Bohumín
Bohumín
Wappen von Bohumín
Bohumín (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Karviná
Fläche: 3109 ha
Geographische Lage: 49° 54′ N, 18° 21′ O49.90361111111118.357222222222198Koordinaten: 49° 54′ 13″ N, 18° 21′ 26″ O
Höhe: 198 m n.m.
Einwohner: 22.631 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 435 81, 935 81
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Vícha (Stand: 2006)
Adresse: Masarykova 158
73581 Bohumín 1 - Nový Bohumín
Gemeindenummer: 599051
Website: www.bohumin.cz

Bohumín (deutsch Oderberg, polnisch Bogumin; Aussprache?/i) ist eine Stadt an der polnischen Grenze mit 23.078 Einwohnern (2005) im Bezirk Karwin, Moravskoslezský kraj in Tschechien.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Ort befindet sich am rechten Ufer der Oder, welche hier mit der einmündenden Olsa die Grenze gegen Polen (früher Preußisch-Schlesien) bildet.

Geschichte

Alt-Oderberg

Der Ort wurde 1256 als Bogun erstmalig erwähnt. Am 6. Januar 1373 verlieh der Herzog Johann von Ratibor das Städtchen Bohumín und die in unmittelbarer Nähe gelegene Burg Barutswerde als Lehen an Pašek von Barutswerde.

König Ludwig II. verlieh 1523 die Stadt und Burg an Georg, den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Der seit 1557 herrschende Georg Friedrich starb 1603 kinderlos und das Gut fiel an den Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg. 1622 wurde es von Kaiser Rudolf II. eingezogen.

Nach den Schlesischen Kriegen verblieb Oderberg bei Österreichisch Schlesien.

Mitte des 19. Jahrhunderts war Oderberg eine Kleinstadt in österreichisch Schlesien mit 1000 Einwohnern.

Ringplatz in Alt-Oderberg

Die Stadt an der Oder gehörte früher zur Bezirkshauptmannschaft Freistadt (Karviná-Fryštát) in Österreichisch Schlesien. Sie hatte ein Bezirksgericht und ein Zolloberamt. Gegen 1900 lebten hier 1260 Einwohner. 1902 wurde eine Pferdestraßenbahn von Alt-Oderberg nach Neu-Oderberg eröffnet, welche 1903 auf Dampfbetrieb und 1916 auf elektrischen Betrieb umgestellt wurde.

Neu-Oderberg

Der neu errichtete Bahnhof auf dem Gebiet der Gemeinde Šunychl war seit dem 1. Mai 1847 die letzte Station der neu errichteten Kaiser-Ferdinand-Nordbahn. Im Jahr 1848 wurde die Herrschaft durch die neue Staatsgrenze in einen österreichischen und einen preußischen Teil geteilt. Im Jahr 1872 wurde die Kaschau-Oderberger Bahn eröffnet.

Franz-Josef-Straße in Neu-Oderberg

Im Zuge der Auflösung Österreich-Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg waren Oderberg und sein Umland zwischen der neu entstandenen Tschecho-Slowakischen und der Polnischen Republik umstritten. In einem Schlichtungsspruch des Höchsten Alliierten Rates wird das Gebiet zwischen beiden Staaten aufgeteilt. Oderberg fiel dabei an die neue Tschechoslowakei. 1924 wurde Šunychl zur Stadt erhoben und gleichzeitig in Nový Bohumín (Neu Oderberg) umbenannt.

Durch das Münchener Abkommen vom 29. September 1938 verlor die Tschechoslowakei den Anteil des Landkreises Teschen mit Oderberg (nun Bogumin) an Polen. Nach der deutschen Eroberung im September 1939 gehörte Neu-Oderberg als Oderberg (Oberschlesien) zum Landkreis Teschen im Regierungsbezirk Kattowitz. Während des Krieges bestand in Neu-Oderberg ein Arbeitskommando E728 des Stalag VIII-B. Am 1. Mai 1945 wurde die Stadt von Sowjettruppen eingenommen.

Nach dem 2. Weltkrieg verblieb Bohumín bei der Tschechoslowakei. 1949 wurden die Orte Bohumín mit Nový Bohumín, Pudlov, Skřečon, Vrbice und Záblatí in einer Gemeinde namens Bohumín zusammengefaßt. 1952 wurde Vrbice wieder herausgelöst. 1954 wurde Bohumin in 5 Bezirke unterteilt: I. město (vormals Starý Bohumín), II. Nový Bohumín, III. Pudlov, IV. Skřečoň, V. Záblatí. 1960 wurde Starý Bohumín wieder eine selbständige Stadt. 1973 wurde sie mit Nový Bohumín zur heutigen Stadt Bohumín vereinigt.

Stadtgliederung

Die Stadt Bohumín (Oderberg) gliedert sich in 7 Katastralgebiete:

  • Nový Bohumín (Neu Oderberg) - 14.068 Einwohner
  • Starý Bohumín (Alt Oderberg) - 1.541 Einwohner
  • Skřečoň (Skretschon) - 2.533 Einwohner
  • Záblatí (Sablath) - 2.198 Einwohner
  • Pudlov (Pudlau) - 1.465 Einwohner
  • Šunychl (Schönichel) - 551 Einwohner
  • Vrbice (Wirbitz) - 471 Einwohner

Weitere Ortslagen:

  • Nová Ves (Nickeltaff)

Bevölkerung

Die Mehrzahl der Einwohner sind Tschechen, viele haben jedoch schlesische Vorfahren, jedoch ist der Anteil der polnischen Minderheit eher gering. Vor dem 2. Weltkrieg war die Stadt von Deutschen bewohnt. In der heutigen Zeit ist der besonders hohe Anteil an Roman auffällig.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus
  • Katholische Herz Jesu Kirche (1896)
  • Rathaus (1897–1898)
  • ehemalige deutsche Schule (1894–1914)
  • Lutherische Kirche (1901)

Wirtschaft

Um 1900 gab es hier ein Röhrenwalzwerk, eine Petroleumraffinerie, Fabrikation von Harzprodukten, Chemikalien, Öl, Mühlsteinen und ein Sägewerk.

Verkehr

Die Stadt ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an einer der wichtigsten europäischen Eisenbahnmagistralen. Sie ist eine Station der ehemaligen Österreichischen Nordbahn (KFNB) von Wien nach Krakau, von welcher hier die ehemals preußischen Strecken der Wilhelmsbahn nach Ratibor und Opole abzweigen. Für die den Jablunkapass überschreitende Bahnstrecke Žilina–Bohumín (ehemalige Kaschau-Oderberger Bahn) ist die Stadt ebenfalls Ausgangspunkt.

Sport

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)

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