Zeche Zollverein
Zeche Zollverein
Zeche Zollverein: Der Doppelbock von Schacht 12
Zeche Zollverein: Der Doppelbock von Schacht 12
Abbau von Steinkohle
Abbautechnik Untertagebau
Betreibende Gesellschaft Familie Haniel –
Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb –
Gelsenkirchener Bergwerks-AG
Betriebsbeginn 1847
Betriebsende 1986
Geografische Lage
Koordinaten 51° 29′ 12″ N, 7° 2′ 39″ O51.4865277777787.0440833333333Koordinaten: 51° 29′ 12″ N, 7° 2′ 39″ O
Zeche Zollverein (Regionalverband Ruhr)
Zeche Zollverein
Lage Zeche Zollverein
Gemarkung Stoppenberg
Gemeinde Essen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Revier Ruhrrevier

p1p2

Die Zeche Zollverein war ein von 1847 bis 1986 aktives Steinkohlebergwerk in Essen.

Sie ist heute ein Industriedenkmal. Gemeinsam mit der unmittelbar benachbarten Kokerei Zollverein gehören die Standorte XII und 1/2/8 der Zeche seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Zollverein ist Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Hauptgelände der Zeche Zollverein mit den Anlagen Schacht 12 und Schacht 1/2/8 liegt im nordöstlichen Essener Stadtteil Stoppenberg, unmittelbar angrenzend an die Stadtteile Katernberg und Schonnebeck. Es befindet sich zwischen den Straßen Arendahls Wiese, Fritz-Schupp-Allee, Gelsenkirchener Straße und Haldenstraße. Der Haupteingang mit dem bekannten Blick von vorne auf das Doppelbock-Fördergerüst liegt an der Gelsenkirchener Straße. Benachbart zwischen Arendahls Wiese, Köln-Mindener Straße und Großwesterkamp liegt die Kokerei Zollverein. Die drei Anlagen werden heute in der Regel als Gesamtensemble des Weltkulturerbes wahrgenommen.

Die Anlage Schacht 3/7/10 liegt in rund ein Kilometer Entfernung östlich davon an der Straße Am Handwerkerpark im Stadtteil Schonnebeck.

Die Anlage Schacht 4/5/11 befindet sich etwa zwei Kilometer nördlich vom Hauptgelände an der Katernberger Straße im Stadtteil Katernberg.

Die Anlage Schacht 6/9 lag rund einen Kilometer südlich vom Hauptgelände zwischen Gelsenkirchener Straße und Hallostraße. Sämtliche Übertagebauten wurden jedoch 1979 abgerissen; heute ist dort ein Wald.

Die Halden der Zeche Zollverein befinden sich in Essen-Katernberg und Gelsenkirchen.

Geschichte

Zentraler Schacht 12 der Zeche Zollverein
Fördermaschine der Maschinenfabrik Gustav Schade
Im Inneren von Zeche Zollverein

1847–1890

Die Gründung der Zeche ging von dem Industriellen Franz Haniel aus, der auf der Suche nach für die Stahlerzeugung geeigneten Kokskohlevorkommen war. Im Jahr 1834 gelang es ihm in Essen-Schönebeck, zum ersten Mal die Mergelschicht zu durchstoßen. Auf diese Weise wurden dort die Weichen für die Zeche Zollverein gestellt.[1] Bei Mutungsbohrungen im Raum Katernberg wurde unter anderem ein besonders ergiebiges Kohleflöz angebohrt, welches nach dem 1834 gegründeten Deutschen Zollverein benannt wurde. 1847 gründete Franz Haniel die bergrechtliche Gewerkschaft Zeche Zollverein und verteilte den Kuxbesitz innerhalb seiner Familie. Haniel, der Miteigentümer der Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen (der späteren Gutehoffnungshütte) war, plante, die Zeche Zollverein den Sterkrader Werken anzugliedern. Zollverein wäre hierdurch die erste Hüttenzeche des Ruhrreviers geworden. Sein Vorhaben scheiterte aber am Veto der übrigen Teilhaber der Hüttengewerkschaft JHH.

