Bucerius Kunst Forum


Bucerius Kunst Forum
Bucerius Kunst Forum (2010)

Das Bucerius Kunst Forum ist ein von der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius getragenes Ausstellungshaus am Rathausmarkt 2 im Zentrum Hamburgs. Es wurde 2002 eröffnet und zeigt drei bis vier Ausstellungen im Jahr, die in Zusammenarbeit mit Gastkuratoren konzipiert und durch international besetzte wissenschaftliche Symposien vorbereitet werden.

Inhaltsverzeichnis

Konzept

Das Bucerius Kunst Forum möchte Kunst von hoher Qualität in neuen Zusammenhängen vermitteln. Das Augenmerk einer Ausstellung richtet sich auf ein Thema, eine Epoche oder einen Künstler. Die Ausstellungen sollen künstlerische Zusammenhänge, Beziehungen zwischen Epochen und Disziplinen aufzeigen und Brücken zwischen alter und moderner Kunst schlagen. Die Werke sollen unter einem neuen Aspekt betrachtet werden – eine Ausstellung zum Werk von Henri Matisse versammelte etwa erstmals seine Portraits, die Ausstellung über Frida Kahlo widmete sich erstmals den Verbindungen zwischen der mexikanischen und der europäischen Kunst. So sollen auch Kenner neue Eindrücke und Erkenntnisse gewinnen.

Die überschaubare Größe der Ausstellungsfläche bedingt eine genaue Fokussierung des Themas und die Beschränkung auf rund 100 Exponate. Bei Besucherbefragungen werden drei besondere Erfahrungen immer wieder genannt: Die Besucherinnen und Besucher freuen sich, innerhalb einer Stunde die gesamte Ausstellung gesehen zu haben, ohne erschöpft zu sein; sie haben das befriedigende Gefühl, dass ihre Aufmerksamkeit für alles ausreichte; und sie konnten das Erlebnis von Kunst mit einem Wissenszuwachs verbinden.

Trotz Ausrichtung auf ein breites kunstinteressiertes Publikum sind die Ausstellungen des Bucerius Kunst Forums wissenschaftlich fundiert. Häufig geht ihnen ein öffentliches Symposium voraus, das internationale Spezialisten zu einem Gebiet versammelt und auf dem Themen und Thesen der Ausstellung diskutiert werden. Bis zum Sommer 2008 fanden diese Symposien im Hamburger Warburg-Haus statt, seit Winter 2008 werden sie im Bucerius Kunst Forum ausgerichtet. Die Beiträge der Symposien werden in umfangreich bebilderten Ausstellungskatalogen gedruckt, die seit 2005 im Hirmer-Verlag erscheinen.

Für die meisten Ausstellungen werden die Exponate aus den unterschiedlichsten Museen der Welt zusammengetragen. So zeigte Schrecken und Lust. Die Versuchung des heiligen Antonius Exponate von über 40 Leihgebern aus 10 Staaten, High Society. Amerikanische Portraits des Gilded Age versammelte Exponate von 32 Leihgebern, darunter 29 verschiedene Museen in den Vereinigten Staaten. Gelegentlich zeigen Ausstellungen thematische Präsentationen, die aus den Beständen eines Hauses ausgewählt werden – wie die Manierismus-Ausstellung aus dem Szépművészeti Múzeum in Budapest oder die Ausstellung Neue Welt. Die Erfindung der amerikanischen Malerei mit Werken aus dem Wadsworth Atheneum in Hartford, Connecticut.

Es gehört zum Konzept des Hauses, die Ausstellungsräume für jede Ausstellung architektonisch und farblich grundlegend neu zu gestalten und so jedes Mal ein neues Raumerlebnis zu vermitteln.

Themen

Das thematische Spektrum der Ausstellungen ist weit gefasst, es reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Aus dem Bereich der Archäologie gab es bisher Ausstellungen über die Etrusker, über Kleopatra oder Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum. Außereuropäische Kulturen wurden mit der Kunst an der Seidenstraße. Faszination Buddha behandelt, Alte Meister mit einer Ausstellung über Lucas Cranach den Älteren sowie Greco. Goya. Velásquez. Spanische Malerei aus deutschen Sammlungen, Epochen und Zeiträume mit Sturz in die Welt. Die Kunst des Manierismus in Europa oder Zwischen Himmel und Hölle. Kunst des Mittelalters von der Gotik bis Baldung Grien.

