Bahnhof Traunstein
Bahnhof Traunstein
Bahnhof Traunstein (Bayern)
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Daten
Kategorie 4
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise
  • 4 Fernbahngleise
  • 2 Stumpfgleise
Abkürzung MTS
Eröffnung 7. Mai 1860
Webadresse bahnhof.de
Lage
Stadt Traunstein
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 52′ 0″ N, 12° 38′ 0″ O47.86666666666712.633333333333Koordinaten: 47° 52′ 0″ N, 12° 38′ 0″ O
Höhe 597 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern

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Der Bahnhof Traunstein ist der einzige Bahnhof der großen Kreisstadt Traunstein. Er besitzt vier Fernbahngleise und zwei Stumpfgleise und gehört der Bahnhofskategorie 4 der DB Station&Service an. Der Bahnhof ist ein Bahnknotenpunkt und liegt an den Bahnstrecken Rosenheim–Salzburg, Traunstein–Ruhpolding, Traunstein–Waging und an der Traun-Alz-Bahn.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Bahnhof befindet sich im Zentrum der Stadt Traunstein. Südöstlich wird der Bahnhof durch den Bahnhofsplatz begrenzt, an dem das Bahnhofsgebäude liegt. Das Empfangsgebäude besitzt die Adresse Bahnhofsplatz 5. Nördlich überquert die Wasserburgerstraße (Bundesstraße 304) die Bahnanlagen. Nordöstlich des Bahngeländes verläuft die Güterhallenstraße.

Bahnsteigdaten

  • Gleis 1a: Länge 154 m, Höhe 22 cm
  • Gleis 1b: Länge 385 m, Höhe 22 cm
  • Gleis 1: Länge 231 m, Höhe 22 cm
  • Gleis 2: Länge 385 m, Höhe 22 cm
  • Gleis 3: Länge 315 m, Höhe 22 cm
  • Gleis 4: Länge 141 m, Höhe 22 cm
  • Gleis 5: Länge 456 m, Höhe 22 cm [1]

Geschichte

bis 1950

Der Bahnhof wurde am 7. Mai 1860 mit der Fertigstellung der Bahnstrecke Rosenheim–Traunstein eröffnet. Der Bahnhof wurde Bahn- und Postexpedition. Am 1. August 1860 wurde die Bahnstrecke nach Salzburg fertiggestellt und die Bahn- bzw. die Postexpedition wurde zur Bahn- und Postverwaltung. Der Bahnhof besaß anfangs vier Gleise, Ladegleisanlagen mit einer Ladehalle und einer Laderampe, sowie eine Wagendrehscheibe. Die Weichen wurden von fünf Wechselwärterpfosten bedient. Gegenüber dem Bahnhofsgebäude befand sich das Wasserhaus, um die Lokomotiven mit Wasser zu versorgen. Das Empfangsgebäude wurde in Backstein gebaut, es besaß zwei Obergeschosse, in denen sich drei Wohnungen für den Stationsvorsteher, dem Bahnmeister und dem Betriebsinspektors befanden. Seitlich des Gebäudes befanden sich im Erdgeschoss zahlreiche Anbauten, im Vorbau befand sich der Fahrkartenschalter, in den Anbauten links und rechts ein Wartesaal, das Büro des Stationsvorstehers und das Postbüro. Im Hauptgebäude befand sich der andere Wartesaal und die Gepäck-Expedition. Im Jahr 1888 wurden die Gleisanlagen des Bahnhofes wegen dem steigendem Verkehrsaufkommen auf der Bahnstrecken München–Salzburg umgebaut. Am 7. September 1891 wurde der Bahnhof mit der Eröffnung der Traun-Alz-Bahn nochmals umgebaut. Außerdem entstand ein einständiger Lokschuppen im Bahnhof. Im Jahr 1892 begannen die Bauarbeiten für einen neuen, südwestlich liegenden Anbau des Empfangsgebäudes, der Anbau wurde 1894 fertiggestellt. 1895 wurde eine Lokalbahn nach Ruhpolding fertiggestellt, diese musste aus topografischen Gründen auf Gleis 1 eingefädelt werden. Um das Gleis 1 auch noch für Fernzüge nutzen zu können, wurde ein weiteres Gleis 1a eingerichtet. 1894 wurde in Traunstein begonnen die Bahnstrecke München–Rosenheim zweigleisig auszubauen. Der Ausbau im Bahnhof Traunstein war 1896 abgeschlossen. Nach dem Umbau besaß Traunstein vier Durchgangsgleise, ein Kopfgleis für die Züge nach Trostberg und vier Hinterstellgleise. Neu gebaut wurde eine Güterhalle mit einem Freiladegleis. Während dem Umbau wurde auch der Bahnhof zentralisiert und zwei neue Wärterstellwerke wurden gebaut. Im Jahr 1899 wurde ein Fußgängersteg errichtet. Am 1. Dezember 1902 wurde eine Lokalbahn nach Waging eröffnet. Dafür wurde ein weiteres Kopf- und Hinterstellgleis errichtet. Am 1. Februar 1911 wurde die Betriebsleitung Traunstein aufgelöst. Am 20. April 1928 die Elektrifizierung des Bahnhofes fertiggestellt, dabei wurde die Fußgängerbrücke durch eine Unterführung ersetzt. 1927 bis 1928 wurden neue Gebäude für die Bahn- und Fahrleitungsmeisterei gebaut. Unter anderem wurde ein neuer Lokschuppen für den Turmtriebwagen errichtet. Am 18. und 25. April 1945 im Zweiten Weltkrieg wurde das Empfangsgebäude vollständig zerstört.

