Arendsee (Altmark)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Arendsee (Altmark)
Arendsee (Altmark)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Arendsee (Altmark) hervorgehoben
52.876711.486725
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Höhe: 25 m ü. NN
Fläche: 269,68 km²
Einwohner:

7.381 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 29416, 39606, 39615, 39619
Vorwahlen: 039003, 039034, 039036, 039384
Kfz-Kennzeichen: SAW
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 030
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 3
39619 Arendsee (Altmark)
Webpräsenz: www.stadt-arendsee.eu
Bürgermeister: Norman Klebe
Lage der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-Winterfeld Arendsee (Altmark) Beetzendorf Dähre Diesdorf Gardelegen Jübar Kalbe (Milde) Klötze Kuhfelde Rohrberg Salzwedel WallstaweKarte
Über dieses Bild

Arendsee (Altmark) ist eine Stadt im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Stadt liegt im Norden der Altmark am Südufer des Arendsees, des größten und tiefsten natürlichen Sees in Sachsen-Anhalt. Nur wenige Kilometer entfernt befinden sich das Wendland in Niedersachsen und die Prignitz in Brandenburg.

Gemeindegliederung

Die Stadt gliedert sich in folgende Ortschaften und Ortsteile:

  • Arendsee mit den OT Arendsee, Genzien und Gestien
  • Binde mit den OT Binde und Ritzleben
  • Fleetmark mit den OT Lüge, Molitz und Störpke
  • Höwisch mit dem OT Höwisch
  • Kaulitz mit dem OT Kaulitz
  • Kerkau mit den OT Kerkau und Lübbars
  • Kläden mit den OT Kläden und Kraatz
  • Kleinau mit den OT Kleinau, Dessau und Lohne
  • Leppin mit den OT Leppin, Harpe und Zehren
  • Mechau
  • Neulingen mit dem OT Neulingen
  • Rademin mit den OT Ladekath und Ortwinkel
  • Sanne-Kerkuhn mit den OT Kerkuhn und Sanne
  • Schrampe mit den OT Schrampe, Friedrichsmilde und Zießau
  • Thielbeer mit den OT Thielbeer und Zühlen
  • Vissum mit den OT Kassuhn und Schernikau
  • Ziemendorf mit dem OT Ziemendorf

Geschichte

Klosterkirche

Bereits in den fränkischen Annalen wird in Zusammenhang mit einem Salzstockeinbruch im Jahr 822 von dem Ort „Arnseo“ berichtet.

1183 wurde das Kloster Arendsee gegründet, ein Benediktinerinnenkloster, das Markgraf Otto I., Sohn Albrechts des Bären, gestiftet hatte. Bis heute ist die ab 1185 entstandene romanische Klosterkirche erhalten. Die Stadtrechte erhielt Arendsee im Jahr 1457 unter Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg. Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt Arendsee mehrfach geplündert. Im Jahr 1685 versank die Mühle des Ortes bei einem erneuten Salzstockeinbruch im See. Das brachte den See zu seiner heutigen Form. Er ist der größte Einbruchssee Norddeutschlands. 1831 brannte eine im Ort seit etwa 1381 bestehende Kapelle nieder. 1881/1882 wurde die heutige Sankt-Johannes-Kirche gebaut. Der Wanderprediger gustaf nagel errichtete ab 1910 das heute nur noch in Teilen erhaltene gustaf-nagel-Areal am Ufer des Arendsees. Ab 1939 wurde das 1837/1838 als Gebäude der Stadtschule errichtete Haus als Rathaus Arendsee genutzt. 1942 zerstörten HJ-Marineschüler die Garten- und Tempelanlage gustaf nagels.

Zu DDR-Zeiten hatte Arendsee einen bedeutenden Tourismus aufzuweisen. Der See und seine Umgebung konnten in Maßen als Ersatz für den Ostseestrand herhalten. Zahlreiche Ferienwohnheime und ein Campingplatz dienten als Unterkünfte. Seit der Wende ist die Zahl der Tagesausflügler hoch geblieben, die Zahl der Übernachtungen jedoch stark gesunken. Das Kinderferienlager KiEZ Arendsee bietet seit DDR-Zeiten Ferienlagerangebote an.

Arendsee war der wichtigste Unterwegsbahnhof der Bahnstrecke Salzwedel–Wittenberge. Diese Strecke wurde erst 1922 eingeweiht und gehörte damit zu den letzten Nebenbahnstrecken, die in Deutschland erbaut wurden. Die Strecke ist seit 2004 stillgelegt. Kurz zuvor gab es Pläne, die Fahrtroute für Atommüll in Castor-Behältern über die Bahnstrecke Salzwedel–Arendsee und von dort über Straßen ins nahe Gorleben führen zu lassen. Diese Pläne wurden aber wieder fallengelassen. Die Stadt gehörte bis zum 30. Juni 1994 zum Landkreis Osterburg. Der Ortsteil Arendsee (Altmark) hat den Status eines staatlich anerkannten Luftkurortes.

Geschichtsdenkmale

Eingemeindungen

Am 1. Januar 2010 wurden die vormals eigenständigen Gemeinden Binde, Höwisch, Kaulitz, Kerkau, Kläden, Kleinau, Leppin, Neulingen, Sanne-Kerkuhn, Schrampe, Thielbeer und Ziemendorf in die Stadt Arendsee (Altmark) eingemeindet.[2][3] Arendsee wurde Einheitsgemeinde, die Verwaltungsgemeinschaft Arendsee-Kalbe mit Sitz in Arendsee wurde aufgelöst.

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 20. September 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen verliehen.

Blasonierung: „In Silber ein goldbewehrter roter Adler über blauem Wellenschildfuß mit fünf silbernen Wellen.“

Wann Arendsee erstmals ein Wappen führte, lässt sich nicht mehr feststellen. Frühere Embleme enthielten den fliegenden preußischen Adler, mit Krone, Zepter und Reichsapfel sowie dreizehn Seerosen, womit die Zahl der Ratsmitglieder gemeint war. Sie wurden jedoch als „Spielerei aus dem Jahrhundert des heraldischen Verfalls“ aufgegeben. Der heute gezeigte märkische Adler kennzeichnet die Zugehörigkeit der Stadt zur Mark Brandenburg, die Wasserfläche symbolisiert den nahegelegenen Arendsee.

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Staatsarchivrat Otto Korn gestaltet.

Flagge

Die Flagge der Stadt ist Weiß - Rot gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Sport

In Arendsee gibt es die Sportvereine SV Arendsee 1920 e.V. (Fußball) und den TSV Arendsee (unter anderem Tennis, Tischtennis und Kegeln). Die Stadt war ein Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung. Seit 1998 wird der Concordia Arendsee Triathlon vom Verein Triathlon Füchse Osterburg e.V. veranstaltet und seit 2009 findet jährlich ein Schülertriathlon statt.

Bilder

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Weblinks

 Commons: Arendsee (Altmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2010 (PDF; 231 KB) (Hilfe dazu)
  2. Amtsblatt Altmarkkreis Salzwedel (PDF-Datei)
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010

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