Lakshmi


Lakshmi
Lakshmi entsteigt dem Milchozean. Die Göttin steht auf einer Lotosblüte, dem Symbol von Reinheit und Vollkommenheit; auch in den beiden erhobenen Händen hält sie Lotosblumen.

Lakshmi (Sanskrit, f., लक्ष्मी, Lakṣmī) ist die hinduistische Göttin des Glücks und der Schönheit, nicht nur Spenderin von Reichtum, sondern auch von geistigem Wohlbefinden, von Harmonie, von Fülle und Überfluss, Beschützerin der Pflanzen. Sie ist die Shakti, die erhaltende Kraft Vishnus, und dessen Gemahlin.

Inhaltsverzeichnis

Mythologie

Schon die Veden berichten über Lakshmi, die Göttin der Schönheit. Nach der Mythologie entstieg sie dem Milchozean, als dieser durch die Devas (Götter) und Asuras (Dämonen) auf der Suche nach Amrita (Trank, der unsterblich macht, Ambrosia) aufgeschäumt wurde. Dieser Mythos berichtet weiter, wie sie, dem Wasser entstiegen, Vishnu als Gatten erwählte.

Darstellung

Wird sie zusammen mit Vishnu als seine Gattin dargestellt, hat sie zwei Hände. Zeigt die Darstellung sie allein, sind es meist vier. Dann trägt sie in zwei Händen Lotosblüten, während die anderen beiden die trostgebende sowie gebende Handstellung zeigen. Aus Letzterer rinnen Goldstücke, die meist als Geld interpretiert werden. Am bekanntesten ist sie als Gajalakshmi, die auf einer Lotusblüte steht oder sitzt, von zwei Elefanten flankiert, die aus Krügen Wasser über sie gießen; diese Form ist in Indien oft als Glückszeichen an Tempeln (siehe Dashavatara-Tempel), aber auch an Wohnhäusern zu finden. Oft zeigt die Ikonographie sie auch mit Lotos, Muschel, Topf mit dem Unsterblichkeitstrank Amrita sowie einer Bilva-Frucht. Ist die Darstellung achthändig, kommen noch Pfeil und Bogen hinzu sowie Diskus und Keule. Sie ist dann Mahalakshmi (Große Lakshmi), ein Aspekt Durgas und in diesem Fall nicht Vishnus Gattin. Auch mit der Göttin Sarasvati gibt es Überschneidungen.

Andere Namen

Lakshmi wird auch Shri-Lakshmi genannt, und als Shri ist sie ein Attribut Vishnus, an dessen Körper sie als Symbol z. B. in Form eines Dreieckes erscheint. Andere ihrer Erscheinungsformen sind die Göttinnen Bhudevi oder Bhumidevi (Personifikation der Erde), Buddhi (Wissen) und Siddhi (Erfolg, Vollendung). Sie ist auch mit dem elefantenköpfigen Gott Ganesha verbunden, als dessen Shakti sie auch erscheint. Manchmal, besonders in bengalischen Versionen, ist eine Eule ihr Begleittier. Unter dem Namen Vaishnavi ist sie eine der Sieben (oder Acht) Mütter.

Bei vielen Inkarnationen Vishnus verkörpert auch Lakshmi sich und begleitet ihn; kam Vishnu als heldenhafter König Rama, war sie dessen Gattin Sita, inkarnierte er sich als Krishna, war sie dessen Freundin Radha. Sie erscheint auch als Maya, Göttin der Illusion des Universums.

Etymologie

Vom Namen her ist Lakshmi in der indogermanischen Sprachfamilie etymologisch verwandt mit der schwedischen Lichterheiligen Lucia, dem lateinischen Lux (Licht) sowie dem englischen luck (Glück). Alle Begriffe sind die Attribute der Göttin. Ihr heiliger Tag ist der Donnerstag, an dem besonders verheiratete Frauen sie mit Gebet und Opfer ehren. Sie gilt als deren Beschützerin und jede von ihnen als ihre Manifestation.

Festtag

Der dritte Tag des in Indien überaus populären Diwali-Festes ist der Göttin Lakshmi geweiht.

Literatur

  • Anneliese und Peter Keilhauer: Die Bildsprache des Hinduismus. Die indische Götterwelt und ihre Symbolik. DuMont, Köln 1986, S.106ff ISBN 3-7701-1347-0
  • Joe J. Heydecker: Die Schwestern der Venus. Die Frau in den Mythen und Religionen. München 1994
  • David Kinsley: Indische Göttinnen. Weibliche Gottheiten im Hinduismus. Insel-Verlag, Frankfurt 1990 S. 35ff ISBN 3-458-16118-X
  • Veronica Ions: Indian Mythology. Hamden Publishing, Rushden 1988, S. 86f ISBN 0-600-34285-9

Weblinks


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