Braunschweiger Schloss
Braunschweig 1899: Im Zentrum der Karte das Braunschweiger Schloss („37“)

Das Braunschweiger Schloss, auch Braunschweiger Residenzschloss genannt, auf dem Bohlweg im Zentrum der Stadt Braunschweig, war von 1753 bis zum 8. November 1918 die Residenz der Braunschweigischen Herzöge.

Der erste Bau wurde ab 1718 unter der Leitung Hermann Korbs errichtet. Nachdem dieses Gebäude 1830 niedergebrannt war, wurde unter Carl Theodor Ottmer bis 1841 ein zweiter Bau errichtet, der nach teilweise schweren Beschädigungen durch Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges aufgrund eines Beschlusses des Braunschweiger Stadtrates im Jahre 1960 vollständig abgerissen wurde.[1] Auf der so entstandenen Brache wurde in der Folgezeit der Schlosspark angelegt. Dieser wurde – aufgrund eines erneuten Beschlusses des Stadtrates aus dem Jahre 2004 – im Frühjahr 2005 vollständig beseitigt, um auf dem so frei gewordenen Gelände bis zum Frühjahr 2007 ein großes Einkaufszentrum, die sogenannten „Schloss-Arkaden“, zu errichten, dessen Westseite zum Teil aus einer originalgetreuen Rekonstruktion der Fassade des Ottmer-Baus besteht. Der Neubau des Einkaufszentrums wurde am 6. Mai 2007 offiziell der Öffentlichkeit übergeben, im April 2011 das Schlossmuseum.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der „Graue Hof“

An der Stelle, wo Landbaumeister Hermann Korb ab 1718 das erste Schloss errichten ließ, befand sich seit dem Mittelalter der Stadthof, die innerstädtische Niederlassung der Zisterziensermönche, aus dem, östlich vor den Toren Braunschweigs gelegenen, Kloster Riddagshausen. Die Bezeichnung „Grauer Hof“ gaben ihm die Braunschweiger Bürger wegen der Farbe der Kleidung der dort lebenden Mönche.

Bis zum Jahre 1671, in dem die Stadt Braunschweig ihre Unabhängigkeit verlor, diente er als Quartier für die Welfen-Herzöge, wenn diese zu Besuch in Braunschweig waren („zu Besuch“ deshalb, weil ihre Residenz in Wolfenbüttel lag). Erste Planungen für den Neubau einer innerstädtischen Residenz der Herzöge begannen auf Weisung Herzog Anton Ulrichs unter Baumeister Korb um das Jahr 1715.

Das Schloss im 18. Jahrhundert

Das erste Braunschweiger Schloss von Hermann Korb erbaut.

1718 schließlich begannen umfangreiche Neubaumaßnahmen auf dem Gelände des Grauen Hofes. Der größte Teil der alten Klostergebäude wurde abgerissen, und so entstand die erste Residenz der Herzöge in Braunschweig. Die Fassade des Schlosses wurde aus einem Hilssandstein, auch Lutter Sandstein genannt, aus der unmittelbaren Umgebung von Lutter am Barenberge gebaut. Der Fußboden bestand aus einem verschleißfesten Naturstein, dem Velpker Sandstein aus Velpke in Niedersachsen.

Der Mittelbau (Corps de Logis) verfügte über zwei Geschosse mit Mezzanin, das Erdgeschoss hatte die für Korb typischen Arkaden, innere Seitenflügel (Cour d’Honneur) um den rechteckigen Hof angeordnet, äußere Flügel waren trapezartig nach außen erweitert.

Während der Regierungszeit Herzog August Wilhelms wurden 1724 die inneren Flügel mit der Kapelle fertiggestellt. In den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts begann man mit dem Mittelbau, und die Arbeiten am inneren Südflügel wurden beendet. Die Arbeiten am Mittelbau waren selbst um 1730 immer noch nicht abgeschlossen. So musste das Gebäude zunächst durch ein Notdach geschützt werden. Unter dem neuen Bauleiter Martin Peltier de Belfort wurde 1752/54 der äußere Nordflügel nach den Plänen des bereits 1735 verstorbenen Korbs ausgeführt.

Obwohl der Gesamtkomplex 1753 immer noch nicht fertiggestellt war, wurde die Residenz nun nach Braunschweig verlegt. Erst 1790 während der Regierung Herzog Karl Wilhelm Ferdinands wurde sie mit dem massiven Mittelbau unter Leitung von Hofbaumeister Christian Gottlob Langwagen in reinerem Klassizismus vollendet.

