Velten


Velten
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Velten
Velten
Deutschlandkarte, Position der Stadt Velten hervorgehoben
52.68333333333313.18333333333333
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 33 m ü. NN
Fläche: 23,39 km²
Einwohner:

11.858 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 507 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16727
Vorwahl: 03304
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 332
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 10
16727 Velten
Webpräsenz: www.velten.de
Bürgermeister: Ines Hübner (SPD)
Lage der Stadt Velten im Landkreis Oberhavel
Fürstenberg/Havel Zehdenick Liebenwalde Oranienburg Mühlenbecker Land Glienicke/Nordbahn Birkenwerder Hohen Neuendorf Hohen Neuendorf Hennigsdorf Leegebruch Velten Oberkrämer Kremmen Löwenberger Land Gransee Gransee Schönermark Sonnenberg Großwoltersdorf Stechlin Großwoltersdorf Berlin Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Velten [ˈfɛltn̩] ist eine Stadt nördlich von Berlin im Landkreis Oberhavel in Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Velten grenzt von Norden ausgehend im Uhrzeigersinn an Leegebruch, Oranienburg, Hohen Neuendorf, Hennigsdorf und Oberkrämer.

Stadtgliederung

Neben dem eigentlichen Ort Velten gehören die Siedlungsplätze Hohenschöpping und Heidekrug zum Stadtgebiet. Hohenschöpping liegt innerhalb des Stadtgebietes südöstlich am Oder-Havel-Kanal und hatte bis Anfang der neunziger Jahre einen am Kilometer 23,0 der Kremmener Bahn gelegenen Bahnhof. Heidekrug liegt östlich des eigentlichen Stadtgebietes.

Klima

Der Jahresniederschlag liegt bei 586 mm und ist damit vergleichsweise niedrig, da er in das untere Fünftel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 18 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Oktober, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,9 Mal mehr Niederschläge als im Oktober. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 16 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Evangelische Kirche, erbaut 1750
Denkmalgeschütztes märkisches Mittelflurhaus
Das 1885 erbaute Schulgebäude wird seitdem durchgehend als Schule genutzt

Erste Spuren menschlicher Besiedlung im Veltener Stadtgebiet, stammen aus der Zeit um 1500 v. Chr. bis 800 v. Chr. In der Breiten Straße im Bereich des Angers, der Kirche, sowie der Realschule fand man 1999 bei Bauarbeiten Keramikscherben eines Gefäßes (eventuell einer Urne) aus der Bronzezeit. In die Zeit um 600 v. Chr. fallen die Reste eines Back- oder Brennofens den Bauarbeiter in der Breiten Straße ausgruben.[2]

Der Ortsname Velten ist zurückzuführen auf eine Namensübertragung im Zuge der deutschen Ostexpansion. Etwa um 1180 wurden hier Bauern aus dem Ort Veltheim am Fallstein (ostfälisch: Velten) angesiedelt.[3] Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte am 24. Februar 1355 als der Markwart von Lauterbach unter anderen Velten an den Ritter Copke von Bredow verkaufte. Die nächsten drei Jahrhunderte gehörte Velten dem Adelsgeschlecht der von Bredow. In dieser Zeit sind die Schreibweisen Felthim, Feltheim, Feltin, Feltein, Feltzin und Feltym in unterschiedlichen Dokumenten vorgekommen.[4]

Im Jahre 1750 erbaute man auf dem Anger die evangelische Dorfkirche. Während des Zweiten Schlesischen Krieges drangen am 10. September 1760 russische Soldaten in Velten ein, brandschatzten, verübten Gewalttaten und erpressten 100 Taler von der Bevölkerung.[5]

Am Anfang des 19. Jahrhundert war Velten ein reines Ackerdorf mit der für diese Gegend typischen Anger um den sich zwölf Hofwirtschaften herumgruppierten. Das typische Gebäude dieser Zeit war das märkische Mittelflurhaus aus Lehmwänden und mit Schilfrohr gedeckt. Ab 1800 baute man diese Häuser auch mit Ziegelsteinen. Bei diesem Haustyp befand sich der Eingang auf der der Straße zugewandten Giebelseite. Außerdem befanden sich auf der abgewandten Giebelseite die Viehställe unter dem gleichen Dach.[6]