Themenausstellungen beschäftigten sich mit Wolkenbildern oder mit der Versuchung des heiligen Antonius. Das bisher größte thematische Projekt war eine Trilogie über 150 Jahre amerikanische Kunst von 1800 bis 1950, die von 2007 bis 2009 in drei Folgen die Malerei der Vereinigten Staaten in ihren jeweiligen Leitkategorien präsentierte: Landschaftsbilder im 19. Jahrhundert, Portraits um 1900 und schließlich den Urbanismus der Jahre 1900-1950.

Ein Schwerpunkt liegt auf Künstlern der Klassischen Moderne. Bisher wurden in monographischen Ausstellungen gewürdigt Willi Baumeister, Max Beckmann, Otto Dix, Frida Kahlo, Oskar Kokoschka, Henri Matisse, Pablo Picasso, Auguste Rodin, Marc Chagall und die Künstlergemeinschaft Die Brücke.

Kuratoren

Das Konzept aller Ausstellungen des Bucerius Kunst Forums entsteht vor Ort durch die wissenschaftliche Abteilung des Hauses oder in Zusammenarbeit mit Gastkuratoren.

Bisherige Kuratoren und Gastkuratoren waren:

  • Bernard Andreae, Rom
  • Ina Conzen, Stuttgart
  • Barbara Dayer Gallati, Bristol
  • Klaus Gallwitz, Karlsruhe
  • Nikolai Grinew, Nowgorod
  • Doris Gröpper, Berlin
  • Barbara Haskell, New York
  • Bärbel Hedinger, Berlin
  • Tatiana Kasarmschtschikowa, Nowgorod
  • Michael Kuhlemann, Mülheim
  • Steingrim Laursen, Kopenhagen
  • Elizabeth Mankin Kornhauser, Hartford
  • Karsten Müller, Hamburg
  • Hélène Pinet, Paris
  • Ewgenia Petrowa, St. Petersburg
  • Michael Philipp, Hamburg
  • Inés Richter-Musso, Cagliari
  • Werner Schade, Berlin
  • Uwe M. Schneede, Hamburg
  • Irina Solowjowa, St. Petersburg
  • Heinz Spielmann, Hamburg
  • Vilmos Tátrai, Budapest
  • Matthias Weniger, München
  • Ortrud Westheider, Hamburg
  • Marianne Yaldız, Berlin

Vermittlung

Das Bucerius Kunst Forum legt Wert auf die wissenschaftliche und didaktische Aufbereitung seiner Ausstellungsthemen. Grundlage sind die Ausstellungskataloge, die in wissenschaftlichen Essays und Exponatbeschreibungen die Themen inhaltlich ausloten. Die einheitlich gestalteten Kataloge haben einen Umfang von 214 bis 256 Seiten. Manche Kataloge erscheinen auch in englischer Übersetzung.

In den Ausstellungsräumen weisen konzentrierte Texte zu den einzelnen Räumen wie Exponaten auf die zentralen Aspekte hin. Eine umfangreiche inhaltliche Begleitung bietet der für jede Ausstellung vom Bucerius Kunst Forum konzipierte Audioguide, der in deutscher und englischer Sprache an der Kasse erhältlich ist. Der deutschsprachige Audioguide ist zudem auf der Internetseite des Bucerius Kunst Forums kostenlos zum herunterladen bereitgestellt[1].

Führungen durch die Ausstellung werden von einem festen Team von Kunsthistorikern angeboten. Neben wöchentlichen Mittags- und Feierabendführungen besteht die Möglichkeit, über den Museumsdienst Hamburg eine Führung für Schulklassen oder Reisegruppen zu buchen. Führungen werden auf deutsch, englisch und spanisch sowie in Gebärdensprache angeboten.

Zu den didaktischen Angeboten zu den Ausstellungen gehört auch ein Film, der während der Öffnungszeiten kontinuierlich im Filmraum mit etwa 50 Plätzen gezeigt wird. Zu den Ausstellungen Sturz in die Welt (2008), Modern Life (2009) und Zwischen Himmel und Hölle (2009) wurden eigens Filme produziert.

Um Lehrern und Schülern einen geeigneten Zugang zu den Ausstellungen zu ermöglichen, werden zu jeder Ausstellung Unterrichtsvorschläge für verschiedene Klassenstufen ausgearbeitet. Diese werden Lehrerinnen und Lehrern auf einer speziellen Veranstaltung vor oder zu Beginn der Ausstellung präsentiert.

