Bistum Leitmeritz
Bistum Leitmeritz
Karte Bistum Leitmeritz
Basisdaten
Staat Tschechien
Metropolitanbistum Erzbistum Prag
Diözesanbischof Jan Baxant
Generalvikar Stanislav Přibyl
Fläche 9.380 km²
Vikariate 10 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Pfarreien 437 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Einwohner 1.333.800 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Katholiken 160.300 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Anteil 12 %
Diözesanpriester 93 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Ordenspriester 35 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Ständige Diakone 14 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Katholiken je Priester 1.252
Ordensbrüder 37 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Ordensschwestern 31 (31. Dezember 2007/ AP 2009)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Tschechisch
Kathedrale St. Stefan
Website www.dltm.cz
Wappen des Bistums Leitmeritz
Kathedrale St. Stephan in Leitmeritz

Das Bistum Leitmeritz (lateinisch Dioecesis Litomericensis, tschetsch. Diecéze litoměřická) ist eine katholische Diözese in Nordböhmen. Es wurde im Jahre 1655 kanonisch errichtet und als Suffragandiözese dem Erzbistum Prag unterstellt.

Geschichte

In Leitmeritz bestand seit 1057 ein Kollegiatkapitel an der Stephanskirche. Obwohl das Kapitel in seinen Besitzungen im Verlauf der Jahrhunderte wesentliche Einbußen erlitt, bildete es doch die materielle Grundlage für das neue Bistum, welches im Rahmen der Gegenreformation nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand. Kaiser Ferdinand III. nominierte den Propst des Stiftes, Maximilian Rudolf von Schleinitz, 1647 zum ersten Bischof. Wegen der langwierigen Verhandlungen über die finanzielle Ausstattung erfolgte die kanonische Gründung erst mit Wirkung vom 3. Juli 1655.

Das Nominationsrecht für das Bistum blieb beim König, der bis dahin bereits ein solches für den Propst besaß. Das Domkapitel bestand bei seiner Errichtung aus einem Dekan und einem Kanoniker. 1671, 1680 und 1717 wurden vier weitere Kanonikate eingerichtet.

Das Bistum entstand aus Gebieten, die aus dem Erzbistum Prag herausgenommen wurden. Es umfasste bei seiner Errichtung ein kleines Gebiet zwischen Bilin, Böhmisch Leipa und Rumburg, sowie kleine Enklaven in der sächsischen Oberlausitz (z. B. Schirgiswalde). Damit umfasste es den Leitmeritzer Kreis, der sich 1647 in zwei Vikariate mit 62 Pfarreien gliederte, bis 1670 aber bereits auf sechs Vikariate anstieg. 1784 wurde das Bistum um die Kreise Jungbunzlau und Saaz erweitert.

Der erste Bischof Maximilian Rudolf von Schleinitz erbaute mit Bistumsmitteln und dem Einsatz seines privaten Vermögens anstelle der alten Stiftskirche eine barocke Kathedrale. 1738 wurde ein Priesterseminar gegründet.

Im 19. und 20. Jahrhundert war die Diözese vom Nationalitätenstreit zwischen Tschechen und Deutschen stark betroffen, da beide Volksgruppen einen etwa gleich großen Anteil an der Diözesanbevölkerung hatten.

1948 zählte das Bistum 449 Pfarreien mit 268 Diözesanpriestern, 83 Ordenspriestern und 637 Ordensschwestern.

Das Bistum Leitmeritz unterhält eine Diözesanpartnerschaft mit dem Bistum Eichstätt in Bayern.

Siehe auch

Weblinks


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