Bei der Wahl des Standortes spielte außerdem die Köln-Mindener Eisenbahn eine wichtige Rolle, die ebenfalls 1847 eröffnet wurde. Deren Trasse verläuft unmittelbar nördlich des Zechengeländes. Damit war eine gute Anbindung an das damals neuartige Transportmittel Eisenbahn gewährleistet.

Das Gelände für den Bau einer Schachtanlage wurde durch den ebenfalls an der Gewerkschaft beteiligten Grundbesitzer Schwartmann gen. Bullmann bereitgestellt. Daher wurde das Gelände der Gründungsschachtanlage bald die Bullmannaue genannt (Der heutige Straßenname der Zufahrt zur Schachtanlage 1/2 rührt daher).

Die Abteufarbeiten für Schacht 1 der Zeche Zollverein begannen am 18. Februar 1847 unter dem Betriebsführer Joseph Oertgen, nach dem auch eine Straße in der Kolonie Ottekampshof benannt wurde. In 130 Metern Tiefe wurde das Steinkohlengebirge angefahren. Die Förderung begann jedoch erst im Jahre 1851. Parallel war von 1849 an neben Schacht 1 der Schacht 2 abgeteuft worden. Dieser ging 1852 in Betrieb.

Erstmals wurden zwei äußerlich gleiche Malakow-Türme über den Schächten als Förderanlage errichtet; dieses Beispiel eines Zwillingsbaus mit gemeinsamem Maschinenhaus zwischen den Schächten wurde später auf anderen Zechen beim Bau einer Doppelschachtanlage wiederholt.

Ab 1857 wurden neben der Schachtanlage 1/2 einige Meileröfen als Vorstufe einer Kokerei betrieben. Ab 1866 wurde diese Kokerei durch eine moderne Kokerei mit Maschinenöfen ersetzt.

1880 wurde mit dem Abteufen einer zweiten separaten Förderanlage in Schonnebeck begonnen. Der Schacht 3 ging 1883 in Betrieb. Die Tagesanlagen wurden durch den Architekten Dreyer umfangreich ausgebaut. Der Schacht erhielt ein deutsches Strebengerüst der Bauart Promnitz als Förderanlage. Bereits 1890 wurde 1 Million Tonnen verwertbare Förderung zu Tage gebracht. Dadurch erreichte die Zeche Zollverein den Spitzenplatz unter den deutschen fördernden Anlagen.

1890–1918

Bedingt durch die sich im Montanbereich ergebende günstige Konjunktur wurde in den Folgejahren ein weitergehender, sehr umfangreicher Ausbau der Grubenbaue vorgenommen. Im nördlichen Teil Katernbergs an der Grenze nach Heßler entstand zwischen 1891 und 1896 die Doppelschachtanlage Zollverein 4/5 mit einem Förder- und Seilfahrtschacht und einem rein zur Bewetterung konzipierten Schacht. Auf dieser Schachtanlage wurde sofort eine neuartige Kokerei in Betrieb genommen.

1896 wurde ein weiterer Förderschacht im Bereich von Stoppenberg geteuft. Dieser ging 1897 in Betrieb und wurde erstmals mit einem Doppelstrebengerüst ausgestattet, da er für die parallele Führung von Förderung und Seilfahrt konzipiert war.

Die Grubenbaue von Zollverein waren betreffs der Wetterführung nach wie vor problematisch. Nach mehreren Unglücken, die durch Schlagwetter hervorgerufen waren, wurden die Schachtanlagen nach und nach mit kleinen Wetterschächten ausgestattet. So entstanden:

  • 1897 bis 1899 neben Schacht 3 der Schacht 7. Er erhielt eine kleine Förderanlage.
  • 1897 bis 1900 neben Schacht 1/2 der Schacht 8. Er erhielt vorerst keine Fördereinrichtung.
  • 1903 bis 1905 neben Schacht 6 der Schacht 9. Auch er erhielt zunächst keine Fördereinrichtung.

Im Anschluss wurde die Schachtanlage 1/2 erneuert. Schacht 1 erhielt ein deutsches Strebengerüst anstelle des Malakowturmes. Weiterhin wurden Aufbereitung und Kokerei grunderneuert.

