Bismarck (Film)

Bismarck ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Wolfgang Liebeneiner aus dem Jahr 1940. Die Filmbiografie Otto von Bismarcks ist als NS-Propagandafilm zu Anfang des Zweiten Weltkriegs anzusehen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Obwohl er bei der Königin Augusta und dem Landtag unbeliebt ist, wird Graf Otto von Bismarck von König Wilhelm I. auf Anraten seines Kriegsministers von Roon ins Kabinett berufen. Es hagelt innenpolitische Angriffe im Landtag und von Seiten des Kronprinzen Friedrich. Vor allem der preußische Abgeordnete und Mediziner Rudolf Virchow ist sein schärfster Gegner. Bismarck löst den Landtag auf und unternimmt die verfassungswidrige Heeresreform. Er verbündet sich mit Österreich gegen Dänemark. Es kommt zu einem kurzen deutsch-dänischen Krieg. Dann kommt es zum Krieg gegen Österreich. Nach der siegreichen Schlacht von Königgrätz kämpft Bismarck anfangs vergeblich gegen eine Weiterführung des Krieges. Der König, im Siegesrausch, ist besessen von dem Ziel, in Wien einzumarschieren. Mit Hilfe des Kronprinzen Friedrich, der sich zum ersten Mal auf Bismarcks Seite schlägt, kann der Friedensplan doch noch durchgesetzt werden.

Kritiken

„Historisch-biografischer Film über die Berufung Otto von Bismarcks zum preußischen Ministerpräsidenten 1862 bis zum Vorfrieden von Nikolsburg 1866, um an dieser Epoche den genialen Diplomaten und „eisernen Kanzler“ zu porträtieren, dem allein die Reichsgründung 1871 zu verdanken sei. Bei sorgfältiger Darstellung war dies ein Versuch, Entwicklungslinien bis zu Hitler zu konstruieren.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Bismarck erscheint als makelloser Held, der seine Gegenspieler Napoleon (W. F.) und Kaiser Franz Joseph (K. S.) mühelos überspielt und eigentlich nur den blinden Unverstand preußischer Liberaler zu fürchten hat. Seine einsamen Entschlüsse werden verherrlicht, seine innenpolitischen Gegner karikiert und verkleinert. Das große Werk, das er geschaffen hat, rechtfertigt ihn.“

Reclams Filmführer, 1982

Auszeichnungen

Die Filmprüfstelle gab dem Film die Prädikate „staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll“ sowie „jugendwert“.

Hintergrund

Goebbels wollte im ersten Kriegsjahr einen anti-englischen Stoff, nach Möglichkeit einen friderizianischen. In mehreren Besprechungen mit dem Tobis-Produktionschef Ewald von Demandowsky einigte man sich schließlich auf Bismarck. Es sollte aber nicht der Rücktritt dargestellt werden, sondern der Ausbruch des Deutschen Krieges von 1866, weil dies die einsame Größe des Genies darstelle und einen aktuellen Bezug zum Jahre 1940 habe.

Es handelt sich bei Bismarck und der späteren Entlassung um NS-Propagandafilme. Gedreht wurde vom 10. Juni 1940 bis zum September 1940 in Plau, Wien und Bad Gastein. Die Uraufführung des damals als jugendfrei eingestuften Werks fand am 6. Dezember 1940 in Berlin im Ufa-Palast am Zoo statt. Die Aufführung des Films wurde nach Kriegsende von der alliierten Militärregierung verboten, nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde Bismarck aber nicht als Vorbehaltsfilm eingestuft, sondern erhielt von der FSK eine Altersfreigabe ab 18 Jahren.

Einzelnachweise

  1. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=10818

Weblinks

Literatur

  • Rother, Rainer: Bismarck im nationalsozialistischen Spielfilm. In: Knabel, Klaudia [Hrsg.]: Nationale Mythen - kollektive Symbole. Funktionen, Konstruktionen und Medien der Erinnerung. S. 245-265. Göttingen 2005.

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