Basedow (Mecklenburg)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Basedow
Basedow (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Basedow hervorgehoben
53.712.66666666666724
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Malchin am Kummerower See
Höhe: 24 m ü. NN
Fläche: 35,41 km²
Einwohner:

743 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17139
Vorwahl: 039957
Kfz-Kennzeichen: DM
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 007
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
17139 Malchin
Webpräsenz: www.malchin.de
Bürgermeister: Kurt Reinholz
Lage der Gemeinde Basedow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Basedow ist eine Gemeinde im Nordwesten des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Malchin am Kummerower See mit Sitz in der Stadt Malchin verwaltet. In Basedow befindet sich die Naturparkverwaltung des Naturparks Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See. Der gesamte Dorfkern mit Schloss, Marstall und Kirche steht unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Gemeindegebiet von Basedow schließt östlich an den 14 Quadratkilometer großen Malchiner See an und liegt in der geografischen Mitte Mecklenburg-Vorpommerns. Die Stadt Malchin ist etwa acht Kilometer entfernt. Das hügelige Gebiet zwischen dem Malchiner See und der Ostpeene erreicht im Gemeindebereich Basedows Höhen bis 54 Meter ü. NN (Eichberg).

Zu Basedow gehören die Ortsteile Basedow-Höhe, Gessin, Seedorf und Stöckersoll.

Geschichte

Basedow

Eine frühe Besiedlung ist durch Großsteingräber nachgewiesen. 1968 wurde bei Grabungen in einem der drei Hügel eine mit Rotsandsteinpflaster ausgelegte, dreijochige Grabkammer mit zahlreichen Grabbeigaben und Knochenfragmenten freigelegt. Aus der jüngeren Bronzezeit und frühen Eisenzeit existiert ein Burgwall. Die Burg war eine Höhenburg mit einem Innenraum von einem Hektar Größe. 1958 wurde ein Grabungsschnitt durch den Wall gezogen. Die Archäologen stellten fest, dass hier Befestigungsanlagen aus einem 3 Meter breiten und 1,80 Meter tiefen Graben, einer 1,50 Meter breiten Berme und in Lehm eingebetteten Hölzern vorhanden waren. Hinter dem Wall wurde eine Siedlungsschicht entdeckt. Gefunden wurde Keramik und eine Bronzenadel.

Barocke Orgelempore in der Kirche Basedow

Im Zusammenhang mit der Kirchweihe von Malchin durch den Bischof vom Cammin Basedow wurde Basedow am 14. Januar 1247 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche von Basedow wird hierin der von Malchin als Tochterkirche unterstellt. Der Ort befand sich damals im Besitz des Ritters Theoderich oder Dietrich Luch.

Im Jahr 1337 belehnte Fürst Johann von Werle vier Brüder Hahn mit den Dörfern Basedow, Gessin und Sandliepen. Von da an bis 1945 war Basedow Hauptgut und Stammsitz der Familie Hahn, die 1802 als „von Hahn“ in den Reichsgrafenstand erhoben wurde.

Im Jahr 1467 wurde eine mittelalterliche Burg erwähnt, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts bereits als verfallen beschrieben wird. Mitte des 16. Jahrhunderts errichteten die Gutsbesitzer das dreigeschossige Schloss Basedow auf deren Resten. 1552 war der Bau vollendet.

Im Siebenjährigen Krieg wurde der Ort 1761 zu einem Nebenkriegsschauplatz. Viele Häuser brannten nieder. Es kam zu einer Plünderung.

1828 empfing Friedrich von Hahn auf Basedow den berühmten englischen Rennreiter Charles James Apperley, der Ort und Begegnung in seinem Reisebericht "Nimrod's hunting tours" (1835)[2] schilderte.

Im 19. Jahrhundert errichtete Friedrich August Stüler einige Bauten im Ort, so den Südflügel des Schlosses (1891 abgebrannt, 1892–95 neu errichtet), ein Torhaus (1837/38, 1945 abgebrannt), den vierflügeligen Marstall (1838, zurzeit im Wiederaufbau), das Landhaus (1842) sowie die Brauerei (1850) und die Oberförsterei (1865).

Peter Joseph Lenné gestaltete 1835/52 den Schlosspark im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Im Park steht ein Gedenkstein für Friedrich Franz Graf von Hahn (* 5. Februar 1921 in Rostock; gefallen 11. Dezember 1941 bei Taganrog). Er war der letzte männliche Spross des Hauses Hahn-Basedow. Von 1933 bis zu seinem Tode 1946 wirkte der vormalige Landesbischof Gerhard Tolzien als Seelsorger in Basedow. Er schildert in seiner Chronik den Einmarsch der Roten Armee 1945. Damals war die gräfliche Familie geflohen, das Schloss wurde geplündert und diente zahlreichen Flüchtlingsfamilien als erste Unterkunft. 1946 wurde die Bodenreform durchgeführt und 1960 eine LPG gegründet. Bis in die 1980er Jahre hinein waren im Schloss zahlreiche Wohnungen eingebaut.

