Resident Evil: Extinction
Filmdaten
Deutscher Titel Resident Evil: Extinction
Produktionsland Deutschland, USA, Frankreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK Keine Jugendfreigabe
Stab
Regie Russell Mulcahy
Drehbuch Paul W. S. Anderson
Produktion Paul W. S. Anderson,
Samuel Hadida,
Jeremy Bolt,
Robert Kulzer,
Bernd Eichinger
Musik Charlie Clouser
Kamera David Johnson
Schnitt Ryan Folsey,
Niven Howie
Besetzung

Resident Evil: Extinction ist ein US-amerikanischer Science Fiction Horror-Thriller nach der gleichnamigen Videospielreihe Resident Evil von Capcom, inszeniert von Regisseur Russell Mulcahy aus dem Jahr 2006. Er ist eine Co-Produktion von Constantin Film Produktion GmbH, Davis-Films, Impact Pictures und Resident Evil Productions im Verleih der Screen Gems Inc. in den USA und Constantin Film in Deutschland.[1] Der Film spielt etwa fünf Jahre nach den Ereignissen des Vorgängerfilms Resident Evil: Apocalypse.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

In der Nähe der Stadt Raccoon City in einer alten Villa erwacht in der Dusche liegend die junge Frau Alice. Sie durchstreift zunächst die Räumlichkeiten der Villa, bis sie den versteckten Zugang zum Hive der Umbrella Corporation entdeckt, wo sie von einer Springmine getötet wird. Es stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei der Frau um einen Klon von Alice handelte, der als lebende Superwaffe unter der Aufsicht von Dr. Isaacs erschaffen wurde.

Trotz der Vertuschungsmaßnahmen der Umbrella Corporation hat sich das T-Virus binnen weniger Wochen von Raccoon City über ganz Amerika und kurze Zeit später über den gesamten Globus verbreitet. Dabei wurde alles Lebende auf dem Planeten ausgelöscht oder in wandelnde Untote verwandelt, zugleich verwandelten sich die meisten Landschaften in karges Ödland. Nur in wenigen Verstecken leben noch vereinzelt Menschen, die per Funk versuchen mit anderen Überlebenden in Kontakt zu treten, um Hilfe und Proviant bitten.

Nachdem Alice nach ihrer Rettung aus Raccoon City herausfand, dass Umbrella sie mithilfe von Satelliten überwachen lässt, trennte sie sich zu deren Schutz von ihren Gefährten und irrt seitdem allein mit ihrem Motorrad durch das verwüstete Amerika. Zudem haben sich im Laufe der Zeit bei ihr starke, telekinetische Fähigkeiten entwickelt, die immer noch im Wachstum begriffen sind und um deren Kontrolle sie bisweilen noch kämpfen muss.

Derweil beraten die führenden Köpfe der Umbrella Corporation über die Lage und ihre weitere Vorgehensweise. Dr. Isaacs wohnt diesem per Videokonferenz anberaumten Treffen aus einem Komplex, der unterhalb einer Wüste im amerikanischen Südwesten liegt, bei, während die anderen Teilnehmer aus der ganzen Welt live zugeschaltet sind. Dr. Isaacs erklärt den anderen Teilnehmern, dass er ein Mittel gefunden habe, mit dem die Zombies behandelt werden können, so dass sie wieder zu kontrollierbaren Personen mit Logik und Menschenverstand werden. Er plant auf diese Weise unzählige Zombies zu versklaven. Die Umbrella-Führung erklärt dieses Projekt zusammen mit dem Projekt Alice zur obersten Priorität. Kurze Zeit später testet Dr. Isaacs sein Mittel an einem Zombie, um ihm einen Teil seiner früherer Intelligenz wieder verfügbar zu machen. Der Zombie kann tatsächlich wieder logisch denken, einfache Aufgaben lösen und verhält sich ruhig und normal. Dieser Zustand dauert allerdings nur kurze Zeit an, bevor er wieder in sein mörderisches Verhalten zurückfällt und Isaacs Assistenten tötet.

