Fielding, Henry

Fielding, Henry

Fielding, Henry, Henry Unter dem Dreigestirn der ältern englischen Humoristen, Sterne, Smollet und Fielding, leuchtet der Letztere mit eigenthümlichem Glanze. Wenn er Sterne an poetischer, fessellos schweifender Laune, an kecker Genialität des Humors und Originalität der Form nachsteht, wenn ihn Smollet bei Schilderung von Scenen aus den niedersten Kreisen des Lebens an drastischer Komik oft noch übertrifft; so erhebt er sich über Beide durch eine mehr gemessene, künstlerische Abrundung, durch sorgfältigere Anlage und Ausführung seines Planes, durch einen mehr in den Grenzen des Anstandes bleibenden Humor, indem er mit Sterne und Smollet die Vorzüge einer meisterhaften Charakterzeichnung und treuen Abspiegelung des wirklichen Lebens theilt. Fielding war, so gut wie der Prediger Sterne und der Arzt Smollet, ein vollendeter Lebemann, der seine beiden humoristischen Mitbrüder noch an liederlicher Genialität übertraf. Er stammte aus einem edeln, dem herzoglichen Hause Kingston verwandten Geschlechte und wurde am 22. April 1707 zu Sharpham-Park in der Grafschaft Somerset geboren Sein Vater war englischer General, und hatte viele Kinder. Den Geistlichen Oliver, dem er seine erste Bildung verdankte, schilderte er in seinem Romane »Joseph Andrews.« Auf der Schule zu Eton machte er vertrautere Bekanntschaft mit den alten Klassikern. Auf der Universität zu Leyden sollte er die Jurisprudenz studiren; er ging aber schon in seinem 20. Jahre wegen ausbleibender Geldunterstützung wieder nach London, wo er sich den Vergnügungen überließ. Um sich eine Erwerbsquelle zu öffnen, versuchte er sein Glück mit theatralischen Schriften, bei deren Abfassung er gewöhnlich sehr eilig zu Werke ging. Von seinen 28 Theaterstücken sind die meisten in Vergessenheit gerathen. Nachdem er längere Zeit mit Nahrungssorgen gekämpft hatte, lächelte ihm das Glück; er vermählte sich mit einem schonen und wohlhabenden Mädchen und erbte zugleich von seiner Mutter ein Landgut in der Grafschaft Derby, das jährlich 200 Ps. eintrug. Doch nur drei Jahre dauerte diese Herrlichkeit. Durch sein unordentliches Leben wieder verarmt, mußte er von Neuem auf Mittel zu seiner Erhaltung sinnen. Doch weder die Jurisprudenz noch die Dichtkunst boten hilfreiche Hand und körperliche Leiden verschlimmerten seine Lage. Da erschien 1740 Richardson's Palmela. Er beschloß, die vergötterte Palmela zu persifliren, und schrieb seinen Roman: »Joseph Andrews,« der viele Leser fand. Außer mehreren andern kleinern Schriften gab er später: »die Geschichte des Räubers Jonathan Wild« heraus, und wurde 1749 mit einem kleinen Jahrgeld zum Friedensrichter von Westminster und Middlesex ernannt. Endlich 1750 erschien sein großer Roman: »Tom Jones,« der sowohl in Betreff auf Anlage und Erfindung, als wegen der scharfen Charakterzeichnung und reichen Komik noch jetzt als ein Meisterwerk dasteht, dem nur wenige gleichen. Die etwas derbe und kräftige Sprache im »Tom Jones« und so manche schlüpfrige Stellen entschuldigt die damalige Zeit. Fielding's letzter Roman war »Amalia« (1751), der gegen »Tom Jones« etwas matter erscheint. 1754 ging Fielding, nachdem er schon mehrere Jahre gekränkelt, auf den Rath der Aerzte nach Portugal, wo er nach drei Monaten zu Lissabon im October 1754,48 Jahr alt, starb, ohne seine schon unterwegs angefangene »Reise nach Lissabon« zu beendigen. Eine vortreffliche biographische Skizze von Fielding's Leben hat W. Scott gegeben.

E. O.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Fielding, Henry — born April 22, 1707, Sharpham Park, Somerset, Eng. died Oct. 8, 1754, Lisbon, Port. British novelist and playwright. Fielding attended Eton College but left early and lost his family s support. In his 25 plays, all written early, he was… …   Universalium

  • FIELDING, HENRY —    a famous novelist, who has been styled by Scott the father of the English novel, born at Sharpham Park, Glastonbury, son of General Edmund Fielding and a cousin of LADY MARY WORTLEY MONTAGU (q.v. MONTAGU, LADY MARY WORTLEY); was educated at… …   The Nuttall Encyclopaedia

  • Fielding, Henry — ► (1707 54) Escritor británico. Escribió comedias, farsas y parodias de las costumbres literarias de la época, entre ellas: Amor con varios disfraces, Don Quijote en Inglaterra, etc. Obras de fuerte trazo satírico y humorístico, Joseph Andrews… …   Enciclopedia Universal

  • Fielding,Henry — Field·ing (fēlʹdĭng), Henry. 1707 1754. British writer whose works include the novels Joseph Andrews (1742) and Tom Jones (1749). He also wrote comedies for the stage and edited a number of periodicals. * * * …   Universalium

  • Fielding, Henry — (1707 1754)    Novelist, was b. at Sharpham Park, near Glastonbury. His father was General Edmund F., descended from the Earls of Denbigh and Desmond, and his mother was the dau. of Sir Henry Gould of Sharpham Park. His childhood was spent at… …   Short biographical dictionary of English literature

  • Fielding — Fielding, Henry …   Enciclopedia Universal

  • Henry Fielding — Nacimiento 22 de abril de 1707 Sharpham, Somerset, Inglaterra, Reino Unido …   Wikipedia Español

  • Henry Fielding — (* 22. April 1707 in Sharpham Park bei Glastonbury, Somerset; † 8. Oktober 1754 in Lissabon) war ein berühmter englischer Romanautor, Satiriker, Dramatiker, Journalist und Jurist …   Deutsch Wikipedia

  • Henry Barron Fielding — Nacimiento 1805 Fallecimiento …   Wikipedia Español

  • Fielding — Saltar a navegación, búsqueda Fielding hace referencia a: Henry Fielding, escritor británico del s.XVIII; Sarah Fielding, escritora británica, hermana del anterior; Sir John Fielding, juez británico, hermanastro de los dos anteriores; Helen… …   Wikipedia Español

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”