  • 1909 wurde auf der Schachtanlage 3/7 ein neuer Förderschacht niedergebracht. Nach Fertigstellung des Schachtes 10 im Jahre 1914 wurde auch auf dieser Schachtanlage die Aufbereitung erweitert und eine neue Kokerei in Betrieb genommen.
  • 1914 schließlich wurde auch Schacht 9 der Anlage 6/9 durch Errichtung einer Förderanlage zum Seilfahrtschacht ausgebaut.

Die Förderung erreichte um den Ersten Weltkrieg den Wert von 2,5 Millionen Tonnen verwertbarer Förderung.

1918–1932

Ab 1920 kooperierte die Gewerkschaft Zollverein, die sich bis dahin nach wie vor in Familienbesitz der Industriellenfamilie Haniel befand, verstärkt mit der Phönix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb. Die Geschäftsführung der Zeche wurde komplett in die Hände der Phönix AG gelegt.

Unter deren Regie fanden Erneuerungs- und Reparaturmaßnahmen statt. Schacht 2 erhielt nun ebenfalls ein Fördergerüst. Ferner wurde die Erneuerung der Schachtanlage 4/5 beschlossen. Ein Blindschacht wurde über Tage hochgebrochen und als Schacht 11 in Betrieb genommen. Der Ausbau zum Förderschacht erfolgte bis 1927. Schacht 4 und 11 wurden mit gleichartigen Fördergerüsten ausgestattet, die Tagesanlagen 4/5/11 entsprechend erneuert. Die Kokerei 4/5/11 wurde im Gegenzug außer Betrieb genommen.

Beim Übergang der Phönix AG auf die Vereinigte Stahlwerke AG 1926 wurde die Zeche Zollverein der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) zugeordnet und fortan in der Gruppe Gelsenkirchen geführt. Unter deren Regie wurden die Kokereien nach und nach stillgelegt.

1928 beschloss die GBAG den Neubau einer kompletten, als Zentralförderanlage konzipierten Schachtanlage. Mit einer Förderkapazität von 12.000 Tonnen Kohle täglich übernahm Schacht 12 die gesamte Kohlenförderung der bisherigen vier Anlagen mit insgesamt elf Schächten. Die Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer übernahmen die Gestaltung der Schachtanlage, die als architektonische und technische Meisterleistung galt und richtungsweisend für den sachlich-funktionalen Industriebau wurde – so folgt der Aufbau der einflussreichen Schule des Bauhauses. Die Schachtanlage galt als die modernste und die „schönste Zeche der Welt“.

Das 1930 errichtete Doppelbockfördergerüst in Vollwandbauweise wurde zum Vorbild für viele später gebaute Zentralförderanlagen. Der Schacht nahm 1932 die Förderung auf und wurde 1937 nach dem damaligen Generaldirektor der Gelsenkirchener Bergwerks-AG Albert Vögler in „Schacht Albert“, ab 1941 in „Schacht Albert Vögler“ benannt.

1932–1968

Blick vom Fördergerüst Schacht XII auf die Anlage 1/2/8 im Februar 1949 (im Hintergrund Essen-Katernberg)

Die Förderung der Zeche Zollverein wurde durch diese Maßnahme immens gesteigert. Sie erreichte im Jahre 1937 3,6 Millionen Tonnen bei 6900 Beschäftigten. Die Kokerei bei Schacht 1/2/8 wurde als kleiner Neubau mit 54 Koksöfen im Vorjahr wieder in Betrieb genommen und erzeugte jährlich 200.000 Tonnen Koks. 1937 wurde das alte Doppelstrebengerüst über Schacht 6 durch einen Neubau eines zweigeschossigen Strebengerüstes mit nur einer Förderung ersetzt.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Zeche Zollverein mit relativ geringen Beschädigungen. Im Jahr 1953 wurde bereits wieder eine Förderung von 2,4 Millionen Tonnen jährlich erreicht, wodurch Zollverein wiederum den Spitzenplatz unter den westdeutschen Steinkohlebergwerken einnahm.

Nach Übergang in die Rheinelbe Bergbau AG als Nachfolgegesellschaft der alten GBAG wurde nun eine umfangreiche Erneuerung und Rationalisierung des Betriebes aller Zollverein-Schachtanlagen vorgenommen.