Freitags und samstags finden speziell auf die jüngsten Museumsbesucher zugeschnittene Führungen durch die Ausstellung statt. Im Anschluss findet ein Malkurs statt. Die Veranstaltungen sprechen Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren an.

Veranstaltungen

In den Jahren 2004-2007 fand jährlich einmal in einer Ausstellungspause das Kulturfestival Octogonale statt. Es bot unter der künstlerischen Leitung des damaligen Geschäftsführers Philipp Adlung musikalische und literarische Veranstaltungen zu Themenschwerpunkten.

Seit der Ausstellung Sturz in die Welt. Die Kunst des Manierismus in Europa von Ende 2008 präsentiert das erweiterte Bucerius Kunst Forum im Ian-Karan-Auditorium mit bis zu 194 Plätzen ein neues Veranstaltungsprogramm: Kammerkonzerte, Vorträge, Lesungen und Gespräche beleuchten das Thema der Ausstellung aus der Perspektive der verschiedenen Künste. Sie sollen zeigen, dass die bildende Kunst nicht isoliert in der Kulturgeschichte dasteht. Querverweise und Verwandtschaften zwischen den Künsten sollen neue Erkenntnisse bringen.

Zum Veranstaltungsprogramm, das die Ausstellungen thematisch begleitet, gehören neben den Kuratorenvorträgen, die Konzept und Intention der Ausstellung beschreiben, wissenschaftliche Vorträge, die das Thema aus der Perspektive der aktuellen Forschung untersuchen und erweitern. Zu den bisherigen Referenten gehörten:

Seit 2009 werden in der Gesprächsreihe Zu Gast von einzelnen Aspekten der Ausstellung ausgehend Fragen von allgemeiner Relevanz diskutiert. Bisherige Gäste waren

  • Antje Vollmer, Politikerin, Berlin
  • Jim Rakete, Photograph, Berlin
  • Dirk Lohan, Architekt, Chicago
  • Johannes Fried, Historiker, Frankfurt am Main
  • Rolf Seelmann-Eggebrecht, Journalist, Hamburg
  • Gerhart Baum, Bundesminister des Innern a.D.
  • Meret Meyer, Enkelin des Künstlers Chagall und Vizepräsidentin des Comité Marc Chagall, Paris

Neben den Konzerten mit thematischem Bezug zu den Ausstellungen finden auch andere Konzerte statt. Regelmäßige Kooperationspartner sind das Alte Werk des NDR, die Deutsche Stiftung Musikleben oder die Konzertdirektion Goette. Darüber hinaus ist das Bucerius Kunst Forum auch Spielort des Schleswig Holstein Musik Festivals sowie der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Zu den bisher aufgetretenen Ensembles und Solisten gehören

Bucerius Kunst Club

Der Ende 2002 gegründete Bucerius Kunst Club ist der gemeinnützige Förderverein des Bucerius Kunst Forums. Durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und ehrenamtliche Tätigkeit werden das umfangreiche Veranstaltungsprogramm zu den Ausstellungen mit Fachvorträgen, Lesungen, Filmen und Konzerten, Exkursionen und Kunstreisen ermöglicht.

Der Verein finanziert sowohl das Kinderprogramm des Bucerius Kunst Forums, den Kinder Kunst Club, als auch das wissenschaftliche Volontariat des Hauses. Es ermöglicht NachwuchswissenschaftlerInnen eine einjährige Ausbildung im Ausstellungswesen.

Die rund 1.400 Mitglieder des Vereins profitieren je nach Kategorie von ihrer Mitgliedschaft: Sie erhalten die Ausstellungskataloge kostenlos, haben jederzeit freien Eintritt in die Ausstellung und werden zu den Eröffnungen und Previews eingeladen. Sie erhalten Ermäßigungen für die Veranstaltungen und können an einem breiten Angebot von exklusiven Aktivitäten wie Kunstreisen, Tagesausflügen, Seminaren und Führungen durch andere Hamburger Kulturinstitutionen teilnehmen.

Gebäude und Lage

Das Bucerius Kunst Forum in dem ehemaligen Bankgebäude (2008)

Das Bucerius Kunst Forum liegt am Rathausmarkt, an der Ecke zum Alten Wall mit dem angrenzenden Rathaus und dem Gebäude der Hamburger Börse (Handelskammer) in der Hamburger Innenstadt bzw. Altstadt. Auf einer Seite grenzt es an das Alsterfleet mit der Rathausschleuse.

