Bahnhof Solothurn
Bahnhof Solothurn

Der Bahnhof Solothurn ist ein Knotenpunkt mehrerer normal- und meterspuriger Eisenbahnstrecken. Er befindet sich in der Vorstadt von Solothurn, Schweiz, nahe der Stadtgrenze zu Zuchwil.

Der Bahnhof Solothurn, ursprünglich Neu-Solothurn, wird in Abgrenzung vom älteren Bahnhof Solothurn West, der heute nur noch Regionalzugshalt ist, oft auch als Hauptbahnhof Solothurn bezeichnet. Obwohl diese Bezeichnung nicht offiziell ist, gibt es in Solothurn dementsprechend auch eine Hauptbahnhofstrasse.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt Solothurn erhielt bereits am 1. Juni 1857 ihren ersten Bahnhof für die Linie der Schweizerischen Centralbahn (SCB) von Olten über Herzogenbuchsee nach Solothurn. Dieser Bahnhof lag auf der nördlichen Seite der Aare, obwohl schon damals die SCB einen Bahnhof auf der Südseite der Aare bevorzugt hätte.

1876 baute die SCB die Gäubahn von Olten nach Solothurn über Oensingen als letzten Abschnitt der Jurafusslinie, um den Weg nach Solothurn und weiter in Richtung Biel gegenüber der bestehenden Strecke via Herzogenbuchsee zu verkürzen. Die Führung eines Zuges Olten-Solothurn über Herzogenbuchsee war zusätzlich erschwert, da dieser dort eine Spitzkehre befahren musste. Die Gäubahn wurde am 4. Dezember 1876 eröffnet, wobei in Solothurn als Empfangsgebäude erst ein Provisorium bereitstand. Durch seine Lage auf dem Gebiet der Vorstadt und teils ausserhalb der Siedlungsgrenze von Solothurn wurde der Bahnhof als Neu-Solothurn bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde 1915 aufgegeben, seither wird der Bahnhof nur noch als Bahnhof Solothurn bezeichnet[1].

Erster Fahrplan der SMB 1908/1909

Mit der Eröffnung des Bahnhofes Neu-Solothurn wurde der bestehende Bahnhof in Alt-Solothurn umbenannt; diese Bezeichnung behielt er bis im Sommer 1915. Die SCB hatte versucht, den alten Bahnhof aufzugeben, was ihr allerdings nicht gelang, und seit dem Bau der am 1. August 1908 eröffneten Solothurn-Münster-Bahn (SMB) auch nicht sinnvoll gewesen wäre[1]. Alt-Solothurn wurde durch die SMB zum Verzweigungsbahnhof, allerdings endeten die SMB-Züge von Anfang an in der Regel im damaligen Neu-Solothurn. Später wurde Alt-Solothurn in Solothurn West umbenannt, welche Bezeichnung der Bahnhof noch heute trägt. Für einen gewissen Zeitraum scheint auch Solothurn Stadt gebräuchlich gewesen zu sein, da Solothurn West auf der Altstadtseite der Aare liegt.

Am Eröffungstag des Bahnhofes Neu-Solothurn, am 4. Dezember 1876, wurden sowohl die Gäubahn als auch die Strecke von Solothurn nach Busswil-(Lyss) eröffnet. Auch die Strecke Solothurn-Biberist der Emmentalbahn (EB) wurde am gleichen Tag in Betrieb genommen.

Das heutige Empfangsgebäude des Solothurner «Hauptbahnhofs» wurde von 1884 bis 1886 errichtet. Es wurde wahrscheinlich 1921 um seitliche Anbauten erweitert.[2] Der Namenswechsel von Bahnhof Neu-Solothurn nach Bahnhof Solothurn fand im Sommer 1915 statt[1]. Seit der Eröffnung der ESB 1916 wurde nur noch der heutige Name genutzt.

Am 9. April 1916 wurde die meterspurige Strecke Solothurn-Zollikofen eröffnet, diese endet im südlichen Teil des Bahnhofes, wo schon 1914 ein Depot errichtet wurde. Aus der damaligen Elektrischen Schmalspurbahn Solothurn-Bern (ESB) wurde 1922 durch die Fusion mit der BZB die Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn, welche wiederum seit 1984 zum Regionalverkehr Bern-Solothurn gehört.

