Heineken
Heineken N.V.
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Rechtsform Aktiengesellschaft (N.V.)
ISIN NL0000009165
Gründung 1864
Sitz Amsterdam, Niederlande
Leitung Jean-François van Boxmeer (CEO)
Mitarbeiter 57.557 (2006)
Umsatz 14,7 Mrd. EUR (2009)
Branche Brauerei
Produkte Bier, Soft Drinks, Weine und Spirituosen
Website www.heinekeninternational.com
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ehemalige Heineken-Brauerei in Amsterdam

Heineken N.V. ist eine niederländische Brauerei, die am 15. Februar 1864 durch Gerard Adriaan Heineken gegründet wurde. Sie ist der drittgrößte Brauereikonzern der Welt hinter Anheuser-Busch InBev und SABMiller. Haupteigentümer ist die Heineken Holding N.V. mit 50,005 Prozent, die wiederum zu 58,78 Prozent von L’Arche Green N.V. kontrolliert wird. L’Arche Green gehört zu 88,42 Prozent den Nachkommen von Alfred Heineken.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 15. Februar 1864 kaufte Gerard Adriaan Heineken mit Unterstützung seiner Mutter im Alter von 22 Jahren die Brauerei De Hooiberg – damals die größte der Gegend – in Amsterdam.[1] Dort wurde seit 1592 Bier produziert. Bis 1886 wurde obergäriges, danach nach deutschem Vorbild untergäriges, Bier hergestellt.

Durch eine aggressive Preispolitik gelang es Heineken, sich bis 1912 gegen seine härtesten Konkurrenten Oranjeboom, van Vollenhoven und die deutschen Brauereien auf dem heimischen Markt durchzusetzen. 1931 wurde die erste ausländische Niederlassung in Soerabaja, Indonesien, eröffnet. Die Produktion belief sich auf 200.000 hl pro Jahr (die Durchschnittsproduktion der Konkurrenz lag bei ca. 3000 hl per annum).

1936 hat Heineken mit der Softdrinkfirma „Fraser and Neave“ die heutige Asian Pacific Breweries gegründet. Auf diesen frühen Investitionen basiert die weite Verbreitung von Heineken im asiatischen Raum. Ab den späten 1930er Jahren expandierte die Firma auch in den USA und legte verstärkt Wert auf die Werbung.

In den 1950er Jahren hatte die Firma dann Absatzprobleme auf dem heimischen Markt und wurde durch die ausländischen Märkte aufrechterhalten. Bis Ende der 1960er Jahre konnte die heimische Marktstellung konsolidiert werden, nur um dann von ausländischen Brauereien, deren Märkte gesättigt waren, bedrängt zu werden. Dies geschah vor allem durch die Übernahme der niederländischen Konkurrenz durch ausländische Brauereien.

In den 1970er Jahren ging Heineken mehr und mehr dazu über, Lizenzen an ausländische Brauereien zu vergeben und so seine Marktstellung im Ausland zu verbreitern. Der Marke half dabei die Nachfrage von US-Touristen nach Heineken-Bier, in der Karibik Fuß zu fassen. Gegen Ende der 1980er Jahre endet das Absatzwachstum in den USA vor dem Hintergrund einer Verzehnfachung von Importbiermarken von 30 auf 300 in den USA in einem Zeitraum von den 1940er bis zu den 1980er Jahren.

In den 1990er Jahren war Heineken dann – nachdem die „einfachen“ Märkte erobert waren – gezwungen, sich so schwierigen Märkten wie Deutschland mit seinem zersplitterten, regional geprägten Biermarkt zu widmen. Bis zum Jahr 2000 hatte es die Unternehmung dann zur Nummer Zwei auf dem Weltmarkt mit einer Produktion von 98 Millionen hl per annum gebracht. Im Jahr 2009 teilte sich Heineken den schottischen Brauereikonzern Scottish & Newcastle mit dem dänischen Konkurrenten Carlsberg auf und übernahm die Getränkesparte des mexikanischen Mischkonzerns FEMSA.