Während der Besetzung von Stadt und Herzogtum Braunschweig durch die Truppen Napoléons I. zwischen 1807 und 1813 (s. Département Oker), gestaltete Peter Joseph Krahe schließlich das Gebäude für Jérôme Bonaparte, dem Bruder Napoléons und König des neu geschaffenen Königreiches Westphalen, zu dem Braunschweig gehörte, im Empire-Stil um.

Sowohl seine Blütezeit als auch seinen Untergang erlebte das Schloss unter Herzog Karl II.

Die Braunschweiger Revolution von 1830

Schlossbrand beim Aufstand 1830

Am 7. September 1830 kam es zur Braunschweiger Revolution. Bürger und Landstände der Stadt und des Herzogtums rebellierten gegen Herzog Karl II., den sie wegen seiner Verschwendungssucht „Diamantenherzog“ nannten. Im Zuge dieser Revolution stürmte eine aufgebrachte Menschenmenge zunächst das umzäunte Gelände der Residenz und anschließend das Schloss, um dieses zu plündern und schließlich in Brand zu setzen. Ohne dass dabei sich in der Nähe befindliche Wohngebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden, brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Der Diamantenherzog floh am selben Abend aus Braunschweig und kehrte nie wieder zurück. Sein Bruder Wilhelm folgte ihm als Regent (spätestens ab 1873 – Tod Karls – regierender Herzog).

Der Braunschweigische Hofbaumeister und Schinkelschüler Carl Theodor Ottmer erhielt daraufhin den Auftrag, ein neues Schloss zu planen und zu bauen. Am 26. März 1833 wurde der Grundstein für diesen Neubau gelegt. Der mit der Front nach Westen ausgerichtete, dreiflüglige, U-förmige Bau fand im Dezember 1837 einen ersten Abschluss mit der Vollendung der herzoglichen Privaträume im Nordflügel. Zwischen 1838 und 1840 wurden die Repräsentationsräume im Haupt- und Südflügel fertiggestellt, so dass das Gesamtgebäude am 21. März 1841 vollendet wurde. Im Gedenken an seinen Erbauer, der 1843 verstarb, wird das Braunschweiger Schloss auch „Ottmer-Bau“ genannt.

Ein erneuter Brand in der Nacht des 24. Februar 1865 aufgrund eines technischen Defektes zerstörte den Nordtrakt und beschädigte den nördlichen Teil des Hauptgebäudes schwer (auch die Braunschweiger Quadriga wurde dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen). Bis 1868 rekonstruierte Baumeister Carl Wolf das Gebäude, wobei die Quadriga in etwas verkleinerter Form wieder an ihren angestammten Platz kam.

Die Braunschweiger Quadriga

Die 2. Brunonia mit Quadriga um 1899
Mittelbau des Schlosses mit Reiterstandbild

Siehe auch Hauptartikel: Braunschweiger Quadriga

Die nach einem Entwurf Ernst Rietschels ab 1855 gefertigte und den Mittelbau des Schlosses krönende Quadriga mit Brunonia wurde vom Braunschweiger Erzgießer und Kupfertreiber Georg Howaldt gleich in zwei Exemplaren hergestellt. Sie war die einzige Quadriga in Deutschland, die den Zweiten Weltkrieg fast unversehrt überstanden hatte, obwohl keinerlei Maßnahmen zu ihrem Schutz während des Krieges ergriffen worden waren. Erst nach Kriegsende wurde sie durch Buntmetalldiebe zerstört. Ihre Reste wurden 1960 beim Abriss des Schlosses verschrottet. Im Zuge der Errichtung der Schloss-Arkaden und Rekonstruktion der Schlossfassade entstand in den Jahren 2006/2007 eine dritte Version der Quadriga auf Grundlage eines Originalmodells Rietschels, das im Maßstab 1:3 in Dresden erhalten geblieben war. Diese wurde am 23. Oktober 2008 auf dem Mittelteil des Gebäudes aufgestellt.

Die Residenz zwischen 1884 und 1913

Nachdem Wilhelm, der letzte Welfen-Herzog, 1884 ohne legitimen Erben verstorben war, fiel die Regierung in Braunschweig zunächst an einen auswärtigen Regenten, da der Kaiser und auch Preußen die „Bundestreue“ des rechtmäßigen Erben, Kronprinz Ernst-August von Hannover, nicht gewährleistet sahen, da dieser weiterhin seinen Anspruch auf das ehemalige Königreich Hannover aufrechterhielt. So residierte zunächst Albrecht von Preußen bis zu seinem Tode und anschließend Johann Albrecht zu Mecklenburg (bis zum 1. November 1913) im Schloss.