Im Jahr 1925 wurde die meterspurige Strecke Solothurn Baseltor–Solothurn eröffnet. Diese Strecke der Solothurn-Niederbipp-Bahn (SNB) endet auf dem Bahnhofsvorplatz. Zwar erreichte die Bahn schon am 9. Januar 1916 die Stadt Solothurn, endete aber zu diesem Zeitpunkt beim Baseltor. Die SNB gehört seit 1999 zur Aare Seeland mobil.

Die beiden schmalspurigen Bahnen wurden von Anfang an elektrisch betrieben. Der elektrische Betrieb auf der Strecke Biel-Olten konnte am 23. Dezember 1927 aufgenommen werden, auf der EB am 1. September 1932, auf der SMB am 2. Oktober 1932 und auf der Strecke Busswil-Herzogenbuchsee am 3. Oktober 1944. Alle Normalspurstrecken, die einen Bahnhof von Solothurn berühren, sind mit Einphasenwechselstrom mit einer Spannung von 15'000 Volt mit der Frequenz von 16,7 Hertz elektrifiziert worden.

Die Strecke Herzogenbuchsee-Solothurn wurde 1992 stillgelegt, wobei der Streckenabschnitt Solothurn - Derendingen heute einen Ast der Ausbaustrecke Solothurn–Wanzwil bildet. Die nicht benutzte Reststrecke zwischen Derendingen und Herzogenbuchsee wurde abgebaut.

1994 wurde die Strecke Solothurn-Büren an der Aare stillgelegt. Die Fahrleitung wurde zurückgebaut, die Strecke bis Arch von Solothurn aus wird noch als Anschlussgeleis benutzt. In Büren an der Aare wurde ein Prellbock fest montiert, so dass die Strecke nicht mehr durchgängig befahrbar ist, obwohl auf der gesamten Strecke noch Gleise vorhanden sind.

Die Strecke Solothurn West-Solothurn, mit der 104 Meter langen Aarebrücke, wurde als letzte zwischen Biel und Solothurn am 8. April 1932 doppelspurig ausgebaut, die Strecke nach Olten Hammer [3] zwischen 1950 und 1955 (Solothurn–Luterbach-Attisholz 29. Mai 1954). Der erste Abschnitt der Strecke nach Biberist wurde zusammen mit dem Bau der A5 doppelspurig ausgebaut.

Bahnstrecken und Verkehrsanbindung

In Solothurn treffen sich auf Normalspur:

sowie auf Meterspur:

Es besteht keine Gleisverbindung zwischen den beiden meterspurigen Strecken, die Solothurn-Niederbipp-Bahn endet auf dem Bahnhofplatz.

An das Fernverkehrsnetz der Schweizerischen Bundesbahnen ist Solothurn mit Intercity-Neigezügen (ICN) der Linie St. GallenZürich HBBiel/BienneLausanne/Genf und Interregios der Linie Biel/Bienne–Zürich HBWeinfeldenKonstanz/Romanshorn (abwechselnd zur halben und zur vollen Stunde) gut angebunden. Die Züge der Linie Biel/Bienne–Konstanz waren bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2008 ebenfalls ICN und wurden danach durch aus Einheitswagen IV gebildete Interregios ersetzt, da ein Teil der Neigezüge seither auf der Gotthardbahn eingesetzt wird.[4]

Auch der Personenverkehr auf den Regionallinien ins Emmental (Burgdorf), nach Bern, Moutier und Niederbipp–Langenthal folgt einem dichten Fahrplan. Der Bahnhof Solothurn wird zudem von mehreren Buslinien bedient, die vom Busbetrieb Solothurn und Umgebung und der Postauto Schweiz AG betrieben werden.

Literatur

  • Werner Stutz: Bahnhöfe der Schweiz. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Orell Füssli, Zürich und Schwäbisch Hall 1983. ISBN 3-280-01405-0

Einzelnachweise

  1. a b c SBB Nachrichtenblatt 1/1977 Seite 12+13 100 Jahre Gäubahn
  2. Stutz, S. 200
  3. Die Aarebrücke zwischen Olten Hammer und Olten wurde erst in den 1990ern doppelspurig
  4. Medienmitteilung der SBB vom 22. Mai 2008, abgerufen am 10. Juni 2008.
47.2042347.542715

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