Lampen

Lampen. Schon die alten Aegypter und Juden (zu Moses Zeiten) hatten L., und Ersteren gebührt wohl die Ehre der Erfindung. Sie galten bei ihnen als Sinnbild der Unsterblichkeit und wurden brennend in die Gräber zu den Leichen gestellt. Bei den Griechen war die L. der Minerva gewidmet, und ihr zu Ehren die ewige Lampe, so genannt, weil Docht und Nahrung sich nicht verzehrten, erfunden. Rom empfing die L. aus Griechenland, und so verbreiteten sie sich nach und nach über ganz Europa. – Neuere Arten sind die Argand'sche (die Basis aller folgenden), die Sine-Umbra-Lampe und die Liverpool-Lampe. Der gewöhnliche dünne Docht gab nicht genug Licht, man dehnte denselben daher nach einer Richtung aus, machte den Docht flach und breit, und gab so der leuchtenden Flamme mehr Körper. Doch nun fing sie in der Mitte an zu rauchen, da machte Argand den Docht cylindrisch und hohl, und leitete so die Luft, deren freier geregelter Zugang eine Hauptbedingung des guten Brennens ist, mitten in die Flamme. Um jedoch diese noch mehr mit Luft zu versorgen, und zugleich das Flackern zu verhindern, auch den Rauch verzehren zu helfen, setzte er einen Glascylinder über die Flamme; ein Schirm auf einer Seite angebracht, machte, daß die größtmögliche Menge des Lichtes nach einer Seite hin geworfen wurde. Dieß ist die Argand'sche Lampe, bei der das Oelgefäß hinter dem Schirm oder Spiegel steht. Um diese Wandlampe auch im Zimmer auf einen Tisch stellen zu können, gab man derselben einen Fuß, das Oelgefäß ward kreisförmig gemacht, und umgab die Flamme von allen Seiten, ein Schirm von Gaze, Milchglas oder Blech bedeckte sie von oben her, so hatte man im letzten Falle ein sehr helles Licht nach unten concentrirt, zum Lesen etc. zweckmäßig, im ersten Falle, bei einem Gaze- oder Glasschirm, war das Licht nach unten hin weniger intensiv, dagegen das ganze Zimmer schön gleichmäßig beleuchtet. Zunächst an diese schloß sich die Sine-Umbra-Lampe, welche von der vorigen nur darin abweicht, daß das Oelgefäß in dem innern Umkreise breiter ist, als an dem äußern, und daß eine matt geschliffene Glaskugel die Flamme ganz umgibt, daher sie sich selbst, weder von ihrem Fuß, noch von dem Kranze her einen Schatten wirft. Die Liverpool-Lampe hat statt eines geraden Cylinders, welcher den Docht umschließt, eine Kugel, die in einen Rauchfang endigt; über dem cylindrischen Docht ist eine kleine Platte von Metall angebracht, welche die Flamme aus einander treibt, und ihr eine größere Breite, also auch mehr Licht, gibt, doch fordert sie auch viel mehr Oel, und weil man die Augen nicht durch einen Schirm schützen kann, ist sie denselben durch ihren blendenden Glanz nachtheilig. Die neueste Erfindung aber, welche nicht allein wegen ihres schönen hellen Lichtes, sondern auch wegen ihrer Wohlfeilheit, alle angeführten Lampen gewiß sehr bald verdrängen wird, ist die der tragbaren Gaslampen.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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