Im Jahre 1806 nach der durch Preußen verlorenen Schlacht bei Jena und Auerstedt erschienen französische Truppen und nahmen das Vieh und die Kirchenkasse mit. Ab August 1807 mussten französische Truppen beherbergt werden die bis 1812 blieben.[7] Im Jahre 1816 gehörte Velten zum neu gebildeten Landkreis Osthavelland.[8]

1828 begann die Geschichte der Veltener Ofen- und Kachelindustrie. Grundlage dafür waren die westlich des Ortes gelegenen Tonvorkommen. 1835 ließ der Maurerpolier Johann Ackermann die erste Ofenkachelfabrik erbauen, 1878 wurden in 22 Ofenkachelfabriken etwa 22.000 Öfen hergestellt. 1894 waren es schon 35 Fabriken mit 2000 Beschäftigten, bis zum Jahr 1903 kamen noch 18 Unternehmen dazu, Velten zählte somit zu diesem Zeitpunkt 43 Ofenfabriken und keramische Werkstätten. 1905 war der wirtschaftliche Höhepunkt mit einer jährlichen Produktion von 100.000 Kachelöfen erreicht. Durch die Erfindung der weißen Schmelzglasur wurde die Veltener Kachel ein Weltbegriff.

Im Jahre 1885 baute die katholische Gemeinde in der heutigen Schulstraße die St.-Josephs-Kirche im neoromanischen Stil.[9] 1890, Velten hatte inzwischen rund 7000 Einwohner, gehörten 5422 der evangelischen und 179 der katholischen Konfession an.

Der erste moderne Schulbau entstand 1885 in der Viktoriastraße und wird bis heute durchgehend als Schule genutzt. Die Freiwillige Feuerwehr entstand 1887 mit 22 aktiven und sechs passiven Mitgliedern. Im Jahre 1893 war Velten an das Eisenbahnnetz durch die Kremmener Bahn angeschlossen und 1911 ein Hafen mit Verbindungskanal zur Havel in Betrieb genommen. Verschiedene Firmen, wie Eisenfabriken, Gießereien, Steingutfabriken, chemische Werke und Sägewerke siedelten sich im umliegenden Industriegebiet an.

Im Ersten Weltkrieg war Velten Standort der 5. Eskadron der Train-Ersatzabteilung Nr. 3. Aufgrund von Rohstoff- und Arbeitermangel mussten viele Unternehmen ihre Produktion einstellen. Insgesamt 280 Veltener fielen an der Front.[10]

Am 5. Februar 1922 wurde das neue Rathaus, ein ehemaliges Elektrizitätswerk, eingeweiht. Dadurch befand sich die Gemeindeverwaltung, die zuvor auf drei Standorte verteilt war, erstmals unter einem Dach. Im gleichen Jahr entstand durch Umbau einer alten Scheune die heute noch bestehende Realschule in der Breiten Straße. Am 16. März 1927 erreichte die erste S-Bahn aus Berlin-Stettiner Bahnhof im fahrplanmäßigen Verkehr den Bahnhof. Dort gegenüber entstand 1932 das neue Postgebäude und die Poststraße. Anfang der dreißiger Jahre produzierten noch 15 Ofenfabriken im Ort.[11]

Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erhielten die Sozialdemokraten 1756 Stimmen, die Nationalsozialisten 1687 und die Kommunisten 1340 Stimmen. In der heutigen Karl Liebknecht Straße wurde das Adolf-Hitler-Haus als Lager des RAD eingeweiht. Durch die zunehmende Industrialisierung des Ortes wuchs die Einwohnerzahl auf rund 9000, so dass Velten 1935 das Stadtrecht verliehen wurde.[12] Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde im Meisnershof im Forstbezirk Hohenschöpping ein frühes KZ eingerichtet, das zur Verschleierung des brutalen Umgangs mit den dort inhaftierten politischen Gefangenen als „Fahrschule der SA“ bezeichnet wurde. Ende 1933 wurde es aufgelöst – wie alle frühen KZ – und die Gefangenen in das KZ Oranienburg überführt. Ab 1938 befand sich an der Berliner Chaussee am Rande Veltens ein Übungsplatz des Regiments Hermann Göring wo Teile der Einheit bis Kriegsende stationiert waren.[13] Während des Zweiten Weltkrieges mussten Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: in den Firmen Felix Deichmann, Borsig, Bergmann und Ikaria. Laut Totenliste ruhen auf dem Friedhof 75 Todesopfer der Zwangsarbeit mit einem hohen Anteil aus der Sowjetunion und Polen, sowie Rumänien, Bulgarien und Frankreich. Nach anderen Angaben wurden sogar über 100 ausländische Tote dort bei Kriegsende bestattet. Neben dem Zwangsarbeiterlager gab es seit März 1943 das KZ-Außenlager Velten des KZ Ravensbrück mit bis zu 722 Frauen. Diese wurden in der Rüstungsproduktion der Veltener Maschinenbau GmbH Ikaria in der Berliner Straße 12b bzw. der Havelschmelzwerk GmbH in der Berliner Straße 8 eingesetzt und mussten Flugzeugteile montieren, die dann an die Heinkel-Werke Oranienburg geliefert wurden.[14] Am 23. April 1945 besetzte die Rote Armee Velten. Im Zweiten Weltkrieg fielen 270 Veltener an der Front und 91 Zivilisten wurden in Folge von Bombenabwürfen und Kampfhandlungen bis Kriegsende getötet.[15]

Am 27. April 1945 wurde im Rathaus eine sowjetische Kommandantur errichtet und die neue Stadtverwaltung unter Max Dietrich gebildet. Velten blieb zwar bis auf Ausnahmen von kriegsbedingten Zerstörungen verschont, aber die Probleme waren riesig. In der Stadt hielten sich viele Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten auf. Es gab kaum Lebensmittel und die Schule sollte erst am 1. Oktober 1945 wieder anlaufen. Da die Havelbrücke in Hennigsdorf zerstört war, bestand bis Juli 1946 kein durchgehender Bahnverkehr in Richtung Berlin. Auch in Velten wurden zum 1. April 1946 alle Bauern entschädigungslos enteignet und das Land neu verteilt. Der größte keramische Betrieb im Stadtgebiet, die Veltag, demontierte die sowjetische Besatzungsmacht teilweise, bevor im Oktober 1945 die Produktion wieder anlief. Alle Betriebe wurden enteignet und nach und nach in Volkseigene Betriebe (VEB) umgewandelt. Seit 1952, nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik, gehörte Velten zum Kreis Oranienburg im Bezirk Potsdam. Im Jahre 1961 hatte Velten 10.028 Einwohner. Nach dem Mauerbau hatte Velten keine direkte Bahnverbindung nach Berlin mehr. Die S-Bahn fuhr aber im Inselbetrieb (ohne S-Bahnanschluss an des Restnetz) noch bis 1983 nach Hennigsdorf. Um die Wohnungsnot zu mindern, errichtete man zwischen der Poststraße/Bahnstraße/Rosa-Luxemburg-Straße Wohnblöcke. Später ab 1984 begann man das neue Wohngebiet Velten-Süd in Plattenbauweise zu errichten.[16]

Nach der politischen Wende von 1990 gehörte Velten dem Landkreis Oberhavel im wieder gegründeten Land Brandenburg an. Am 1. Januar 1999 wohnten 11.831 Einwohner hier. Neben dem 1994 neu erbauten Marktplatz in der Viktoriastraße entstanden auch neue Siedlungen, so 1994 (Botagsiedlung), 1996 (Am Kuschelhain), 1997 (Velten-Parkstadt) und 1998 (Velten-Grün, Am Heidekrug).[17]

