Bahnstrecke Viersen–Venlo
Viersen–Venlo
Kursbuchstrecke (DB): 485
Streckennummer: 2510
Streckenlänge: 23,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 1,5 kV =
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
Zweigleisigkeit: Viersen–Dülken,
Kaldenkirchen–Venlo
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Provinz (NL): Limburg
Betriebsstellen und Strecken[1]
Legende
Strecke – geradeaus
Strecke von Eindhoven
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Nijmegen
Bahnhof, Station
Blerick
BSicon BS2+l.svgBSicon exBS2+lc.svg
ehem. Strecke von Wesel
BSicon STR.svgBSicon exKBHFe.svg
Venlo Oostsingel (ehem. Venlo CME)
BSicon BHF.svgBSicon .svg
2,9 Venlo
BSicon BS2lr.svgBSicon BS2c3.svg
Strecke nach Roermond
Grenze
0,0
19,3
Kaldenkirchen Grenze (Grenze NL/D)
Bahnhof ohne Personenverkehr
18,3 Kaldenkirchen Gbf
Bahnhof, Station
17,6 Kaldenkirchen
   
ehem. Strecke nach Kempen
Bahnhof, Station
13,0 Breyell
Bahnhof, Station
9,8 Boisheim
   
ehem. Strecke von Brüggen
Haltepunkt, Haltestelle
5,0 Dülken (Hp & Üst, ehem. Bf)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Krefeld
   
0 Viersen BME
   
ehem. Trasse nach Mönchengladbach
Bahnhof, Station
-1,2 Viersen Pbf (ehem. Viersen RhE)
Bahnhof ohne Personenverkehr
Viersen Gbf
   
ehem. Strecke nach Neuss
Strecke – geradeaus
Strecke nach Mönchengladbach

Die Bahnstrecke Viersen–Venlo ist eine Eisenbahnstrecke in Deutschland und in den Niederlanden. Sie führt von Viersen über Kaldenkirchen nach Venlo (NL) und ist heute teilweise zweigleisig und durchgehend elektrifiziert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gebaut wurde die Bahnstrecke von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) im Anschluss an ihre Bahnstrecke Duisburg-Ruhrort–Mönchengladbach, die sie am 1. Januar 1866 zusammen mit der Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahn-Gesellschaft übernommen hatte.

Das erste Teilstück von Viersen nach Kaldenkirchen wurde bereits am 29. Januar 1866 dem Verkehr übergeben, am 29. Oktober 1866 folgte der zweite Streckenabschnitt von Kaldenkirchen nach Venlo.

Parallel zu diesem Teil baute die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) ihre eigene Strecke von Kempen über Kaldenkirchen nach Venlo, die sie am 23. Dezember 1867 eröffnete.

Die Strecke wurde früher auch im internationalen Fernverkehr genutzt, unter anderem durch D-Züge nach Hoek van Holland und den Rheingold.[2]

Heutige Situation

Das Streckengleis der Bahnstrecke nach Kempen zwischen Kaldenkirchen und Venlo dient seit Stilllegung der rheinischen Strecke als reguläres zweites Gleis der märkischen Strecke. Zwischen Dülken und Kaldenkirchen ist die Strecke auf einer Länge von etwa 13 Kilometern nur eingleisig. Am 22. Mai 1968 wurde auf kompletter Länge der Strecke die Installation der Oberleitung abgeschlossen. Es gab, auch im Zuge der Diskussionen um den Eisernen Rhein und die Viersener Kurve, oft Überlegungen, das zweite Gleis zu bauen. Im Juli 2011 hieß es, der Ausbau sei 'in weiter Ferne'.[3] Die Rheinische Post kommentierte:

„Es gibt am Niederrhein einen Streckenabschnitt, der seit Jahrzehnten mit vergleichsweise wenig Geld einen enormen (volks-)wirtschaftlichen Ertrag einbrächte. Der Ausbau der Strecke Kaldenkirchen – Venlo brächte mehr Güter und mehr Personen auf die Schiene und förderte sowohl den Fern- als auch den Nahverkehr. Es ist unbegreiflich, dass weder in Düsseldorf noch in Berlin jemand wirkliches Interesse an dieser Investition zeigt. Der Niederrhein sinkt auf das Niveau eines Zonenrandgebietes ab, was den Bahnverkehr angeht. [4]

