Bad Blankenburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Blankenburg
Bad Blankenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Blankenburg hervorgehoben
50.68444444444411.263611111111220
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 35,56 km²
Einwohner:

7.047 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07422
Vorwahl: 036741
Kfz-Kennzeichen: SLF
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 005
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
07422 Bad Blankenburg
Webpräsenz: www.bad-blankenburg.de
Bürgermeister: Frank Persike (Die Linke)
Lage der Stadt Bad Blankenburg im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Arnsgereuth Allendorf Altenbeuthen Bad Blankenburg Bechstedt Cursdorf Deesbach Döschnitz Dröbischau Drognitz Gräfenthal Hohenwarte Kamsdorf Katzhütte Kaulsdorf (Saale) Königsee Lehesten Leutenberg Lichte Mellenbach-Glasbach Meura Meuselbach-Schwarzmühle Oberhain Oberweißbach/Thüringer Wald Piesau Probstzella Reichmannsdorf Remda-Teichel Rohrbach Rottenbach Rudolstadt Saalfeld/Saale Saalfelder Höhe Schmiedefeld (Lichtetal) Schwarzburg Sitzendorf Uhlstädt-Kirchhasel Unterweißbach Unterwellenborn Wittgendorf ThüringenKarte
Über dieses Bild

Bad Blankenburg ist eine Kleinstadt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Thüringen. Sie war bis 2007 ein staatlich anerkannter Luftkurort und bezeichnet sich selbst als Lavendelstadt.

Die Stadt hat 7.327 Einwohner (Stand 31. Dezember 2006) und eine Fläche von 35,56 km².

Inhaltsverzeichnis

Geographie

In Bad Blankenburg mündet die Rinne in die Schwarza.

Stadtgliederung

Zu Bad Blankenburg gehören 8 Ortsteile (urkundliche Ersterwähnung) [2]:

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Bechstedt, Rottenbach, die Stadt Rudolstadt, Saalfelder Höhe und Schwarzburg.

Geschichte

Blankenburg mit Burgruine um 1900

Der Ort geht auf die einst ebenfalls Blankenburg genannte Burg Greifenstein zurück, unter der sich die Siedlung als nach der Burg genannter Burgweiler bildete und 1267 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Stadtrecht ist seit 1323 urkundlich verbürgt. Im Jahr 1840 gründete Friedrich Fröbel in Blankenburg den ersten Kindergarten in Deutschland. Im selben Jahr begann auch der Kurbetrieb im Ort, durch den Blankenburg 1911 von den damaligen Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt den Titel Bad verliehen wurde.

Am 19. Juni 1992 wurden Böhlscheiben und Zeigerheim eingemeindet, am 23. März 1993 folgten Gölitz und Oberwirbach und am 8. März 1994 Cordobang.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834: 1.256
  • 1933: 4.557
  • 1939: 5.307
  • 1960: 10.126
  • 1994: 8.323
  • 1995: 8.197
  • 1996: 8.136
  • 1997: 8.076
  • 1998: 8.037
  • 1999: 7.963
  • 2000: 7.909
  • 2001: 7.764
  • 2002: 7.688
  • 2003: 7.658
  • 2004: 7.613
  • 2005: 7.498
  • 2006: 7.363
  • 2007: 7.281
  • 2008: 7.235
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Rathaus
Marktplatz

Stadtrat

Nach der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab sich folgende Verteilung der 20 Sitze:

Die Linke 9 Sitze
CDU 6 Sitze
FWG 3 Sitze
SPD 2 Sitze

Wappen

Blasonierung: „In Grün ein aufgerichteter hersehender goldener Löwe mit roter Zunge und Bewehrung.“

Städtepartnerschaft

Seit 1990 besteht eine Städtepartnerschaft mit der nordhessischen Stadt Hofgeismar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ev. St. Nicolai Kirche
Katholische Kirche
Stadthalle von 1930

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen neben der Burg Greifenstein das Wohnhaus von Friedrich Fröbel, der in Bad Blankenburg 1840 den ersten Kindergarten der Welt nach seinem pädagogischen Konzept gründete und führte, sowie das jährlich stattfindende Lavendelfest.

Zwei Kilometer südsüdwestlich des Zentrums der Stadt liegt rechts der Schwarza die Wallanlage Hünenkuppe, geschützt durch die angrenzenden Steilhängez. Es ist wahrscheinlich eine Befestigungsanlage der jüngeren Bronze- oder älteren Eisenzeit. Die siedlungsunfreundliche Lage deutet auf einen Kultstandort hin. Er wird aber auch mit den damaligen Goldfunden in der Schwarza in Verbindung gebracht.[3]

Bad Blankenburg war ab 1926 Tagungsort des Vertreterconvents (VC)[4], des Verbands der Turnerschaften, vgl. Studentenverbindungen. In Bad Blankenburg wurde vom VC eine Sportstätte für die Turnfeste errichtet, die heute die Landessportschule Thüringen beherbergt. Ebenso errichteten die Mitglieder des VC die Stadthalle und restaurierten den Turm auf Burg Greifenstein.[5].

Heute findet in Bad Blankenburg jährlich im Herbst die Greifensteintagung des Coburger Convents (CC) statt.

