Beckedorf (Landkreis Celle)
Beckedorf
Gemeinde Hermannsburg
Koordinaten: 52° 49′ N, 10° 3′ O52.81583333333310.05833333333358Koordinaten: 52° 48′ 57″ N, 10° 3′ 30″ O
Höhe: 58–82 m ü. NN
Einwohner: 610
Eingemeindung: 1973
Postleitzahl: 29320
Vorwahl: 05052
Bahnhof in Beckedorf

Beckedorf ist eine zur Einheitsgemeinde Hermannsburg gehörende Ortschaft im nördlichen Landkreis Celle. Sie liegt am westlichen Rand des Naturparks Südheide, in der Lüneburger Heide, ca. 1 km südwestlich vom Kernort Hermannsburg und hat derzeit ca. 610 Einwohner. Der Name Beckedorf bedeutet „Dorf an der Beke“ (am Bach). In alten Aufzeichnungen findet man als Dorfnamen auch Beketorpe, Bekendorpe oder Beckedorp. 1973 wurde Beckedorf im Zuge der niedersächsischen Gebiets-und Verwaltungsreform Teil der Gemeinde Hermannsburg.

Inhaltsverzeichnis

Frühgeschichte

Bei Beckedorf gefundene nackengebogene Steinaxt aus der Späten Bronzezeit. Da Bronze sehr wertvoll war, wurden die Geräte oft aus Stein nachgebaut

Nordwestlich von Beckedorf, auf dem Lührsberg, eine 77 m über NN hohe und etwa 500 m breite Erhebung, wurde 1936 von Dr. Hans Piesker, einem Archäologen aus Hermannsburg, eine Siedlung der Trichterbecherkultur (ca. 4200–2800 v. Chr.) entdeckt. Von der ursprünglich 30.000 m² großen Siedlung konnten zahlreiche Pfosten- und Siedlungsgruben, aber auch mehrere Hausgrundrisse freigelegt werden. Die Häuser hatten eine Länge von knapp 6 m und waren zwischen 0,80 m und 1,40 m in den Boden eingegraben. Sie hatten mit Lehm beworfene Flechtwände. Daneben wurden Pfeilspitzen, Schaber,eine Speerspitze und Bruchstücke von Beilen aus Feuersteinen gefunden und Gefäßscherben ausgegraben. Durch den Fund von Spinnwirtel konnte nachgewiesen werden, dass hier auch Wolle oder pflanzliche Fasern verarbeitet wurden.

Auch die anderen zum Teil noch erhaltenen Hünengräber der Umgebung, die Hügelgräber bei Wohlde das Grabhügelfeld von Bonstorf und das Großsteingrab bei Dohnsen aus der Jungsteinzeit bezeugen, dass es hier bereits vor und zur Bronzezeit eine Besiedelung gab.

Geschichte

Aus dem Jahre 1235 findet sich die erste schriftliche Erwähnung Beckedorfs, in einer Urkunde die sich im Archiv des Klosters Walsrode befindet. Hier wird erwähnt, dass Graf Siegfried von Osterburg dem Kloster einige Häuser übergab, die bisher der nun verstorbene Ritter Dietrich von Beckedorpe zu Lehen hatte.

Wirtschaft und Verkehr

Der Ort wurde durch die Eisenbahn geprägt. Die Bahnstrecke Celle–Soltau der Osthannoversche Eisenbahnen führt direkt durch den Ort und gabelt sich hier, die Strecke nach Munster zweigt in Beckedorf ab (siehe auch Kleinbahn Celle-Soltau, Celle-Munster). Der Personenverkehr auf der Schiene wurde 1970 teilweise und ab 1976 ganz eingestellt, der Güterverkehr verläuft stark eingeschränkt weiter. Die Richtung Munster wird in erster Linie für den Militärverkehr zum Truppenübungsplatz Munster und die Richtung Soltau für den Transport zum Truppenübungsplatz Bergen genutzt.

Heute finden wir in Beckedorf mehrere landwirtschaftliche Betriebe. Auf einigen stehen noch Treppenspeicher aus dem 19. Jahrhundert. Auch ein Häuslingshaus ist teilweise im alten Zustand erhalten. Als „Häuslinge“ wurden Landarbeiter bezeichnet, die auf dem Bauernhof ihren Dienst taten und dafür gegen geringe Miete, oder zum Teil auch mietfrei, in dem Haus wohnen durften.

Durch den Ort fließt der kleine Hasselbach, der in die Örtze mündet.


Weblinks


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