Lazarus-Orden


Lazarus-Orden
Das grüne Malteserkreuz - das Symbol des Lazarus-Ordens

Der Lazarus-Orden, offiziell: Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem, ist eine Ritter-Gemeinschaft, die im Mittelalter gegründet wurde, um das Christentum zu verteidigen. Heute ist der Orden in der weltweiten humanitären Hilfe und traditionsgemäß im Bereich der Alten- und Krankenhilfe engagiert. In dem ökumenischen Orden sind anglikanische, katholische, evangelische und orthodoxe Mitglieder gleichberechtigt.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Der Lazarus-Orden entwickelte sich im 11. Jahrhundert aus einem St. Lazarus-Hospital, das außerhalb der Stadtmauern von Jerusalem gelegen war und die Kranken, Bedürftigen, Sterbenden, Leprakranken und Reisenden aufnahm und pflegte. Der Orden folgte den Ordensregeln des Augustinus von Hippo. Aus der hospitalischen Tätigkeit des Lazarus-Ordens leitet sich auch der Begriff „Lazarett“ ab. Ein einfaches, getatztes grünes Stoffkreuz auf der Brust des schwarzen Habits beziehungsweise auf der linken Schulter ihres Mantels war – wohl seit dem 12. Jahrhunderts als Raymond du Puy Großmeister der Johanniter und Lazaristen war – Symbol des St. Lazarusordens. Ursprünglich war der Krankenpflegeorden eine rein karitative Vereinigung, militarisierte sich zur Zeit der Kreuzzüge, um in kriegerischen Auseinandersetzungen um Jerusalem handlungsfähig zu bleiben. Im 12. Jahrhundert breitete sich der Orden zunehmend auf die Herkunftsländer der Kreuzfahrer aus. Der Lazarus-Orden zeigt noch heute das grüne Kreuz. 2007 hatte der Orden weltweit ca. 4.500 Mitglieder. Seine Aufgabe ist der persönliche Einsatz für Bedürftige, die Wahrung von Gerechtigkeit gegenüber allen Personen, das Einhalten verbindlicher ethischer Normen und deren Anwendung im alltäglichen Leben. Die militärischen Aspekte manifestieren sich heute durch die traditionell verwurzelte Hierarchie (Strukturen, Uniform mit Gradabzeichen, Verdienstorden). Die gesellschaftliche Anerkennung der „noblen Gesinnung“ eines Menschen findet in der Zeremonie des Ritterschlages ihren Ausdruck.

Geschichte

Wappen des St. Lazarus-Ordens
Lazariterkirche Gfenn in Dübendorf, Schweiz, 13 Jh.

Mittelalterliche Entwicklung des Ordens

Die erste dokumentarische Erwähnung des Lazarus-Ordens findet sich im Jahre 1043 in einer päpstlichen Bulle von Benedikt IX., worin er dem Orden bestimmte Privilegien bewilligte. Aber bereits seit dem 4. Jahrhundert ist ein Hospital in der Nähe des Lazarustors in Jerusalem bekannt, das damals durch armenische Mönche geführt wurde. Im 9. Jahrhundert gab es dann zwei weitere Hospitäler, das Marienhospital und das Hospital des hl. Johannes, aus dem später der Hospitaliter- bzw. Johanniter-Orden hervorging. Diese drei Hospitäler wurden gemeinhin als Hospital von Jerusalem bekannt.

Vor 1098 stand der Orden unter der geistlichen Protektion des griechischen Patriarchen von Jerusalem. Nach dem ersten Kreuzzug kam der Orden unter das Protektorat des römischen Patriarchen von Jerusalem. Bis heute steht der Orden unter dem geistlichen Protektorat des Patriarchen von Antiochia, Gregor III. in Gemeinschaft mit Rom.

Die Aktivitäten des Ordens waren ursprünglich rein hospitalischer Art. Wann genau des Lazarushospital zu einem ritterlichen Orden wurde, ist nicht überliefert. Seine militärischen Funktionen ergaben sich aus dem Umstand, dass die geistlichen Ritterorden ihre an Lepra erkrankten Mitbrüder zum Dienst bei den Brüdern von St. Lazarus überstellten. Überliefert ist, dass bereits in der Schlacht von Montgisard im Jahre 1177 ein Kontingent des Lazarusordens entscheidend zum Sieg über das plündernde Heer Saladins beigetragen hat.

