Bergmönch

Als Bergmönche werden dämonische Fabelwesen bezeichnet.

Erstmals Erwähnung finden sie in Georgius Agricolas Werk De animantibus subterraneis. Er bezeichnet sie als eine Gruppe von Berggeistern, wobei er von ihnen wie von naturkundlich bestätigten Wesen spricht, da er in diesem Werk überwiegend verschiedene Tiere behandelt. Auf dem Schneeberg soll einer dieser Geister, gekleidet in eine schwarze Kutte, einen Arbeiter hochgehoben und in eine silberreiche Höhle versetzt haben, „nicht ohne ihn übel zuzurichten“. Wahrscheinlich ist hier das Vorbild des Bergmönch-Mythos zu sehen. Der Bergmönch hingegen soll boshaft sein und Schaden verursachen wo er kann. Er ist besonders bekannt im Harz, im Erzgebirge, Sachsen und Siebenbürgen.

Varianten

  • Während der Bergmönch von Martin Luther diabolisiert und ihm alle möglichen teuflischen Eigenschaften zugesprochen wurden, wandelte er sich bei den Brüdern Grimm, im Bergmönch im Harz, in eine freundliche Gestalt.
  • Auch in der zeitgenössischen Literatur wird das Fabelwesen adaptiert: So ist der Stollentroll in Walter Moers’ Roman Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär vom Charakter her dem Bergmönch ähnlich.
  • Skarbnik (Schatzhüter) ist die Bezeichnung eines Berggeistes in Oberschlesien, der mal gut und mal böse sein soll, ähnlich wie Rübezahl.
  • Andere Geister dieser Art werden eher wie Zwerge, mit Kittel und Kapuze, dargestellt. Diese sollen hilfreich sein, Bergwerksarbeiter aber necken.

Siehe auch

Literatur


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Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

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  • Bergmönch — Bergmönch, nach altem Volksglauben ein Gespenst in Tracht eines Mönches, das sich, ein Licht in der Hand, in den Bergwerken des Harzes und Thüringens sehen läßt, ähnlich wie das Bergmännchen (s. d.). Hier und da wird der B. auch zum helfenden… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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