Erst durch die Hochzeit Herzogs Ernst August III. mit Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, der einzigen Tochter Kaiser Wilhelms II. und der damit verbundenen Aussöhnung zwischen Hohenzollern und Welfen, bestieg am 1. November 1913 ein letztes Mal ein Welfe den Braunschweiger Thron und zog wieder in das Braunschweiger Schloss ein.

Das Schloss im 20. Jahrhundert

Das Gebäude selbst blieb in dieser Zeit größtenteils unverändert erhalten und war bis zum 8. November 1918 Sitz des Hauses Braunschweig-Lüneburg. In der Folge der Novemberrevolution in Braunschweig wurde Herzog Ernst-August an jenem Tag zur Abdankung gezwungen und verließ Braunschweig kurz darauf mit seiner Familie, um zunächst ins österreichische Exil nach Gmunden zu gehen.

Um das Gebäude und v. a. auch dessen (historisch) wertvolles Inventar zu retten, wandelte man das Schloss um; so enthielt es u. a. das „Kleine Haus“ des Braunschweigischen Staatstheaters, das Naturhistorische Museum, Institute der Technischen Hochschule Braunschweig, eine Galerie für Moderne Kunst (gegründet von Otto Ralfs), eine Öffentliche Bücherei und die Landessteuerstelle.

Das Schloss als SS-Junkerschule

Ärmelband für Angehörige der SS-Junkerschule Braunschweig

Nach Auslagerung dieser Funktionen und entsprechendem Innenumbau beherbergte das Gebäude ab Juni 1937 nur noch eine von zwei von den Nationalsozialisten in Deutschland geschaffenen SS-Junkerschulen zur militärischen und ideologischen Ausbildung bzw. Schulung späterer SS-Offiziere. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss mehrfach bei Bombenangriffen beschädigt, 1944 sogar schwer, stand aber bei Kriegsende noch in seinen wesentlichen Bestandteilen.

Abriss des Schlosses

Abbrucharbeiten 1960

Schon bald nach dem Ende des Krieges entbrannte eine Debatte, was mit dem Schloss und dem dazugehörigen, angrenzenden Park geschehen solle. 1955 übereignete das neu gegründete Bundesland Niedersachsen als Rechtsnachfolger des Landes Braunschweig die Schlossruine mit der Auflage an die Stadt Braunschweig, sie entweder binnen fünf Jahren wieder instand zu setzen oder aber abreißen zu lassen.

Große Teile der Braunschweiger Bevölkerung waren für den Wiederaufbau; so gab es bereits recht detaillierte Pläne, das Schloss zu einer Stadthalle mit Kinos und Restaurants umzubauen. Eine Bürgerinitiative sammelte Unterschriften, gegen den Abriss gab es Proteste des Braunschweigischen Landesvereins, der Fakultät für Bauwesen der Technischen Hochschule Braunschweig, der Kunstgeschichtlichen Gesellschaft aus Hannover und zahlreicher Anderer (so auch Viktoria Luise von Preußen), diese blieben letztlich jedoch erfolglos.

Der Streit zog sich fünf Jahre hin, da das Land Niedersachsen keine Verlängerung der Frist zuließ. Aufgrund der Situation im Nachkriegs-Braunschweig (Trümmerräumung noch nicht abgeschlossen, begrenzte Finanzmittel, fehlende Wohnungen, Verlegung und Neubau des Hauptbahnhofes) wurden lediglich Sicherungsmaßnahmen an der Bausubstanz des Schlosses durchgeführt, weitergehende Maßnahmen aber mit dem Hinweis auf Geldmangel nicht eingeleitet. Am 21. Dezember 1959 gelang es schließlich der in Braunschweig mit absoluter Mehrheit regierenden SPD unter Führung der damaligen Oberbürgermeisterin Martha Fuchs, mit einer Mehrheit von zwei Stimmen die Entscheidung des Rates der Stadt Braunschweig für den Abriss des Braunschweiger Schlosses herbeizuführen. Die Abrissarbeiten begannen am 18. März 1960 und fanden, trotz fortdauernder Proteste aus der Bevölkerung, zügig ihren Abschluss. An der Stelle des abgerissenen Gebäudes wurde eine Erweiterung des Schlossparks durchgeführt.