Bereits im 12. Jahrhundert breitete sich der Orden auf die Herkunftsländer der Kreuzfahrer aus. König Ludwig VII. von Frankreich verlieh 1154 dem Orden den königlichen Status und wies ihm das Schloss Boigny in der Nähe von Orléans zu.

Patriarch Robert von Nantes berichtete an den Papst, dass in der Schlacht von La Forbie (18. Oktober 1244) alle anwesenden Lazarusritter getötet worden.[1] Der Orden nahm unter hohen Verlusten von 1248 bis 1250 am sechsten Kreuzzug teil und erhielt von König Ludwig IX. von Frankreich ein Haus in Damiette geschenkt, dass nach der Aufgabe der Stadt im Mai 1250 aber wieder geräumt werden musste.[2] Im Jahr 1252 griff der Orden in der Nähe von Ramla eine arabische Karawane an um eine große Vieherde zu erbeuten, allerdings wurden die Lazarusritter nach einem Gefecht mit Sarazenenkriegern geschlagen. Laut Joinville hatten nur vier Ordensritter den Kampf überlebt.[3]

1253 erteilte Papst Innozenz IV. dem Orden die Erlaubnis auch Großmeister zu ernennen die nicht an Lepra leiden.[4] 1291 beteiligten sich fünfundzwanzig Ordensritter bei der Verteidigung von Akkon, die alle während des Kampfes getötet wurden.[5] Der Orden war danach gezwungen, das Heilige Land zu verlassen, und Boigny wurde der Sitz des Großmagisteriums. Neun Jahr später stellte Urban IV. die Lazariter unter den direkten Schutz des Heiligen Stuhls und bezeichnet den Orden als „ordo militia“ und stellte ihn damit auf eine Stufe mit den großen Ritteroden der Zeit.[6]

14. bis 19. Jahrhundert

Im Laufe des 14. und 15. Jh. entfaltete der Orden neben dem Dienste an den Leprakranken auch wieder seine militärischen Aktivitäten. Während des Hundertjährigen Krieges kämpften Lazariter für den König von Frankreich, während gleichzeitig englische Lazariter loyal an der Seite ihres Königs für England kämpften. Lazariter kämpften auch bei der Einnahme von Orléans zusammen mit der Hl. Johanna von Orléans.

Nach der Bulle Nos igitur vom 28. März 1489 verfügte Innozenz VIII. die Inkorporation des Lazarusordens mit den Kanonikern vom Heiligen Grab und den Hospitalitern. Die Anwendung blieb auf das Deutsche Reich beschränkt, wo alle Besitztümer an die Hospitaliter fielen. Die Inkorporation beschränkte sich allerdings auf das Reich, in Boigny bestand der Orden weiter fort.

Aufgrund der Intervention Kaiser Karls V. restituierte Leo X. den sizilianischen Zweig des Ordens, exakter das Priorat von Capua, welches sich in Folge vom französischen Zweig in Boigny spaltete. Pius IV. ging sogar soweit, mit der Bulle Inter assiduas vom 09. Februar 1562, eine Restauration aller Privilegien nur und ausschließlich für den italienischen Lazarusorden auszustellen.

Der 1572 von Papst Gregor XVI. gegründete Mauritiusorden war der Grund, weshalb dem sezilianischen Zweig nur eine kurze Existenz beschieden war, da er im November gleichen Jahres mit ihm zum „Orden des Heiligen Mauritius und Lazarus“ vereint wurde.

In Frankreich wurde der Ordensgroßmeister, Philibert marquis de Nérestang (1604–1620) auch Großmeister des Ordens unserer lieben Frau vom Berge Karmel. Andere Quellen sprechen von einer Vereinigung der beiden Orden.[7]

Der Almanach Royal der Regierungszeit Ludwigs XVIII. (Frankreich) listet den Lazarus-Orden weiterhin als bestehenden Orden auf und nennt 1824 Ludwigs Nachfolger Karl als Protektor des Ordens.