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung Veltens ist eng mit der beginnenden Industrialisierung, insbesondere der Tonwarenindustrie, verbunden. Während um 1772 nur 257 Einwohner hier wohnten, stieg diese Zahl bis 1850 auf etwa 500.[18] Inzwischen hatte seit 1835 der Aufstieg der Tonwarenindustrie begonnen und die Einwohnerzahl stieg entsprechend. Bis 1874 verfünffachte sie sich auf 2300 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wohnten 6924 Menschen hier. In diese Zeit fällt auch die Wandlung des ursprünglich märkischen Angerdorfes in eine Industriestadt. Bis 1935, dem Jahr der Verleihung der Stadtrechte, stieg die Einwohnerzahl auf 9000. Diese Entwicklung ist auf die allgemeine Bevölkerungsentwicklung der damaligen Zeit und der inzwischen gelungenen Verifizierung der Veltener Industrie (inzwischen auch Metall- und Chemieindustrie) zurückzuführen. Da sich die Bevölkerungsverluste im Zweiten Weltkrieg in Grenzen hielten und Velten weiterhin Industriestandort blieb, wuchs die Bevölkerung moderat weiter und erreichte 1961 insgesamt 10.028 Einwohner. Der nach der politischen Wende von 1990 prognostizierte Bevölkerungszuwachs blieb aus. Im Vergleich zu den Nachbargemeinden die zum Teil deutliche Einwohnerzuwächse hatten, hielt sich die Einwohnerzahl Veltens seit dem zwischen 11.000 und 12.000 mit zuletzt leicht steigender Tendenz.[19][20][21]

Religionen

Katholische Kirche, erbaut 1885

Der evangelische Pfarrsprengel Velten gehört zum Kirchenkreis Oberes Havelland im Sprengel Potsdam der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Zurzeit sind 1612 Gemeindemitglieder erfasst. [22]

  • Evangelische Kirche (Breite Straße)
  • Evangelisches Pfarrhaus (Breite Straße 17)
  • Kita ( Mittelstraße 42)

Die katholische St. Joseph Kirche in der Schulstraße gehört organisatorisch zur Pfarrgemeinde Hennigsdorf und ist dem Dekanat Oranienburg im Erzbistum Berlin angegliedert.

Die Zeugen Jehovas unterhalten in Velten im Havelring 1 einen Kongresssaal.

In der Breiten Straße 90 betreibt die Johannische Kirche das Gemeindehaus Arche.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Velten (Baptisten) wurde erstmals am 15. März 1859 erwähnt. Im Jahre 1868 hatte sie 71 und 1949 schon 150 Mitglieder. Das Gemeindehaus in der Wilhelmstraße 22a unterhält die Gemeinde seit dem 14. Juli 1879.[23]

Politik

Rathaus Velten, 1922 aus einem ehemaligen Elektrizitätswerk umgebaut
Eingangsportal des Veltener Rathauses
Ofen- und Keramikmuseum in der Wilhelmstraße 32

Stadtverordnetenversammlung

Kommunalwahl 2008
Wahlbeteiligung: 41,7 %
 %
40
30
20
10
0
38,8%
21,5%
18,9%
15,6%
5,2%
FWO Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2003
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+5,7%
-7,9%
+4,0%
-3,8%
+1,9%
FWO Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Anmerkungen:
c 2003: PDS

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Velten besteht aus 23 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[24]

Wappen

Das Wappen wurde am 15. April 1997 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein grüner Kachelofen mit goldener Tür und schwarzen Beschlägen.“[25]

Städtepartnerschaften

Seit 1968 besteht mit der französischen Stadt Grand-Couronne eine Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Velten stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.