Währenddessen ist eine andere Gruppe von Überlebenden in der Wüste mit Bussen und Trucks unterwegs, die von Claire Redfield angeführt wird. Darunter befinden sich auch Carlos und L.J., Alices überlebende Gefährten aus Raccoon City. Die Gruppe findet ein verlassenes Hotel und hofft dort Proviant, Waffen und Treibstoff vorzufinden. Dabei kommt es zu einem Zombieangriff, der zwar abgewehrt werden kann, in dessen Verlauf jedoch L.J. verletzt wird. Am nächsten Morgen wird die Gruppe von Raben angegriffen, die sich durch den Verzehr von mit dem T-Virus kontaminierten Fleisch infiziert haben. Bei diesem Angriff kommen einige der Flüchtlinge ums Leben, doch mithilfe eines Flammenwerfers und Alices telekinetischen Fähigkeiten kann der Angriff abgewehrt werden. Daraufhin schließt sich Alice wieder der Gruppe an.

Alice hat vor kurzem auf ihren Reisen ein Buch gefunden, in dem sechs Monate alte Funksprüche notiert sind. In diesen heißt es, in Alaska gäbe es noch Überlebende und keine Anzeichen des T-Virus. Also macht sich die Gruppe auf den Weg nach Alaska. Doch zuerst nimmt sie Kurs auf Las Vegas, um die Vorräte aufzustocken. In der vom Wüstensand nahezu vollständig bedeckten Stadt kommt es zu einem weiterem Zombie-Angriff, der von Umbrella inszeniert wurde, um Alice in ihre Gewalt zu bekommen. Während dieses Angriffes bauen Dr. Isaacs und einige Wissenschaftler eine Verbindung zu einem Satelliten auf, um Alice zu verfolgen und sie mittels eines Steuersignals eine Konditionierung bei ihr auszulösen, die sie vorübergehend in ein komatösen Zustand versetzen soll. Doch Alice kann sich der Kontrolle durch den Satelliten mittels ihrer Willenskraft entziehen. Dr. Isaacs flüchtet mit einem Hubschrauber, bevor Alice ihn töten kann, jedoch wird er bei seiner Flucht von einem Zombie gebissen.

Alice kann über das Notebook, das Dr. Isaacs zurücklassen musste, herausfinden, wohin dieser mit dem Hubschrauber geflohen ist. Dadurch gelingt es ihr, den Komplex von Umbrella ausfindig zu machen, woraufhin sich die Gruppe auf den Weg dorthin begibt. Durch ein explosives Ablenkungsmanöver, bei dem sich Carlos, der bei dem Angriff in Las Vegas durch den Biss eines Zombies mit dem T-Virus infiziert wurde, opfert, kann der Rest der Gruppe in die Umzäunung des von Zombies umlagerten Komplexes durchbrechen. Während die Gruppe um Claire Redfield sich mit dem in ihre Gewalt gebrachten Hubschrauber in Richtung Alaska absetzen kann, dringt Alice in die unterirdischen Labore ein.

Unterdessen hat sich Dr. Isaacs selbst das Gegenmittel in großen Mengen gespritzt, welches ihn aber zusammen mit dem T-Virus zu einem Monster mit Selbstheilungskräften mutieren lässt. Im Komplex der Umbrella Corporation entdeckt Alice die Produktionsstätte ihrer eigenen Klone und begegnet der White Queen, dem Avatar des lebenden Basiscomputers, welche ihr eröffnet, dass Alices neukonstruierte genetische Struktur die Möglichkeit birgt, ein Gegenmittel gegen den T-Virus herzustellen. Schließlich kommt es zum Showdown zwischen Alice und dem mutierten Dr. Isaacs. Der Mutant ist ihr körperlich um einiges überlegen und bringt Alice in Bedrängnis. Sie flieht in den Hive-Laserkorridor, wo sich die Laser aktivieren, die angebracht wurden, um Eindringlinge zu zerschneiden. Dr. Isaacs wird von eben diesem Lasernetz zerstückelt und auch Alice steht es kurz bevor, getötet zu werden. Doch der Laser wird von einem Klon von Alice rechtzeitig abgeschaltet, bevor er Alice erreicht.

Während die Vorstände von Umbrella, sicher eingeschlossen in ihren Bunkern, die Lage beraten, kontaktiert Alice den Vorstand in Tokio und kündigt ihnen an, ihnen zusammen mit einigen Freundinnen einen Besuch abzustatten. Danach tritt sie mit ihrem Klon vor ein Fenster, hinter dem Unmengen weiterer Klone zu sehen sind.