Die Entwicklung der Folgejahre ist wissenschaftlich umstritten. Jedoch folgen zahlreiche neutrale Historiker der These von Peter Bander van Buren, dass 1830 – nach der Julirevolution und der Abdankung Karls – einige Offiziere den Orden weiter geführt haben.[8] Seit 1841 stand der Orden wieder unter dem Schutz des melktisch-griechisch-katholischen Patriarchen von Jerusalem, zahlreiche Neuaufnahmen sind für bis in die 1930er Jahre belegt.[9]

Neuzeitliche Entwicklung des Ordens

Die Rückkehr zu den überlieferten Strukturen des Ordens erfolge 1930. Francisco de Borbón y de La Torre, Herzog von Sevilla, wurde in diesem Jahr zum Generalleutnant des Ordens ernannt und fünf Jahre später zum Großmeister gewählt.[10]

Im Jahre 1968 spaltete sich der Orden in die „Obedienz von Malta“ und die „Obedienz von Paris“ und in den Folgejahren in weitere Gruppierungen. Anfang der 2000er Jahre nahmen diese Spaltungen ihren Höhepunkt an. Die 2004 gegründete Orleans-Gruppe stellte sich unter das Patronat des Französischen Königshauses mit Charles-Philippe Prince d’Orléans, Herzog von Anjou, an der Spitze, dem Neffen des Grafen von Paris. Doch auch diese Gruppe zerfiel in zwei Teile, so dass sich seit 2005 die Norwich-Gruppe um Lord Ferrers bildete. Nach mehreren Verhandlungen - in deren Zentrum es immer häufiger um die Suche nach einem gemeinsamen Großmeister ging - dankten François de Cossé, Herzog von Brissac (2004) und Francisco de Paula de Borbon y Escasany, Herzog von Sevilla und Grande von Spanien (2008) ab. Im September 2008 wurde in Manchester die Wiedervereinigung vollzogen und ein Cousin des spanischen Königs, Carlos Gereda y de Borbon, Maquíz de Almazàn, zum 49. Großmeister gewählt und im Anschluss vom Protektor des Ordens, Patriarch Gregor III. Laham ins Amt eingeführt.

Jurisdiktionen im deutschsprachigen Raum

In Deutschland bestehen die Großballei Deutschland[11] (nach dem Tod der Großbailli Tatiana Fürstin von Metternich und Winneburg durch ein Triumvirat geleitet) und das Großpriorat Deutschland[12] (unter Leitung seines Großprior Ernst August Prinz zur Lippe). Darüber hinaus gibt es zwei Erbkommenden, Rheinland und Villa Walldorf. Als weitere Jurisdiktion mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland gibt es das international tätige Humanitäre Großpriorat Europa[13], das eine internationale Anbindung des LHW an den Orden sicherstellt. Eine Wiedervereinigung der beiden großen deutschen Zweige ist im Jahr 2011 geplant.

Nach den beiden Weltkriegen begann auch in Österreich der Lazarus-Orden wieder aufzublühen, indem 1968 die Wiedererrichtung eines Großpriorats des Lazarusordens für Österreich erfolgte und Leopold von Habsburg-Lothringen zum Großprior ernannt wurde. Ziel der damaligen Verantwortlichen war es auch, den Orden kirchlich und staatlich in einer angemessenen Rechtsform zu verankern.

So wurde auf Beschluss der Österreichischen Bischofskonferenz vom 6. bis 8. April 1976 der Lazarus-Orden (Paris Obedienz) per Dekret Seiner Eminenz Franz Kardinal König vom 15. Dezember 1977 (Z. 1202-77) gemäß dem damaligen kanonischen Recht Par. 708 CIC/1917 als Pia Unio errichtet und erlangte damit Rechtspersönlichkeit im kirchlichen Bereich. Auf Grundlage des Konkordates 1933 folgte die Erlangung der Rechtspersönlichkeit für den staatlichen Bereich mit 21. Juli 1980. Das Großpriorat von Österreich tritt seither ausschließlich unter seinem kirchlichen Namen „Ritter des Heiligen Lazarus zu Jerusalem oder kurz Lazarus-Orden“ (Zit. Dekret Kard. König) in Erscheinung. Es untersteht bis heute der österreichischen Bischofskonferenz und ist aufgrund seiner Rechtsform unter der Jurisdiktion des römischen Kirchenrechts. Im April 2008 wurde Prälat Johann Holzinger Can.Reg. als Ordensprälat des Großpriorates von Österreich installiert - er ist gleichzeitig Propst von Stift St. Florian. Als Ordensprotektor des Großpriorates von Österreich fungierte Otto von Habsburg.

