Astronom
Historische Darstellung eines Astronomen bei der Arbeit

Ein Astronom (griechisch ἄστρον [ástron], „Stern, Gestirn“, und νόμος [nómos], „Brauch, Gesetz“) ist eine (im Regelfall akademisch gebildete) Person, die sich wissenschaftlich mit der Astronomie beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

Haupttätigkeit der Astronomen

Beschränkt man den Begriff Astronom auf jene Wissenschaftler, die sich hauptberuflich der Astronomie widmen, dann sind meist zwei der folgenden Tätigkeiten Gegenstand des Berufs:

Der Beruf des Fachastronomen setzt im Regelfall ein Hochschulstudium der Astronomie oder verwandter Naturwissenschaften voraus, etwa ein Diplom der Physik oder Astronomie (nur in Österreich), manchmal auch Studienabschlüsse aus Mathematik, Geodäsie, Aeronautik und anderen. Das Verfassen einer Dissertation schließt sich in den meisten Fällen an, denn die abgeschlossene Promotion gilt oft als Einstellungsvoraussetzung.

Gewandeltes Berufsbild

Das Berufsbild des Astronomen hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. In der Vergangenheit beobachteten Astronomen überwiegend den Himmel mittels optischer Teleskope an Sternwarten. Heute arbeiten die meisten an sehr spezialisierten Fragestellungen und verwenden elektromagnetische Signale aus allen Wellenlängenbereichen, von der kurzwelligen Gammastrahlung bis zu den längsten Radiowellen. Viele Messdaten werden auch übers Internet verbreitet – insbesondere bei regelmäßigen internationalen Messkampagnen wie im IVS – beziehungsweise vom Netz übernommen.

Daher sitzen Astronomen heute kaum mehr „hinter dem Fernrohr“, sondern nur einen vergleichsweise kurzen Teil ihrer Zeit in den Kontrollräumen der Teleskope. Die dort gewonnenen Daten werden meist außerhalb der Nachtdienste am Instituts- oder häuslichen Schreibtisch ausgewertet und aufbereitet. Immer mehr gewinnt das so genannte „service mode observing“ an Bedeutung, bei dem nur Beobachtungsziel und -art spezifiziert werden, die Beobachtungen werden an den Teleskopen beziehungsweise von Erdsatelliten unabhängig oder sogar automatisiert durchgeführt.

Fach- und Amateurastronomen

Da viele Studenten des Faches später auf anderen Gebieten arbeiten, hängt es von ihrem Selbstverständnis ab, ob sie sich auch weiterhin als Astronom bezeichnen. Inwieweit wissenschaftlich tätige Amateurastronomen als Astronomen im eigentlichen Sinn zu nennen sind, ist ebenfalls offen. Besonders in früheren Jahrhunderten ist eine Trennung zwischen Fachastronom und Amateur wenig zweckmäßig, wie etwa das Beispiel von Wilhelm Olbers zeigt.

Da die Astronomie nach wie vor eine Wissenschaft ist, die auch im professionellen Bereich von einzelnen und kleinen Forschungsgruppen geprägt ist, haben auch Amateure mit der entsprechenden Begabung und Ausrüstung die Möglichkeit, mitzuwirken. Amateure sind oft dort erfolgreich, wo eine kontinuierliche Beobachtung notwendig ist, aber wegen der Kosten durch Großteleskope kaum professionell machbar ist, etwa die Asteroiden- und Kometenüberwachung oder auf dem Gebiet veränderlicher Sterne sowie der Astrometrie.

Dienstzeit

Da Astronomen naturgemäß – wenn auch durch die moderne Beobachtungs- und Informationstechnik nicht mehr so ausgeprägt wie früher – ihre Tätigkeit in der Nacht ausüben, erfordert die Arbeit eines Berufsastronomen klare Regelungen zur Dienstzeit.

Die Zeiten des „astronomischen Schlafmangels“, über die auch berühmte Astronomen manchmal in ihren Briefen oder Berichten geklagt haben, sind allerdings größtenteils vorüber. Moderne Sternwarten sind meistens mit automatischen Technologien ausgerüstet, die ein gewisses Maß an Fernbedienung erlauben oder sogar international anbieten, wie z.B. einige Observatorien auf Hawaii oder ESO-Sternwarten wie in Chile. Da visuelle Messungen oder Kontrollen nur mehr selten erforderlich sind und elektro-optische Sensoren prinzipiell auch eine Funktionskontrolle über EDV oder via Internet erlauben, werden durchgehend nächtliche Arbeitszeiten zunehmend seltener.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Astronom – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Astronomen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • astronom — ASTRONÓM, Ă, astronomi, e, s.m. şi f. Specialist în astronomie. – Din fr. astronome, lat. astronomus. Trimis de cata, 07.02.2004. Sursa: DEX 98  ASTRONÓM s. (înv. şi pop.) astrolog, (pop.) solomonar. T …   Dicționar Român

  • Astronom — Astronom, Geschichtsschreiber im 9. Jahrh. am Hofe Ludwigs des Frommen; schr. das Leben desselben, 778–840, oft gedruckt …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Astrŏnom — (v. gr.), der sich mit der Astronomie beschäftigt …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Astronom — Astronom, der Sternkundige; astronomisch, was sich auf die Sternkunde bezieht; astronomisches Jahr, das auf Stunden, Minuten und Sekunden berechnete Jahr; dasselbe gilt vom astronomischen Monat u.s.w …   Herders Conversations-Lexikon

  • astrònom — m onaj koji se bavi astronomijom, proučavanjem kretanja nebeskih tijela; zvjezdoznanac …   Veliki rječnik hrvatskoga jezika

  • astronom — astrònom m DEFINICIJA onaj koji se bavi astronomijom, proučavanjem kretanja nebeskih tijela; zvjezdoznanac ETIMOLOGIJA vidi astronomija …   Hrvatski jezični portal

  • astronom — {{/stl 13}}{{stl 8}}rz. mos I, Mc. astronommie; lm M. owie {{/stl 8}}{{stl 7}} badacz zajmujący się astronomią <łac. z gr.> {{/stl 7}} …   Langenscheidt Polski wyjaśnień

  • Astronom — Sternforscher; Sternengucker * * * ◆ As|tro|nom 〈m. 16〉 Wissenschaftler, Student der Astronomie; Sy Sternkundiger [<grch. astronomos; <astron „Gestirn“ + nomos „Gesetz“] ◆ Die Buchstabenfolge as|tr... kann in Fremdwörtern auch ast|r...… …   Universal-Lexikon

  • astrònom — as|trò|nom Mot Pla Nom masculí …   Diccionari Català-Català

  • Astronom — Stjerneforsker. En, der dyrker læren om himmellegemerne …   Danske encyklopædi

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”