Arnsbach (Borken)
Arnsbach
Stadt Borken
Koordinaten: 51° 3′ N, 9° 15′ O51.0543059.246005195Koordinaten: 51° 3′ 15″ N, 9° 14′ 46″ O
Höhe: 195 m ü. NN
Fläche: 6,68 km²
Einwohner: 524 (15. März 2011)
Eingemeindung: 1. Jan. 1974
Postleitzahl: 34582
Vorwahl: 05682

Arnsbach ist ein Dorf im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen und seit 1974 ein Stadtteil von Borken. Es ist urkundlich erstmals im Jahre 1245 als Arnesbach erwähnt. Die Gemarkung Arnsbach liegt im Westen des Borkener Beckens und hat eine Größe von ca. 688 Hektar. In Arnsbach leben ca. 560 Menschen.

Nordwestlich von Arnsbach liegt der Naturbadesee Stockelache, der nach der Rekultivierung des ersten Braunkohletagebaus (Altenburg I) auf dem Gebiet von Borken entstand. Am nordöstlichen Fuß der nahen Altenburg liegt der frühgeschichtliche Ort Blankenhain.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ausgrabungen, die 1936/37 unter der Leitung von Edward Sangmeister vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Marburg durchgeführt wurden, stellten schon für die Jungsteinzeit (Neolithikum) eine Besiedlung des Arnsbacher Raumes fest. Für die Besiedlung war die große Nähe von Wasser und die Lößbedeckung des Bodens wichtig. Die in Arnsbach gefundenen parallel liegenden Großbauten und Keramiken gehören zu den forschungsgeschichtlich bedeutsamen Zeugnissen bandkeramischer Siedlungstypen und galten lange Zeit mit der in Köln freigelegten Lindenthaler Siedlung als beispielhaft für diese Kultur (5600/5500 v. Chr.).[1]

Die erste urkundliche Erwähnung Arnsbachs im Jahre 1245 erfolgte in Zusammenhang mit Besitz des Deutschen Orden.[2] Das Dorf war im Besitz der Grafen von Ziegenhain, die es als Lehen an die Herren von Falkenberg gaben. Noch 1423 erklärte Hans von Falkenberg, dass Arnsbach falkenbergisches Erbe sei. Nach dem Ableben von Hans von Falkenberg 1426 fiel sein Besitz in Arnsbach an die Grafen von Ziegenhain zurück. Nach deren Aussterben im Jahre 1450 fiel ihre gesamte Grafschaft an die Landgrafschaft Hessen.

Spätestens seit 1570 gehört Arnsbach zum hessischen Gericht Borken.[3]. Das Gericht war dem Amt Borken zugeordnet, das landgräflichen Besitzungen und Gerichte verwaltete.

1585 hatte das Dorf 37 Haushalte. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt es, wie alle Orte der Gegend, schwere Verwüstungen. 1639 gab es nur noch zehn Ehepaare und fünf Witwen; es wurden noch zehn Kühe, zwei Stiere und ein Pferd gezählt, Schweine und Schafe gab es nicht mehr. Im Jahre 1747 hatte der Ort dann bereits wieder 40 Haushalte, und 1835 gab es 392 Einwohner in 52 Häusern.[4]

Literatur

  • Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen, Fischer, Kassel 1842, Online
  • Werner Ide: Von Adorf bis Zwesten. Ortsgeschichtliches Taschenbuch für den Kreis Fritzlar-Homberg, Bernecker, Melsungen 1972
  • Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Kassel - Hofgeismar - Fritzlar - Melsungen - Ziegenhain, TitelErg=Teil I: Einführende Aufsätze, Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern Band 50, von Zabern, Mainz 1982, ISBN 3-8053-0573-7
  • Magistrat der Stadt Borken (Hrsg.): 675 Jahre Stadt Borken. Beiträge zur Stadtentwicklung, Riemann, Melsungen 1992

Weblinks

http://www.borken-arnsbach.de/

Einzelnachweise

  1. Irene Kappel: Kassel - Hofgeismar - Fritzlar - Melsungen - Ziegenhain. Die bandkeramische Kultur des Altneolithikums. In: Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 50, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1982, ISBN 3-8053-0573-7, S. 44-51.
  2. Wyss Urkundenbuch Deutscher Orden I Nr. 78
  3. Georg Landau: Justizamt Borken. In: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. Theodor Fischer, Kassel 1842, S. 256 (PDF).
  4. Werner Ide, Von Adorf bis Zwesten, S. 16.

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