Hotte im Paradies

Hotte im Paradies
Filmdaten
Deutscher Titel Hotte im Paradies
Produktionsland Deutschland
Originalsprache deutsch
Erscheinungsjahr 2002
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Dominik Graf
Drehbuch Rolf Basedow
Produktion Dietrich Kluge
Jutta Lieck-Klenke
Musik Sven Rossenbach
Florian van Volxem
Kamera Hanno Lentz
Schnitt Hana Müllner
Besetzung

Hotte im Paradies ist ein Fernsehfilm des Filmregisseurs Dominik Graf aus dem Jahr 2002. Die Uraufführung fand am 25. Oktober 2002 bei den Internationalen Hofer Filmtagen statt. Auf dem Sender ARTE wurde der Film am 10. September 2004 erstausgestrahlt.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Film behandelt den Aufstieg und Fall des Zuhälters Hotte. Hotte ist ein Zuhälter in Berlin, der von dem Geld seiner beiden Anschafferinnen keine großen Sprünge machen kann. Er beneidet seine Kollegen um ihre goldenen Rolex-Uhren und ihre Cabriolets. Die Gruppe der Zuhälter, in der sich Hotte bewegt, wird dabei als eine Gemeinschaft vorgestellt, die hinsichtlich der in ihr geltenden Werte und Normen der höfischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts stark ähnelt. Wer sich Ansehen und Prestige verschaffen will, muss exklusive Statussymbole vorweisen, und demonstrativ große Geldbeträge ausgeben können. Auf diese Weise ist ein Aufstieg innerhalb der Hierarchie möglich. Hotte, wie auch viele andere Zuhälter, gerät so in eine prekäre Situation. Um innerhalb der Gruppe der Zuhälter Ansehen zu erwerben, muss Hotte erhebliche Mengen Geld ausgeben. Die Einkünfte reichen häufig nicht. Hotte lebt von der Hand in den Mund und verprasst tagsüber und abends das, was seine Frauen in der Nacht verdient haben. Als er sich mit Jenny eine dritte Anschafferin kauft, beginnt er im Geld zu schwimmen und genießt das Luxusleben mit Cabriolet und goldener Uhr, die er beide auf Pump kauft. Doch das Glück weilt nur kurz. Yvonne, eine seiner beiden ersten Frauen, ist ausgebrannt und steigt aus. Jenny wird ihm von einem russischen Zuhälter abgeworben und sein Versuch, sie wieder zurückzuholen endet damit, dass er brutal zusammengeschlagen wird. Einzig seine Lebensgefährtin Rosa hält zu ihm, kann aber alleine nicht so viel Geld heranschaffen, dass sie ihren Lebensstandard halten können. Da Hotte kein Geld mehr hat, sich eine neue Anschafferin zu kaufen, macht er sich mit seinem einnehmenden Charme an die Friseurin Elvira ran und verwöhnt sie mit Luxus und Sex. Dann stellt er sie vor die Alternative, sich von ihm zu trennen und ihr langweiliges Leben weiterzuführen oder für ihn anschaffen zu gehen und den Luxus weiter zu genießen. Sie entscheidet sich zunächst für das Leben im Luxus, doch sie kann sich nicht mit der Arbeit auf dem Strich anfreunden. Nachdem Hotte Elviras Mutter, die als Putzfrau arbeitet, in ihrer Wohnung maskiert überfallen und brutal zusammengeschlagen hat, nimmt er ihr ihre sämtlichen Ersparnisse ab und kann somit sein Cabriolet abbezahlen. Der für Hotte positive Nebeneffekt ist, dass Elvira jetzt anschaffen gehen muss, da ihre Mutter im Krankenhaus liegt und kein Geld verdienen kann. In stark betrunkenem Zustand vergewaltigt er sie, und sie flieht erfolgreich aus dem Milieu. Dann sieht Hotte auf der Straße Jenny seltsam verändert plötzlich wieder und folgt ihr unbemerkt zu dem Sado-Maso-Club, in dem sie jetzt als Sklavin Madeleine arbeiten muss. Sie fleht ihn an, sie zurückzukaufen, und er befreit sie wenige Tage später aus ihrer Situation und bringt sie auf den Bauernhof ihres Vaters. Die Rache von Jennys letztem Zuhälter folgt unmittelbar: er lässt Hottes Cabriolet explodieren und schießt ihn lebensgefährlich an. Auf die Frage des Sanitäters, ob er denn noch sprechen könne, antwortet Hotte lapidar „kann ick, will ick aba nich'“.

Hintergrund

Dominik Graf drehte für Hotte im Paradies zum dritten Mal, nach Der Felsen und Die Freunde der Freunde, auf dem günstigen, digitalen Format Mini-DV.[1] Der Berliner Bordellbetreiber Steffen Jacob beriet den Autor Rolf Basedow angeblich 300 Stunden lang, um die Authentizität des Films zu gewährleisten.[2] Die Uraufführung des Films war auf den Internationalen Hofer Filmtagen 2002.

Kritiken

„Mit starken Darstellern und treffenden Dialogen gelang ein authentisches Straßenepos über ein vom Aussterben bedrohtes Milieu und das seltene Kunststück, dem Zuschauer eine so widersprüchliche Figur wie Hotte ans Herz zu legen.“

TV Spielfilm[3]

„Der gut recherchierte Fernsehfilm reflektiert den Berliner Kiez auf künstlerisch vielfach gebrochene Art, verliert aber durch seine große Nähe zur Hauptperson zum Ende hin an Bodenhaftung.“

Lexikon des internationalen Films[4]

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. epd Film: Die Authentizität ist reine Behauptung, gefunden am 7. Oktober 2007
  2. Berliner Kurier: Der Prinz von Berlin, gefunden am 11. Mai 2006
  3. TV Spielfilm: Kritik Hotte im Paradies, gefunden am 7. Oktober 2007
  4. Hotte im Paradies im Lexikon des internationalen Films
  5. Deutsche Akademie der Darstellenden Künste: Preis an Dominik Graf für "Hotte im Paradies", RP Online vom 28. November 2004

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