Algermissen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Algermissen
Algermissen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Algermissen hervorgehoben
52.2544444444449.971111111111176
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Höhe: 76 m ü. NN
Fläche: 35,62 km²
Einwohner:

7.908 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31191
Vorwahl: 05126
Kfz-Kennzeichen: HI
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstr. 7
31191 Algermissen
Webpräsenz: www.algermissen.de
Bürgermeister: Wolfgang Moegerle (CDU)
Lage der Gemeinde Algermissen im Landkreis Hildesheim
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Über dieses Bild

Algermissen ist eine Gemeinde im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde erstreckt sich über 35,56 km² und besteht aus sechs Ortschaften: Algermissen, Lühnde, Groß Lobke, Bledeln, Ummeln und Wätzum.

2008 hatte Algermissen rund 8.700 Einwohner.

Geschichte

Die älteste urkundliche Erwähnung Algermissens ist aus dem Jahr 985 erhalten.

Die beiden ehemals selbstständigen Dörfer Groß und Klein Algermissen zählen zu den ältesten Siedlungen im Gau Astfala und gehörten gemeinsam als Pfarrbezirk zum Bann Lühnde. Vom 12. bis 14. Jahrhundert kommt ein Adelsgeschlecht „von Algermissen“ vor. Ein Dietrich von Algermissen führte bereits 1350 eine Elster in seinem Siegel – heute das Wappentier der Gemeinde. 1985 feierte Algermissen sein 1000-jähriges Bestehen.

Durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zum Hochstift Hildesheim blieb Algermissen von der Reformation weitgehend unberührt und hat auch heute noch eine deutliche und für Niedersachsen überraschende katholische Bevölkerungsmehrheit. Die nach Norden angrenzenden Orte sind dagegen vorwiegend evangelisch-lutherisch. Im März 1626 während des Dreißigjährigen Krieges verwüsteten die Dänen beide Dörfer.

Eine rasante Entwicklung erlebte Algermissen im späten Mittelalter.

Die größten Umwälzungen brachte das 19. Jahrhundert mit der Einweihung der Eisenbahnstrecke HildesheimLehrte (1846), dem Bau des Ziegelwerkes, der Zuckerfabrik und der Molkerei sowie den Gründungen zahlreicher Firmen und Vereine. Die Molkerei versandte zum Beispiel ihre Produkte nach Hamburg, Berlin und Köln. Bis zu 130.000 Gänse sind in früheren Jahren in den Betrieben des Dorfes zum Weihnachtsfest gemästet worden. Die Reichsbahn baute eigens für die Gänsetransportzüge aus Polen und Russland einen eigenen Gänsebahnhof.

Unter Pfarrer Franz-Kaspar Köhnen, der 56 Jahre in der Gemeinde amtierte, entstand die heutige Pfarrkirche St. Matthäus mit dem beeindruckenden Barockaltar, geweiht am 5. Mai 1720. Wertvoll ist das Gestühl mit den geschnitzten Wangen. Die noch ältere gotische St. Mauritius-Kapelle aus dem 14. Jahrhundert mit den Jahreszahlen 1670, 1710, 1875, 1915 und 1961 im Wetterhahn ist das älteste Gebäude im Ort (siehe auch unter Sehenswürdigkeiten).

Ein Großfeuer im Herbst des Jahres 1878 auf dem Tieberg vernichtete vier Häuser und Stallungen, alle Bewohner dieser Häuser verloren ihr Hab und Gut. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde am 3. August 1879 in der Göbbelschen Gastwirtschaft eine Versammlung des Kriegervereins abgehalten. Hieraus ergab sich wahrscheinlich die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.

Geschichte der Ortsteile:

  • Lühnde war eine bedeutende und leicht befestigte Siedlung. Die romanische St.-Martins-Kirche stammt aus dem Jahr 1117.
  • Die erste urkundliche Erwähnung von Groß Lobke kann nicht konkret eingegrenzt werden, da unterschiedliche Schreibweisen auf eine oder mehrere Siedlungen in der Gegend hinweisen.
  • Bledeln wurde 1160 erstmals erwähnt. Das Dorf Ummeln trat 1274 in Urkunden erstmals in Erscheinung. Im gleichen Jahr wird auch das Dorf Wätzum erstmals urkundlich erwähnt.

