Amt Stapelholm
Lage des ehem. Amtes Stapelholm im Kreis Schleswig-Flensburg

Das Amt Stapelholm war bis zum 31. Dezember 2007 ein Amt im Süden des Kreises Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Mit Wirkung vom 1. Januar 2008 haben sich die Gemeinden der Ämter Stapelholm und Kropp zum Amt Kropp-Stapelholm zusammenschlossen.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der erste Namensteil Stapel hat keine Beziehung zu einem Warenstapel, sondern er bezieht sich auf die Stätte eines Dinggerichts, das in Süderstapel gelegen hat. Hier befand sich auch ein Hochgericht.[1] Das Wort Stapel bedeutete im ursprüngliche Sinne Pfosten, Block, Stütze.

Der zweite Namensteil Holm stellt einen Bezug zur geografischen Lage der Geestlandschaft her: Durch ihre natürlichen Grenzen der Flüsse Eider, Sorge und Treene hat das Gebiet den Charakter einer Insel. Hierfür ist Holm ein Ausdruck der niederdeutschen Sprache. Das schwedische Wort holme für eine kleine Insel ist beispielsweise ein Teil des Wortes Stockholm und Bornholm.[2]

Geschichte

Eine erste urkundliche Erwähnung existiert vom 12. Mai 1260: In einer Urkunde[3] verpfänden die dänischen Adligen Mechthild von Holstein sowie ihre beiden Söhne Erich I. und Abel Abelsen ihren Grundbesitz an die Holsteiner Grafen Johann I. und Gerhard I. Zu dem Grundbesitz gehörten neben Stapelholm die Gebiete Fræzlæt, Schwansen und Jarnwith.[4] Diese Urkunde war der Anlass für Feierlichkeiten zum 750. Jahrestag im Jahr 2010.[5]

Das historische Stapelholm war im verwaltungsrechtliche Sinne eine Landschaft, die ursprünglich von der Tielenburg aus reagiert wurde. Nach der Zerstörung der Burg in der Schlacht bei Hemmingstedt erfolgte 1500 eine Verlegung des Verwaltung nach Süderstapel. Hier bekam der Landvogt als höchster Verwaltungsbeamter seinen Dienstsitz. Bereits im 17. Jahrhundert verfügte die Landschaft Stapelholm über ein eigenes Landrecht.[6]

Stapelholm liegt an der Südgrenze des alten Herzogtums Schleswig. Ursprünglich − etwa seit dem Jahre 1200 − gehörte Stapelholm zum dänischen Verwaltungsgebiet, später zum Kreis Schleswig.

Gemeinden

Auf einer Fläche von 140 km² lebten 6200 Einwohner in den Gemeinden

  1. Bergenhusen
  2. Erfde
  3. Meggerdorf
  4. Norderstapel
  5. Süderstapel
  6. Tielen
  7. Wohlde
Wappen des ehem. Amtes Stapelholm

Wappen

Blasonierung: „Von Gold und Blau geteilt, darauf ein aufrechter, kurzer, oben und unten mit einem Knauf abschließender, in der Mitte sich verdickender Stab in verwechselten Farben.“[7]

Literatur

  • Martin Beckert u. Gert Kaster: Kulturlandschaft Eider-Treene-Sorge. Neumünster 2005
  • Günther Börm: Die Wirtschaft der Geestinseln Stapelholm, ihre Entwicklung und Funktion in der Landschaft. Kiel 1966
  • Johann Adrian Bolten: Beschreibung und Nachrichten von der im Herzogthume Schleswig belegenen Landschaft Stapelholm nebst einer Landkarte von derselben. Wöhrden 1777
  • Peter W. Dirks u. Rolf Kööp: 750 Jahre Stapelholm. 2010
  • Jörg Ewersen: Stapelholmer BaukulTour - Ein Rundweg zu bedeutenden Baudenkmälern in der Landschaft Stapelholm. Amt Stapelholm 2006
  • Willers Jessen: Chronik der Landschaft Stapelholm. Rendsburg 1950
  • Willers Jessen: Stapelhom. Schleswig 1989 (Reprint)
  • Ernst-Joachim Kähler: Behördenorganisation und Verwaltung in der Landschaft Stapelholm von 1713 bis 1867. Kiel 1971
  • Hildegard Mannheims, Reimer Möller u. Arno Vorpahl: Die Bauernhäuser der Landschaft Stapelholm. Band 1: Archivalische Studien, Neumünster 1997
  • Friedrich Müller u. Otto Fischer: Das Wasserwesen an der Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste. Dritter Teil: Das Festland, 4 Stapelholm und Eiderniederung, Berlin 1958

Einzelnachweise

  1. Peter W. Dirks u. Rolf Kööp: 750 Jahre Stapelholm. 2010, S. 26.
  2. Duden: Herkunftswörterbuch. Mannheim 2007, Lemma Holm.
  3. Dipl. Dan. II, 1, Nr. 316.
  4. Horst Windmann: Schleswig als Territorium. Wachholtz, Neumünster 1954, S. 172.
  5. Peter W. Dirks u. Rolf Kööp: 750 Jahre Landschaft Stapelholm. 2010.
  6. Peter w. Dirks u. Rolf Kööp: 750 Jahre Landschaft Stapelholm. 2010, S. 31.
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

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