Genf
Genf
Wappen von Genf
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Genf
Bezirk: (Der Kanton Genf kennt keine Bezirke.)
Gemeindenummer: 6621i1f3f4
Postleitzahl: 1200–1299
UN/LOCODE: CH GVA
Koordinaten: (500532 / 117325)46.2000136.149985375Koordinaten: 46° 12′ 0″ N, 6° 9′ 0″ O; CH1903: (500532 / 117325)
Höhe: 375 m ü. M.
Fläche: 15,9[1] km²
Einwohner: i190'725 (31. August 2011)[2]
Ausländeranteil: 46,4 % (30. Juni 2011)[3]
Stadtpräsident: Pierre Maudet (FDP)
Website: www.ville-geneve.ch
Blick auf Genf vom Mont Salève

Blick auf Genf vom Mont Salève

Karte
Genfersee Frankreich Céligny Kanton Waadt Aire-la-Ville Anières Avully Avusy Bardonnex Bellevue GE Bernex GE Carouge Cartigny GE Céligny Chancy Chêne-Bougeries Chêne-Bourg Choulex Collex-Bossy Collonge-Bellerive Cologny Confignon Corsier GE Dardagny Genf Genthod Gy GE Hermance Jussy GE Laconnex Lancy Le Grand-Saconnex Meinier Meyrin Onex Perly-Certoux Plan-les-Ouates Pregny-Chambésy Presinge Puplinge Russin Satigny Soral Thônex Troinex Vandœuvres Vernier Versoix Veyrier GEKarte von Genf
Über dieses Bild
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Offizielles Logo der Stadt Genf

Genf (französisch Genève [ʒəˈnɛv], italienisch Ginevra, rätoromanisch Genevra) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Kantons Genf in der Schweiz. Genf ist mit seinen etwa 191'000 Einwohnern nach Zürich die zweitgrösste Stadt der Schweiz. Sie liegt am südwestlichen Rand der französischsprachigen Schweiz (Romandie) am Ausfluss der Rhone aus dem Genfersee.

Die Stadt Genf ist Sitz vieler internationaler Organisationen, darunter UNO, CERN, IKRK, WHO, IAO, ISO, ITU, WIPO, WMO, WOSM, WTO und UNHCR. Zudem ist Genf nach Zürich der zweitgrösste Finanzplatz der Schweiz, gefolgt von Lugano.

Seit Jahren wird Genf neben Zürich als eine der Städte mit den teuersten Lebenshaltungskosten weltweit gelistet.[4]

Genf
Klimadiagramm (Erklärung)
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Weltorganisation für Meteorologie
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Genf
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Max. Temperatur (°C) 3,7 5,9 9,8 13,9 18,4 22,2 25,3 24,4 20,8 14,9 8,4 4,5 Ø 14,4
Min. Temperatur (°C) -1,9 -0,9 0,8 4,1 8,0 11,3 13,3 13,0 10,3 6,6 2,1 -0,5 Ø 5,5
Niederschlag (mm) 69 70 68 56 66 77 58 68 70 66 79 75 Σ 822
Regentage (d) 10 9 10 9 11 10 8 9 8 8 10 10 Σ 112
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Inhaltsverzeichnis

Stadtviertel

Das Stadtgebiet setzt sich aus den Stadtteilen (französisch Sections) Cité, Plainpalais, Eaux-Vives und Petit-Saconnex zusammen. Die drei letzten entsprechen den 1930 eingemeindeten Gemeinden. Die Stadtteile sind weiter in sogenannten Quartiers untergliedert:

Stadtteil Quartier Nr. BFS-Code
Cité Cité - Centre 1 6621001
St-Gervais - Chantepoulet 2 6621002
Délices - Grottes - Montbrillant 3 6621003
Pâquis 4 6621004
Plainpalais Champel 11 6621011
La Cluse 12 6621012
Jonction 13 6621013
Bâtie - Acacias 14 6621014
Eaux-Vives Eaux-Vives - Lac 21 6621021
Florissant - Malagnou 22 6621022
Petit-Saconnex Sécheron 31 6621031
O.N.U. 32 6621032
Grand-Pré - Vermont 33 6621033
Bouchet - Moillebeau 34 6621034
Charmilles - Châtelaine 35 6621035
St-Jean - Aire 36 6621036
Panorama der Stadt mit Jet d’eau (Wahrzeichen), Mont Blanc und Kathedrale vom Rive Droite (Pâquis) aus
Panorama der Stadt mit Jet d’eau (Wahrzeichen), Mont Blanc und Kathedrale vom Rive Droite (Pâquis) aus