Geschichtsdenkmale

  • Gedenkstein auf dem Friedhof an der Kochstraße für die Opfer der Zwangsarbeit
  • Denkmal von 1951/52 an der Ecke Bahnstraße/Poststraße für antifaschistische Widerstandskämpfer
  • Erinnerungstafel auf einem Gedenkstein im Park Viktoria-/Ecke Kochstraße an den ermordeten Veltener KPD-Vorsitzenden, durch Unbekannte nach 1989 beschädigt und daher im Bürgermeisteramt aufbewahrt
  • Gedenktafel am Haus Wilhelmstraße 19 an den ermordeten Widerstandskämpfer Richard Ungermann. Die Gedenktafel ist von dem halb verfallenen Haus demontiert worden. Nach Aussage der Stadtverwaltung gibt es über den Verbleib keine Information.
  • Gedenkstein in der Karl-Liebknecht-Straße zur Erinnerung an den ermordeten Politiker Karl Liebknecht

Ofen- und Keramikmuseum

Das Ofen- und Keramikmuseum Velten ist das einzige seiner Art in Deutschland. Es befindet sich in zwei Etagen einer noch produzierenden Ofenfabrik, die 1872 gegründet wurde. Das Museum zeigt Öfen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert sowie Keramik von Künstlern der Mark Brandenburg: Arbeiten von Hedwig Bollhagen, der Steingutfabriken Velten-Vordamm, Hael u. a. Vier bis fünf Sonderausstellungen im Jahr ergänzen die ständige Ausstellung.

Bernsteinsee

Ab den 1970er Jahren entstand durch die Förderung von Kies nordöstlich der Stadt ein etwa zwölf Hektar großer See. Heute wird dieser als Badesee genutzt. Hier befindet sich auch eine für die Region einzigartige Wasserski- und Wakeboardanlage. Zum 1. Januar 2008 wurde der Bernsteinsee, der früher auch Autobahnsee genannt wurde, im Rahmen eines Gebietsaustausches in die Stadt Velten eingegliedert. Zuvor gehörte er zu Hohen Neuendorf.[26]

Musik

In Velten gibt es den Ökumenischen Chor und den Freien Chor Velten 1887 e. V. und in der Breiten Straße die „Musikschule Velten“ auf dem Gelände der Johannischen Kirche. Außerdem finden in der „Ofenstadt-Halle“ gelegentlich Konzerte u. ä. statt. Velten hat einige Livebands, z. B. The Liberty's und veranstaltet die „Veltener Kneipennacht“ und Open-Air-Konzerte am Bernsteinsee.

Sport

Der BSG Chemie Velten gelang 1989 im Fußball der Aufstieg in die DDR-Liga in der man in der ersten Saison den dritten Platz errang. Nach der Wende nannte der Verein sich in FSV Velten 90 um und musste nach einem Konkurs den heutigen Namen SC Oberhavel Velten annehmen. Zurzeit spielt der Verein in der Landesliga Nord.

Der Veltener Rugbyclub Empor von 1969 spielt zurzeit in der Regionalliga Ost. Zusammen mit dem SV Stahl Hennigsdorf 1948 und der RU Hohen Neuendorf, die in den Nachbarstädten beheimatet sind, bilden sie die Rugbyhochburg im Land Brandenburg.

Weitere Sportvereine der Ofenstadt:

  • Reitverein Zuchthof Drei Eichen
  • OVG Velten (Volleyball)
  • EWTO Kampfkunstschule Velten (Wing Tsun, Escrima)
  • SG Gymnastik Velten
  • PSV Velten-Oberhavel (Prellball)
  • Veltener Badminton Club
  • Boxclub Oberhavel
  • Beachsport Berlin-Brandenburg
  • Rasenkraftsportvereinigung Velten (Tauziehen)

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Produktionswerk der Wall AG im Businesspark Velten

Velten ist immer noch ein bedeutender Industriestandort in Oberhavel. Zusammen mit den Städten Oranienburg und Hennigsdorf ist Velten Teil des Regionalen Wachstumskern O-H-V (RWK O-H-V), in dem die Industriebranchen Schienenverkehrstechnik, Kunststoff/Chemie, Metall, Biotech/ Life-Science und Logistik besonders gefördert werden.

