43], führte er in seiner Malerei wieder ein. Mit dem Sonnenlicht und dessen Schatten modellierte er Landschaften und gab der Architektur die dritte Dimension wieder zurück. Als Spiegelung taucht es auf Wasserflächen, auf Brillengläsern oder dem menschlichen Auge auf. Wichtige Stationen seiner malerischen Entwicklung lassen sich an seinen Bildern dieser Jahre ablesen. Aus dem Expressionismus stammend, erklärt sich die satte Farbigkeit, die oftmals dem van Goghschen Gesetz der Grund- und Komplementärfarben folgt. Seine kubistische Malerei klingt in den kristallinen Formen nach, die er Häusern, Dächern, Kirchtürmen und Baumkronen verlieh.

1931 zeigte der Kunstverein Barmen aus Anlass seines 50. Geburtstages die letzte große Einzelausstellung zu seinen Lebzeiten. Im Ausstellungskatalog erklärte er die bergische Landschaft aus seiner Sicht als Maler: „Ich sehe auch in ihren zugleich leuchtenden und schweren Farben eine mehr oder weniger unbewußte Erinnerung an die Farben der Wupperstadt. (Das violette und blaue Schwarz der Schiefhäuser, das saftige Grün der Fensterläden, die roten Fabrikschornsteine vor schwarzgrauen Wolken und das vor solche Hintergrund doppelt leuchtende Gelbgrün der sommerlichen Bäume).“ [44]

Ab 1933 wurden Ausstellungen für ihn unmöglich. Er zog sich ins Privatleben in Irschenhausen in Bayern zurück, blieb jedoch weiterhin verbunden mit den einstigen Weggefährten und Freunden, insbesondere Alexander Kanoldt, Walter Riezler und Alexej Jawlensky. Für letzteren hielt er 1941 auf dem Friedhof der Russisch-Orthodoxen Kirche in Wiesbaden bei dessen Beisetzung die Totenrede.

Am 2. Mai 1947 starb Erbslöh im Alter von 66 Jahren in Irschenhausen. Seine Tochter, die Künstlerin Inge Erbslöh, verwaltete und pflegte bis zu ihrem Tode den künstlerischen Nachlass ihres Vaters.

Rezeption

1992 widmete ihm das Von der Heydt-Museum in Wuppertal eine große Gedenkausstellung, in deren Folge die Erben Erbslöhs dem Museum einen Teil des Nachlasses seiner Arbeiten auf Papier schenkten.

Zitat

„Der Künstler bildet, was er sich vorstellt. Seine Vorstellungen sind die Kinder seiner Phantasie, des Urquells alles Schaffens. Wie wir uns, um mit Kant und Schopenhauer zu reden, aus unseren apriorischen Anschauungsformen Raum, Zeit und Kausalität die Welt, in der wir leben, aufbauen, so schafft sich der Künstler aus seiner Phantasie die ihm eigene Vorstellungswelt...“

„...Der große Künstler wird stets die seinen Vorstellungen entsprechende, d. i. die ihm notwendige Form finden, und so wird die Form zum Ausdruck seines Inneren, zum Symbol seines Wesens. Das Kunstwerk ist Gestaltung, formgewordene Phantasie. So redet es zu unseren Sinnen, so wird es zur Mitteilung, zur Sprache. Zur Sprache des Geistes und des Herzens, zum Mittel, das Tiefste und Gewaltigste, das Zarteste und Innigste auszusprechen, das Unsagbare laut werden zu lassen. Eine Statue von Phidias, eine Fuge von Bach, ein Bild von Rembrandt, eine Symphonie von Mozart: ist es nicht die Form, die uns die Phantasie ihrer Schöpfer offenbart, ist es nicht ihre Form, die zur geheimnisvollen Sprache ihres Geistes ward?“ [45]

Werke (Auswahl)

  • Stilleben, 1908
  • Akt mit Strumpfband, 1909
  • Mädchen mit rotem Rock, 1910
  • Tennisplatz, 1910
  • Blumenstrauß, 1910
  • Brannenburg, 1911
  • Haus im Garten, 1912
  • Schwebebahn, 1912
  • Desenberg, 1915
  • Kirchdorf, 1921
  • Die tanzenden Bäume, 1921
  • Positano, 1923
  • Kamelie, 1924

Schriften

  • Adolf Erbslöh: Phantasie und Form. In: Die Kunst, Bruckmann, München April 1929, S. 20 ff.
  • Adolf Erbslöh: Über mein Schaffen. In: Ausstellungskatalog Adolf Erbslöh. Kunstverein in Barmen, Mai 1931

