Bochum-Weitmar
Wappen von Bochum

Bochum-Weitmar
Stadtteil von Bochum

Lage von  im Südwest
Koordinaten 51° 27′ 8″ N, 7° 11′ 32″ O51.4522222222227.1922222222222Koordinaten: 51° 27′ 8″ N, 7° 11′ 32″ O
Fläche 9,93 km²
Einwohner 28.501
Bevölkerungsdichte 2870 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1926
Bezirk Südwest
Quelle: [1][2]

Bochum-Weitmar ist ein Stadtteil von Bochum, der südlich der Innenstadt liegt und an die Stadtteile Linden, Eppendorf, Höntrop, Westenfeld, Hamme, Wiemelhausen und Stiepel grenzt.

Im Jahre 1892 wurde die Landgemeinde Weitmar vom Amtsbezirk Bochum II Süd abgetrennt und bildete den selbstständigen Amtsbezirk Weitmar. Durch die kommunale Neugliederung des gesamten Rheinisch-Westfälischen Industriebezirkes wurde die Amtsgemeinde Weitmar am 1. April 1926 der Stadt Bochum zugesprochen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Die Chaussee nach Hattingen

Wichtigste Straße ist die Hattinger Straße mit fast tausend Hausnummern, die bis zur Abstufung Ende 2009[4] ein Teilstück der Bundesstraße 51 von Bremen nach Saarbrücken bildete, deren Geschichte aber schon auf den Hilinciweg zurückreicht. Die Chaussee von Hattingen nach Bochum war eine der ersten befestigten Überlandstraßen im späteren Ruhrgebiet, denn sie diente dem Kohletransport von den Ruhr-Bergwerken zu den Verladestationen an der Lippe.

Grünanlagen

Vom einstigen Waldreichtum Weitmars stellt das Weitmarer Holz nur noch einen Rest dar und ist heute ein Ziel für Ausdauersportler und Spaziergänger.

Haus Weitmar

Der Schlosspark von Haus Weitmar ist an ein Naherholungsgebiet angeschlossen, das vom Planungsgebiet einer neuen Ruhrgebietsautobahn, der DüBoDo, tangiert wird. Vom Haus selbst ist seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch eine Ruine erhalten. In diesem Park werden im Sommer Schauspiele von den Schülern der Bochumer Schauspielschule aufgeführt. Eine der Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum, die „Situation Kunst“, sowie die „galerie m“, sind auch am Schlosspark vorzufinden. Der Ortsteil Bärendorf besaß ein eigenes Rittergut, Haus Bärendorf, doch sind keine Spuren mehr vorzufinden.

Bergbau, Industrie und Verkehr

Weitmar, unweit des Ruhrufers, war eines der frühesten Bergbaureviere auf dem Areal der Stadt Bochum. Jahrhundertelanger Stollenbergbau fand seine Fortsetzung in einer Handvoll Tiefbauschächte, so die Zeche Prinz Regent, die Zeche Vereinigte General & Erbstollen oder die Zeche Brockhauser Tiefbau, deren Malakow-Turm heute noch zu den Wahrzeichen Weitmars gehört.

Außerdem war Weitmar früher bekannt für sein Stahlwerk Rombacher Hütte des Bochumer Vereins sowie die Westfälische Stahlwerke. Im Gewerbegebiet befindet sich heute unter anderem eine Großraumdiskothek, das Club Taksim, vormals Polonia Palais, Rombach’s, Exhibition und Tarm Center.

Auch viele stillgelegte Eisenbahnstrecken wie zum Beispiel der Hasenwinkeler Kohlenweg (zur Zeche Hasenwinkel in Bochum-Dahlhausen) zeugen von seiner frühindustriellen Bedeutung. Weitmar besaß seit 1870 einen eigenen Bahnhof an dieser Trasse, welche über Zeche Prinz Regent an eine 3,92 km lange Strecke via Wiemelhausen an den Bahnhof Bochum Nord angebunden war. Der Personen- und Gepäckverkehr wurde von der Königlichen Eisenbahndirektion in Essen jedoch am 1. Mai 1906 eingestellt. Heute dient diese schnurgerade Trasse als innerstädtischer Fahrradweg.

Personenverkehr auf der Schiene gibt es in Weitmar „nur noch“ auf der Hattinger Straße, auf der Bogestra-Linie 308/318 von Bochum-Gerthe nach Hattingen bzw. Bochum-Dahlhausen.

Sport

Weitmar ist heute noch die Heimat von vier Fußballvereinen:

Blau-Weiß Weitmar 1909 ist aus einer Fusion entstanden, der Vorgänger „Westfalia Weitmar“ war lange Zeit die sportliche Nr.1 am Ort und schaffte es bis in die Landesliga. Die Sportanlage Erbstollen ist wie die gleichnamige Stichstraße nach der einst direkt nebenan beheimateten Zeche Carl Friedrich Erbstollen benannt. In den Jahren 1985–1986 wurde die 1. Mannschaft vom späteren Bundesligatrainer Peter Neururer trainiert.

DJK Rasensport Weitmar entstand 1909 als Sportgruppe der katholischen Kirchengemeinde und gehört bis heute dem Sportverband Deutsche Jugendkraft an. „Rasensport“ teilt sich den Kunstrasen am Waldschlösschen mit dem

SC Weitmar 45. Der aktuelle Landesligist entstand bereits 1928 als „Sparta Blumenfeld“ und war die Mannschaft der Bergleute von „General und Erbstollen“.

Genclerbirligi Weitmar ist der Verein der türkischen Gastarbeiter. Der Vereinsname bedeutet auf Deutsch so viel wie Jugendvereinigung.

Der Tischtennisverein TTG Weitmar-Munscheid spielte 2002/03 in der Bundesliga.

Schulen

Es befinden sich fünf Grundschulen und eine Gesamtschule in Bochum-Weitmar:

  • Brantrop-Grundschule (Städtische Grundschule)
  • Sonnenschule (Städtische Grundschule)
  • Matthias-Claudius-Grundschule (Private Grundschule)
  • Matthias-Claudius-Gesamtschule (Private Gesamtschule)
  • Natorpschule (Städtische Grundschule)
  • Neulingschule (Städtische Grundschule)

Literatur

  • Ernst-Albrecht Plieg, Michael Wolter: Weitmar, Landkreis Bochum: Biographie einer Amtsgemeinde im Ruhrgebiet, 1. Oktober 1892 – 1. April 1926. Schriftenreihe der Volkshochschule Bochum. 1. Auflage 2000, 343 Seiten, Horb am Neckar: Geiger, ISBN 3-89570-648-5
  • Wolfgang Werbeck: Geschichte der Ev. Kirchengemeinde Weitmar
  • Wilhelm & Gertrude Hermann: Die Alten Zechen an der Ruhr, Königstein im Taunus 1995;

Weblinks

 Commons: Bochum-Weitmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Bochum 2006 (pdf)
  2. Die Einwohnerzahlen sind nach statistischen Bezirken und nicht nach den Gemarkungen angegeben, die Zahlen hierfür sind im Artikel Einwohnerentwicklung von Bochum
  3. Ernst-Albrecht Plieg, Michael Wolter: Weitmar, Landkreis Bochum: Biographie einer Amtsgemeinde im Ruhrgebiet, 1. Oktober 1892 – 1. April 1926
  4. Ratsinformationssystem der Stadt Bochum: ris.bochum.de, Vorlage 20100815

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