Im Jahr 1994 nahm das Produktionswerk des Berliner Stadtmöbelherstellers Wall AG im Veltener Businesspark seine Produktion auf. Die ALBA Group, ein Berliner Unternehmen der Entsorgungs- und Recyclingbranche betreibt die Abfallwirtschafts-Union (AWU). Das deutschlandweit tätige Duisburger Unternehmen Klöckner Stahlhandel hat eine Niederlassung in Velten.

Seit 2001 hat der europaweit tätige Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail ein Servicezentrum eingerichtet. Dieses ist der Stadler Pankow GmbH in Berlin zugeordnet. In Velten werden einzelne Komponenten gefertigt und die neugebauten Schienenfahrzeuge in Betrieb genommen.

Im traditionellen Industriegebiet Berliner Straße betreibt die weltweit agierende Unternehmensgruppe Freudenberg die Freudenberg Schwingungstechnik GmbH & Co. KG. Gegenüber befindet sich eine Niederlassung der Rhenus Logistics GmbH und nicht weit davon entfernt ist die Buderus Niederlassung für Berlin-Brandenburg.

Das letzte Unternehmen aus der Kachelproduktion und dem Ofenhandwerk, das Velten als Ofenstadt bekannt gemacht hat, ist die A. Schmidt, Lehmann & Co. GmbH.[27] Seit 1872 produziert das Familienunternehmen Ofenkacheln. Das Produktionsprofil erstreckt sich heute von Öfen über Kachelkamine bis hin zu baukeramischen Spezialanfertigungen. Im Jahr 2009 hat sich ein neues mittelständisches Unternehmen aus dieser Branche für die Ofenstadt Velten entschieden. Die enditec GmbH mit ihrer inzwischen international bekannten Marke Ofenexperte ® errichtet wieder klassische Öfen und Kamine aus Velten. Mit einem modernen Kunden- und Logistikzentrum im Veltener Businesspark betreuen die Ofenexperten den regionalen Markt und vertreiben weltweit modernste Feuerstättentechnik über das Internet.

Verkehr

Velten ist über die Autobahnanschlussstelle Hennigsdorf an der A 111, die L 20, die L 172 und die nahe gelegene B 96 zu erreichen. Die Anschlussstelle Velten an der A 10, direkt am Bernsteinsee gelegen, musste aufgrund des Umbaus des Autobahndreiecks Oranienburg geschlossen werden.

Velten liegt an der Kremmener Bahn und war Anfangspunkt der 1969 stillgelegten und mittlerweile abgebauten Nebenbahnstrecke zum Oranienburger Ortsteil Eden mit Anschluss an die Umgehungsbahn. Zudem war Velten bis 1963 ein Endpunkt der Osthavelländischen Eisenbahn. Dieses Teilstück der früheren Privatbahnstrecke existiert ebenfalls nicht mehr. Bis 1998 existierte im Veltener Ortsteil Hohenschöpping an der Kremmener Bahn ein weiterer Haltepunkt. Die in Velten haltenden Züge (Regionalzüge RB55 und RE6 der DB Regio AG) verkehren nach Hennigsdorf und Berlin-Spandau bzw. über Kremmen, Neuruppin, Wittstock nach Wittenberge. Bis 1983 war Velten ein Endpunkt einer Berliner S-Bahn-Linie, die lediglich bis Hennigsdorf fuhr. Bis zum Mauerbau 1961 führte der Zugumlauf auch direkt über die Kremmener Bahn in das Berliner Stadtzentrum. Derzeit wird über die Verlängerung der S-Bahn-Linie von Hennigsdorf bis nach Velten diskutiert.

Außer mit der Bahn ist Velten mit der Buslinie 824 der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft (OVG) im 20-Minuten-Takt von Hennigsdorf und Oranienburg aus erreichbar. Die Linie 807 pendelt zwischen Hennigsdorf Bahnhof und Velten-Parkstadt. Mit der Linie 816 gelangt man vom Bahnhof Velten zum S-Bahnhof in Borgsdorf. Die Linie 807 verkehrt jedoch nur von Montag bis Freitag.

