Aero Lloyd
Aero Lloyd
Logo der Aero Lloyd
Ein Airbus A321-200 der Aero Lloyd
IATA-Code: YP
ICAO-Code: AEF
Rufzeichen: AERO LLOYD
Gründung: 1979
Betrieb eingestellt: 2003
Sitz: Oberursel (Taunus), DeutschlandDeutschland Deutschland
Heimatflughafen: Flughafen Frankfurt am Main
Flottenstärke: 22
Ziele: International
Aero Lloyd hat den Betrieb 2003 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Aero Lloyd war eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Oberursel (Taunus) und Basis auf dem Flughafen Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1980er-Jahre

1979 wurde Aero Lloyd durch drei Investoren, darunter Christian Baron von Kaltenborn-Stachau als Charterfluggesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Im Juni 1980 bekam Aero Lloyd die Genehmigung, auch Linienflüge durchführen zu dürfen. Im November desselben Jahres war die Gesellschaft fast zahlungsunfähig. Nachdem am 15. November der Hauptgesellschafter bei Weyern ermordet aufgefunden worden war, stellte die Fluggesellschaft ihren Flugbetrieb am 2. Dezember 1980 ein. Bereits am 20. Dezember trat die Gesellschaft, bis 1982 unter der Führung von Christian Baron von Kaltenborn-Stachau und der neuen Firma „Aero Lloyd Flugreisen GmbH & Co. Luftverkehrs KG“, wieder in den Markt ein. Im Sommer 1990 wurde der Sitz von Frankfurt nach Oberursel im Taunus verlegt.

Teil der Flotte waren anfangs drei Sud Aviation Caravelle 10R für je 99 Passagiere, im ersten Quartal 1982 erweiterte man die Flotte um drei geringfügig größere Douglas DC-9-32 mit 119 Sitzen. Ab April 1986 kamen McDonnell Douglas MD-83 mit 167 Sitzen und ab März 1988 insgesamt vier MD-87 mit 137 Sitzen zum Einsatz. Aus diesem Typ bestand in den nächsten Jahren der Großteil der Aero-Lloyd-Flotte.

Am 25. Juli 1988 teilte Aero Lloyd mit, dass man „die Genehmigung für innerdeutsche Linienflüge erhalten“ hatte, die zum 31. Oktober desselben Jahres aufgenommen wurden[1]. Aufgrund der schlechten Auslastung von nur 16%[2] bezeichnete Die Zeit die Maschinen als „Geisterflugzeuge“, als Grund für den Misserfolg wurde das Verhalten der Lufthansa, die geringen Frequenzen sowie „dilettantische Werbepolitik“ genannt[3].

1990er-Jahre

1991 stieg Aero Lloyd ins Langstreckengeschäft ein. Aero Lloyd bestellte zwei McDonnell Douglas MD-11 und zeichnete Optionen für zwei weitere Exemplare. Die Flugzeuge wurden jedoch nie übernommen, da Aero Lloyd sich 1996 zu einem radikalen Flottenwechsel entschied. Man wurde mit einer Bestellung von 16 Flugzeugen der Airbus-A320-Familie Kunde von Airbus, nachdem der US-amerikanische Flugzeughersteller McDonnell Douglas, aus dessen Flugzeugen die Flotte bisher bestand, durch den Konkurrenten Boeing übernommen worden war.

1998 übernahm die Bayerische Landesbank mit 66 Prozent die Mehrheit am Unternehmen mit der Absicht, es an einen strategischen Käufer weiterzuveräußern. Die Bayerische Landesbank war gleichzeitig auch der größte Kreditgeber[4].

Insolvenz

Am 16. Oktober 2003 meldete Aero Lloyd beim zuständigen Amtsgericht Bad Homburg v. d. Höhe Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung ein. Die Einleitung des Insolvenzverfahrens war nötig geworden, nachdem die Bayerische Landesbank das vorgelegte Sanierungskonzept abgelehnt hatte. Etwa 300 der 1.400 Mitarbeiter wurden in die neugegründete Nachfolgegesellschaft Aero Flight übernommen.

Ziele

Obwohl die Fluggesellschaft ab 1980 auch Linienflüge durchführen durfte, lag der Schwerpunkt im Charterverkehr. Dabei flog Aero Lloyd in erster Linie die klassischen Urlaubsregionen am Mittelmeer an, besonders nach Griechenland, Spanien, Ägypten und in die Türkei.

Flotte

Vor Einstellung des Betriebs bestand die Flotte der Aero Lloyd mit Stand Oktober 2003 aus 22 Flugzeugen:

Aero Lloyd Austria

Die Aero Lloyd Austria Luftfahrt GmbH[5] wurde im Frühjahr 2003 von Aero Lloyd und österreichischen Investoren gegründet und erhielt am 29. April 2003 eine österreichische Luftfahrtlizenz[5]. Da Aero Lloyd lediglich eine Minderheitsbeteiligung hielt, war Aero Lloyd Austria von der Insolvenz der deutschen Gesellschaft nicht betroffen. Im November 2003 übernahm Niki Lauda die Mehrheit an der Aero Lloyd Austria[6] um eine neue Billigfluggesellschaft aufzubauen, die heute (2011) unter NIKI Luftfahrt GmbH firmiert.

Quellen

  1. Aero Lloyd - Kampf mit dem Kranich (Manager Magazin 9/1988)
  2. Schwerer Start der Lufthansa-Konkurrenten. Der Spiegel (21. August 1989). Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  3. Burkhard Kieker (23. Dezember 1988): Wie Geisterflugzeuge. Die Zeit Nr. 52/1988. Abgerufen am 29. Oktober 2009.
  4. Die Welt (17. Oktober 2003): Am Boden zerstört. Abgerufen am 29. Oktober 2009.
  5. a b Official Journal of the European Union (Englisch). Abgerufen am 6. Oktober 2009.
  6. FAZ Finance: Luftverkehr - Lauda übernimmt Mehrheit an Aero Lloyd Austria. Abgerufen am 6. Oktober 2009.

Siehe auch

Weblinks


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