Hintergrund

Der Film wurde in Filmstudios in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt gedreht, während die Außenaufnahmen in den Ortschaften Mexicali sowie in San Felipe entstanden.[2] Ursprünglich waren für die Dreharbeiten Drehorte im Outback Australiens vorgesehen.[3] Die Dreharbeiten begannen am 17. Mai 2006 und endeten am 22. August 2006.[4] Die Postproduktion wurde im Jahr 2007 beendet. Das Budget des Films wird auf rund 45 Millionen US-Dollar geschätzt.[4]

Der Film feierte am 20. September 2007 seine Premiere in Russland.[5] Einen Tag später startete er in den US-amerikanischen und mexikanischen Kinos.[5] In Deutschland lief er am 27. September 2007 an.[5] Am 1. Januar 2008 erschien er in den USA auf DVD, in dessen Bonusmaterial ein Trailer des AnimationsfilmsResident Evil: Degeneration“ zu finden ist.[3][5] Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen der Filmreihe wurde „Resident Evil: Exitinction“ nicht mehr als VHS-Videokassette veröffentlicht.[3] Stattdessen wurden neue Medien genutzt, so dass der Film die erste Blu-Ray-Veröffentlichung ist, die Bild im Bild unterstützt.[3]

Am Eröffnungswochenende wurden in den USA über 23,6 Millionen US-Dollar eingespielt.[4] Der zweite Teil, „Resident Evil: Apocalypse“, konnte am Startwochenende mit rund 23,7 Millionen US-Dollar ein unwesentlich höheres Einspielergebnis vorweisen, obwohl er in 450 Kinos mehr gezeigt wurde, als dies beim dritten Teil der Fall war. Durch das gute Einspielergebnis landete „Resident Evil: Extinction“ auf dem ersten Platz der US-amerikanischen Kinocharts. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen in den USA auf knapp 50 Millionen US-Dollar.[4] Weltweit wurden mehr als 147,7 Millionen US-Dollar eingenommen.[4] An den deutschen Kinokassen wurden über 300.000 Besucher gezählt.[4]

Paul W. S. Anderson, Regisseur des ersten Teils schrieb erneut das Drehbuch zum Film, Bernd Eichinger ist als ausführender Produzent beteiligt und Milla Jovovich spielt zum dritten Mal in Folge die Hauptrolle der Alice. Des Weiteren werden zwei weitere Charaktere der Videospielreihe eingeführt, Claire Redfield aus dem Spiel „Resident Evil 2“, gespielt von Ali Larter und Albert Wesker aus dem ersten Resident-Evil-Spiel, verkörpert von Jason O’Mara. Sienna Guillory musste aufgrund von Terminüberschneidungen mit den Dreharbeiten zu „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ eine Beteiligung an „Resident Evil: Extiction“ ablehnen, so dass ihre Rolle der Jill Valentine aus dem Drehbuch entfernt werden musste.[3] Mit Fertigstellung des dritten Spielfilms wurde „Resident Evil“ zum ersten Videospiel, auf dem eine Spielfilmtrilogie basiert.[3] Während sich der zweite Film stark an der Handlung der Computerspiel-Reihe, insbesondere an „Resident Evil 3: Nemesis“, orientiert, wird im dritten Film, wie bereits im ersten, ein völlig neuer und von den Spielen unabhängiger Handlungsbogen erzählt. Die Spezialeffekte wurden von Gentle Giant Studios Inc., Tatopoulos Studios und Mr. X Inc. produziert. Das verlassene und vom Sand zugewehte Las Vegas wurde mithilfe eines Miniaturmodells dargestellt. Für die Szenen, die den Angriff der Raben zeigen, wurden lediglich zwei Raben verwendet, alle weiteren Raben wurde per Tricktechnik eingefügt.[3] Die Kleidung, die Milla Jovovich trägt, wurde von ihrer eigenen Modelinie Jovovich-Hawk entworfen.[3]

Der Film zitiert mehrfach Ideen aus anderen Filmen, unter anderem aus Alfred Hitchcocks Horror-Klassiker „Die Vögel“, „Mad Max“, „I Am Legend“ sowie „Der Omega-Mann“.[3][6][7] Außerdem finden sich in der Schlusssequenz Motive aus den Filmen „Alien – Die Wiedergeburt“, „Zombie 2“ und erneut „I Am Legend“, in denen ebenfalls Ärzte und Wissenschaftler Versuche unternehmen, Untote oder Infizierte zu zähmen und zu heilen.