Sehenswürdigkeiten

Kapelle St. Mauritius
Pietà an der Hottelner Straße
  • St. Matthäus: katholische Pfarrkirche von Algermissen; 1720 erbaute barocke Hallenkirche, quadratischer Turm, achteckiger Chorabschluss. Vollständig erhaltene originale Barockausstattung von Ernst Dietrich Bartels. Bemerkenswerte Deckengemälde und figurenreiche Altäre.
  • St. Mauritius-Kapelle: aus dem 14. Jahrhundert
  • Domküsterhof: bemerkenswert ist der Domküsterhof in der Alten Straße, erbaut 1629 – einer der ältesten Bauernhöfe im Landkreis Hildesheim
  • Alter Dorffriedhof: Eine Besonderheit bietet der alte Dorffriedhof an der Pfarrkirche mit 20 wertvollen Grabsteinen, deren älteste von 1700 stammen. Der Stein des Seiltänzers und Gleichgewichtskünstlers Joseph Bruns steht am Hauptweg.
  • Kriegsopferdenkmal: Das Kriegsopferdenkmal an der Neuen Straße wurde in den 1970er Jahren errichtet. Es ist ein Werk von Hanns Joachim Klug.
  • Heimatmuseum: das Heimatmuseum im Haus Neue Straße 10 zeigt u. a. eine ostdeutsche Heimatstube, handwerkliche und hauswirtschaftliche Sammlungen, historische Schuleinrichtungen, eine sporthistorische Sammlung und zahlreiche Bilddokumente des Dorfalltags ab 1864
  • Sehenswert sind im Ort weiter noch 17 Wege- und Flurkreuze, Standbilder und Bildstöcke, darunter auch die Fronleichnamsaltäre von 1744.

Brauchtum und Kultur

Auch heute noch werden Traditionen gepflegt: Fronleichnam mit Kesselpauken, Böllerschießen und eigenen Musikstücken; Fastnacht: Rosenmontagsvergnügen der Junggesellschaft, Wegbringen von Fastnachtskerlen nach Mitternacht, „Fuen“ der Mädchen und Jungen bei dem sie von Haus zu Haus ziehen, Gedichte aufsagen und Süßigkeiten erbitten; Fastnachtsumzug mit Bären; Sammeln von Heilkräutern (Weihbund) zum Tag Mariä Himmelfahrt, die Flur- und Bittprozession sowie die Wallfahrt in das westfälische Werl zum Fest Mariä Heimsuchung Anfang Juli.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde zeigt im oberen Teil eine Elster auf gelbem Grund. Der untere Teil ist grün.

Verkehr

  • Straße: Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 7. Südwestlich verläuft die Bundesstraße 494 von Hildesheim Richtung Peine
  • Bahn: Der Bahnhof Algermissen liegt an der Bahnstrecke Lehrte–Hildesheim
  • Hafen: Am Stichkanal zwischen der Schleuse Bolzum und dem Hafen Hildesheim sind einige Gewerbebetriebe angesiedelt. Ein Schiffsanleger bietet die Möglichkeit Getreide, Dünger und Brennstoffe umzuschlagen

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

  • Joseph Ernst (1863–1928), Priester, Professor am Hildesheimer Priesterseminar, 1915–1928 Bischof von Hildesheim
  • Diane Heidkrüger (* 1976), deutsche Schauspielerin, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Diane Kruger
  • Bruno Eyron (* 1964 in Lühnde), deutscher Schauspieler, bekannt wurde er in seiner Rolle als Hauptkommissar Balko
  • Mirko Slomka (* 12. September 1967 in Lühnde), deutscher Fußball-Trainer
  • Nadine Tschanz (* 17. April 1972 in Algermissen), Playboy-Modell und Fernsehsternchen, auch bekannt als Nadine Chanz
  • Katrin Felton, geb. Schwarz (* 1985), Miss Deutschland International 2006 und internationales Model

Weblinks

 Commons: Algermissen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)

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