Daneben tritt die „Großballei Österreich“ als zivilrechtlich organisierte Jurisdiktion des Lazarusorden auf. Die Großballei Österreich entstand im Rahmen der internationalen Ordenspaltung von 1973 und war in der Folge die österreichische Repräsentanz der Obedienz Malta. Als Hilfsorganisation der Großballei Österreich des Lazarusordens fungiert das Lazarus-Hilfswerk (LHW).

Heutige Struktur

Leitung

Nach der derzeit gültigen Ordensverfassung liegt die Leitung des Ordens bei einem vom Generalkapitel gewählten Großmeister. Ihm zur Seite steht ein Koadjutor als Vertreter und der Ordensrat aus verschiedenen Funktionären (Großkanzler als Chef der Verwaltung, Großprior etc.).

Offizieller Sitz des Ordens ist das Castello Lanzun in San Ġwannauf der Insel Malta.

Mitglieder

Der Orden hat sowohl weibliche als auch männliche Mitglieder, die, obwohl alle Ränge gleichberechtigt sind, in sechs Kategorien eingeteilt: Mitglied, Offizier, Kommandeur, Ritter, Kommandeurritter, Großkreuzritter. Weibliche Mitglieder werden nicht als Ritter, sondern als Damen bezeichnet. Geistliche Mitglieder sind in die Ränge Assistenzkaplan, Kaplan, Seniorkaplan und Ordensprälat bzw. kirchliches Großkreuz eingeteilt.

Ordenskleidung und Insignien

Ein grüngefütterter schwarzer Radmantel mit einem achtspitzigen grünen Kreuz auf der linken Schulter wird von allen Mitgliedern getragen. Nach der Absolvierung einer Pilgerfahrt kann eine goldene Pilgermuschel verliehen werden, die auf das Mantelkreuz geheftet wird. Es kann eine Ordensuniform getragen werden. In manchen Ländern werden dazu verschiedene Arten von Kopfbedeckungen getragen.

Je nach Rang werden verschiedene Insignien getragen, nach dem bei den meisten Orden üblichen Ordensklassenmuster der französischen Ehrenlegion. Daneben bestehen Verdienstauszeichnungen.

Weitere Lazarus-Organisationen

Weitere Organisationen benutzen das grüne achtspitzige Kreuz und stehen in namensähnlicher und ideller Natur zum historischen Orden, ohne allerdings Teil des Ordens zu sein.

Ritter des Heiligen Lazarus zu Jerusalem, Priorat Deutschland in der Erzdiözese Freiburg

Prioratswappen

Diese Organisation wurde 2008 von deutsche Mitglieder des Großpriorates Österreich und des Lazarus-Hilfskorps gegründet und ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Ende 2009 wurden die Überprüfungen zur Konstituierung als privater, kirchlicher Verein (CIC 298, 299) abgeschlossen. Das Priorat in Deutschland ist eine Neugründung und sieht sich nicht als Rechtsnachfolger des "alten" Ritterordens.

Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem (Orleans)

Diese, bereits im Rahmen der Neuzeitlichen Entwicklung des Ordens erwähnte, Gruppierung trennte sich 2004 von der Obodienz von Malta. Die Orleans-Gruppe wählten den Charles-Philippe d'Orléans, Herzog von Anjou zu ihrem Protektor und László Kardinal Paskai zu ihrem spirituellen Protektor, da der melkenitisch-griechisch-katholische Patriarch die Gruppe nicht anerkannte. Kurz darauf übernahm der Onkel des Herzogs, der Graf von Paris den Ehrenschutz. Nach dem Rücktritt des Herzogs wurde Graf Jan Dobrzensky z Dobrzenicz 2010 zum Großmeister gewählt. Im deutschsprachigen Raum existieren die Grossmagistralkommende Deutschland (als Delegation), ein Grosspriorat Österreich (als Delegation) und das Grosspriorat Schweiz.

