Bistum Lund
Das Wappen des Bistums

Das Bistum Lund (schwedisch Lunds stift) ist eine der dreizehn Diözesen innerhalb der Schwedischen Kirche. Es besteht aus 216 Kirchengemeinden (församlingar), die wiederum in 18 Kirchenkreisen zusammengefasst sind. Geografisch erstreckt sich das Bistum über die historischen Provinzen Schonen und Blekinge. Bischofssitz ist die Stadt Lund mit dem Dom zu Lund als Bischofskirche.[1] Seit 2007 ist Antje Jackelén Bischöfin von Lund.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Bistum wurde kurz nach der Einführung des Christentums in Schweden gebildet. Zur formellen Gründung durch den dänischen König Sven Estridsson kam es im Jahre 1060 mit der Teilung des Bistums Roskilde. Aus diesem entstanden das Bistum Lund und, mit dem Bistum Dalby unter Bischof Egino nur unweit des Lunder Bischofssitzes, eine weitere Diözese in Schonen, welche Ostschonen, Blekinge und Bornholm umfasste. Nach dem Tod des orkadischen Bischofs Henrik im Jahre 1066 zog Egino nach Lund, und die Stadt wurde alleiniger Bischofssitz. Das neue Bistum war, wie ganz Skandinavien, der Jurisdiktion des Erzbischofs und somit dem Erzbistum Hamburg-Bremen unterstellt.

Bereits 1052/53 beantragte der dänische König Sven Estridsson eine eigene Kirchenprovinz für sein Königreich. Erzbischof Adalbert I. (1043–1072) von Bremen wehrte sich gegen die Schmälerung seines Zuständigkeitsbereichs. Da nach dem Bestätigungsprivileg Leos IX. von 1053, das außer Dänemark und Schweden auch Norwegen, Island und Grönland nannte, dem jeweiligen Bremer Erzbischof nur die Jurisdiktion über diese skandinavischen Länder persönlich übertragen worden war, war dieser Widerstand letztendlich erfolglos. Da Hamburg-Bremen so gut wie keine eigenen Suffraganbistümer hatte, sah Adalbert seine Stellung überhaupt gefährdet. Daher verfolgte er den Plan, als Gegenleistung für den Verlust der Jurisdiktion die Patriarchatswürde zu verlangen, die sich über mehrere Kirchenprovinzen zu erstrecken pflegte. Doch auch dies wurde ihm verwehrt.

Erzbistum

Der Dom zu Lund

Adalberts Nachfolger, Erzbischof Liemar, der seinen Sitz in Bremen hatte, kümmerte sich als eifriger Anhänger Kaiser Heinrichs IV. um diese Frage wenig. Während des Schismas Clemens III. (Wibert von Ravenna) gegen Gregor VII. konnte der dänische König Erik Ejegod im Zusammenhang mit seinen Bemühungen um die Heiligsprechung seines Halbbruders Knud Lavards bei Urban II. erneut die Errichtung einer eigenen Kirchenprovinz betreiben. Knud wurde 1101 von Papst Paschalis II. heilig gesprochen, und 1103 erhob der Kardinallegat Alberich Bischof Asker von Lund zum ersten Metropoliten. 1103 begann man auch mit dem Bau des Domes als repräsentative Bischofskirche des 1104 gegründeten Erzbistums. Eine verlorene Urkunde von Paschalis II. umschrieb die Jurisdiktionsbefugnisse. Daher ist bis heute umstritten, ob Askers Zuständigkeitsbereich ganz Skandinavien umfasste oder nur Dänemark. Man geht heute aber vielfach davon aus, dass das Erzbistum für ganz Skandinavien zuständig war.[1][2]

Auf dem Ersten Laterankonzil führte Erzbischof Adalbert II. von Hamburg-Bremen 1123 einen Prozess wegen der Verkürzung seiner Metropolitanrechte. Auf Bitten Heinrichs V. bestätigte ihm Papst Calixt II. die Jurisdiktion für Norwegen und Schweden. Kaiser Lothar III. erreichte sogar eine Aufhebung der Kirchenprovinzen Lund und Gnesen bei Papst Innozenz II. Aber schon Papst Eugen III. entsandte den Kardinallegaten Nikolaus Breakspear, der später Papst Hadrian IV. wurde, nach Norwegen und Schweden, um die dortigen Kirchen zu einer je eigenen Provinz zu organisieren. So wurde Lund wieder Erzbistum und blieb es bis zur Reformation.

Reformation

Nach der Reformation, die das Ende für Lund als Erzbistum und als Zentrum der Dänischen Kirche bedeutete, wurde Lund bis 1638 Sitz eines Superintendenten. Erster nunmehr gewöhnlicher Bischof wurde Peder Winstrup. Nach dem Frieden von Roskilde 1658, durch den die dänischen Provinzen Schonen, Halland und Bleckinge schwedisch wurden, löste sich die nunmehr dänische Insel Bornholm aus dem Bistum. Dieses wurde als Diözese in die damalige Schwedische Staatskirche eingegliedert.

Siehe auch

Literatur

  • Jerzy Kloczowski: Die Kirche und die Reiche der slawischen und skandinavischen Christenheit. In: André Vauchez (Hrsg.): Die Geschichte des Christentums. Band 5: Machtfülle des Papsttums 1054–1274, Herder, Freiburg 1994 (übersetzt von Gabriele Barner), ISBN 978-3-451-22255-9..
  • Wolfgang Seegrün: Das Papsttum und Skandinavien bis zur Vollendung der nordischen Kirchenorganisation (1164). In: Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins. Band 51, Wachholtz, Neumünster 1967.

Einzelnachweise

  1. a b Det här är Lunds stift. Abgerufen am 10. Oktober 2009 (schwedisch).
  2. Robert Bohn: Dänische Geschichte. C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-44762-7, S. 19.

Weblinks


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