Zoologie

Die Zoologie (altgr. ζῷον [zóon],„Tier“, „lebendes Wesen“[1] und λόγος [lógos], „Lehre“), auch Tierkunde, ist die Disziplin der Biologie, deren Forschungsgegenstand die Tiere (Animalia), insbesondere die Vielzelligen Tiere (Metazoa) sind. Die Zoologie untersucht mit verschiedenen naturwissenschaftlichen Methoden Gestalt und Körperbau (Morphologie, Anatomie), Lebenstätigkeiten (Physiologie), Entwicklungs- und Stammesgeschichte (einschließlich Paläozoologie), Erbgeschehen (Genetik), Umweltbeziehungen (Ökologie), Verbreitung (Zoogeographie) sowie das Verhalten (Verhaltensbiologie) der Tiere und erstellt eine Systematik des Tierreiches. Die meisten Zoologen haben heute Biologie als Studienfach studiert. Aber auch Tierärzte, Forstwissenschaftler und Geographen arbeiten teilweise als Zoologen.

Bildtafel zur Zoologie in Meyers Blitz-Lexikon von 1932

Inhaltsverzeichnis

Teilgebiete der Zoologie

Studium der Zoologie

Das Studium der Zoologie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz Bestandteil eines Biologiestudiums. Naturwisenschaftliche Grundlagen wie Physik, Chemie, Mathematik (hier vor allem Statistik), Botanik und Mikrobiologie sind anfänglich ebenfalls wichtig und ein großer Baustein auf dem Weg zur Spezialisierung auf ein zoologisches Fach im Fortgeschrittenenstudium (meist Master). Nahezu alle Teilgebiete der Zoologie setzen eine sehr gute Kenntnis in Biochemie und Molekularbiologie voraus. Dies gilt auch für solche klassischen Fächer wie die Morphologie, die Anatomie, die Evolutionsforschung und Taxonomie. In den ersten vier bis sechs Semestern wird dem Biologiestudenten eine Fülle von theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen angeboten. Zoologische Schwerpunkte sind je nach Angebot der Universität meist in Master Stuiengängen der Ökologie, Landschaftsökologie, Meersesbiologie und der Biodiversitätsforschung zu finden. Hier beginnt die Konzentrierung auf einige Wahlfächer innerhalb der Biologie. Häufig wird die experimentelle Arbeit in kleinen Gruppen noch wichtiger. Innerhalb der Zoologie wird in allen Universitäten eine Fülle von Praktika angeboten, die meist ganztägig und täglich über mehrere Wochen (manchmal auch über ein ganzes Semester) durchgeführt werden. Viele zoologische Praktika sind auch so angelegt, dass sie das „forschende Lernen“ unterstützen.

Zoologie ist ein sehr facettenreiches Fach. Daher ist die Kombination mit einem Nebenfach, sofern es die Bachelor-Prüfungsordnung zulässt, interessant. Die Grundlagen der Verhaltensforschung werden häufig mit Psychologie kombiniert. Bei einer Ausrichtung auf Neurobiologie ist Physik und Informatik besonders hilfreich und wird häufig dazu studiert.

Ungefähr die Hälfte der Zoologiestudenten beginnt nach ihrer Masterarbeit mit einer Doktorarbeit.

Praktika

Neben dem regulären Studiengang gibt es meist Möglichkeiten an der Forschungsarbeit in den Instituten teilzunehmen. In den meisten Universitäten läuft dies unter der Bezeichnung „freie Mitarbeit“ oder Projektpraktikum, und meist wird die Mitarbeit in Form einer Bescheinigung bestätigt.

Standorte

Der Studienführer Biologie zählt in Deutschland 54 Standorte an denen das Fach studiert werden kann. Die Studienpläne und Studienordnungen an den verschiedenen Universitäten im Fach Zoologie sind recht unterschiedlich. Die Ausprägungen der zoologischen Arbeitsgruppen ist sehr verschieden: Manche arbeiten expliziet tierökologisch, zoologisch, wildbiologisch, andere vermitteln zoologische Grundlagen in der Genetik, Neurobiologie, Ökologie, Evolutionsbiologie oder einem anderen Fach der Zoologie.

Master-Studiengänge der Zoologie werden von den Universitäten Basel, Wien, Graz, Innsbruck und der Paris Lodron - Universität Salzburg angeboten. Andere Hochschulen haben die Trennung von Zoologie, Botanik und anderen klassischen Fachrichtungen der Biologie aufgegeben und integrierten die zoologischen Aspekte in speziellere, beispielsweise physiologisch oder ökologisch ausgerichtete Master-Studiengänge.

Literatur

  • Westheide, Wilfried; Rieger, Reinhard (Hrsg.): Spezielle Zoologie. Teil 1: Einzeller und Wirbellose Tiere. 2. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2006. ISBN 3-8274-1575-6
  • Westheide, Wilfried; Rieger, Reinhard (Hrsg.): Spezielle Zoologie. Teil 2: Wirbel- oder Schädeltiere. Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-0900-4
  • Storch, Volker; Welsch, Ulrich: Kükenthal - Zoologisches Praktikum. 25. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2006. ISBN 3-8274-1643-4
  • Storch, Volker; Welsch, Ulrich: Kurzes Lehrbuch der Zoologie. 8. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2004. ISBN 3-8274-1399-0
  • Hentschel, Erwin; Wagner, Günther W.: Wörterbuch der Zoologie. 7. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2004. ISBN 3-8274-1479-2
  • Storch, Volker; Welsch, Ulrich: Systematische Zoologie 6. Aufl. Spektrum Akademischer Verlag 2003. ISBN 3-8274-1112-2
  • Claus Nissen: Die zoologische Buchillustration. Ihre Bibliographie und Geschichte. Band I: Bibliographie. Anton Hiersemann Verlag Stuttgart 1969.

Einzelnachweise

  1. Erwin J. Hentschel, Günther H. Wagner: Zoologisches Wörterbuch. 6. Auflage. Gustav Fischer Verlag Jena, Jena 1996, S. 627.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Zoologie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Zoologie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Zoologie – Quellen und Volltexte

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