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Geschichte

Genf war in der Keltenzeit die Hauptstadt der Allobroger. Zur Zeit des Römischen Reiches diente es als Brückenkopf, von 400 bis 1536 war es ein Bischofssitz. Im fünften und neunten Jahrhundert fungierte es zudem als Sitz der burgundischen Könige. Ab dem Jahr 1026 gehörte Genf zum burgundischen Reichsteil des Heiligen Römischen Reichs, innerhalb dessen es ein bischöfliches Territorium wurde. Genau fünfhundert Jahre später trat Genf einem Städtebund zusammen mit Bern und Freiburg bei. Im Jahr 1536 folgte die Reformation und Ausrufung der unabhängigen Genfer Republik, die Stadt selbst wurde zugewandter Ort der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Der französische Reformator Johannes Calvin gründete im Jahr 1559 die Genfer Akademie, die heutige Universität Genf. Im Jahr 1781 errangen Bürgertum und Arbeiterschaft die Vorherrschaft, woraufhin eine repräsentativ-demokratischen Verfassung angenommen wurde, bevor im Jahr darauf mit Hilfe bernisch-savoyischer Truppen das Patriziat erneut die Macht ergriff und viele Industrielle als Exponenten des Bürgertums in die Emigration gingen. Am 15. April 1798 wurde Genf von Frankreich annektiert, war in den Jahren 1798 bis 1814 Teil der Ersten Französischen Republik (1799–1804) und bis zum Jahr 1813 – dem Jahr der Befreiung durch Österreich – als Hauptort des Kantons Genf in das Erste Französische Kaiserreich integriert.

1 Sol von 1825
5 Francs von 1848

Im Jahr 1814 wurde die Stadtrepublik Genf ausgerufen, im folgenden Jahr wurde die Stadt schweizerisch und Hauptstadt des neugebildeten gleichnamigen Kantons Genf. Im Jahr 1864 wurde Genf Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, 1873 wurde die Universität Genf gegründet. Von 1920 bis 1946 war Genf Sitz des Völkerbundes.

Im Jahr 1931 wurden die früheren Gemeinden Eaux-Vives, Le Petit-Saconnex und Plainpalais mit der Stadt Genf fusioniert. Am 9. November 1932 kam es zu einem Massaker («Blutnacht von Genf»), als Soldaten 13 antifaschistische Demonstranten erschossen und 60 schwer verletzten.

Jährlich am 12. Dezember wird mit der Escalade de Genève die misslungene Eroberung durch Savoyen im Jahre 1602 gefeiert.

Die Stadtrepublik Genf prägte bis zum Jahr 1850 ihre eigenen Münzen. Dies waren für eine gewisse Zeit, wie in Frankreich lange Zeit üblich, Sols unterteilt in Centimes, danach wurden Franc geprägt.

Wappen

Wappen des Kantons und der Stadt Genf

Das Genfer Wappen stellt die Verbindung des Bischofs (Schlüssel von Sankt Peter) und der Freien Reichsstadt (Reichsadler) dar. Es tauchte zum ersten Mal im 15. Jahrhundert auf.

Die Blasonierung des Wappens lautet: «Gespalten, vorn in Gold ein rot gekrönter, gezungter und bewehrter schwarzer halber Adler am Spalt; hinten in Rot ein goldener Schlüssel mit Vierpassreite und mit geradem Taukreuzeinschnitt im linksgewendeten Bart.»

Bevölkerung

Genf war bis 1870 die bevölkerungsreichste Stadt der Schweiz. Diesen Platz hat mittlerweile die Stadt Zürich übernommen. Am 31. August 2011 zählte die Stadt Genf 190'725 Einwohner. Die Agglomeration Genf wird alle zehn Jahre anlässlich der Volkszählung neu festgelegt und umfasste im Jahr 2007 471'314 Einwohner respektive landesübergreifend mit Frankreich 780'000 Einwohner. Der Ausländeranteil beträgt 46,4 Prozent (30. Juni 2011).[3] Dies erklärt sich insbesondere durch die Anzahl der internationalen Organisationen in der Stadt. Der erweiterte Ballungsraum, die Metropolregion Genf-Lausanne, hat 1,2 Millionen Einwohner.

