Altenbruch
Altenbruch
Stadt Cuxhaven
Koordinaten: 53° 49′ N, 8° 46′ O53.8240305555568.77331111111111Koordinaten: 53° 49′ 27″ N, 8° 46′ 24″ O
Höhe: 1 m ü. NN
Fläche: 34,45 km²
Einwohner: 4.004 (31. März 2005)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 27478
Vorwahl: 04722

Altenbruch (gesprochen mit langem u wie in Buch; plattdeutsch Olenbrook) ist seit dem 1. Juli 1972 ein Stadtteil von Cuxhaven in Niedersachsen im Norden Deutschlands. Der Ort liegt ungefähr ein Kilometer vom Elbdeich entfernt und etwa sechs Kilometer südöstlich von Cuxhaven entfernt im Landkreis Cuxhaven. Die Braake, ein Vorfluter, der die Niederung bis Otterndorf entwässert, fließt durch Altenbruch. An ihrer Mündung in die Elbe befindet sich ein kleiner Hafen und der restaurierte Leuchtturm die Dicke Berta, der früher als Richtfeuer (Unterfeuer) diente. Wenige Meter westlich von Altenbruch steht das Oberfeuer Altenbruch die 'Neue schlanke Anna', ein 1971 gebauter, 59 Meter hoher Betonturm als weit sichtbare Landmarke, der die 1897 erbaute und 1976 abgerissene 'Schlanke Anna' ersetzt.[1]. Die Bundesstraße 73 führt südlich um Altenbruch herum. Obwohl die Bahnlinie von Hamburg-Harburg nach Cuxhaven, die Niederelbebahn nahe an Altenbruch vorbei führt, halten hier seit 1991 keine Züge mehr. Der Bahnhof ist noch erhalten, liegt aber etwas außerhalb des Ortes[2].

In seiner Form ist es ein Straßendorf das sich über eine Länge von 15 km und eine Breite von 3 km westlich von Otterndorf hinzieht. Es scheint eine planmäßige Kolonisierung im Rahmen der Eindeichung der Elbe gewesen zu sein, worauf die lockere Besiedlung hindeutet. Eine der ersten urkundliche Nennungen ist von 12. November 1280 als ein Pfarrer ("plebanus") für Altenbruch erwähnt wird. Der Ort war ursprünglich eine selbständige Gemeinde im sächsisch-lauenburgischen und später im hannoverschen Land Hadeln. Danach gehörte es ab 1866 zum preußischen Kreis des Land Hadeln bis es nach Cuxhaven eingemeindet wurde. Das Land war großteils im Besitz der Bauern, die das durch Landsitze und Wappen auch zeigten.

Inhaltsverzeichnis

St. Nicolai-Kirche

Die Kirchtürme in Altenbruch

Die westlichste Gemeinde des alten Landes Hadeln beheimatet einen der drei so genannten „Bauerndome“ der Gegend. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende romanische Feldsteinkirche mit ihren Doppeltürmen wurde mittels einer Spende reicher Altenbrucher Schwestern Anne und Beate gebaut und ist heute noch ein Schmuckstück der Nordseeküste, das ohne Parallele ist. Im Kirchturm befand sich früher das Landesarchiv mit dem Landessiegel. Dieses Landessiegel zeigte den heiligen Bischof Nikolaus, den Schutzpatron des Landes Hadeln, somit auch die Wappenfigur des Landes Hadeln; heute ist er es auch für den Landkreis Cuxhaven.

Die Einmaligkeit dieser Kirche wird an ihrer Inneneinrichtung deutlich. 1727 wurde sie als Backsteinrohbau erneuert. Die kostbaren gotischen Altarschreine aus dem 15. Jahrhundert sind die bedeutendsten Arbeiten dieser Art im norddeutschen Raum. Im Chor von 1710 und im Altarraum befinden sich Priechen, mit Rankenwerk und Wappen geschmückte logenartige Pastoren- und Patronatssitze. Als der in seiner Zeit (1650) berühmte Bildschnitzer Jürgen Heydtmann von Holstein nach Otterndorf kam, schuf er auch für diese Kirche verschiedene Kostbarkeiten, die stupsnäsigen Putten und den Holzaufsatz des Taufkessels.

Diese Kirche beheimatet mit über 500 Jahren eine der ältesten Orgeln Europas. Die Ursprünge der Orgel gehen auf die Jahre 1497/98 zurück, als der Orgelbauer Johann Coci den Grundstein legte. In den Jahren 1647-49 von Hans Christoph Fritzsche und 1727/28 von Johann Hinrich Klapmeyer, einem Schüler des bekannten Orgelbauers Arp Schnitger gründlich umgebaut, blieb sie später vor größeren Eingriffen verschont. Sie verfügt über drei Manuale, Pedal und 35 Register, die fast vollständig original erhalten sind.

Sagen und Legenden

  • Die beiden Turmspitzen von Altenbruch
  • Der Altarschrein zu Altenbruch
  • Von der Zehntfreiheit des Westerteiles in Altenbruch
  • Der Schädel in der Warningsackermühle
  • Der Alte im Westermoor[3]

Galerie

Literatur

  • Alfred Weckwerth: Ev.-lutherische St.-Nicolai-Kirche Cuxhaven-Altenbruch. In: Schnell Kunstführer. 3. Auflage. 1495, Schnell & Steiner, München 2004, ISBN 978-3795452025.
  • Hinrich Alpers: Altenbruch - einst und jetzt : ein Wegweiser, Cuxhaven, 1974.

Weblinks

 Commons: Altenbruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.deutscheleuchtfeuer.de/nord/el/altenbruch.html (Link nicht abrufbar)
  2. Altenbruch – elbe-weser-bahn.de. Niederelbebahn.de. Abgerufen am 25. September 2010.
  3. Männer vom Morgenstern: Hake Betken siene Duven. In: Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. ISBN 3-931771-16-4

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