Bei den Abrissarbeiten wurde ,als Zeichen des Guten Willens gegenüber den Abrissgegnern, der Portikus – im Gegensatz zu den meisten anderen Teilen – nicht abgerissen und zerkleinert, sondern, wie heute an den Steinen noch sichtbar, relativ schonungslos herausgebrochen. Herausragende Teile wie die Figuren des Giebelfeldes wurden auf dem städtischen Bauhof an der Ludwigsstraße verwahrt, vier Säulenkapitelle wurden später in einem Wasserbecken im späteren Schlosspark aufgestellt. Der Rest des Portikus wurde per LKW auf das Gelände des Kleingartenvereins Holzenkamp am Madamenweg transportiert und dort abgekippt, wo sie bis auf Weiteres in einer 45 x 30 Metern großen Grube vergraben wurden. Der genaue Ort konnte im Rahmen des geplanten Wiederaufbaus mit Hilfe eines der damaligen LKW-Fahrer wieder aufgefunden werden. Von zahlreichen Personen wurde der Abriss als Verlust eines Ortes Braunschweiger Identität empfunden.

Befürworter des Abrisses, wie z. B. Martha Fuchs, sahen im Schloss eine Machtdemonstration der herrschenden Welfen, welche die Stadt nach mehreren gescheiterten Versuchen 1671 gegen hartnäckigen Widerstand der Bürgerschaft erobert hatten und als Residenz zentral ein dominierendes Gebäude errichten ließen. Nicht zuletzt trug wohl auch die jüngste Schlossvergangenheit als SS-Junkerschule dazu bei, diese Epoche durch den Abriss für beendet und beseitigt zu erklären.

Die Zeit nach dem Abriss

Nach Beendigung der Abrissarbeiten wurde auf dem Gelände des Schlosses und dem danebenliegenden Schlossgarten der Schlosspark angelegt, der ab 1963 als öffentlicher Park genutzt wurde. Er wurde 1973/74 auf knapp 4 Hektar Fläche erweitert und bekam 1976 mit dem Bau der Horten-Tiefgarage und dem Straßendurchbruch Georg-Eckert-Straße seinen typischen Grundriss.

Der Schlosspark bot neben Kinderspielplätzen auch Außenschach, sowie die Möglichkeit, mitten in der Innenstadt im Grünen zu sein. In den letzten 10 Jahren (vor seiner Beseitigung) entstand in einigen Teilen des Parks zunehmend eine Drogenszene. [2]

Rekonstruktion, Neubau und „Schloss-Arkaden“

Fassadenfront mit Reiterstandbildern im August 2007
Dieselbe Szene bei Nacht
Übergang vom rekonstruierten zum modernen Fassadenteil der Schloss-Arkaden

Am 5. Juli 2004 beschloss der Rat der Stadt Braunschweig mit einer Stimme Mehrheit die Errichtung eines Einkaufszentrums, die sogenannten „Schloss-Arkaden“, auf dem Schlossparkgelände durch den auswärtigen Großinvestor ECE Projektmanagement. Der Beschluss beinhaltete ebenfalls die Rekonstruktion der Schlossfassade unter Verwendung der noch vorhandenen Originalbauteile,[1] die zu diesem Zeitpunkt noch über die ganze Stadt verteilt waren. Wie bereits vor dem Abriss des Originals, kam es auch im Vorfeld dieser Entscheidung sowie im Anschluss daran zu zahlreichen Protesten von Teilen der Bevölkerung, Bürgerinitiativen und Händlern, die zum einen die Zerstörung des Schlossparks kritisierten und zum anderen eine Verödung der Innenstadt auf Kosten ortsansässiger Unternehmen befürchteten.[3] Auch von der überregionalen Presse und der Fachpresse wurde das Projekt eher kritisch gesehen,[4][5], sogar von „Disneysierung“ war angesichts der nur außen vorgebauten Fassade die Rede.[6]

Eingeleitet wurden die Bauarbeiten am 18. Mai 2005 unter Protesten der Bevölkerung durch Fällung bzw. Rodung des gesamten Parkgrüns. Der erste Spatenstich fand am 13. Juli 2005 statt, Richtfest war am 28. Juni 2006. Am 29. März 2007 wurden die „Schloss-Arkaden“ eröffnet. Das Bauprojekt umfasste, auf drei Ebenen verteilt, rund 30.000 m² mit ca. 150 Geschäften sowie 20 Gastronomiebetrieben. Die Schlossfassade, die unter Verwendung erhalten gebliebener originaler Bauelemente rekonstruiert vor einem Betonkern aufgemauert wurde,[7] misst 116 m in der Breite und einschließlich der in Posen gegossenen, dritten Version der Braunschweiger Quadriga 40 m in der Höhe, die zwei Seitenflügel je 60 m. Die etwa 600 Originalbauteile machen jedoch nur einen vergleichsweise geringen Teil der Fassade aus, und die neuen Werksteine bestehen aus Reinhardtsdorfer Sandstein aus Sachsen und teilweise aus Hohenzollnerpark-Sandstein aus Polen.[8] Der Portikus und die Eckrisalite bestehen dagegen größtenteils aus Originalelementen des Ottmer-Baus. Der Portikus stellt als Haupteingang, entgegen den Aussagen im Vorfeld der Diskussionen um das Schloss, den Zugang zum Einkaufszentrum dar, während lediglich die Eckrisalite als Nebeneingänge zum neuen Kulturzentrum führen. Nicht wieder aufgebaut wurde unter anderem die Rückseite des Welfenschlosses, außerdem fehlen die gesamte Rotunde, ein Wahrzeichen des Welfenschlosses, und Räume aus dem Innenbereich.

