Abd al-Karim Qasim
Abd al-Karim Qasim
Arif mit Qasim (rechts), 1958

Abd al-Karim Qasim (arabisch ‏عبد الكريم قاسم‎, DMG ʿAbd al-Karīm Qāsim) (* 1914 in Bagdad; † 9. Februar 1963 ebenda) war ein irakischer Militär und Politiker und von 1958 bis 1963 Premierminister sowie Verteidigungsminister seines Landes.

Qasim war ein Absolvent der Militärakademie in Bagdad und stieg in den Posten eines Generals auf. In der „Revolution vom 14. Juli“ 1958 war er einer der Anführer der „Freien Offiziere“, die König Faisal II. stürzten und die Monarchie im Irak beendeten. Der König, ein Großteil seiner Familie und Mitglieder seiner Regierung fanden dabei den Tod. Gründe für den Sturz der Monarchie war deren als einseitig pro-westlich (probritisch) und anti-arabisch/nationalistisch angesehene Politik, die unter anderem im Bagdad-Pakt mit der früheren Besatzungsmacht Großbritannien (1955) und in der Gründung der „Arabischen Föderation“ mit dem Königreich Jordanien (März 1958) zum Ausdruck kam. Daneben wollte die Regierung die Armee zur Niederschlagung antimonarchistischer Proteste nach Jordanien entsenden, was die Rebellion auslöste. Kurz nach der Revolution kam es in Mosul und Kirkuk zu Aufständen von Offizieren gegen Qasim. Beide Aufstände wurden mit Hilfe der irakischen Kommunisten und Kurden nieder geschlagen.

Nach seiner Wahl zum Premierminister der neu gegründeten Republik Irak machte Qasim diese unpopulären Schritte rückgängig: die Union mit Jordanien wurde 1958 aufgelöst und 1959 trat der Irak aus dem Bagdad-Pakt aus. Zudem nahm der Irak enge Beziehungen zur Vereinigten Arabischen Republik von Ägypten und Syrien auf. Er arbeitete eng mit der Irakischen Kommunistischen Partei zusammen. Er ließ den kurdischen Führer Molla Mustafa Barzani aus dem Exil zurückkehren, um die kurdischen Stämme gegen pro-monarchistische Stammesführer und Baath-Unterstützer für sich zu gewinnen. Qasim stellte einen Revolutionsrat auf, der aus dem sunnitischen Araber Muhammed Necip Ar-Rubeyi, dem schiitischen Araber Muhammed Mehdi Kubbe und dem sunnitischen Kurden Halid Naqschbandi bestand.

Der Union Nassers wollte er sich jedoch nicht unterwerfen, was wieder zur Verschlechterung der Beziehungen und einer nasseristischen Opposition im Innern führte. Am 14. September 1960 wurde in Bagdad die OPEC gegründet und im Jahr darauf entzog die Regierung der britischen Iraqi Petroleum Company die Konzession. Innenpolitisch ließ die Regierung Parteien und Gewerkschaften zu und begann den Ausbau der Infrastruktur des Landes.

Neben seiner Popularität schaffte sich Qasim auch zahlreiche politische Widersacher und wurde Ziel von mehreren Anschlägen. Ein erster Anschlag wurde 1959 von Angehörigen der Baath-Partei verübt, unter ihnen der spätere Diktator Saddam Hussein, die eine stärker panarabistische Haltung forderten. Nach Verfolgungen gegen Baʿth-Anhänger glückte Anfang 1963 ein weiterer Umsturz und die Baʿath übernahm kurzzeitig die Regierung. Am 9. Februar 1963 wurde Qasim hingerichtet. Die neue Regierung hatte jedoch nur wenige Monate Bestand und noch im selben Jahr übernahm der frühere Wegbegleiter Qasims Abd as-Salam Arif die Macht.


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