Abdallah al-Akbar

Abdallah al-Akbar (arabisch ‏عبد الله الأكبر‎, DMG ʿAbd Allāh al-Akbar; † kurz nach 874) war der Begründer der Bewegung der ismailitischen Fatimiden im 9. Jahrhundert.

Abdallah al-Akbar („Abdallah der Ältere“, vermutlich später so genannt, um ihn von Abdallah al-Mahdi zu unterscheiden) lebte Mitte des 9. Jahrhunderts als reicher Kaufmann in Askar Mukram nördlich von Ahwaz in der Provinz Chusistan. Hier begann er mit der Verkündung seiner Lehre und trat als Stellvertreter des verborgenen siebenten Imams der Schiiten auf. Dieser sollte bei seinem Auftreten die „wahre Religion“ verkünden und die bisherigen Religionen (Judentum, Christentum und Islam) aufheben. Diese „wahre Religion“ sollte die reine paradiesische Urreligion sein, mit der Adam Gott angebetet hatte.

Von seinen Gegnern aus Askar Mukram und Basra vertrieben, zog er sich in die syrische Stadt Salamiyya (30 km südöstlich von Hama) zurück. Dort ließ er sich als Kaufmann nieder und organisierte unter diesem Deckmantel die Verbreitung seiner Lehre durch Missionare (dai), ohne dabei in Erscheinung zu treten. Die Kontakte zu den Missionaren wurden durch Boten und Sendschreiben aufrecht gehalten. Noch zu seinen Lebzeiten sind Gemeinden im Irak sowie nordiranischen Tabaristan und Dailam entstanden. Sein Sohn Ahmad übernahm die Leitung der Mission, die er wiederum seinem Sohn Abu sch-Schalaghlagh übertrug.

Die Verwandtschaft Abdallahs mit dem Propheten Muhammad wurde schon von seinen zeitgenössischen Gegnern heftig bestritten und konnte bis heute nicht sicher geklärt werden. Er war aber wohl ein Nachfahre des Aqil, einem Bruder des Ali ibn Abi Talib. Von Abdallah al-Akbar stammte die später in Ifriqiya und Ägypten begründete Dynastie der Fatimiden (9091171) ab, auch wenn diese Bezeichnung und die Rückführung der Abstammung auf Fatima erst zu Beginn des 10. Jahrhunderts aufkam.

Literatur

  • Heinz Halm: Das Reich des Mahdi. Der Aufstieg der Fatimiden (875–973). Beck, München 1991, ISBN 3-406-35497-1.
  • Farhad Daftary: A short history of the Ismailis. Traditions of a Muslim community. Markus Wiener Publishers, Princeton NJ 1998, ISBN 1-558-76194-2.

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