Die neue Quadriga

13.300 m² des Bauwerkes werden von der Stadt für kulturelle Zwecke für 1,2 Millionen Euro jährlich auf 30 Jahre angemietet und sollen wie in den 1920er und 1930er Jahren Stadtbibliothek und Stadtarchiv, Kulturverwaltung und Kulturinstitut sowie ein Schlossmuseum aufnehmen. Am 6. Mai 2007 wurde der Gesamtkomplex offiziell der Öffentlichkeit übergeben; erstmals konnten sich die Besucher bei Besichtigungen einen Eindruck der Räumlichkeiten verschaffen. Die endgültige und vollständige Möblierung der Räume und der Umzug der städtischen Institutionen erfolgte schrittweise ab dem 14. Mai 2007. Am 23. Juni 2007 fand die offizielle Eröffnung der Kultureinrichtungen statt.

Im April 2011 wurde in Anwesenheit von Heinrich Prinz von Hannover das Schlossmuseum der Öffentlichkeit übergeben. Zu ihm gehören sieben original nachgestaltete Räume, so das Musikzimmer, der Audienzraum und der Thronsaal. Der Thron ist Leihgabe, die Seidentapete des Thronsaals wurde in Lyon nachgewebt, andere Teile der Inneneinrichtung wurden zurückerworben. Die Kosten für die Einrichtung des Museums lagen bei gut drei Millionen Euro.[9] Trägerin des Museums ist die im Juli 2010 gegründete „Stiftung Residenzschloss Braunschweig“.

Die nach dem Krieg zwar beschädigten, aber erhalten gebliebenen und mehrfach restaurierten Reiterstandbilder der Herzöge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm wurden Anfang der 1970er Jahre an der Kurt-Schumacher-Straße, am Südende des Löwenwalls, aufgestellt. Seit dem 3. Juli 2007 befinden sie sich jedoch wieder an ihrem ursprünglichen Standort.

Am 23. Oktober 2008 fand die dritte Braunschweiger Quadriga mit der Brunonia (der Landespatronin des Herzogtums und Landes Braunschweig) ihren Platz oberhalb des Portikus.

Auszeichnungen

  • 2009: Peter Joseph Krahe-Preis[10]

Literatur

  • Bernd Wedemeyer: Das ehemalige Residenzschloß zu Braunschweig. Eine Dokumentation über das Gebäude und seinen Abbruch im Jahre 1960. 3. erweiterte und überarbeitete Auflage. Borek, Braunschweig 1993, ISBN 3-87091-000-3.

Einzelnachweise

  1. a b Die Geschichte des Braunschweiger Schlosses
  2. http://www.subway.de/magazin/2004/04themenpark.shtml Trinken, Kiffen, Koksen -Drogenszene Braunschweig - Subway 04/2004
  3. Schlossparkfreunde Braunschweig
  4. Bau-Welt: Mit einer Stimme Mehrheit
  5. Deutsche Bau Zeitung: Urbanitätsinzenierung
  6. TAZ: Klagen gegen Disneylandisierung
  7. Welt-Online: Neue Fassade am Braunschweiger Schloss
  8. Gerda Schirrmeister, Dietmar Reinsch: Braunschweig: Route zu den Naturwerksteinen. S. 122. In: Johannes H. Schroeder (Hrsg.): Steine in deutschen Städten. 18 Entdeckungsrouten in Architektur und Stadtgeschichte. Selbstverlag Geowissenschafter in Berlin und Brandenburg e.V., Berlin 2009. ISBN 978-3-928651-13-4
  9. Robert von Lucius: Braunschweig. Der Schlüssel zum Schloss. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. April 2011
  10. Braunschweig Report, Ausgabe 45, 4. November 2009, Seite 3

Weblinks

 Commons: Schloss in Braunschweig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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