Ein im Jahre 2001 errichteter Gedenkstein auf dem Gelände des evangelisch-kirchlichen Anna-Luisen-Stiftes erinnert an die mehr als 200 behinderten Kinder, die dort in den 1920er Jahren bis in die 1940er Jahre Opfer von Vernachlässigung und der Preisgabe ihres Lebens wurden. 54 von ihnen wurden 1941 in die Thüringer Landesheilanstalt Stadtroda verbracht, von denen 24 nicht zurückkehrten, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Euthanasieprogramm T4 zum Opfer fielen.[6]

Am Oelberg (im häufig so genannten Wohngebiet Dörfchen) wurde 1985 ein Gedenkstein aufgestellt für die Opfer des Todesmarsches von Häftlingen des KZ Buchenwald, der den Ort im April 1945 passierte.[7]

Durch Bad Blankenburg verläuft der Bergwanderweg Eisenach–Budapest.

Verkehr

Der Bahnhof von Bad Blankenburg liegt an der Bahnstrecke Arnstadt–Saalfeld. Außerdem verläuft die Bundesstraße 88 (IlmenauRudolstadt) durch den Ort.

Wirtschaft

Die Städte Bad Blankenburg, Rudolstadt und Saalfeld/Saale arbeiten seit 1997 als Städteverbund Städtedreieck am Saalebogen zusammen und begannen eine Diskussion über einen möglichen festeren Zusammenschluss. Ein Ergebnis ist u. a. die Zusammenlegung der Wirtschaftsförderungen zu einer regionalen Wirtschaftsförderagentur im Juli 2007.

Im Bereich der Medien sind in der Stadt Verlage wie auch größere Druckereien vertreten. Bad Blankenburg gehört zum Verbreitungsgebiet der Ostthüringer Zeitung (OTZ) und wird im Bereich der elektronischen Medien neben den allgemeinen öffentlich-rechtlichen und privaten Angeboten Thüringens vom SRB, dem regionalen Bürgermediensender versorgt.

Zudem gibt es in der Stadt zwei Hersteller von Antennentechnik: Blankom Antennentechnik GmbH und Antennentechnik Bad Blankenburg AG. Beide sind Nachfolgebetriebe des VEB Antennenwerke Bad Blankenburg.

Sonstiges

Bad Blankenburg ist Sitz der Deutschen Evangelischen Allianz, ein Zusammenschluss evangelisch und vor allem evangelikal gesinnter Christen verschiedener Gemeinden und Gruppen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten

  • Friedrich Fröbel (1782–1852), Pädagoge, gründete in Blankenburg den ersten Kindergarten Deutschlands
  • Berthold Sigismund (1819–1864), Bürgermeister von Blankenburg, Arzt, Pädagoge, Schriftsteller, Dichter und Politiker
  • Eleonore Heerwart (1835–1911), Pädagogin, lebte zeitweise in Blankenburg
  • Anna Thekla von Weling (1837–1900) Schriftstellerin, Übersetzerin und Gründerin der Blankenburger Allianzkonferenz, hier gestorben
  • Dietrich Eckart (1868–1923), Publizist und Verleger, lebte hier von 1913 bis 1915 mit seiner aus Blankenburg stammenden Frau
  • Ernst Modersohn (1870–1948), evangelischer Theologe, lebte ab 1906 in Bad Blankenburg
  • Hans Berger (1873–1941), Neurologe und Psychiater, Entwickler der Elektroenzephalographie (EEG), leitete kurz vor seinem Tod das Sanatorium Warda
  • Johannes Prüfer (1882-1947), Fröbelforscher, lebte ab 1933 in Bad Blankenburg
  • Helmut Steuer (1911–2005), Arzt, Entomologe, erforschte besonders die Schmetterlingsfauna; Ehrenbürger von Bad Blankenburg
  • Klaus Beer (* 1942), Leichtathlet, besuchte die Geschwister-Scholl-Schule in Bad Blankenburg
  • Hannelore Friedel (* 1948), Leichtathletin, DDR-Meisterin im Kugelstoßen 1970, besuchte die Geschwister-Scholl-Schule und die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Bad Blankenburg
  • Marlies Göhr (* 1958), Leichtathletin, besuchte die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Bad Blankenburg

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. a b W. Kahl Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer Verlag Rockstuhl Bad Langensalza 2001 S. 11- 67 ISBN3-9334748-58-9
  3. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Jenzig-Verlag, 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 185.
  4. Hrsg. Hochschulpolitisches Amt des VC: Verband der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen, Selbstverlag des VC, Charlottenburg 9 / Spandauer Berg 9, 1926/27, S. 3 ff.
  5. Erich Müller: Turnerschafterbuch, Verlag des Turnerschafterbuches Mainz, 1933, S. 277 f.
  6. Holger Spierig: "Herr, vergib uns unsere Schuld". Kirchliches Pflegeheim in Bad Blankenburg arbeitet die dunklen Stellen seiner Geschichte auf, = Glaube und Heimat Nr. 37 vom 15. September 2002
  7. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 232, ISBN 3-88864-343-0

Weblinks

 Commons: Bad Blankenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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