Das Radwegenetz befindet sich im Ausbau. Wichtige Routen innerorts und zu den Nachbargemeinden fehlen noch.

Die Stadt hat einen Binnenhafen, der über den Veltener Stichkanal Verbindung zum Oder-Havel-Kanal hat.

Der nächstgelegene Flughafen ist Berlin-Tegel mit einer Fahrzeit von ca. 20 Minuten.

Bildung

Das Gebäude der 1. Oberschule Velten wird seit 1922 durchgehend als Schule genutzt

In Velten gibt es derzeit vier Schulen. Die Linden Grundschule in der Viktoriastraße 10 ist in dem historischen Schulgebäude der Knabenschule von 1885 und der 1893 daneben gebauten Mädchenschule untergebracht. Vor 1990 befand sich in den Gebäuden die POS Richard Ungermann.[28]

Die 1. Oberschule Velten in der Breiten Straße 31 befindet sich in einer 1922 für Schulzwecke umgebauten Scheune. Seitdem ist dieser Standort durchgehend als Schule genutzt worden. Bis 1990 war hier die POS Gustav Gersinski untergebracht.[29]

Die heutige Löwenzahn Grundschule entstand 1988 als POS Fritz Gabbe und ist das zentrale Gebäude in Velten-Süd.[30]

Nach der politischen Wende wurde 1993 das Gymnasium Velten gegründet, das 1997 in das neue Gebäude in der Emma Ihrer Straße 7b zog. Am 30. August 2002 erfolgte die Umbenennung in Hedwig-Bollhagen-Gymnasium.[31]

Im Veltener Ortsteil Hohenschöpping befand sich die Ingenieurschule Hanno Günther in der Ingenieure für Elektrotechnik ausgebildet wurden.[30]

Persönlichkeiten

Verweise

Literatur

  • Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, Velten Verlag GmbH, ISBN 978-3-9811401-8-7
  • Kurt Ständer: Geschichte der Stadt Velten Band I bis III

Weblinks

 Commons: Velten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
  2. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 9–10
  3. Heinrich Harmjanz: Frühaskanische Landnahme im brandenburgischen Havelland (gezeigt am Beispiel des Glin), Berlin 1942
  4. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 13–14
  5. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 19
  6. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 17
  7. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 22
  8. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 49
  9. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 45–46
  10. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 72–73
  11. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 79–81
  12. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 84–91
  13. Alfred Otte: Die weißen Spiegel, Vom Regiment zum Fallschirm-Panzerkorps, Dörfler Verlag, ISBN 3-89555-271-2; S. 16
  14. Norbert Rohde: Historische Militärobjekte der Region Oberhavel -Band 1 - , Das Heinkel-Flugzeugwerk Oranienburg, Velten Verlag GmbH, Leegebruch 2006, ISBN 3-9811401-0-9, S. 65
  15. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 95
  16. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 95–104
  17. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 110
  18. Kurt Ständer, S. 329
  19. Einwohnerentwicklung, eingesehen am 12. Februar 2011
  20. Einwohnerentwicklung, eingesehen am 12. Februar 2011
  21. Einwohnerentwicklung, eingesehen am 12. Februar 2011
  22. EKBO Adresswerk, abgerufen am 16. März 2011
  23. Kurt Ständer, S. 281
  24. http://wahl.oberhavel.de/gemeinden/velten/wahl.html
  25. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  26. Amtsblatt der Stadt Hohen Neuendorf Nr. 8/16, Seite 10
  27. Website der Schmidt-Lehmann & Co. GmbH
  28. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 48
  29. Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 80
  30. a b Paul Dahms: Velten, Ein Streifzug durch die Geschichte der Ofenstadt, S. 106
  31. Geschichte des Hedwig-Bollhagen-Gymnasium, abgerufen am 12. Februar 2011

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