Das repräsentative und denkmalgeschützte Gebäude wurde ab 1914 (Bau 1914-1916, Fertigstellung 1918/1919, Umbau und Restauriertung 1981-1983[2]) für die Hauptstelle der Reichsbank errichtet, wie es auch an der Fassade neben dem Reichswappen zu lesen ist. Das neoklassizistische Haus ist ferner mit Skulpturen die das Wirtschaftsleben im Hamburger Raum (Fischer, Schmied, Kaufmann, Bauer, Matrose) symbolisieren, Medaillons der drei Kaiser des Reiches geschmückt. Wirtschaftskraft und Streitmacht symbolisieren Merkur und Ritter-Figur über dem Eingang am Alten Wall mit Marmor verkleideter Treppen- und Eingangshalle, dessen Material aus der damaligen deutschen Kolonie Togo stammt.

Der in das Museum führende Eingang am Rathausmarkt wurde eigens für das Bucerius Kunst Forum neu geschaffen. Im unteren Ausstellungsbereich befand sich früher die Schalterhalle. Die acht im Achteck angeordneten mosaikverzierten Säulen gehören zur ursprünglichen Ausstattung. Sie finden sich auch im Ausstellungsbereich in der ersten Etage. Insgesamt beträgt die Ausstellungsfläche etwa 850 Quadratmeter.

Bei der durch das Architekturbüro Jan Störmer durchgeführten Sanierung und Neueinrichtung der Räume wurden Sicherheitseinrichtungen und Klimaanlagen installiert, die optimale Ausstellungsbedingungen garantieren und den höchsten Ansprüchen der führenden Museen der Welt entsprechen sollen.

Das Ian-Karan-Auditorium, die Lounge mit dem Blick auf Rathausmarkt und Alster und das Restaurant Season werden auch für private Veranstaltungen vermietet.

Marketing

Imagekampagne (2008)

Das Bucerius Kunst Forum misst dem Marketing zentralen Stellenwert bei. Im Außenauftritt präsentiert sich das Haus in einem stringenten Corporate Design, das alle Drucksachen von Flyern und Plakaten bis zum Katalog bestimmt.

Zu jeder Ausstellung entwickelt die Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Absprache mit der wissenschaftlichen Abteilung ein auf das jeweilige Thema abgestimmtes Marketingkonzept. Neben der Nutzung etablierter, breitenwirksamer Kommunikationswege hat es den Anspruch, durch jeweils themenbezogene Kampagnen auch neue Zielgruppen anzusprechen und langfristig für das Haus zu gewinnen.

Die Marketingaktivitäten konzentrieren sich auf die Stadt Hamburg, die Metropolregion sowie auf das kunstinteressierte Publikum bundesweit. Bei Kooperationen kann das Bucerius Kunst Forum auf Partner und Förderer zählen. Dazu gehören regionale Medienpartner wie der NDR, das Hamburger Abendblatt und die WELT Hamburg, in vielen Fällen aber auch nationale Medien und Fachzeitschriften wie Gala und National Geographic.

Bei national und international bedeutenden Schauen werden in Zusammenarbeit mit Partnern überregionale und nationale Werbekampagnen durchgeführt. Partner des touristischen Vertriebs sind die Hamburg Tourismus GmbH, die Deutsche Bahn und Reiseveranstalter wie TUI, Ameropa oder Art Cities in Europe.

Darüber hinaus legt das Marketing des Bucerius Kunst Forums Wert darauf, den Kunststandort Hamburg sowie die gesellschaftliche Bedeutung der bildenden Kunst zu stärken. In diesem Zusammenhang entstand im Frühjahr 2009 die Kampagne „Kunst passt immer dazwischen“, die mit der Agentur Jung von Matt Elbe entwickelt wurde. An der Umsetzung beteiligten sich viele Geschäfte, Restaurants, Cafés und Firmen in der Hamburger Innenstadt.

In regelmäßigen Besucherbefragungen evaluiert das Bucerius Kunst Forum die Resonanz seiner Ausstellungen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Haus – insbesondere bei Ausstellungen wie Frida Kahlo oder Edward Hopper – ein maßgeblicher Anlass Auswärtiger für eine Reise nach Hamburg sein kann.

Kooperationspartner

Als junges Ausstellungshaus mit internationaler Ausrichtung ist das Bucerius Kunst Forum auf Kooperationen mit Museen im In- und Ausland angewiesen. Sei es, dass Kuratoren anderer Häuser als Gäste Ausstellungen konzipieren oder sei es, dass besondere Aspekte einer Museumskollektion gezeigt werden. Als eine Doppelausstellung wurde Die Etrusker. Bilder vom Diesseits – Bilder vom Tod (2004) zeitgleich im Bucerius Kunst Forum und im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, gezeigt.