Söhne und Töchter der Stadt

Zeitweilige Bewohner

Eingang zum Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum

Politik

Legislative

Die gesetzgeberische Gewalt wird durch den Gemeinderat (Conseil municipal) wahrgenommen. Er zählt 80 Sitze und wird alle vier Jahre direkt vom Volk in einem Proporzwahlverfahren mit einer 7-Prozent-Hürde gewählt. Der Gemeinderat bestimmt das Stadtbudget und stimmt über Vorlagen der Stadtregierung (Conseil administratif) ab. Ausserdem kann er selber Vorstösse lancieren.

Exekutive

Die Stadtregierung (Conseil administratif, CA) besteht aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern, die alle vier Jahre vom Volk in einer Majorzwahl einzeln gewählt werden. Das Amt des Stadtpräsidenten (maire) wechselt jährlich im Turnus zwischen den Regierungsmitgliedern. Seit dem 1. Juni 2011 ist die Stadtregierung folgendermassen zusammengesetzt:

  • Pierre Maudet (FDP), seit 2007, Umwelt- und Sicherheitsdepartement (Stadtpräsident 2011/12)
  • Rémy Pagani (À Gauche toute!/Linke Alternative), seit 2007, Bau- und Anlagendepartement (Stadtpräsident 2009/10)
  • Sandrine Salerno (SP), seit 2007, Finanz- und Wohndepartement (Stadtpräsidentin 2010/11)
  • Sami Kanaan (SP), seit 2011, Kultur- und Sportdepartement
  • Esther Alder (Grüne), seit 2011, Sozialdepartement

Volksrechte

Das aktive Wahlrecht haben alle in der Stadt Genf wohnhaften Schweizer Bürger sowie ausländische Bürger, die seit mindestens acht Jahren in der Schweiz wohnhaft sind[5]. Diese Regelung gilt seit 2005, als eine entsprechende kantonale Volksinitiative angenommen wurde. Das passive Wahlrecht ist weiterhin Schweizer Bürgern vorbehalten.

Mit 4000 Unterschriften von Wahlberechtigten kann eine Volksabstimmung über einen Beschluss des Gemeinderates (Referendum) oder über einen eigenen Vorschlag (Volksinitiative) erzwungen werden.

Wirtschaft

Als Heimat bekannter Luxusuhrenhersteller wie Rolex (Hauptsitz), Omega SA, Patek Philippe, Vacheron Constantin oder Baume & Mercier ist Genf eine der wichtigsten Uhrenstädte der Welt. Bekannt sind die vom heimischen Handwerk eingeführten Qualitätsmerkmale wie Genfer Siegel (Poinçon de Genève) und Genfer Streifen (Côtes de Genève, Filets).[6] Ausserdem haben zahlreiche multinationale Unternehmen wie Procter&Gamble und Ralph Lauren ihren (europäischen) Hauptsitz in Genf.

Verkehr

Genf Hauptbahnhof «Cornavin» (1927–1933)

Mit dem Hauptbahnhof Cornavin ist Genf gut ins europäische Schienennetz eingebunden. Von dem Kopfbahnhof Gare des Eaux-Vives besteht zudem eine Bahnverbindung nach Annemasse. Die zukünftige Bahnstrecke Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse (CEVA), in Bau seit 1995, wird diese beiden Netze verbinden. Genf verfügt über eine Verladestelle für Autoreisezüge.[7]

Im Genfer Vorort Cointrin liegt der zweitgrösste Flughafen der Schweiz, der Aéroport International de Genève. Genf wird von der Schweizer Autobahn A1 und den französischen Autobahnen A40 und A41 bedient.

Der öffentliche Personennahverkehr wird in der Stadt durch die Transports Publics Genevois (TPG) abgewickelt, diese betreiben auch die Strassenbahn Genf mit sieben Linien und den Trolleybus Genf mit sechs Linien. Ferner ist Genf durch das Schiffsverkehrsnetz der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman (CGN) mit zahlreichen Uferorten des Genfersees verbunden.