Im Oktober 2011 hat der Rat der Stadt Nettetal dazu eine Resolution verabschiedet, die vehement einen zweigleisigen Ausbau des bislang eingleisigen Engpasses zwischen Dülken und Kaldenkirchen fordert.[5]

Weiter südlich gibt es den ebenfalls eingleisigen Engpass Rheydt-Odenkirchen (Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld); er ist drei Kilometer lang. Die Kosten für den Ausbau beider Abschnitte werden auf zusammen knapp 50 Mio. Euro beziffert.[5]

Verkehr

Heute verkehrt im regulären Personenverkehr auf dieser Strecke nur noch der Regional-Express der Linie RE 13 (Maas-Wupper-Express) und ein Zugpaar des RE 8 (Kaldenkirchen–Köln Messe/Deutz), die an jedem Bahnhof der Strecke halten. Die Bedienung erfolgt im Stundentakt seit dem 13. Dezember 2009 planmäßig durch die eurobahn. Diese Keolis-Tochter hat für 16 Jahre den Betrieb auf dem RE 13 übernommen und setzt auf dem gesamten Laufweg moderne Elektrotriebzüge der Marke Flirt von Stadler Rail ein. Davor befuhr die Tochter DB Regio NRW der Deutschen Bahn diese Strecke mit einem lokbespannten Wendezug aus DB-Baureihe 111 und fünf n-Wagen (ehemalige Silberlinge). Aufgrund fehlender Zulassungen der deutschen und niederländischen Zulassungsbehörden wurden Ersatzverkehre mit den beschriebenen DB-Garnituren zwischen Mönchengladbach und Venlo gefahren. Zwischenzeitlich pendelten die Flirt-Triebwagen auch nur bis nach Kaldenkirchen und wurden durch einen Kurzpendel aus Baureihe 111 mit drei n-Wagen nach Venlo ergänzt. Seit Ende Juli 2010 pendeln bis auf Weiteres vierteilige Flirt-Züge zwischen Venlo und Mönchengladbach und zwischen Mönchengladbach und Hamm fünfteilige Flirt-Züge der eurobahn.

Die Strecke wird außerdem von zahlreichen Güterzügen zwischen Deutschland und den Niederlanden sowie Belgien genutzt. Sie war in unterschiedlichen Varianten Teil von diskutierten Alternativrouten zum Eisernen Rhein, von denen sich jedoch keine durchsetzte. Insbesondere der Umstand, dass Züge ins Ruhrgebiet in Viersen die Fahrtrichtung wechseln müssen, spielte dabei eine Rolle. Das fehlende kurze Verbindungsstück zwischen der Strecke Viersen-Venlo und der Strecke Viersen-Krefeld wird seit Jahrzehnten als Viersener Kurve diskutiert und gefordert bzw. zwecks Lärmschutz abgelehnt.[6]

Im Fernverkehr wird die Strecke gelegentlich als Umleitung der ICE-Züge zwischen den Niederlanden und Deutschland genutzt, wenn die Bahnstrecke Oberhausen–Arnheim gesperrt ist. In diesem Fall fahren die ICE von Utrecht über Eindhoven und Venlo nach Viersen und weiter über die Bahnstrecken Duisburg-Ruhrort–Mönchengladbach und Mönchengladbach–Köln bis Köln Hauptbahnhof. Ab dort verkehren sie wieder auf dem regulären Linienweg. In diesem Fall halten die ICE im Bahnhof Venlo und am Mönchengladbacher Hauptbahnhof.[7]

Siehe auch

Weblinks

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6 Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Informationen zum früheren Fernverkehr auf der Strecke auf der Homepage von Christian Kotschi
  3. Rheinische Post 5. Juli 2011: Ausbau in weiter Ferne
  4. Warum kämpft hier niemand?
  5. a b Rheinische Post vom 3. Oktober 2011: Resolution an Ramsauer
  6. http://www.ngz-online.de Ausbau der Viersener Kurve von Bedeutung'
  7. Archiv von Meldungen über die Bahn im Jahr 2007 bei duisburgweb.de, Meldung vom 29. Mai 2007

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