Maximilian I., deutscher Kaiser

Maximilian I., deutscher Kaiser

Maximilian I., deutscher Kaiser., deutscher Kaiser, der edle Habsburger der »letzte Ritter,« wie ihn Anastasius Grün, sein begeisterter Sänger nennt, war der Sohn Friedrich's III. und der Eleonore von Portugal. In der Blüthe seiner Jahre ward der schöne, blondgelockte Jüngling Gatte der reichen Erbin von Burgund, Maria (s. d.). Unter dem Jubel des Volkes holte er sie heim, die Heißgeliebte, welche nicht nur Politik, sondern auch persönliche Neigung an sein Herz gefesselt. So zog er beglückt und beglückend im August 1477 in Gent ein, vertheidigte das Erbe seiner Gattin ritterlich gegen die Ansprüche Ludwig's XI., zwang diesen zu einem Waffenstillstand und siegte in der Schlacht von Guinegate. Doch nur kurz war sein Eheglück, Maria starb 1482, die störrischen Landstände setzten seinen Kindern Philipp und Margarethe eigenmächtig Vormünder, und verlobten letztern mit dem franz. Dauphin. Dieß alles verbitterte seinen dortigen Aufenthalt um so mehr, da es zum offenen Bruche mit ihm und seinen rebellischen Städten kam. Die Einwohner von Brügge nahmen ihn gefangen, er entsagte eidlich der Regierung und kehrte nach Deutschland, das ihn inzwischen zum Kaiser gewählt, zurück. Hier im Besitze der höchsten Macht und eines Heerbanns, zehnmal ausreichend, die Meuterer zu züchtigen, entsagte er doch der Rache. Er focht siegreich gegen die Ungarn, und später gegen Frankreich, wurde der Wohlthäter seines Erblandes, der Gesetzgeber und Reformator desselben. Stets edel und ritterlich ist er einer der glänzendsten Sterne aus der Dynastie der Habsburger. Die Romantik hat mehrere Sagen an sein abenteuervolles Leben, seine Kämpfe, Drangsale und Ritterthaten geknüpft. Wir erinnern hier jener von »der Martinswand« in Tyrol – (von Fouqué poetisch behandelt) und Deinhardsteins »Kaiser Maximilian's Brautfahrt.« M. starb 1519 auf dem Reichstage zu Augsburg. Alle Parteien trauerten über seinen Tod, denn das Jahrhundert hatte einen edlen, biedersinnigen, tapfern, großherzigen Fürsten verloren, der der Wohlthäter seiner Völker war.

B.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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