In den 1990er Jahren wurde das Schloss durch die Treuhandanstalt äußerlich instandgesetzt und verkauft. Die jetzigen Eigentümer renovieren in kleinen Schritten die Innenräume des Schlosses. Sehenswert sind die Halle im Südflügel sowie einige Wohnräume mit erhaltenen Deckengestaltungen.

Seit den 1980er Jahren wurde der Schlosspark schrittweise in seinen wesentlichen Teilen wieder hergestellt. Zahlreiche Bauwerke des ehemaligen Gutes wurden restauriert und dienen heute teilweise gastronomischen Zwecken, wie etwa die ehemalige Schmiede und ein Stallgebäude.

Gessin

Das Geschick des Dorfes Gessin ist eng mit dem von Basedow verknüpft. Noch ehe jenes in Hahnschen Besitz überging, vereinigte es Bischof Wilhelm von Kamin mit Basedow, indem er durch eine Urkunde vom 14. Januar 1247 die Gründung und Bewidmung der Pfarre zu Malchin sowie ihrer Tochterkirche zu Basedow bestätigte und unter den Dörfern der letztgenannten auch „Jacin“ aufzählt. Neunzig Jahre später, am 3. Mai 1337, verlieh Johann III. von Werle-Goldberg den Brüdern Nikolaus, Eckhard, Mathias und Nikolaus von Hahn außer Basedow auch die Dörfer Gessin und Liepen zu erblichen Lehen. Von da an blieb Gessin ununterbrochen mit Basedow verbunden. In den letzten Jahrhunderten entwickelte sich eine eigene Bauernschaft, die dem Schloss Basedow nur noch mit bestimmten Gespanndiensten verpflichtet war. Gessin war seit jener Zeit kein Gutsdorf mehr. Von den ehemals elf Höfen sind acht in ihrer Struktur erhalten geblieben.

Die Kapelle bildet mit dem Dorfteich die Mitte der Ortschaft, die in einer kleinen Talsohle in der Mecklenburgischen Schweiz gelegen ist. Die alten Bauern- und Tagelöhnerhäuser mit ihren Wirtschaftsgebäuden sind ausnahmslos gut erhalten. Die Dorfstraße ist von einer Lindenallee gesäumt. Mit den landwirtschaftlichen Flächen der Nachbarschaft können heute zwei Familien ihr Einkommen aus der Landwirtschaft bestreiten. Gessin ist kein Kirchdorf, deshalb ist die Dorfkapelle kulturhistorisch bedeutsam. Sie stellt im Lande die einzige mittelalterliche Kapelle in ursprünglicher Struktur dar.

Das Dorf Gessin errang 2006 den ersten Platz im Wettbewerb „Netzwerk Nachbarschaft“ – einer Initiative der BHW.

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 30. Januar 1998 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 150 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Rot ein links gewendeter silberner Hahn mit schwarzem Schnabel, schwarzen Beinen und zwei schwarzen Federn im Schwanz.“

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.

Sehenswürdigkeiten

  • Ortanlage Basedow als „geschmücktes Landgut“ des 19. Jahrhunderts mit Landschaftspark nach Lenné
  • Schloss Basedow als eine der bedeutendsten Schlossanlagen in Mecklenburg-Vorpommern
  • Dorfkirche Basedow mit selten homogener und ungewöhnlich prachtvoller Ausstattung aus der Zeit der Spätrenaissance sowie einer der ältesten Orgeln des Landes
  • Kirchkapelle Gessin als eine der ältesten Kapellen in Mecklenburg-Vorpommern

Verkehrsanbindung

Die Gemeinde liegt an der Verbindungsstraße von Malchin nach Malchow. Durch das sechs Kilometer entfernte Malchin führt die B 104 (GüstrowNeubrandenburg), in Malchin befindet sich auch der nächste Bahnhof. Der Bahnhof Basedow befand sich an der 1879 eröffneten Bahnstrecke Waren–Malchin, der Verkehr auf dieser wurde 1996 eingestellt und die Strecke zwei Jahre später stillgelegt.

Vereine

  • Mittelhof Gessin e. V. – wöchentliche Veranstaltungen im Dorfhaus Gessin
  • SV Blau Weiss 48 Basedow e. V.

Literatur

  • Stefan Pulkenat: Park, Basedow. In: Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (Hrsg.): Weißbuch der historischen Gärten und Parks in den neuen Bundesländern. 2. überarbeitete Auflage, Bonn 2005, ISBN 3-925374-69-8, S. 77 f.

Weblinks

 Commons: Basedow (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 KB) (Hilfe dazu)
  2. Deutsche Ausgabe u. d. T. "Aus alten Zeiten (Nimrods Tagebuch)" (1909)

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