Förderlizenz

Als Förderlizenz (im Basketball: Doppellizenz) bezeichnet man im Sport ein so genanntes Zweifachspielrecht, oft auch Zweitspielrecht genannt. Die Förderlizenz gestattet den Nachwuchsspielern bis zum 23. Lebensjahr (im Eishockey in der DEL bis zum 25. Lebensjahr), in derselben Saison für zwei Mannschaften aus verschiedenen Ligen zu spielen und flexibel zu wechseln. Förderlizenzen werden im Basketball, Handball und Eishockey vergeben, um den Nachwuchs an die höheren Ligen zu binden und die sportliche Ausbildung junger Spieler zu unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

Handball

Dominik Klein hatte eine Förderlizenz
Auch Christian Zeitz hatte eine Förderlizenz

Die Paragraphen 69 und 70 der Spielordnung (SpO) des DHB regeln die Ausleihe bzw. Zweifachspielrecht in Mannschaften der Bundes-, Regional- und Oberligen.
Ein Verein aus der 1. oder 2. Bundesliga (Erstverein) darf einen Spieler mit vertraglicher Bindung an einen anderen Verein (Zweitverein) zum Einsatz in der Bundesliga, Zweiten Bundesliga, Regionalliga oder Oberliga (vierthöchste Klasse) – jedoch nicht in derselben Staffel – unter der Voraussetzung ausleihen, dass der Spieler das 23. Lebensjahr am Tage der Ausleiheanzeige an den zuständigen Ligaverband noch nicht vollendet hat.
Wird gegen einen Spieler eine Sperre verhängt, gilt diese für beide Vereine (§ 70 Absatz 3 der SpO).

Ziel der Förderlizenz ist die Integration deutscher Nachwuchsspieler in den Bundesligen. Die Nachwuchsspieler sollen einerseits in den professionellen Strukturen der Bundesligavereine trainieren, andererseits aber auch genügend Spielpraxis bekommen. Letzteres gelingt oftmals nur in tieferen Ligen. Deshalb wird das Zweifachspielrecht allgemein als sinnvolle Regeländerung gesehen, mit der Talente früh in Bundesligavereine eingebunden werden können, ohne jahrelang auf der Bank zu versauern.[1]

Bekannte Spieler mit Zweifachspielrecht:

Eishockey

Im Eishockey dürfen ab der Saison 2006/07 Mannschaften der DEL (1. Spielklasse) und Mannschaften der 2. Eishockey-Bundesliga (2. Spielklasse) eine Förderlizenz einem Spieler geben, wobei ein Spieler immer nur eine Förderlizenz haben kann. Die Einsatzmöglichkeiten der Spieler in den niedrigeren Spielklassen regeln sich nach den dort geltenden Bestimmungen und sind damit nicht einheitlich:

  • Im Bereich der Oberliga (3. Spielklasse) müssen DEL-Förderlizenzinhaber bis zum Abschluss der Vorrunde an mindestens 10 Spielen für die Mannschaft teilgenommen haben. Zugleich gibt es für DEL- und 2. Bundesliga-Förderlizenzinhaber eine zusätzliche Beschränkung für Feldspieler, die (2010/11) vor dem 1. Januar 1989 (U21-Reglung) geboren sind.
  • Im Bereich der 2. Bundesliga (2. Spielklasse) gilt für die DEL-Förderlizenzinhaber dieselbe Regelung für die Anzahl der Spiele wie in der Oberliga. Eine zusätzliche Beschränkung gibt es hier noch Feldspieler, die (2010/11) vor dem 1. Januar 1987 (U23-Regelung) geboren sind.
  • Im Bereich der Landesverbände können zum Beispiel im Bereich des Bayerischen Eissportverbandes (4. bis 6. Spielklasse) DEL-Förderlizenzinhaber nur bei den Stammvereinen einer DEL-Mannschaft eingesetzt werden - was nur in Ingolstadt, Nürnberg und Augsburg für Senioren- und Nachwuchsmannschaften möglich ist. Bei den weiteren DEL-Teilnehmer Straubing und EHC München können DEL-Förderlizenzinhaber nur bei den Nachwuchsmannschaften eingesetzt werden. 2. Bundesliga-Förderlizenzinhaber können bei Teilnehmern der Oberliga, die im Nachwuchsbereich mit Mannschaften an
    • der DNL,
    • der Juniorenbundesliga und
    • der höchsten Spielklasse der Altersklasse Junioren im zuständigen Landesverband (z.B. in Bayern die Juniorenbayernliga)
  • teilnehmen, auch eingesetzt werden, was für 2010/11 z.B. bei den bayerischen Teilnehmern EC Bad Tölz, Deggendorfer SC, EV Füssen, EHC Klostersee, EV Landsberg, EC Peiting und EV Regensburg möglich wäre.

Stichtag

Für die Saison 2010/11 gilt, dass ein Spieler mit Spielberechtigung für eine Auswahl des DEB

  • mit Geburtsdatum 1. Januar 1985 und jünger eine DEL-Förderlizenz
  • mit Geburtsdatum 1. Januar 1987 und jünger eine 2. Bundesliga-Förderlizenz

bekommen kann.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. L. Riedl und K. Cachay; Bosman-Urteil und Nachwuchsförderung; ISBN 3778009117

Literatur

  • L. Riedl, K. Cachay: Bosman-Urteil und Nachwuchsförderung; ISBN 3778009117

Weblinks


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