Amulett

Amulett
Kreuz mit Abbild des Heiligen Christophorus und Spruch “Saint Christopher protect us”

Ein Amulett (lateinisch amuletum – „Kraftspender“, davor arabisch hammala – „Tragband“) ist ein Gegenstand, dem magische Kräfte zugeschrieben werden, mit denen er Glück bringen (energetische, sakramentale Wirkung) und vor Schaden schützen (apotropäische Wirkung) soll. In seiner glückbringenden Eigenschaft wird es auch als Talisman bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung

Amulette werden am Körper (oft auch als Schmuck) oder in der Kleidung getragen, in Fahrzeugen oder der Behausung aufbewahrt oder dem Vieh umgehängt. Sie können aus einer Vielzahl von Materialien bestehen und durch sie soll der Träger passiv geschützt werden.

Schon in der Vorgeschichte hängten sich Menschen Überreste (Zähne und Krallen) ihrer erlegten Beute um. Sie sollten dem Träger die Kraft des Tieres geben.

Amulette finden Anwendung in der (Para)medizin, als Schutz von Schwangeren, gegen den bösen Blick und als Liebeszauber. Am Amulett wirkt die animistische Vorstellung, dass magische Kräfte auf den Menschen einwirken, denen er durch das Amulett entgegenwirken kann.

Amulette sind in allen Religionen bekannt. Seit der Steinzeit nutzte man Muscheln oder Perlen und besondere Steine wie beispielsweise Bernstein und Bergkristalle. In keltischen Siedlungsresten wurden polierte, durchbohrte Schädelfragmente (Amulette?) bei Grabungen gefunden.

Bei den Arabern sind Amulette Ledertäschchen mit eingenähtem Papier, auf das eine Koransure oder ein magisches Zeichen geschrieben ist. Sie verbreiten die islamische Segenskraft Baraka. Eine amulettartige positive Wirkung entfalten im Volksglauben Buntmetalle, besonders Kupfer und Messing.

Kulturelle Varianten

Als Amulett gelten bei den:

Reaktion der christlichen Kirche

In Europa wandte sich die christliche Kirche schon früh gegen den Aberglauben, zu dem auch Amulette gerechnet wurden. Das hinderte den Volksglauben allerdings nicht daran, an Amuletten mit christlichem Bezug festzuhalten.

Aber auch hohe Kirchenmänner besaßen Glücksbringer. So sind etwa im Schatzinventar des Heiligen Stuhls von 1295 15 Natternzungenbäume verzeichnet.[1] Als am 9. Februar 1749 der Fürstbischof Anselm Franz von Würzburg, zeitlebens ein Streiter gegen Aberglauben und Hexenwahn, an einem Schlaganfall starb, fand man auf seiner Brust ein Amulett aus Messingblech, auf dem ein Pentagramm und einige Zauberformeln eingraviert waren.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Hans Bonnet: Amulett. In: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. Hamburg 2000; ISBN 3-937872-08-6. S. 26-31.
  • Manfred Brauneck: Religiöse Volkskunst. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-0967-8. S. 301.
  • Rudolf Kriß: Volksglaube im Bereich des Islam. Band 2: Amulette, Zauberformeln und Beschwörungen. Harrassowitz, Wiesbaden 1962
  • Eugen von Philippovich: Kuriositäten/Antiquitäten. Klinkhardt & Biermann, Braunschweig 1966.

Weblinks

 Commons: Amulett – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Natternzungen. In: Eugen von Philippovich: Kuriositäten/Antiquitäten. Klinkhardt & Biermann, Braunschweig 1966.
  2. Manfred Brauneck: Religiöse Volkskunst. S. 301. DuMont, Köln 1979, ISBN 3-7701-0967-8.

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