Amudarja
Amudarja
Karte Zentralasiens mit Amu-Darja und Syr-Darja. Der Aralsee ist in seiner Größe von circa 1960 dargestellt.

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DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Zentralasien
Flusssystem Amudarja

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Ursprung Zusammenfluss von Pjandsch (1.125 km lang) und Wachsch (524 km)
37° 6′ 21,5″ N, 68° 18′ 22,6″ O37.10597222222268.306277777778Koordinaten: 37° 6′ 21,5″ N, 68° 18′ 22,6″ O
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Mündung AralseeVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSKOORDINATE_fehltVorlage:Infobox Fluss/MÜNDUNGSHÖHE_fehltVorlage:Infobox Fluss/HÖHENUNTERSCHIED_fehlt
Länge 1.414 km[1]
Einzugsgebiet 465.000 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abflussmenge[2] MQ: <160 m³/s in den Aralseedep1
Rechte Nebenflüsse Kofarnihon, Surxondaryo
Großstädte Termiz, Türkmenabat und Nukus
Mittelstädte Kerki
Schiffbar Der Amudarja ist unterhalb von Termiz auf 1.450 km Länge schiffbar.
Amudarja-Delta

Amudarja-Delta

Einzugsgebiet des Amudarja mit Nebenflüssen

Der Amudarja (auch: Amudarya oder Amu-Darja; persisch ‏آمودریاĀmudaryā, aus dem altpersischen „Darajah“ über mittelpersisch (Pahlavi) „Drayak“ mit der Bedeutung „Meer“ oder „großer Wasserlauf“; usbekisch Amudaryo; tadschikisch Омударё Omudarjo; turkmenisch Amyderýa; karakalpakisch A'miwda'rya; arabisch ‏جيحونDschaiḥūn/Gihon; im Altertum: Oxos, Oxus, Oaxus bzw. Uaxos) ist ein insgesamt 2.743 Kilometer (als Amudarja 1.414 km) langer Fluss im westlichen Zentralasien.

Inhaltsverzeichnis

Flusslauf

Der Amudarja entsteht an der Grenze von Afghanistan und Tadschikistan aus der Vereinigung des Pjandsch und des Wachsch.

Nach diesem Zusammenfluss, der sich in einem weitläufigen Tal befindet, bildet der Oberlauf des Amudarja für ein kurzes Stück die Grenze Afghanistans zu Usbekistan sowie Afghanistans zu Turkmenistan. Kurz nach der Stelle, an der sich Grenze und Fluss trennen, südlich von Kerki, zweigt nach Westen der Karakumkanal ab (37° 34′ 43″ N, 65° 43′ 3″ O37.57866666666765.7175). Kurz danach, bei Kerki, zweigt nach Osten der Karschi-Kanal zum Talimardschan-Stausee ab. In nordwestlicher Richtung weiterfließend stellt der Amudarja nun die Grenze zwischen den Wüsten Karakum und Kysylkum sowie teilweise zwischen Usbekistan und Turkmenistan dar und bildet in seinem Unterlauf die Großoase Choresm, bevor er im usbekischen Karakalpakistan über ein Binnendelta in den Südteil des Aralsees mündet, der genau auf der Grenze von Usbekistan und Kasachstan liegt.

Flusslängen

Der Amudarja ist zusammen mit seinem linken Quellfluss Pjandsch bis zur Mündung in den Aralsee 2.539 km lang, zusammen mit dessen längstem Quellfluss Wachandarja sogar 2.743 Kilometer. Vom Zusammenfluss der Quellflüsse Pjandsch (1.125 km lang) und Wachsch (524 km) bis zum Aralsee beträgt die Länge 1.414 km. Seit den 70er Jahren versiegt er zeitweise schon vor Erreichen der Aralsee-Restflächen.

Wasserhaushalt und Schiffbarkeit

Das Einzugsgebiet des Amudarja beträgt 465.000 km².[3] Zwischen 1911 und 1960 wies der Fluss an seiner Mündung in den Aralsee noch eine Abflussmenge von durchschnittlich 1775 m³/s auf.[4] Aktuell wird bereits durch die am Quellfluss Wachsch errichteten Talsperren viel Wasser entnommen. In den Karakumkanal fließen jährlich 12 km³ (etwa 380 m³/s).[5] Beim Durchqueren der Wüsten gehen schätzungsweise 40 % verloren, das waren vor 1970 im Jahresmittel 790 m³/s.[4] Seit den 1970er Jahren entziehen Bewässerungsmaßnahmen im Mittel über 1580 m³/s.[4] Dies hat zur Folge, dass der Amudarja teilweise nach rund 2.300 km Länge versiegt und den Aralsee somit nicht mehr erreicht, was dessen Austrocknung noch weiter fördert.

Der Amudarja ist unterhalb von Termiz auf 1.450 km Länge schiffbar.

Geschichte

Tektonische Bewegungen im Pliozän hoben und senkten die Region rund um den Aralsee. Diese veränderten auch den Verlauf der Flüsse. So floss der (Paläo-)Oxos durch den Ungus, den Usboi oder den Schelif-Darja nahe der afghanischen Grenze. Doch vor etwa 150.000 Jahren wandte er sich endgültig dem Aralsee zu.[6]

Der Oxos gab der an seinen Ufern blühenden Oxus-Kultur und der antiken Landschaft Transoxanien ihren Namen; am Oberlauf des Flusses befand sich unter anderem das antike Land Baktrien.

Der Fundort des sog. Amudarja- oder Oxus-Schatzes lag am Amudarja.

Im Türkischen wird der Fluss „Ceyhun“ genannt, wobei dieser Name selten auch als Vorname genutzt wird.

Orte

Am Amudarja liegen unter anderem Termiz, Kerki, Türkmenabat, Beruniy (das alte Kath) und Nukus. Ungefähr 70 km vom Zusammenfluss von Pjandsch und Wachsch entfernt liegt die afghanische Stadt Kunduz. Auch Masar-e Scharif und Balch sind nicht weiter vom Fluss entfernt.

Einzelnachweise

  1. Anm.: über den Wachandarja erreicht der längste Fließweg 2.743 km Länge.
  2. Anm.: ohne Ableitungen 1.775 m³/s
  3. Encyclopædia Britannica Amu Darya
  4. a b c FAO: FISHERY IN THE LOWER AMU-DARYA UNDER THE IMPACT OF IRRIGATED AGRICULTURE, 1995
  5. Microsoft Encarta: Amu Darya
  6. René Létolle, Monique Mainguet: Der Aralsee. Eine ökologische Katastrophe. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 1996, S. 22

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Amu Darya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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