Aufgrund der schlechten Kritiken der ersten beiden Filme wurde der dritte Teil vor dem offiziellen Kinostart keinen Filmkritikern vorgeführt.[3]

Soundtrack

Die Musik zum Film wurde von Charlie Clouser komponiert, der mit seiner Filmmusik zu allen Teilen der „Saw“-Filmreihe seit 2004 auf sich aufmerksam machte. Richard Kruspe, der Gitarrist der Band Rammstein, spielt die Titelmusik zum Film. Der Titel des Liedes ist „My World“ und ist eine Auskopplung aus dem Album „Emigrate“ von Emigrate. Der Soundtrack erschien am 27. November 2009 bei Bodog Music Europe und enthält 22 Musiktitel.

Nr. Interpret Titel
1. Charlie Clouser Main Title
2. Shadows Fall Stupid Crazy
3. Flyleaf vs. The Legion of Doom I'm So Sick (T-Virus-Remix)
4. Emigrate My World
5. Bayside Duality (Project Alice String Remix)
6. Charlie Clouser Losing
7. Aiden vs. The Legion of Doom One Love (Extinction Remix)
8. Fightstar Deathcar
9. Throwdown I, Suicide
10. Collide White Rabbit (SPC ECO Mix)
11. Chimaira Paralyzed
12. Charlie Clouser Laser Tunnel
13. The Bled Asleep On The Frontlines (Appliantz Remix)
14. City Sleeps Catch Me
15. Searchlight Contagious
16. Emanuel Scenotaph (DJA Infected Remix)
17. It Dies Today Sixth Of June
18. Poison the Well Wrecking Itself Taking You With Me
19. Charlie Clouser Convoy
20. Overkill Devils In The Mist (Special Bonus Track)
21. Neurosonic So Many People (Special Bonus Track)
22. Nightwish Amaranth (Special Bonus Track)

Der von The Crystal Method produzierte Musiktitel „I Know It's You“, der für den ersten Kinotrailer genutzt wurde und dem Milla Jovovich ihre Stimme lieh, wurde bereits drei Jahre zuvor veröffentlicht, ist auf dem Soundtrack jedoch nicht enthalten.[3]

Kritik

Die Redaktion von Cinema urteilt: „Russell Mulcahy, der vor 20 Jahren als Regisseur des ersten »Highlander«-Films Kinogeschichte schrieb, verpasste der nur mäßig furchterregenden Monsterhatz eine knirschend-staubige Wüstenoptik und inszenierte die Messer schwingende Milla, die ihre scharfen Outfits selbst designte, erotisch wie nie. Ansonsten gibt's ein bisschen Suspense und Zombie-Splatter, hölzerne Dialoge und eine Prise Sex.“[8] Das Fazit lautet: „Milla, Monster und Mutanten im heißen Wüstensand: sinnfreies, aber cool gefilmtes Hochglanz-B-Movie.“[8]

Nach Urteil des Lexikon des Internationalen Films ist „Resident Evil: Extinction“ ein „routiniert inszenierter Endzeithorror“.[7] Es „durchläuft der rasant geschnittene Film kurzweilige Episoden, die unverhohlen aus der Filmgeschichte zitieren. Der wilde, zum Teil auch rüde Stil- und Genremix kann jedoch seine inhaltliche Einfallslosigkeit nie kaschieren.“[7]

Nominierungen und Auszeichnungen

Der Film wurde 2008 bei den Golden Trailer Awards in der Kategorie „Best Action TV Spot“ nominiert und konnte in der Kategorie „Best Action Poster“ gewinnen.[9]

Roman zum Film

Film-Reihe

Die beiden Vorgänger des Films lauten Resident Evil (2002, Regie: Paul W. S. Anderson) und Resident Evil: Apocalypse (2004, Regie: Alexander Witt), die Fortsetzung ist der Film Resident Evil: Afterlife (2010, Regie: erneut Paul W. S. Anderson).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Beteiligte Firmen laut Internet Movie Database
  2. Drehorte laut Internet Movie Database
  3. a b c d e f g h i j k Hintergrundinformationen laut Internet Movie Database
  4. a b c d e f Budget und Einspielergebnisse laut Internet Movie Database
  5. a b c d Starttermine laut Internet Movie Database
  6. Resident Evil: Extinction Review
  7. a b c Zeitschrift film-dienst und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.), Horst Peter Koll und Hans Messias (Red.): Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2007. Schüren Verlag, Marburg 2008. ISBN 978-3-89472-624-9
  8. a b Filmkritik, Cinema
  9. Nominierungen und Auszeichnungen laut Internet Movie Database

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