Literatur

  • Otto Fischer: Das neue Bild, Veröffentlichung der Neuen Künstlervereinigung München, München 1912
  • Lothar-Günther Buchheim: Der Blaue Reiter und die „Neue Künstlervereinigung München“, Buchheim, Feldafing 1959
  • Wolfgang Macke (Hrsg): August Macke/Franz Marc, Briefwechsel, Köln 1964
  • Hans Wille: Adolf Erbslöh, 1881-1947, Mit einem Katalog der Gemälde, Kunst- und Museumsverein, Wuppertal 1967
  • Hans Wille: Das westfälische Skizzenbuch von Adolf Erblöh, Wesfalen, Bd. 52, Heft 1-4, 1974, S. 81 ff
  • Gerhard Wietek: Georg Tappert 1880-1957, Ein Wegbereiter der Deutschen Moderne 1880-1957, München 1980
  • Hans Wille: Adolf Erbslöh, (Monografie), Recklinghausen 1982, ISBN 3-7647-0339-3
  • Klaus Lankheit (Hrsg): Wassily Kandinsky/Franz Marc, Briefwechsel, München 1983
  • Hans Wille, Adolf Erbslöh, 1881 bis 1947, Zeichnungen, Städtsches Gustav-Lübcke-Museum Hamm, Hamm 1986
  • Ulrike Becks-Malorny: Der Kunstverein in Barmen 1866-1946, Bürgerliches Mäzenatentum zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus, Wuppertal 1992
  • Hans Günter Wachtmann: Zu Erbslöhs Gemälden im Von der Heydt-Museum, in Ausstellungskatalog.: Adolf Erbslöh, Gemälde 1903-1945, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Wuppertal 1992
  • Hans Wille: Bildtradition und Gegenwärtigkeit im Werk von Adolf Erbslöh, in Ausstellungskatalog: Adolf Erbslöh, Gemälde 1903-1945, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Wuppertal 1992
  • Andreas Erbslöh (Hrsg.): Adolf Erbslöh in den Familienberichten 1914-1918 (Briefe aus dem Feld), Springe 1997
  • Annegret Hoberg, Titia Hoffmeister, Karl-Heinz Meißner: Anthologie, in Ausstellungskatalog: Der Blaue Reiter und das Neue Bild, Von der Neuen Künstlervereinigung München zum Blauen Reiter, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 1999, S. 27 ff
  • Annegret Hoberg und Helmut Friedel (Hrsg.): Der Blaue Reiter und das Neue Bild, Von der Neuen Künstlervereinigung München zum Blauen Reiter, Ausstellungskatalog, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Prestel, München 1999, ISBN 3-7913-2065-3
  • Antje Birthälmer: Adolf Erbslöh (1881-1947), Vom Expressionismus zum neuen Naturgefühl, Ausstellungskatalog, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Wuppertal 2000
  • Bernd Fäthke: Marianne Werefkin, München 2001
  • Isabella Nadolny: Adolf Erbslöh, In: Durch fremde Fenster. Bilder und Begegnungen, München 2004(2) ISBN 978-3-423-25217-1
  • Bernd Fäthke: Jawlensky und seine Weggefährten in neuem Licht, München 2004
  • Bernd Fäthke: Werefkin und Jawlensky mit Sohn Andreas in der „Murnauer Zeit“, in Ausstellungskatalog: 1908-2008, Vor 100 Jahren, Kandinsky, Münter, Jawlensky, Werefkin in Murnau, Murnau 2008