Einige Ausstellungen im Bucerius Kunst Forum wurden in Kooperation mit anderen Häusern konzipiert. Dies waren bisher

Eine andere Form der Kooperation ist die Übernahme einer Ausstellung des Bucerius Kunst Forums durch andere Museen. Bisherige Zweitstationen waren

Kooperierende Institutionen

Trägerschaft, Rechtsform und Finanzierung

Das Bucerius Kunst Forum ist eine Einrichtung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Die Stiftung ist Alleingesellschafterin und finanziert das Bucerius Kunst Forum aus den Erträgen ihres Stiftungsvermögens zu etwa zwei Dritteln. Der Rest wird durch Eintrittskarten, Katalog- und Postkartenverkäufe und Vermietungen eingenommen. Das Bucerius Kunst Forum nimmt keine staatlichen Gelder in Anspruch.

Ausstellungen mit vielen internationalen Leihgaben wurden etwa bei der Amerika-Trilogie von ausländischen Stiftungen wie der Terra Foundation for American Art, der Henry Luce Foundation und der Max Kade Foundation zur Verfügung gestellt. Als Sponsoren engagierten sich einzelne Firmen wie ExxonMobil oder Latham & Watkins für einzelne Projekte. Eine auf drei Jahre angelegte institutionelle Partnerschaft bestand mit der HSH Nordbank von 2007 bis 2009.

Leitung

Gründungsdirektor des Bucerius Kunst Forums war der ehemalige Direktor des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums Schloss Gottorf, Heinz Spielmann, der das Haus bis 2005 leitete. Derzeitige Direktorin ist Ortrud Westheider, Geschäftsführer ist Andreas Hoffmann, Kurator Michael Philipp.

Resonanz

Die Ausstellungen zählen im Durchschnitt rund 50.000 Besucher, die erfolgreichsten Schauen waren Frida Kahlo (2006) mit 190.000 und, Marc Chagall. Lebenslinien (2010) mit 130.000 und Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit (2009) mit über 100.000 Besuchern. Der einmillionste Besucher des Hauses wurde im Frühjahr 2008 begrüßt.

Ein Ausdruck der Anerkennung des Bucerius Kunst Forums ist auch die Schirmherrschaft führender Persönlichkeiten über einzelne Ausstellungen. Für Greco, Velázquez, Goya etwa übernahm der spanische König Juan Carlos gemeinsam mit Bundespräsident Horst Köhler die Schirmherrschaft, bei Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano gemeinsam mit Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Bisherige Ausstellungen

Besucherandrang bei der „Frida Kahlo“-Ausstellung (2006)

Nach dem Auftakt Meisterwerke aus Dresden zu Gast im Bucerius Kunst Forum Hamburg vom 25. Oktober bis 19. November 2002 wurden bisher folgende Ausstellungen gezeigt:

