Lutherschule Hannover

Lutherschule Hannover
Lutherschule Hannover
Lutherschule außen Am Kleinen Felde.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1900
Ort Hannover
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 23′ 12,9″ N, 9° 43′ 21,5″ O52.3869194444449.72265Koordinaten: 52° 23′ 12,9″ N, 9° 43′ 21,5″ O
Schüler 969 (Stand: Schuljahr 2009/10)
Lehrer 73 (Stand: Schuljahr 2009/10)
Leitung OStD Heinemann
Website www.lutherschule.de
Lutherschule Hannover

Die Lutherschule ist ein Gymnasium in Hannover-Nordstadt. Sie zählte zur letzten Statistikerhebung im Juni 2005 64 hauptamtliche Lehrkräfte, 2 nebenamtliche Lehrkräfte sowie 8 Referendare. Diese betreuen 940 Schülerinnen und Schüler.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

vor 1933

Am 2. März 1897 fasste der Magistrat der Stadt Hannover den Beschluss, in der Nordstadt eine Realschule zu gründen.[1] Das schlossähnliche heutige Hauptgebäude der Lutherschule wurde von 1897 bis 1900 in L-Form entlang der Straßen Am kleinen Felde und der damaligen Hahnenstraße (heute: An der Lutherkirche) im Stil des Historismus errichtet (Architekt: Otto Ruprecht).[2]

Am 16. Oktober 1900 zogen die ersten 237 Schüler in das Gebäude ein, das als Realschule III geführt wurde.[3] 1906 erhielt sie den Namen Oberrealschule an der Lutherkirche. Im Jahre 1933 erhielt sie ihren heutigen Namen Lutherschule nach der benachbarten Lutherkirche.

Bereits 1931 wurde eine neue Turnhalle Am kleinen Felde errichtet und die bisherige ins Hauptgebäude integrierte Turnhalle zu Fachräumen umgebaut.

1933 bis 1945

Während des zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Schüler rings um Hannover als Luftwaffenhelfer eingesetzt. Bei den Luftangriffen auf Hannover fiel am 6. Januar 1945 eine Fliegerbombe in die Aula der Schule, ohne zu explodieren. Da der Schulbetrieb schon im Sommer 1943 nach Alfeld (Leine) verlegt worden war, kam es nicht zu Personenschäden.

1945 bis 1999

Die prächtige Aula wurde 1952 nach Kriegsschäden zunächst in einfacher Form wiederhergestellt.

Im Jahre 1957 wurde die Lutherschule in zwei Schulteile, Lutherschule I und Lutherschule II, geteilt. Letztere erhielt 1960 den Namen Herschelschule.

1972 kamen wegen der Platznot ein Pavillon mit sechs Klassenräumen auf dem Schulhof und 1975 eine neue Sporthalle an der Asternstraße hinzu.

Ab dem Schuljahr 1974/1975 führte die zuvor reine Jungenschule die Koedukation ein und nahm erstmals auch Mädchen in den Lehrbetrieb auf.

Die Aula wurde 1999 bis 2000 renoviert und restauriert.

ab 2000

Seit 2004 unterhält die Lutherschule nach Auflösung der Schulform Orientierungsstufe in Niedersachsen eine Außenstelle Oberstufe auf dem Gelände der Grundschule An der Uhlandstraße.

2006 wurde in der Schule das 100-jährige Bestehen mit einer Festwoche gefeiert, da die offizielle Gründung auf das Jahr 1906 zurückgeht, in welchem die ministerielle Genehmigung aus Berlin für die erste Reifeprüfung zum Ostertermin 1906 erteilt wurde.

Dachstuhl-, Fenster- und Fassadensanierungen unter Beachtung des Denkmalschutzes erfolgten 2008 bis 2009.

Ab 2008 entwickelt sich die Lutherschule, ausgelöst durch die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre, zum Ganztagsgymnasium. In den nächsten Jahren entsteht auf dem Schulhof ein Erweiterungsbau mit Mensa und Fachräumen.

Beschreibung

Regelmäßig findet ein Schüleraustausch mit Schulen in Cahors in Frankreich (seit 1983) sowie Biała (Zülz) bei Opole (Oppeln) in Polen (seit 1991) statt. Das eigene Schullandheim in Bredenbeck am Deister steht insbesondere für die jüngeren Schülerinnen und Schüler für Klassenfahrten zur Verfügung. Weitere Angebote bestehen in Form einer Hausaufgabenhilfe, eines Schülercafes, einem Chor, Band und Orchester, einer Theater AG sowie einer Schülerzeitung. Die Lutherschule erreichte seit 2007 mehrfach die Zertifizierung als „Humanitäre Schule“ durch das Jugendrotkreuz Niedersachsen.

An der Schule besteht eine Schülervertretung mit neun Mitgliedern. Ihr gehören Klassen- und Jahrgangssprecher der Klassenstufen sieben bis zwölf, in Ausnahmefällen auch der Jahrgangssprecher des 13. Jahrgangs, an. Des Weiteren wählt der Schülerrat vier Schüler in den sogenannten Schulvorstand.

Fremdsprachenangebot

Die Schülerinnen und Schüler lernen zunächst Englisch und wählen ab Klasse 6 Spanisch, Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache. Die Lutherschule ist damit eines von wenigen Gymnasien in Hannover, an denen Spanisch als zweite Fremdsprache gewählt werden kann.

1990 wurde ein bilingualer Zweig eingerichtet, in dem ab Klasse 7 bis Klasse 10 Sport, Biologie und Politik in englischer Sprache unterrichtet werden. Falls im 11. und 12. Jahrgang Englisch und mindestens eines der Fächer Biologie oder Politik (die weiter als Grundkurse in englischer Sprache angeboten werden) belegt und als Prüfungsfächer gewählt werden, bescheinigt die Schule das bilinguale Abitur.

Profiloberstufe

Die Oberstufe ist in der nahegelegenen Außenstelle im Gebäude der Grundschule Uhlandstraße untergebracht. In der Oberstufe können verschiedene Profile gewählt werden, wie sprachliches, naturwissenschaftliches, musikalisch-künstlerisches oder gesellschaftswissenschaftliches Profil.

Ehemalige Schüler

Bekannte Lehrer

Literatur

  • Lutherschule Hannover (Hrsg.): 100 Jahre Lutherschule. Das Gymnasium in der Nordstadt, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen, Hannover 2006, ohne ISBN.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Friedel Eickhoff, Gerhard Wruck: Schule im Wandel. Die Geschichte der Lutherschule. In: Lutherschule Hannover (Hg.): 100 Jahre Lutherschule. Das Gymnasium in der Nordstadt, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen, Hannover 2006, S. 21–26
  2. Gerd Weiß: Schulbauten, in: Nordstadt, in: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, S. 107
  3. Dietmar Schölermann: Das Gebäude der Lutherschule. In: Lutherschule Hannover (Hg.): 100 Jahre Lutherschule. Das Gymnasium in der Nordstadt, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen, Hannover 2006, S. 19–21
  4. a b c * Hugo Thielen: Neutze..., in: Stadtlexikon Hannover, S. 469

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