Weblinks

Einzelnachweise

  1. „Wille: Adolf Erbslöh, 1881-1947. 1967, o.S..“
  2. „Wietek: Georg Tappert 1880-1957. 1980, S. 9.“
  3. Akademie der Bildenden Künste München: Matrikelbücher 1884-1920, Matrikelnummer 2918 Adolf Erbslöh, vom 16. Mai 1905
  4. „Birthälmer: Adolf Erbslöh (1881-1947), Vom Expressionismus zum neuen Naturgefühl. 2000, S. 9, vgl.: die Kat. Nr. 1-11 .“
  5. „Wille: Adolf Erbslöh, 1881 bis 1947, Zeichnungen. 1986, S. 7 ff.“
  6. „Wille: Adolf Erbslöh, 1881 bis 1947, Zeichnungen. 1986, S. 7 ff.“
  7. „Wille: Adolf Erbslöh, 1881-1947. 1967, o.S..“
  8. Valentine Macardé, Le renouveau de l’art picturale russe 1863-1914, Lausanne 1971, S. 135 f.
  9. „Hoberg/Hoffmeister: Anthologie. 1999, S. 29.“
  10. „Hoberg/Hoffmeister: Anthologie. 1999, S. 29.“
  11. Kanoldt zog erst 1909 nach München, vgl.: Ausstellungskatalog: Alexander Kanoldt 1881-1939, Gemälde-Zeichnungen-Lithographien, Museum für Neue Kunst, Freiburg i. Br. 1987, S. 192 f.
  12. „Birthälmer: Adolf Erbslöh (1881-1947), Vom Expressionismus zum neuen Naturgefühl. 2000, S. 157.“
  13. „Becks-Malorny: Der Kunstverein in Barmen 1866-1946. 1992, S. 45.“
  14. „Hoberg/Hoffmeister: Anthologie. 1999, S. 356.“
  15. „Hoberg/Friedel: Der Blaue Reiter und das Neue Bild. 1999, Nr. 16.“
  16. „Wachtmann: Zu Erbslöhs Gemälden im Von der Heydt-Museum. 1992, S. 44.“
  17. „Becks-Malorny: Der Kunstverein in Barmen 1866-1946. 1992, S. 47.“
  18. „Fäthke: Marianne Werefkin. 2001, S. 151.“
  19. „Fäthke: Werefkin und Jawlensky mit Sohn Andreas in der Murnauer Zeit. 2008, S. 57.“
  20. „Hoberg/Hoffmeister: Anthologie. 1999, S. 358.“
  21. „Hoberg/Friedel: Der Blaue Reiter und das Neue Bild. 1999, Nr. 100.“
  22. „Fäthke: Jawlensky und seine Weggefährten in neuem Licht. 2004, S. 150.“
  23. „Wietek: Georg Tappert 1880-1957. 1980, S. 31.“
  24. „Hoberg/Hoffmeister: Anthologie. 1999, S. 39.“
  25. Annegret Hoberg, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter in Murnau und Kochel 1902-1914, Briefe und Erinnerungen, München 1994, S. 123
  26. „Macke/Marc: Briefwechsel. 1964, S. 65.“
  27. „Macke/Marc: Briefwechsel. 1964, S. 74.“
  28. „Hoberg/Friedel: Der Blaue Reiter und das Neue Bild. 1999, S. 364.“
  29. „Kandinsky/Marc: Briefwechsel. 1983, S. 71.“
  30. „Macke/Marc: Briefwechsel. 1964, S. 84.“
  31. „Macke/Marc: Briefwechsel. 1964, S. 84.“
  32. „Macke/Marc: Briefwechsel. 1964, S. 84.“
  33. Bernd Fäthke, Dreck am Stecken, Spannende Fakten zur Entstehungsgeschichte des Blauen Reiters, HANDELSBLATT, 7./8. April 2000; ders.: Inszenierung eines Krachs, Neues vom „Blauen Reiter“, WELTKUNST, 70. Jg., Nr. 13, 1. November 2000, S. 2218 f.; ders.: Marianne Werefkin, München 2001, S. 173-178; ders.: Marianne von Werefkin, Von Farben, Formen und Linien, in Ausstellungskatalog: Marianne von Werefkin in Murnau, Kunst und Theorie, Vorbilder und Künstlerfreunde, Murnau 2002, S. 32 f; ders.: Jawlensky und seine Weggefährten in neuem Licht, München 2004, S. 157 f; ders.: Werefkin und Jawlensky mit Sohn Andreas in der „Murnauer Zeit“, in Ausstellungskatalog: 1908-2008, Vor 100 Jahren, Kandinsky, Münter, Jawlensky, Werefkin in Murnau, Murnau 2008, S. 60 f.
  34. „Hoberg/Hoffmeister: Anthologie. 1999, S. 358.“
  35. „Hoberg/Friedel: Der Blaue Reiter und das Neue Bild. 1999, S. 363.“
  36. „Wachtmann: Zu Erbslöhs Gemälden im Von der Heydt-Museum. 1992, S. 49.“
  37. „Birthälmer: Adolf Erbslöh (1881-1947), Vom Expressionismus zum neuen Naturgefühl. 2000, S. 159.“
  38. Fischer: Das neue Bild. 1912, Abb. S. 30–31, Tafeln X–XIII.
  39. Fischer: Das neue Bild. 1912, S. 30 f.
  40. Andreas Erbslöh: Adolf Erbslöh in den Familienberichten 1914-1918. 1997, S. 13
  41. „Andreas Erbslöh: Adolf Erbslöh in den Familienberichten 1914-1918. 1997, S. 15 f.“
  42. Ausstellungskatalog: Alexander Kanoldt 1881-1939, Gemälde-Zeichnungen-Lithographien, Museum für Neue Kunst, Freiburg i. Br. 1987, S. 193
  43. Fäthke: Marianne Werefkin. 2001, S. 66.
  44. „Becks-Malorny: Der Kunstverein in Barmen 1866-1946. 1992, S. 45.“
  45. Adolf Erbslöh, Phantasie und Form, in: Die Kunst, Bruckmann, München April 1929, S. 20

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