  1. Picasso und die Mythen, 13. Dezember 2002 bis 16. März 2003
  2. Lucas Cranach. Glaube, Mythologie und Moderne, 6. April bis 13. Juli 2003
  3. Kunst an der Seidenstraße. Faszination Buddha, 17. August bis 12. Oktober 2003
  4. Max Beckmann. Menschen am Meer, 9. November 2003 bis 1. Februar 2004
  5. Die Etrusker. Bilder vom Diesseits – Bilder vom Tod, 13. Februar bis 16. Mai 2004
  6. Wolkenbilder. Die Entdeckung des Himmels, 6. Juni bis 5. September 2004
  7. Die „Brücke“ und die Moderne 1904-1914, 17. Oktober 2004 bis 23. Januar 2005
  8. Nowgorod. Das goldene Zeitalter der Ikonen, 13. Februar bis 16. Mai 2005
  9. Greco, Velázquez, Goya. Spanische Malerei aus deutschen Sammlungen, 28. Mai bis 21. August 2005
  10. Willi Baumeister. Figuren und Zeichen, 31. August bis 30. Oktober 2005
  11. Oskar Kokoschka. Erlebnis des Augen-Blicks, 26. November 2005 bis 5. Februar 2006
  12. Vor 100 Jahren. Rodin in Deutschland, 18. Februar bis 25. Mai 2006
  13. Frida Kahlo, 15. Juni bis 17. September 2006
  14. Kleopatra und die Caesaren, 28. Oktober 2006 bis 4. Februar 2007
  15. Neue Welt. Die Erfindung der amerikanischen Malerei, 24. Februar bis 28. Mai 2007
  16. Geisterbahn und Glanzrevue. Otto Dix. Aquarelle und Gouachen, 16. Juni bis 9. September 2007
  17. Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum, 9. Februar bis 18. Mai 2008
  18. Schrecken und Lust. Die Versuchung des heiligen Antonius von Hieronymus Bosch bis Max Ernst, 9. Februar bis 18. Mai 2008
  19. High Society. Amerikanische Portraits des Gilded Age, 7. Juni bis 31. August 2008
  20. Sturz in die Welt. Die Kunst des Manierismus in Europa, 15. November 2008 bis 11. Januar 2009
  21. Matisse. Menschen, Masken, Modelle, 31. Januar bis 19. April 2009
  22. Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit, 9. Mai bis 30. August 2009
  23. Zwischen Himmel und Hölle. Kunst des Mittelalters von der Gotik bis Baldung Grien, 19. September 2009 bis 10. Januar 2010
  24. Täuschend echt. Illusion und Wirklichkeit in der Kunst, 13. Februar bis 24. Mai 2010
  25. Rubens, van Dyck, Jordaens. Barock aus Antwerpen, 11. Juni bis 19. September 2010
  26. Marc Chagall. Lebenslinien, 8. Oktober 2010 bis 16. Januar 2011
  27. Gerhard Richter. Bilder einer Epoche, 5. Februar 2011 bis 15. Mai 2011
  28. William Turner. Maler der Elemente, 2. Juni bis 11. September 2011
  29. Die Erfindung des Bildes. Frühe italienische Meister bis Botticelli, 1.Oktober 2011 bis 8. Januar 2012

Weblinks

 Commons: Bucerius Kunst Forum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Website
  2. Ralf Lange: Architekturführer Hamburg. Menges, 1995. S. 16

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bucerius Law School — Main building Established 2000 Type Private law school Endowment annual budget of € 14.7 mil …   Wikipedia

  • Bucerius — Gerd Bucerius [buˈtseʁius] (* 19. Mai 1906 in Hamm, Westfalen; † 29. September 1995 in Hamburg) war ein deutscher Verleger und Politiker (CDU). Inhaltsverzeichnis 1 Ausbildung und Beruf 2 Ehrungen …   Deutsch Wikipedia

  • ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius — Logo La fondation « Zeit Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius » (appelée „ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius“) a été créée en 1971 par Gerd Bucerius (1906–1995). Son nom renvoie au fondateur, sa seconde épouse Mme Gertrud Ebel… …   Wikipédia en Français

  • Gerd Bucerius — (1906 1995), est un homme politique et journaliste allemand. Il a donné son nom à la Haute école de sciences juridiques de Hambourg (Bucerius Law School) et à une galerie d art (Bucerius Kunst Forum). Biographie Gerd Bucerius est né en 1906 en… …   Wikipédia en Français

  • ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius — Die gemeinnützige Zeit Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (Eigenschreibweise „ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius“) wurde 1971 von Gerd Bucerius (1906–1995) errichtet. Sie trägt neben dem Namen des Stifters auch den Spitznamen seiner zweiten… …   Deutsch Wikipedia

  • Zeit-stiftung ebelin und gerd bucerius — La ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius est l une des plus grandes fondations privées d Allemagne. Elle intervient dans les domaines de l éducation, la recherche, la culture et la promotion des arts. À l origine intitulée Zeit Stiftung… …   Wikipédia en Français

  • Gerd Bucerius — (1906 1995) was a German politician and journalist, one of the founding members of Die Zeit . He is the namesake of the Bucerius Law School in Hamburg and of the Bucerius Kunst Forum, an art gallery.Bucerius was born in Westphalia, and studied… …   Wikipedia

  • Gerd Bucerius — [buˈtseʁius] (* 19. Mai 1906 in Hamm, Westfalen; † 29. September 1995 in Hamburg) war ein deutscher Verleger und Politiker (CDU). Inhaltsverzeichnis 1 Ausbildung und Beruf 2 Ehrungen …   Deutsch Wikipedia

  • Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg — Vorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt Hochschule für Musik und Theater Hamburg Gründung 1950 Trägerschaft …   Deutsch Wikipedia

  • Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg — Vorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt Hochschule für Musik und Theater Hamburg Gründung 1950 Trägerschaft …   Deutsch Wikipedia