Das Fördergerüst über Schacht 1 wurde 1958 durch einen vollwandigen Neubau ersetzt. Gleichzeitig wurde von 1960 bis 1964 eine komplette Neugestaltung der Schachtanlage 1/2/8 durch den Architekten Fritz Schupp durchgeführt. Schacht 2 erhielt 1964 den demontierten Förderturm von Schacht 2 der stillgelegten Zeche Friedlicher Nachbar als neue Förderanlage.

Ab 1961 wurde auf einem westlich gelegenen Gelände eine Zentralkokerei mit 192 Öfen betrieben. Die Kokerei galt lange als die modernste Kokerei Europas, in der täglich 10.000 Tonnen Kohle zu Koks veredelt wurden. Aufgrund der Stahlkrise und der damit fallenden Koksnachfrage wurde die Kokerei am 30. Juni 1993 stillgelegt.

1962 bis 1964 wurden nun die anderen Außenschachtanlagen zusammengefasst. Schacht 4 wurde 1962 als Förderschacht außer Betrieb gesetzt. Das Fördergerüst wurde an die Zeche Holland in Wattenscheid zum Ausbau eines neuen Zentralförderschachtes abgegeben. Die Förderanlagen Schacht 3 und 7 wurden ebenfalls rückgebaut. 1967 erfolgte die Fördereinstellung der Schachtanlagen 4/11 und 6/9. Die alleinige Förderung verblieb auf Schacht 12.

1968 wurde die Zeche Zollverein in die Bergbau AG Essen der Ruhrkohle AG übergeben.

1968–1986

Zeche Zollverein, Tafel mit Wartungs- und Reinigungsdaten (zuletzt 1986), fotografiert 1993

Nach Übernahme des Bergwerks wurde die Mechanisierung und Rationalisierung des Förderbetriebes fortgeführt. Die Förderung von Zollverein lag weiterhin bei annähernd 3 Millionen Tonnen jährlich. 1974 wurde der Verbund mit der benachbarten Zeche Holland durchgeführt. Schacht Holland 3/4/6 wurde als Förderstandort aufgegeben und zusammen mit einigen Schächten der Zeche Bonifacius als Seilfahrt- und Wetterschachtanlage weiterbetrieben.

Ab 1980 wurde mit dem Abbau des letzten Fettkohlevorrates im Flöz Sonnenschein die Verlagerung des Abbaus nach Norden betrieben. Die südlichen und östlichen Schächte wurden nach und nach aufgegeben. Ab 1982 wurde ein Förderverbund mit der benachbarten Zeche Nordstern betrieben. Im Gegenzug erfolgte die Aufgabe des Baufeldes Holland mit dem Jahre 1983.

Die Förderung dieses Verbundbergwerks Nordstern-Zollverein erreichte noch einmal 3,2 Millionen Tonnen jährlich. Nach erneuten Absatzeinbrüchen für Ruhrkohle wurde allerdings in der Kohlerunde 1983 die Aufgabe des Förderstandortes Zollverein beschlossen.

Am 23. Dezember 1986 wurden alle verbliebenen Förderanlagen von Zollverein stillgelegt. Die Kokerei wurde noch bis 1993 betrieben. Schacht 2 und 12 blieben für die Wasserhaltung offen.

Im Nachhinein wurden die verbliebenen Tagesanlagen von Schacht 12, Schacht 1/2/8 und Schacht 3/10 für eine neue Nutzung und als Industriedenkmal erhalten.

Wandel von Industriestruktur zur Industriekultur

Blick auf das ehemalige Kesselhaus, das heute vom Designzentrum NRW genutzt wird.
Straßenbahn 107 im Zollverein-Design
Die Zollverein-Bahn in Katernberg in modernisiertem Zustand (20 September 2008)

Nach der Stilllegung 1986 kaufte das Land Nordrhein-Westfalen der RAG, damals Ruhrkohle AG, das Gelände ab, und stellte das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz. In den folgenden Jahren wurde das Gelände saniert. Die Baugesellschaft Bauhütte Zeche Zollverein Schacht XII GmbH beendete im Jahr 1999 ihre Sanierungstätigkeit. Seit 2001 sind die dazu gegründete Entwicklungs-Gesellschaft Zollverein mbH (EGZ) sowie die Stiftung Zollverein und die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur für den Erhalt und die Nutzung der stillgelegten Anlagen zuständig. Am 14. Dezember 2001[2] wurden Zeche und Kokerei Zollverein in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen.