Messen

Im Messekomplex Palexpo werden zahlreiche Publikumsmessen und Fachmessen organisiert. Die wichtigsten internationalen Messen sind:

Kunsthandel

Das Metropolitan Museum of Art hat 2006 im Zentrum von Genf ein neues Büro eingerichtet, das als Kontaktstelle für Sammler und Künstler dienen soll. In der Rhonestadt gibt es 120 Galerien und ein Zollfreilager, das wegen der dort zwischengelagerten Kunstwerke als grösstes Museum der Welt gilt, ausserdem wird in Genf 35 Prozent des Privatvermögens weltweit verwaltet.[8]

Kunst, Kultur

Altes Hauptgebäude der Universität

Schulen, Hochschulen

Wie jeder Schweizer Kanton hat der Kanton Genf sein eigenes Schulsystem. Es bestehen Primarschulen, untere Sekundarschulen (Cycle d’Orientation, Orientierungsschule), elf vierjährige Gymnasien (davon acht auf dem Stadtgebiet: Collège Calvin, Collège de Candolle, Collège Rousseau, Collège Sismondi, Collège Voltaire, Collège Nicolas-Bouvier, Collège Emilie-Gourd und Collège André-Chavannes) und andere Schulen der Sekundarstufe II.

Die Universität Genf wurde 1559 gegründet. Aus autonomen Universitätsinstituten wurde 2008 das Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung gebildet.

Museen

Musée d’art et d’histoire

Sehenswürdigkeiten

Wahrzeichen der Stadt – Jet d’eau

Für besondere Verdienste um den Ortsbildschutz erhielt Genf vom Schweizer Heimatschutz im Jahre 2000 den Wakkerpreis.

Sport

Nationale und internationale Bekanntheit erlangte die Stadt Genf im Sport unter anderem durch den Fussballverein Servette FC Genève, der 17-mal den Schweizer Meistertitel erringen konnte, sowie durch das Eishockeyteam Genève-Servette HC. Eine örtliche Grossveranstaltung ist der jährliche Genf-Marathon.

Preise

Die Stadt Genf vergibt seit 1947 alle vier Jahre Preise an Personen die zur Ausstrahlung der Stadt in Kultur und Wissenschaft beigetragen haben (Prix de la Ville de Genève).

Die Stadt Genf verleiht seit 1997 jährlich zwei Preise für Comics, siehe: Prix de la Ville de Genève pour la bande dessinée.

Internationale Organisationen

Vereinte Nationen in Genf
Internationales Viertel Genf

In Genf haben sich 25 internationale Organisationen niedergelassen, darunter die folgenden:

Städtepartnerschaften

Siehe auch

 Portal:Genf – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Genf

Weblinks

 Commons: Genf – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Genf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Genf – in den Nachrichten
Wiktionary Wiktionary: Genf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Genf – Zitate

Einzelnachweise

  1. Bundesamt für Statistik
  2. Population résidante du canton de Genève, selon l'origine et le sexe, par commune, en août 2011 (XLS-Datei, 168 kB), Office cantonal de la statistique (OCSTAT), Republik und Kanton Genf
  3. a b Population résidante du canton de Genève, selon l'origine et le sexe, par commune, en août 2011 (XLS-Datei, 168 kB), Office cantonal de la statistique (OCSTAT), Republik und Kanton Genf
  4. Teuerste Städte der Welt zum Leben: Genf (Rang 4) und Zürich (Rang 6), Forbes Magazine
  5. http://www.ge.ch/votations-elections/vote-etrangers/conditions-pour-voter.asp
  6. Geschichte von Genf als Uhrenstadt (Watch-Wiki)
  7. Terminalbeschreibungen SNCF Autoreisezug (PDF-Datei)]
  8. Ghania Adamo: „Metropolitan Museum New York eröffnet Büro in Genf“, swissinfo, 10. April 2006

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  • Genf — [genf] Ger. name for GENEVA (the city & the canton) * * * …   Universalium

  • Genf — [genf] Ger. name for GENEVA (the city & the canton) …   English World dictionary

  • Genf [1] — Genf (fr. Genève), 1) der 22. u. kleinste Canton der Schweiz, am südwestlichen Ende derselben; liegt um das westliche Ende des Genfersees u. wird im N. vom Canton Waadt, im W. von Frankreich, im S.u. O. von Sardinien begrenzt; eine kleine Enclave …   Pierer's Universal-Lexikon

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