Militärischer und Hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem (Malta)

Im Frühjahr 2004 entließ der 48. Großmeister, Francisco de Paula de Borbón y Escasany, Herzog von Sevilla, 10 Würdenträger aus dem Orden, unter ihnen den Großprior von Italien. Diese gründeten mit Gleichgesinnten den „Militärischen und Hospitalischen Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem (Malta)“. Großvikar ist Vittorio Galoppini. Als Grand Spiritual Prior and Spiritual Protector wurde Monsignore Ronald Philippe Bär OSB, ehemaliger römisch-katholischer Bischof von Rotterdam und Militärbischof der Niederlande gewählt.

Vereinigte Großpriorate des Hospitalischen Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem (Malta)

Die Vereinigten Großpriorate sind ein Bündnis von Teilen der separierten Lazarus Großprioraten, die ihre internationale karitative Arbeit koordinierung. Diese Gruppierung betrachtet den ursprünglichen Orden als aufgelöst an und erkennt daher keinen der gewählten Großmeister als übernationale Instanz an. Im deutschsprachigen Raum wurden die Delegation Deutschland und ein Großpriorat Österreich gegründet.

Autonomes Großpriorat von Ruthenien

Unter dem Namen „Autonomous Grand Priory of Ruthenia of the Military & Hospitaller Order of St Lazarus of Jerusalem“ werben Mitglieder für eine unabhängige Jurisdiktion bei Facebook. Großprior ist Prof. Frederick Trowman, Birmingham. Die Organisation hat Mitglieder in Europa und Nordamerika.

Liste der Großmeister / Administratoren des Lazarus-Ordens

Großmeister im Heiligen Land (Jerusalem und Akkon)

  • Gérard de Martigues (108?–1098)
  • Boyant Roger (1120–1131)
  • Jean (ab 1131)
  • Barthélémy (um 1153)
  • Itier (um 1154)
  • Hugues de Saint-Pol (um 1155)
  • Raymond du Puy (1157–1159)
  • Rainier (um 1164)
  • Raymond (um 1168)
  • Gérard de Monclar (um 1169)
  • Bernard (1185–1186)
  • Gautier de Neufchâtel ou de Châteneuf (um 1228)
  • Raynaud de Flory (1234–1254)
  • Jean de Meaux (um 1267)
  • Thomas de Sainville (1277–1312)

Großmeister in Boigny

  • Thomas de Sainville (1277–1312)
  • Adam de Veau (um 1314)
  • Jean de Paris (1342–1349)
  • Jean de Coaraze (um 1354)
  • Jean le Conte (um 1355)
  • Jacques de Besnes alias de Baynes (1368–1384)
  • Pierre des Ruaux (1413–1454)
  • Guillaume des Mares (um 1460)
  • Jean le Cornu (1469–1493)
  • François d'Amboise (1493–1500)
  • Agnan de Mareuil (1500–1519)
  • François de Bourbon, comte de Saint-Pol (1519–1521)
  • Claude de Mareuil (1521–1524)
  • Jean Conti (1524–1557)
  • Jean de Levis (1557–1564)

Großmeister in Boigny unter Protektion der französischen Krone

Interregnum

  • Claude-Louis de la Châtre - General-Administrator (1814–1824)
  • Ordenskapitel - (1824–1831) - Präsident: Jean-Louis de Beaumont, Marquis d’Autichamp
  • Ordenskapitel - (1831–1840) - Picot; Joseph-Bon, Baron de Dacier 1831–1833; Auguste-Francois, Baron de Silvestre

Französische Obedienz, unter der Protektion und Administration der Melkitisch Griechisch-Katholischen Patriarchen

  • Patriarch Maximos III. Mazloum (1841–1855) - Protektor, Administrator
  • Patriarch Gregorios I. Youssef (1864–1897)
  • Patriarch Peter IV. Geraigiri (1898–1902)
  • Patriarch Ciril VIII. Ghea (1902–1910)
  • Ordenskapitel - (1910–1930 Patriarchen Demetrios I. Kadi und Kyrillos IX. Moghabghab)

Spanische Obedienz

  • Francisco de Paula de Borbón y de la Torre, Herzog von Sevilla (1930–1952)
  • Francisco Enrique de Borbón y de Borbón, Herzog von Sevilla (1952–1967)

Französische Obedienz

  • Charles Philippe de Bourbon-Orléans, duc d’Alençon, Vendôme et Nemours, Premier Prince du Sang (1967–1969)