Zeche Zollverein ist heute ein Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft mit Schwerpunkt auf Design und Architektur in Essen. Hier befindet sich der Museumspfad Weg der Kohle, das Besucherzentrum der Route der Industriekultur, im ehemaligen, von Norman Foster umgebauten Kesselhaus das Design Zentrum Nordrhein Westfalen, auf dem angrenzenden Gelände von Schacht 1/2/8 das PACT Zollverein (Choreographisches Zentrum Nordrhein-Westfalen, umgestaltet von Christoph Mäckler Architekten) sowie der Kunstschacht Zollverein. Auch die Keramische Werkstatt Margaretenhöhe ist hier beheimatet. Auf Schacht 3/7/10 befindet sich das Erfahrungsfeld der Sinne.

In der ehemaligen Kokerei sind Ausstellungsräume für Gegenwartskunst, dort befindet sich als Dauerausstellung die begehbare Rauminstallation Palast der Projekte von Ilya & Emilia Kabakov und, seit 2006, das Erwin L. Hahn Institut für Magnetresonanz. Im Casino Zollverein auf Schacht XII befindet sich ein Restaurant, auf dem Gelände der Kokerei befindet sich das Café & Restaurant „die kokerei“.

Im Sommer 2006 wurde der aufwändige Umbau der Kohlenwäsche (Entwurf von Floris Alkemade/OMA und Böll Architekten) nach mehreren Jahren abgeschlossen. Eine neue, gestalterisch an die bestehenden Bandbrücken angelehnte, 55 m lange Gangway führt die Besucher auf 24 m Höhe ins neue Besucherzentrum. Vom 26. August bis 3. Dezember 2006 war in der Kohlenwäsche die ENTRY2006 – Wie werden wir morgen leben zu sehen. In einer großen Ausstellung wurden 300 Objekte von Designern und Architekten aus 20 Ländern gezeigt.

Im Herbst 2003 schrieb die Entwicklungsgesellschaft Zollverein zusammen mit der Essener Verkehrs-AG einen regionalen Designwettbewerb aus. Gesucht wurde ein entsprechendes „Zollverein-Design“ für die Straßenbahn-Linie 107, die von Gelsenkirchen in den Essener Süden fährt und auch am Zollverein-Gelände hält. Aus den besten zehn von insgesamt 44 Einsendungen wählten die Leser des Magazins ZOLLVEREIN 31/8 im Januar 2004 in Übereinstimmung mit der Jury den Entwurf des Büros FREIWILD Kommunikation.

Im Juni 2006 wurde der Bau des Zollverein-Kubus nach Entwürfen des japanischen Architektenbüros SANAA, Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa, abgeschlossen. Er steht zwar nicht auf dem ursprünglichen Zechengelände, sondern an dessen Eingang, wird aber zum Gesamtensemble gezählt.

Auf dem Dach der Kohlenwäsche wurde im Zuge des Umbaus der Erich Brost-Pavillon errichtet. Hier finden Veranstaltungen jeder Art statt.

Ruhr-Museum

Im Sommer 2009 zog das neue Ruhr Museum, bislang im Essener Süden als Ruhrlandmuseum ansässig, dauerhaft in die Kohlenwäsche ein. Die Ausstellungsräume wurden ab Oktober 2008 mit der Ausstellung Gold vor Schwarz der Schätze der Essener Domschatzkammer eröffnet.

Film und Fernsehen

  • Bilder der Zeche Zollverein sind seit September 2006 regelmäßig fester Bestandteil als Szenenübergang bei der in Essen spielenden RTL-Daily-Soap Alles was zählt.