ab 1950

Um das zerstörte Fahrdienstleiterstellwerk im Empfangsgebäude zu ersetzen, wurde das zweite Wärterstellwerk zum Fahrdienstleiterstellwerk umgebaut. Das Empfangsgebäude wurde durch Holzbaracken ersetzt. 1952 begannen die Planungen für ein neues Bahnhofsgebäude. Das geplante Gebäude ist dem Bahnhofsgebäude in Bad Reichenhall ziemlich ähnlich. Es waren folgende Räume geplant: ein Betriebsdienstraum, eine Gepäckhalle, ein Fahrkartenschalter, eine Empfangshalle, Aborte, eine Bahnhofsgaststätte und im Obergeschoss Wohnungen für Bahnbedienstete. Die Seite des Bahnhofsvorplatz wurde verglast und über eine Treppe mit dem Bahnhofsvorplatz verbunden. Das Gebäude kostete 740 000 DM und wurde mit 160 000 DM von der Deutschen Bundesbahn und 580 000 vom bayerischen Staat finanziert. Am 3. November 1955 wurde die Elektrifizierung von der Bahnstrecke Traunstein–Ruhpolding fertiggestellt. Dabei wurde die Bw-Außenstelle von Ruhpolding nach Traunstein verlegt. Am 14. Juli 1964 wurde ein neues Spurplanstellwerk des Typs SpDrS60 in Betrieb genommen. Das Turmstellwerk wurde westlich des Empfangsgebäude errichtet. Am 26. September 1976 wurde Traunstein ein Knotenbereich im Güterverkehr. Am 1. Juni 1983 wurde der Sitz des Kontenbereichs Traunstein wieder aufgelöst. In den 1980er Jahren wurde der Lokschuppen abgerissen. Seit 1986 wird der Bahnhof Übersee vom Fahrdienstleiter in Traunstein ferngesteuert. Am 29. Oktober 1997 wurde der Nahgüterverkehr in Traunstein aufgegeben. 1997 wurde das Empfangsgebäude für 800 000 DM renoviert. Im Bahnhof wurde ein Reisezentrum, eine Sparda-Bank, eine Buchhandlung und ein Cafe eingerichtet.

Zukunft

Die Deutsche Bahn will die Bahnsteige erhöhen und eine Lösung für den Zugang zum Bahnsteig 2 finden, der derzeit nur durch Überqueren der Gleise von Bahnsteig 1 erreichbar ist. Zudem ist eine Anbindung an das Netz der S-Bahn Salzburg geplant. Hierfür gibt es aber noch keine konkreteren Pläne.

Verkehr

Der Bahnhof befindet sich zwischen den größeren Bahnhöfen Rosenheim und Salzburg und ist InterCity-Systemhalt. Österreichische Korridorzüge und Railjets fahren planmäßig ohne Halt durch Traunstein.

Der Bahnhof diente seit dem Bau der Nebenstrecken nach Waging, Ruhpolding und Trostberg als Verteilerstation.

Fernverkehr

Der Bahnhof Traunstein wird im Fernverkehr von einzelnen InterCity- und EuroCity-Zügen nach Österreich und Berchtesgaden, sowie im 2-Stundentakt durch den IC 62 Frankfurt (Main)Salzburg bedient.

Linie Strecke Taktfrequenz
IC 26 Königssee:
Hamburg-AltonaHamburgHannoverGöttingenKassel-WilhelmshöheWürzburgAugsburgMünchen OstTraunstein – Berchtesgaden
ein Zugpaar
EC 32 Wörthersee:
(Münster (Westf) –) DortmundEssenDüsseldorfKölnKoblenzFrankfurtMannheimHeidelbergStuttgartAugsburgMünchenTraunsteinSalzburgKlagenfurt
ein Zugpaar
IC 60 KarlsruheStuttgartAugsburgMünchenTraunsteinSalzburg einzelne Züge
EC/IC 62 ((SiegenGießen –) FrankfurtHeidelberg) / (SaarbrückenMannheim) – StuttgartMünchenTraunsteinSalzburg (– Klagenfurt / Graz / Linz) 2-Stundentakt

Regionalverkehr

Im Regionalverkehr verkehren folgende Züge in Traunstein:

Linie Strecke Taktfrequenz
RE München-Salzburg-Express
MünchenRosenheimTraunsteinFreilassingSalzburg
Stundentakt
RB Traunstein – Ruhpolding Stundentakt
RB Traunstein – Hörpolding – Traunreut Stundentakt
RB Mühldorf – Garching – Trostberg – Hörpolding – Traunstein einzelner Zug
RB Traunstein – Waging Stundentakt (am Wochenende 2-Stundentakt)

Siehe auch

Literatur

  • Armin Franzke/Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg, 2010

Einzelnachweise

  1. Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Traunstein auf deutschebahn.com

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