Im Jahr 2010 rangiert Heineken nach Anheuser-Busch InBev, SAB Miller und vor Carlsberg als Nummer 3 weltweit unter den Brauereien. Mit einem Exportanteil von 19 Millionen Hektolitern in 170 Ländern ist Heineken die am weitesten verbreitete Biermarke der Welt. In den Niederlanden hat Heineken heute einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Dort produziert und vertreibt Heineken unter seiner Tochterfirma Vrumona auch Softdrinks wie Pepsi. In Finnland produziert Heineken sowohl Bier als auch alkoholfreie Getränke (unter anderem auch Pepsi) unter dem Namen Hartwall.

Deutschland

Heineken hält an der 2002 gegründeten deutschen Brau Holding International (BHI) einen Anteil von 49,9 Prozent; die Mehrheit von 50,1 Prozent hält die Schörghuber Unternehmensgruppe aus München. Zur BHI gehören so bekannte deutsche Marken wie Hacker-Pschorr, Kulmbacher oder Paulaner. Der Anteil an der saarländischen Brauerei Karlsberg wurde im Jahr 2009 von der BHI unter einer Zusatzzahlung in Millionenhöhe wieder an die Eigentümerfamilie Weber abgegeben.

Schweiz

Heineken übernahm im Jahr 1993 die Bündner Bierbrauerei Calanda Bräu. Außer dem Bier füllt Calanda unter dem Namen Calanda Aqua auch ein Mineralwasser ab. Bis 2009 war Chur der Hauptsitz von Heineken Switzerland. Mit dem Kauf der größten unabhängigen Schweizer Brauerei Eichhof in Luzern wurde der Hauptsitz von Heineken Switzerland nach Luzern verlegt. Daneben hat Heineken die Kleinbrauerei Ittinger übernommen.

Österreich

Im Jahr 2003 übernahm Heineken die Aktienmehrheit am österreichischen Marktführer Brau Union. Dadurch befinden sich jetzt einige der bekanntesten österreichischen Biermarken im Besitz von Heineken, u.a. Gösser, Zipfer, Kaiser, Puntigamer, Wieselburger, Edelweiß und Schlossgold (alkoholfrei), aber auch andere Getränkemarken wie Pago.

Marken

einige wichtige Marken von Heineken sind:

Wettbewerbsverstoß

Im April 2007 wurde gegen Heineken - neben den anderen beteiligten niederländischen Brauereien bzw. Tochterunternehmen von Grolsch, Bavaria und InBev - in einem Wettbewerbsverfahren der EU-Kommission wegen Absprachen auf dem niederländischen Biermarkt in den Jahren 1996 bis 1999 eine Geldbuße von rund 219 Mio. € verhängt.[2] Gegen diese Entscheidung der Kommission erhob Heineken am 3. Juli 2007 Nichtigkeitsklage vor dem damaligen Gericht erster Instanz.[3] Mit Urteil vom 16. Juni 2011 entschied das Gericht der Europäischen Union, dass die Klage von Heineken nur in Bezug auf einzelne Teilaspekte begründet ist und im übrigen abgelehnt wird.[4] Die Geldbuße wurde daher auf einen Betrag von 198 Mio. € reduziert.

Weblinks

 Commons: Heineken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stadtarchiv Amsterdam: Heineken, abgefragt am 21. Februar 2010
  2. Redaktion: Kommission verhängt Geldbußen in Millionenhöhe gegen belgische Brauereien, in: EuZW 2007, 354.
  3. Rechtssache T-240/07, Mitteilung im Amtsblatt der Europäischen Union C 211/43, online als PDF.
  4. EuG, Urteil vom 16. Juni 2011, Rs. T-240/07, online verfügbar bei Lexetius.com/2011,2381.

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