Salamanca

Salamanca
Gemeinde Salamanca
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Salamanca
Salamanca (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien-León Kastilien-León
Provinz: Salamanca
Koordinaten 40° 58′ N, 5° 40′ W40.97-5.67802Koordinaten: 40° 58′ N, 5° 40′ W
Höhe: 802 msnm
Fläche: 29,8 km²
Einwohner: 154.462 (1. Jan. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 5.183,29 Einw./km²
Postleitzahl: 37001 - 37080
Gemeindenummer (INE): 37274
Verwaltung
Bürgermeister: Alfonso Fernández Mañueco (PP)
Webpräsenz der Gemeinde
Plaza Mayor am Abend
La casa de las conchas (Muschelhaus), Stadtpalast
Salamanca, neue Kathedrale (catedral nueva)
nächtlicher Blick vom Parador auf die Stadt

Salamanca ist die Hauptstadt der Provinz Salamanca in der autonomen spanischen Region Kastilien-León (Castilla y León).

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Stadt liegt etwa 220 km nordwestlich von Madrid am Río Tormes. Das Umland ist eher karg und wird durch Viehzucht, Landflucht und die Nähe zur portugiesischen Grenze geprägt.

Geschichte

Salamanca wurde während der Antike als Salamantica gegründet. Unter römischer Herrschaft (133 v. Chr. bis ca. 712 n. Chr.) wuchs die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Im 8. Jahrhundert wurde Salamanca von den Mauren eingenommen: Im Zuge der maurischen Invasion der iberischen Halbinsel eroberte Musa ibn Nusayr die Stadt. Erst 1085 wurde sie von Alfons VI. von León zurückerobert. Während der Eroberungen und Rückeroberungen wurde die Stadt weitgehend zerstört und war längere Zeit beinahe unbewohnt. Unter Raimundo de Borgoña begann 1102 die Zeit der Wiederbevölkerung.

Seine Blüte erlebte Salamanca im 16. Jahrhundert. 1524 wurde der Bau von Kirche und Kloster San Esteban begonnen.

Bei der Schlacht von Salamanca am 22. Juli 1812 besiegte eine britisch-portugiesische Armee unter Wellington eine französische Armee unter Marmont.

Seit 1980 sind Salamanca und Würzburg Partnerstädte. 1988 wurde Salamanca von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Im Jahr 2002 war Salamanca zusammen mit Brügge die Kulturhauptstadt Europas.

Kultur und Bildung

Salamanca ist bekannt durch die Universität Salamanca mit ihrem berühmten Maskottchen, einem Frosch auf einem Totenschädel an ihrer Fassade. Die Universität füllt die Stadt mit mehr als 40.000 Studenten, was ihr ein lebhaftes, jugendliches Gepräge gibt. Die Universität ist die älteste bis Heute bestehende Universität Spaniens, die Universität in Palencia wurde zwar 10 Jahre früher gegründet, aber schon um 1250 wieder aufgelöst. Sie wurde im Jahr 1218 gegründet. Schon im 16. Jahrhundert zählte sie 8.000 Studenten. Die Universidad de Salamanca wurde zu einer der wichtigsten Bildungsstätten Europas. Unter den bekanntesten Dozenten befinden sich Fray Luis de León und Miguel de Unamuno, die Gegenstand zahlreicher Anekdoten sind. Lope de Vega, Calderón de la Barca und Miguel de Cervantes holten sich in Salamanca das geistige Rüstzeug für ihre dichterische Arbeit.

1492, wenige Monate vor seiner Seereise nach Amerika, musste Kolumbus in Salamanca den versammelten, skeptischen Professoren und Kardinälen seine Theorien bezüglich des Erdumfangs und des Abstands von Europa zu Asien erläutern und die Pläne behandeln, den Osten über den Westen zu erreichen.

Der Dominikanerpater Francisco de Vitoria formulierte hier 1540 die Grundlagen des Völkerrechts. Der berühmteste Rektor der Universität war der spanische Schriftsteller Miguel de Unamuno.

Das Hauptportal der Universität ist mit zahlreichen Skulpturen und dichtem Dekor im Stil der spanischen Frührenaissance, dem so genannten Platereskenstil geschmückt. Ein Totenkopf mit einem Frosch, (eigentlich eine Kröte), symbolisiert die Ausschweifungen im Leben, die nach dem Tod gesühnt werden - eine Mahnung an die lebenslustigen Studenten.

In Salamanca soll das beste Hochspanisch gesprochen werden. Dies und die von der Universität und diversen privaten Anbietern organisierten Sprachkurse führen dazu, dass sich die Stadt in den Sommermonaten mit ausländischen Studenten füllt.

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt besitzt zwei Kathedralen aus dem 12. und 16. Jahrhundert, die aber einen gemeinsamen Gebäudekomplex bilden. Der Turm der „Neuen Kathedrale“' wurde verstärkt, da sich nach dem Erdbeben von Lissabon Risse an ihm zeigten. Auch an der Kathedrale sieht man Spuren der Universität: Früher war es Sitte, nach erfolgreicher Beendigung der Promotion einen „Victor“', ein rotes „V“ und seinen Namen an den Dom zu malen.

Im gegenüberliegenden Bischofspalast befand sich während des spanischen Bürgerkriegs zeitweilig das Hauptquartier Francos.

Die Plaza Mayor, auf der früher u.a. Stierkämpfe abgehalten wurden, gilt als der schönste Platz Spaniens. Philipp V., erster spanischer König aus dem französischen Haus Bourbon, machte ihn den Einwohnern 1729 für ihre Loyalität im Erbfolgekrieg zum Geschenk.

Bekannt ist auch die „Casa de las conchas“ (Haus der Muscheln), ein im Plateresco-Stil erbauter Stadtpalast, dessen Fassade mit mehr als 300 Jakobsmuscheln aus goldgelbem Sandstein geschmückt ist, dem Symbol der Pilgerschaft nach Santiago de Compostela.

Noch heute können Fußgänger die Puente Romano benutzen, eine durch die Römer erbaute Brücke über den Fluss.

Infrastruktur

Im Norden Salamancas befindet sich eine Bahnstation der staatlichen Eisenbahngesellschaft Renfe. Der Busbahnhof liegt im Westen der Stadt in der Nähe des neuen Universitätscampuses.

Salamanca verfügt über einen kleinen regionalen Flughafen namens Matacán, 14 Kilometer östlich der Stadt.

In der Stadt selbst gibt es zwei Busunternehmen, die eine Vielzahl von Buslinien unterhalten. Aufgrund der Kompaktheit Salamancas sind die Busse aber meist nicht vonnöten. Der historische Stadtkern ist größtenteils eine Fußgängerzone.

In Salamanca gibt es einen - sehr modernen - Parador, der sich auf einer Anhöhe am Südrand der Stadt befindet und einen herrlichen Blick auf die Altstadt bietet.

Nachtleben

Salamanca mit seiner großen studentischen Bevölkerung verfügt über ein breit gefächertes Angebot an Lokalen, Bars und Discotheken. Anders als die Gran Vía im südlichen Teil der Stadt bedient das Viertel Calle San Justo nahe der Plaza Mayor mit Reggae, Ska und Punk ein eher alternatives Publikum.

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Population Figures referring to 01/01/2010. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística.

Weblinks

 Commons: Salamanca – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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