Aden
عدن
Aden
Aden (Jemen)
Aden
Aden
Basisdaten
Staat Jemen
Gouvernement Adan
Einwohner 550.744 (1. Januar 2005)
ISO 3166-2 YE-AD
Altstadt unterhalb des Kraters
Altstadt unterhalb des Kraters
12.845.033611111111
Straßenszene in Aden, 1999
Hafen von Aden (um 1910)
Historische Karte der Region (um 1888)
Aktuelle Karte

Aden (arabisch ‏عدن‎, DMG ʿAdan [ˈʕɑdæn]) ist eine Stadt im Jemen mit 550.744 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005). Von 1967 bis 1990 war sie die Hauptstadt der Volksdemokratischen Republik Jemen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Klimadiagramm von Aden

Aden ist eine Hafenstadt am Golf von Aden. Weniger als 200 km westlich liegt der Bab al-Mandab, die Meerenge, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Die Altstadt liegt in einem alten Vulkankrater und wird daher Kraytar genannt. Der Hafen wird überragt vom 517 Meter hohen Vulkan Dschebel Schamsan.

Geschichte

Aden war schon im 8. Jahrhundert v. Chr. unter den antiken Reichen Ausan und Saba ein bedeutender Handelshafen. Nach einer Zeit des Niedergangs seit dem 3. Jahrhundert erlebte die Stadt seit dem 12. Jahrhundert unter den Ayyubiden und Rasuliden wieder einen großen wirtschaftlichen Aufschwung, als sie Umschlagplatz für den Handel zwischen Indien und Ägypten zur Zeit der Ayyubiden und Mamluken wurde. Nach Marco Polo sollen in Aden 80.000 Menschen gelebt haben.

Im 16. Jahrhundert begann mit der Verlagerung der Handelswege der Niedergang der Stadt. Am 26. Februar 1548 gelang es Piri Reis, das vom portugiesischen König Johann III. besetzte Aden für das Osmanische Reich zu erobern. Bis 1838 war die Einwohnerzahl auf 600 gesunken.

Am 16. Januar 1839[1] eroberte Großbritannien die auf einer Halbinsel gelegene Stadt. Sie wurde befestigt und zu einem bedeutsamen Kohlen- und Warendepot für Schiffe ausgebaut. England unterstellte die Stadt der Regierung in Bombay, seit 1864 erhielt der örtliche Resident jedoch weitgehende Regierungsbefugnisse.

Seit Eröffnung des Sueskanals im Jahr 1869 stieg die Bedeutung der Stadt, da sich eine wichtige Flottenstation in der Stadt befand, die den Eingang des Roten Meeres hätte blockieren können. Auch als Handelshafen nahm Aden einen großen Aufschwung und war bald der drittgrößte Seehafen seiner Zeit. Am 1. April 1937 wurde die Stadt in den Status einer eigenen Kronkolonie (Kronkolonie Aden) erhoben und aus der britischen Präsidentschaft Bombay in Indien herausgelöst.

Zwar erlangte Aden mit dem Südjemen 1967 die Unabhängigkeit von Großbritannien und wurde auch Hauptstadt des neuen Staates. Doch wurde im gleichen Jahr durch den Sechstagekrieg der Sueskanal blockiert, wodurch der Hafen von Aden für die internationale Seefahrt an Bedeutung verlor. Als der Sueskanal acht Jahre später wieder geöffnet wurde, hatten andere Hafenstädte die Rolle Adens übernommen.

Tawahi

Tawahi (arabisch ‏التواهي‎) ist ein Stadtteil von Aden. Während der britischen Kolonialzeit gedieh Tawahi zum Nobelviertel der Stadt. Zum Viertel gehört auch "Steamer Point", ein Kolonialhafen für Passagierschiffe und Tanker. Heute sind in diesem Stadtgebiet die meisten Touristenhtels angesiedelt.[2]

Crater

Crater (auch: Kraytar), (arabisch ‏كريتر‎) ist der inoffizielle Name eines im Krater eines erloschenen Vulkans gelegenen Stadtteils Adens. Offiziell heißt der Stadtteil Ṣīrah (Seera) (arabisch ‏صيرة ‎). Dieser Teil der Stadt beherbergt ca. 70.000 Einwohner.

Terrorismus in Aden

Während der Entführung des Flugzeugs Landshut, die am 13. Oktober 1977 begann, war Aden der vorletzte Zwischenstopp der Entführer. Weil die Regierung Adens jegliche Interaktion mit Terroristen ablehnte, anders als es die Entführer planten, wurde die Startbahn durch die Regierung blockiert. Da die Landshut nur noch Treibstoff für 20 Minuten Flug hatte, war der Pilot gezwungen, neben der Startbahn im Sand zu landen.[3]

Am 12. Oktober 2000 machte der Zerstörer USS Cole (DDG-67) im Hafen von Aden fest, um dort zu bunkern. Als er Treibstoff unweit der Anlegestellen aufnahm, nahm am Spätvormittag ein sprengstoffbeladenes Boot Kurs auf den Zerstörer und detonierte mittschiffs, auf Höhe der Maschinenräume und der Messe. Dadurch wurde ein rund neun mal zwölf Meter großes Loch in den Rumpf gerissen. 17 Angehörige der US Navy kamen durch den Anschlag ums Leben, 39 weitere wurden verletzt.[4]

Trivia

  • Der französische Lyriker Arthur Rimbaud, der mehrmals im Jemen weilte, bezeichnete Aden als „die widerwärtigste Kreatur der Welt“.

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Aden – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.1911encyclopedia.org/Aden
  2. Gerhard Heck, Manfred Wöbcke, Arabische Halbinsel
  3. Gerd Weimer, Entführung der "Landshut" 108 Stunden in der Hölle Abgerufen am 25. April 2011
  4. Brian T. Bennett, Understanding, assessing, and responding to terrorism Abgerufen am 25. April 2011

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