Anna Kashfi

Anna Kashfi (eigentlich Joan O’Callaghan; * 30. September 1934 in Cardiff, Wales, Großbritannien) ist eine US-amerikanische Filmschauspielerin walisischer Herkunft. Ihre Bekanntheit verdankt sie vor allem ihrer Ehe mit Marlon Brando.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Filme

Anna Kashfi wurde als Tochter eines walisischen Fabrikarbeiters geboren, wuchs aber in Kalkutta auf, wo ihr Vater für die indische Staatseisenbahn als Traffic Superintendant arbeitete. Ihr Filmdebüt gab sie 1956 in Berg der Versuchung, einem Bergfilm der Paramount, in dem Edward Dmytryk Regie führte. Spencer Tracy spielte in diesem Film einen redlichen Dorfbewohner, der nach dem Absturz eines Flugzeugs gemeinsam mit seinem weniger edelmütigen jüngeren Bruder (Robert Wagner) zum Mont Blanc aufbricht, um das Wrack auszuplündern. Auf dem Berg finden sie unerwartet eine Überlebende, ein „Hindu-Mädchen“ (Kashfi).

Vor Beginn ihrer Filmlaufbahn hatte Kashfi in einem Geschäft für indische Importwaren in der Nähe des Londoner Piccadilly Circus als Verkäuferin gearbeitet. Ihre Zimmergenossin, eine Nachwuchsschauspielerin, hatte sie dann überredet, sie nach Paris zu einem Vorsprechen zu begleiten, wo Dmytryk Kashfi, die sich von nun an als Inderin ausgab, vom Fleck weg engagiert hatte.

Die Dreharbeiten für Berg der Versuchung wurde im Frühjahr 1956 in den Paramount-Studios in Los Angeles abgeschlossen, wo sie schließlich Marlon Brando begegnete. Nachdem sie ein Kind erwartete, heirateten Brando und Kashfi am 11. Oktober 1957. Die Ehe war von Anfang an problematisch; so erfuhr Brando z. B. zwei Tage nach der Zeremonie, dass Kashfi keinesweg Inderin war, sondern aus Wales stammte und eigentlich Joan O’Callaghan hieß. Dennoch bezog Brando mit Kashfi ein Haus am Mulholland Drive in Beverly Hills. Am 16. Mai 1958 wurde ihr Sohn Christian Devi Brando geboren. (Christian starb am 26. Januar 2008 an einer Lungenentzündung.) Schon im darauffolgenden September verließ Kashfi das gemeinsame Haus und reichte am 30. September 1958 auch die Scheidung ein.

Kashfi wirkte weiter in Filmen mit. Ihre zweite Rolle hatte sie in Battle Hymn erhalten, einem von Douglas Sirk inszenierten Drama aus dem Korea-Krieg, in dem sie neben Rock Hudson eine schöne koreanische Lehrerin spielte. Der Film kam 1957 in die Kinos. Im Jahr danach trat sie in Delmer Daves’ Western Cowboy (1958) neben Glenn Ford und Jack Lemmon in der Rolle einer Mexikanerin auf. Kashfis letzter Kinofilm war die MGM-Produktion Night of the Quarter Moon (1959).

Im Verlaufe des Jahres 1959 entbrannte zwischen Brando und Kashfi ein langjähriger Sorgerechtsstreit um den gemeinsamen Sohn. Kashfi, die auch an Epilepsie erkrankt war, geriet in dieser Zeit in schwerste persönliche Probleme, litt an Depressionen, unternahm einen Selbstmordversuch und war von Medikamenten und Alkohol abhängig.

Bevor Kashfi sich 1960 aus dem Schauspielberuf zurückzog, wirkte sie in kleineren Rollen noch in mehreren amerikanischen Fernsehserien mit. 1974 heiratete sie erneut; ihr zweiter Ehemann, James Hannaford, ist inzwischen verstorben.

Nachdem sie im Kampf gegen ihren Ex-Mann bereits in der Vergangenheit wiederholt Bündnisse mit der Klatschpresse geschlossen hatte, veröffentlichte sie 1979 ihre Memoiren.

Filmografie

Literatur

Buch von Anna Kashfi:

  • Anna Kashfi, E. P. Stein: Brando For Breakfast, Berkley, 1980. ISBN 0-425-04698-2 (engl.)

Über Anna Kashfi:

  • Peter Manso: Brando. The Biography, New York: Hyperion, 1994. ISBN 0-7868-6063-4 (engl.)

Weblinks


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