Sympathetische Curen

Sympathetische Curen, Heilungen von Krankheiten durch eine angeblich geheimnißvolle Kraft, die Sympathie (s. d.), welche sich zwischen dem Menschen- und Thierkörper und Geistern, Sternen, andern Menschen, Thieren, Pflanzen, Steinen etc. vermittelnd wirksam äußere. Schon in sehr früher Zeit trug man deßhalb Amulete (s. d.) und Talismane (s. d.), beobachtete die Constellationen, nahm an gewissen Stunden Handlungen an gewissen Gegenständen vor, zog magische Kreise und Striche, murmelte Versprechungen und Gebete etc. So glaubten z. B. die Römerinnen, daß man durch die Abschnittlinge der Nägel, die man mit Wachs gemischt, an eine fremde Thürpfoste anklebe, jedes körperliche Uebel leicht los werden und auf einen Fremden übertragen könne. Darum war es auch nicht erlaubt, an einem Markttage die Nägel beschneiden zu lassen. – Der Glaube thut Wunder, heißt es bei allen Dingen, deßhalb kann es wohl geschehen, daß der Kranke, wenn in ihm ein felsenfestes Zutrauen zu solchen Proceduren erregt wird, dadurch die nöthigen Kräfte zur Genesung gewinnt. Natürlich wird dieß am ersten bei solchen Krankheiten stattfinden, in denen die Seele und das Nervensystem besonders betheiligt sind.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Sympathetische Curen — Sympathetische Curen, diejenigen Heilungen von Krankheiten, welche nicht durch die Einwirkung von Arznei u. andern allgemein bekannten Heilmitteln, sondern durch eine, noch geheimnißvolle, vielleicht dem Thierischen Magnetismus ähnlich wirkende… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Sympathetische Curen — Sympathetische Curen, Heilungsmethoden durch kein medicinisches Mittel, sondern durch geheimnißvolle Einflüsse (Gebet, Besprechung, Anwendung ganz fremdartiger Gegenstände); daß sie blos bei schwachnervigen und leichtgläubigen Personen wirken… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Zauberei — Zauberei, ist die Art des Aberglaubens, bei welcher der Versuch zur Beschränkung des göttlichen Waltens durch positives Eingreifen des menschlichen Thuns gemacht wird, unter der Voraussetzung der Mitwirkung übernatürlicher Mächte u. Kräfte,… …   Pierer's Universal-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”