Alicia Silverstone
Alicia Silverstone (2006)

Alicia Silverstone (* 4. Oktober 1976 in San Francisco) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Bekanntheit erlangte sie in den 1990er Jahren durch den Film Clueless – Was sonst! und als Batgirl in Batman & Robin sowie durch ihre Auftritte in diversen Musikvideos der Band Aerosmith.

Inhaltsverzeichnis

Jugend

Silverstone wurde als Tochter britischer Eltern geboren. Vater Monty ist ein Immobilieninvestor, Mutter Deirdre eine ehemalige Flugbegleiterin. Sie ist die jüngste von drei Geschwistern und hat zwei Halbgeschwister aus der ersten Ehe ihres Vaters. Alicia Silverstone hat einen jüdischen Hintergrund.[1]

Im Alter von sechs Jahren begann Silverstone zu modeln und trat in Werbespots auf. Sie verbrachte ihre Sommerferien gern in England, wo sie eine wachsende Begeisterung für dortige Theateraufführungen entwickelte. Neben Ballettstunden belegte sie deswegen mit 13 Jahren auch Schauspielkurse.

Karriere

Ihre erste Rolle war 1992 ein Auftritt in der elften Episode der fünften Staffel der Fernsehserie Wunderbare Jahre als Jessica. Ihre erste Kinorolle hatte sie in dem Film Das Biest ein Jahr später. Um die Auflagen für Kinderarbeit zu umgehen, beantragte Silverstone im Alter von 15 Jahren erfolgreich die Volljährigkeit. Dies zahlte sich prompt aus: Für den Film wurde sie mit zwei MTV Movie Awards ausgezeichnet. Bei dieser Preisverleihung fiel sie Leadsänger Steven Tyler von der Band Aerosmith auf, was ihr eine Rolle in drei Videos der Band einbrachte, Cryin’, Amazing und Crazy. In dem Video von Crazy spielte sie zusammen mit der Tochter von Steven Tyler, Liv Tyler.

Ihren schauspielerischen Durchbruch hatte sie 1995 mit der Komödie Clueless – Was sonst!, in der sie zum typischen Beispiel des kalifornischen Teenagers wurde. Regesseurin Amy Heckerling besetzte Silverstone in der Hauptrolle, nachdem sie sie in den Aerosmith-Videos gesehen hatte. Clueless war sowohl bei Kritikern als auch beim Kinopublikum ein Erfolg. Silverstone konnte erneut zwei MTV Movie Awards gewinnen und schloss einen Vertrag für zehn Millionen Dollar mit Columbia TriStar über weitere Filme. Im selben Jahr war sie auch in der Romanverfilmung Innocent Babysitter zu sehen.

1997 spielte sie das Batgirl in der vierten Batman-Verfilmung Batman & Robin an der Seite von George Clooney. Der Film erhielt überwiegend schlechte Kritiken und Silverstone wurde mit dem Negativpreis Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin prämiert. Des Weiteren war sie in einer Hauptrolle in der Komödie Ärger im Gepäck neben Benicio Del Toro und Christopher Walken zu sehen. Erstmals war sie hier auch als Produzentin tätig. 1999 spielte sie an der Seite von Brendan Fraser die Hauptrolle in der romantischen Komödie Eve und der letzte Gentleman.

Alicia Silverstone (2005)

Zu Beginn des neuen Jahrtausends zog sich Silverstone aus dem Mainstream-Kino zurück und stand überwiegend für Independent-Filme und Fernsehprojekte vor der Kamera. Außerdem spielte sie in einigen Theaterstücken. Im Jahr 2000 war sie in der Shakespeare-Adaption Verlorene Liebesmüh (von und mit Kenneth Branagh) zu sehen. In dem Film musste sie auch singen und tanzen. Ab 2001 lieh sie der Comicfigur Sharon Spitz in der Serie Braceface ihre Stimme und erhielt dafür 2002 eine Nominierung für den Fernsehpreis Emmy.

2002 gab sie ihr Broadway-Debüt als Elaine Robinson in dem Stück Die Reifeprüfung neben Kathleen Turner. Ein Jahr später spielte sie die Hauptrolle einer jungen Anwältin in der Serie Kate Fox & die Liebe. Die Serie erhielt gute Kritiken und Silverstone wurde für einen Golden Globe nominiert, trotzdem war sie kein Erfolg und wurde nach einer Staffel wieder eingestellt. 2004 war sie an der Seite von Sarah Michelle Gellar in der erfolgreichen Komödie Scooby Doo 2 zu sehen und spielte 2005 eine Friseurin in Beauty Shop, der Fortsetzung des Films Barbershop.

2006 war Silverstone als Jack Starbright in Stormbreaker neben Ewan McGregor und Mickey Rourke zu sehen. Der Film entstand nach dem Roman Das Geheimnis von Port West von Anthony Horowitz aus der Alex Rider-Buchreihe. Ursprünglich sollten weitere Bücher dieser Reihe verfilmt werden, da der Film jedoch kein finanzieller Erfolg war, wurden keine Fortsetzungen produziert. 2008 hatte sie einen Cameo-Auftritt in der Komödie Tropic Thunder.

Von 2009 bis 2010 stand sie für das Theaterstück Time Stands Still auf der Bühne. Das Stück, sowie Silverstones Leistung wurden positiv aufgenommen.[2] 2010 beendete sie ihre Mitarbeit an dem Stück, um sich wieder ihrer Filmkarriere zu widmen. Ihre Rolle der Mandy wurde mit Christina Ricci neu besetzt.