Obedienz Malta

  • Francisco Enrique de Borbón y de Borbón (1973–1995)
  • Francisco de Paula de Borbón y Escasany, Herzog von Sevilla (1995–2008)

Obedienz Paris

  • Pierre de Cossé, Duc de Brissac (1969–1986)
  • François de Cossé, Duc de Brissac (1986–2004)
  • Gewählter GM: Francisco de Paula de Borbón y Escasany, Herzog von Sevilla (2004–2008)
  • Amtierender GM: François de Cossé, Duc de Brissac (2004–2006; ab Generalkapitel Baden 2006 GM Emeritus)

Obedienz Orleans

  • Charles-Philippe d’Orléans (2004 - 2010) - Er trat mit offizieller Erklärung am 13. März 2010 aus persönlichen Gründen als Chef der Orleans-Gruppe zurück.

Bis zur Wahl des Nachfolgers wird der anglikanische Bischof Richard Garrard, Grand Prior Spiritual, zum General-Administrator ernannt und den Orden weiterführen.

  • Jan Dobrzensky z Dobrzenicz (seit November 2010)

Vereinigter Orden

  • Don Carlos Gereda y de Borbón, Marquis de Almazàn (seit 2008)

Literatur

  • Peter Bander van Duren: Orders of Knighthood and Merit. The Pontifical, Religious and Secularised Catholic-founded Orders and their relationship to the Apostolic See. C. Smythe, Gerrads Cross 1995, ISBN 0861403711.
  • Guy Coutant de Saisseval: Les Chevaliers et Hospitaliers de Saint Lazare de Jérusalem de 1789 à 1930. Paris 1984.
  • Massimo Ellul: The Green Eight Pointed Cross. Watermelon Books, Valletta 2004.
  • Pierre E. Gautier de Sibert: Histoire de l’ordre Militaire et Hospitalier de Saint-Lazare de Jerusalem. 1772. Slatkine, Genf 1983, ISBN 2-05-100505-2 (Repr. d. Ausg. Paris 1772).
  • Kay Peter Jankrift: Leprose als Streiter Gottes. Institutionalisierung und Organisation des Ordens vom Heiligen Lazarus zu Jerusalem von seinen Anfängen bis zum Jahre 1350. Lit Verlag, Münster 1996, ISBN 3-8258-2589-2.
  • Walter G. Rödel: Werden und Wirken des Lazarus-Ordens. Ein Überblick mit besonderer Berücksichtigung der Ordenshäuser in Deutschland und der Schweiz. Josef Müller GmbH, Schildgen 1974.
  • Ein Tafelgemälde aus dem schwarzen Orden. Als Memento für die Schüler des heiligen Lazarus aus Bethanien. Schreiner, Düsseldorf 1795. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Weblinks

 Commons: Lazarus-Orden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Der Brief des Patriarchen wurde von Salimbene von Parma in dessen Chronica transkriptiert. Siehe dazu, G. Scalia: Scrittori d'Italia. Bari 1966.
  2. Matthäus Paris: Chronica Majora, hrsg. von Henry R. Luard in: Rolls Series 57.5, London 1880, S. 196; Jean Richard: La fondation d'une église latine par saint Louis. Damietta., In: Bibliothèque de l'École des Chartes, CXX (1262)
  3. Joinville, III, §8, hrsg. von Ethel Wedgewood (1906)
  4. Registres d'Innocent IV, hrsg. Berger, Nr. 6204
  5. Desmond Seward: The Monks of War. The Military Religious Orders. Penguin Books, London 1995, ISBN 0140195017.
  6. Kay Peter Jankrift: Leprose als Streiter Gottes.
  7. Die Unterscheidung wird in zwei französisch-königlichen Briefen an den Großmeister deutlich, z.B. vom 29. Mai 1612 und dem 29. Mai 1609, wo vom Großmeisteramt des Kamelordens als auch des Lazarusordens gesprochen wird.
  8. Peter Bander van Duren: Orders of Knighthood and Merit.
  9. Guy Coutant de Saisseval: Les Chevaliers de Saint Lazare de 1789 à 1930.
  10. http://www.st-lazarus.net/international/index.html
  11. Homepage der Großballei Deutschland
  12. Homepage des Großpriorats Deutschland
  13. Homepage des Europäischen Großpriorats

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