Aktuell

Außenansicht der Kohlewäsche mit Ausstellungsplakat

Neben den bereits genannten Umbaumaßnahmen ist Zollverein mittlerweile ein Prestigeobjekt des Ruhrgebiets. Seit der Verleihung des Titels „Weltkulturerbe“ ist Zollverein internationaler Begegnungspunkt sowohl für große Kulturprojekte wie die internationale Weltmusikmesse „WOMEX“ oder die „ExtraSchicht“ – Die Nacht der Industriekultur im Ruhrgebiet als auch für Konzerte im kleineren Rahmen, so ist die WDR Big Band regelmäßiger Gast und auch die Hip-Hop-Formation „Fettes Brot“ im Rahmen der TRIDEM. Durch die zahlreichen Bauprojekte auf und um Zollverein soll in den nächsten Jahren ein breites kulturelles Angebot für jede Interessenslage geschaffen werden.

Im Sommer 2009 zog das neue Ruhr Museum, bislang im Essener Süden als Ruhrlandmuseum ansässig, dauerhaft in die Kohlenwäsche ein. Die Ausstellungsräume wurden ab Oktober 2008 mit der Ausstellung goldvorschwarz der Schätze der Essener Domschatzkammer eröffnet.

Eine Außenbesichtigung der gesamten Anlage ist ständig möglich. Näher kennenlernen kann man Zollverein durch die zahlreichen, vom Besucherzentrum angebotenen Führungen, die zum Teil von ehemaligen Bergleuten geleitet werden.

Elektrische Fördermaschine an Schacht 1

Siehe auch

Literatur

  • Heinrich Böll und Hans Krabel: Arbeiten an Zollverein: Projekte auf der Zeche Zollverein Schacht XII seit 1989, Klartext Verlag, Essen 2009, ISBN 978-3-89861-912-7
  • Delia Bösch: Zollverein entdecken – Unterwegs auf dem Welterbe. 3. erweiterte Auflage, Essen 2007, ISBN 3-9809846-0-5
  • Walter Buschmann: Zechen und Kokereien im rheinischen Steinkohlenbergbau. Aachener Revier und westliches Ruhrgebiet, Berlin 1998, S. 414-485.
  • Joachim Großmann: Wanderungen durch Zollverein. Das Bergwerk und seine industrielle Landschaft, Essen 1999.
  • Wilhelm und Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 6., um einen Foto-Exkurs „Zollverein Weltkulturerbe“ von Udo Haafs nach S. 216 erweiterte und aktualisierte Auflage 2008. Langewiesche, Königstein i. Ts. 2008 (Die Blauen Bücher), ISBN 978-3-7845-6994-9
  • Dietmar Osses: Kohle, Koks, Kultur. Die Kokereien der Zeche Zollverein, Dortmund 2002.
  • Rolf Tiggemann: Zollverein Schacht XII, Klartext Verlag, Essen 2007, ISBN 978-3-89861-741-3
  • Geschichtswerkstatt Zollverein (Hg.): Zeche Zollverein. Einblicke in die Geschichte eines großen Bergwerks, 2. Aufl., Klartext Verlag, Essen 1999, ISBN 3-88474-507-7
  • Stiftung Zollverein: Welterbe Zollverein – World Heritage Site. Geschichte und Gegenwart der Kokerei und Zeche Zollverein (deutsch/englisch), Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN 978-3-89861-844-1
  • Zeche Zollverein e.V.: "Zeche Zollverein - Einblicke in die Geschichte eines großen Bergwerks", Klartext Verlag, Essen 1996, ISBN 3-88474-507-7
  • Zeche Zollverein e.V.: Die Zeche Zollverein, Sutton Verlag, Erfurt 2008, ISBN 978-3-86680-320-6

Weblinks

 Commons: Zeche Zollverein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vgl. dazu ausführlich Andreas Koerner / Klaus Scholz / Wolfgang Sykorra: Man war nie fremd. Die Essener Bergbaukolonie Schönebeck und ihr Stadtteil. Essen: Edition Rainruhr 2009. 158 Seiten. ISBN 978-3-9811598-9-9
  2. http://www.unesco.de/318.html 25. Tagung des Welterbekomitees der UNESCO am 14. Dezember 2001 in Helsinki

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