2010 stand sie für die Teenagerkomödie Von der Kunst sich Durchzumogeln vor der Kamera und drehte neben Sigourney Weaver den Vampirfilm Vamps.[3] Für diesen Film stand sie nach Clueless zum zweiten Mal unter der Regie von Amy Heckerling vor der Kamera. Des Weiteren spielte sie neben Hugh Jackman und Jennifer Garner in dem Drama Butter.[4]

Persönliches

Seit mehreren Jahren ist Silverstone eines der prominentesten Gesichter mehrerer PeTA-Kampagnen, die sich für Tierrechte und den Veganismus einsetzen. Sie selbst ist Veganerin seit 1998. 2004 wurde sie von PeTA zur Sexiest Female Vegetarian gekürt. 2007 ließ sie sich nackt für einen Werbespot und Plakatwerbung der Tierschutzorganisation ablichten.[5]

2009 erschien The Kind Diet, ein von ihr geschriebenes Buch über vegane Ernährung,[6] das inzwischen unter dem Titel Meine Rezepte für eine bessere Welt auch auf Deutsch erscheinen ist. Das Buch schaffte es auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times.[7] Dazu betreibt sie ein Weblog.[8]

Sie ist seit dem 11. Juni 2005 mit Christopher Jarecki, dem Sänger der Band S.T.U.N. verheiratet.[9] Das Paar lebt in einem umweltfreundlichen Haus in Los Angeles. Am 5. Mai 2011 wurden sie Eltern eines Jungen.

Filmografie

Kinofilme

TV

  • 1992: Wunderbare Jahre (The Wonder Years) (Serie, 1 Folge)
  • 1993: Die Macht der Liebe (Torch Song) (TV-Film)
  • 1993: Scherben des Glücks (Scattered Dreams) (TV-Film)
  • 1994: Cool and the Crazy (TV-Film)
  • 1998: Wildlife Vet (TV-Dokumentarfilm)
  • 2001–2006: Alles klar, Sharon Spitz? (Braceface) (Serie, Synchronsprecherin und ausführende Produzentin)
  • 2003: Kate Fox & die Liebe (Miss Match) (Serie, Hauptrolle)
  • 2005: Queen B (Pilotfolge)*
  • 2006: Pink Collar (Pilotfolge)*
  • 2006: Candles on Bay Street (TV-Film)
  • 2007: The Singles Table (Pilotfolge)*
  • 2008: Bad Mother’s Handbook (Pilotfolge)*

(Pilotfolge)* = wurde nicht als Fernsehserie fortgesetzt

Theater

  • 1993: Carol’s Eve
  • 2002: Die Reifeprüfung (The Graduate)
  • 2006: Boston Marriage
  • 2007: Speed the Plow
  • 2009-2010: Time Stands Still

Musikvideos

Bibliografie

  • 2009: The Kind Diet (Meine Rezepte für eine bessere Welt. Arkana Verlag, April 2011)

Auszeichnungen und Nominierungen

Jahr Award Kategorie Film/Serie Resultat
1994 MTV Movie Awards Bester Bösewicht Das Biest gewonnen
1994 MTV Movie Awards Beste Newcomerin Das Biest gewonnen
1994 MTV Movie Awards Begehrenswerteste Schauspielerin Das Biest nominiert
1994 Young Artist Awards Beste junge Schauspielerin, Drama Das Biest nominiert
1996 American Comedy Awards Beste Schauspielerin, Komödie Clueless – Was sonst! gewonnen
1996 Blockbuster Entertainment Award Beste Newcomerin Clueless – Was sonst! gewonnen
1996 Kids' Choice Awards Beliebteste Schauspielerin Clueless – Was sonst! nominiert
1996 MTV Movie Awards Beste Schauspielerin Clueless – Was sonst! gewonnen
1996 MTV Movie Awards Begehrendswerteste Schauspielerin Clueless – Was sonst! gewonnen
1996 MTV Movie Awards Beste komödiantische Darbietung Clueless – Was sonst! nominiert
1996 National Board of Review Beste Newcomerin Clueless – Was sonst! gewonnen
1996 Young Artist Awards Beste junge Schauspielerin Clueless – Was sonst! nominiert
1998 Blockbuster Entertainment Award Beliebteste Nebendarstellerin, Sci-Fi Batman & Robin nominiert
1998 Goldene Himbeere Schlechteste Nebendarstellerin Batman & Robin gewonnen
1998 Goldene Himbeere Schlechteste Hauptdarstellerin Ärger im Gepäck nominiert
1998 Kids’ Choice Awards Beliebteste Schauspielerin Batman & Robin gewonnen
2002 Emmy Awards Beste Darbietung in einem animierten Programm Braceface nominiert
2004 Golden Globe Awards Beste Hauptdarstellerin in einer Fernsehserie, Musical/Komödie Kate Fox & die Liebe nominiert
2004 Satellite Awards Beste Schauspielerin, Musical/Komödie Kate Fox & die Liebe nominiert
2004 Young Hollywood Awards Hottest Coolest Young Veteran gewonnen

Weblinks

 Commons: Alicia Silverstone – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Shabbat Shalom, Motherfuckers! In: taz, 1. April 2004
  2. huffingtonpost.com
  3. cinefacts.de
  4. moviepilot.de
  5. peta.de
  6. thatsfit.com
  7. nytimes.com
  8. thekindlife.com
  9. spielfilm.de

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